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Johanniskraut (Gelesen: 97369 mal)
Naturbursche
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Beiträge: 52

Geschlecht: male
Re: Johanniskraut
Antwort #20 - 15. Januar 2005 um 10:17
 
@ All

Johanniskraut ist mehr als nur ein sanftes Antidepressivum. Es gilt in der Naturheilkunde als natürliches Antibiotikum und erfüllt daher noch einige andere wichtige Aufgaben.

Naturheilkräuter sollten nach 4-8 Wochen bzw. max. nach drei Monaten ausgesetzt werden um einen Gewöhnungseffekt des Körpers an das Heilkraut zu verhindern. Nach einer Pause von 1-2 Wochen kann man dann mit dem Naturprodukt weitermachen.

Für Johanniskraut als sanftes Antidepressivum gibt es als natürliche Alternativen wie Baldrian, Hopfen und Melisse.
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Hema
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Beiträge: 6394

Re: Johanniskraut
Antwort #21 - 15. Januar 2005 um 10:43
 
@ all:

Wir reden im Moment nicht über die anderen möglichen Eigenschaften von Johanniskraut, sondern über die antidepressive Wirkung. Belegen Sie Ihren von der Fachliteratur abweichenden Standpunkt mit aussagekräftigen Quellen. Sie sollten Depressiven keine solchen Ratschläge geben, das ist fahrlässig.

Deutlich: Wenn man Johanniskraut als Antidepressivum einnimmt, sollte man vor Absetzen der Therapie den Arzt befragen.

Bei einer ernsthaften bakteriellen Infektion sollte man Wirksameres einnehmen.
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Naturbursche
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Beiträge: 52

Geschlecht: male
Re: Johanniskraut
Antwort #22 - 15. Januar 2005 um 11:08
 
@ All

Zitat:
Wir reden im Moment nicht über die anderen möglichen Eigenschaften von Johanniskraut, sondern über die antidepressive Wirkung.

Tun wir nicht!

Daher nochmals das Eingangsposting von Rik:
Zitat:
zum Thema Johanniskraut nicht wirklich schlauer geworden. Ich weiss jetzt zwar, dass 25 von 26 Praeparaten okay sind, aber nicht, WELCHE
   

Zitat:
Bei einer ernsthaften bakteriellen Infektion sollte man Wirksameres einnehmen.

Klar, um dauerhaft den Darm zu (zer)stören. Jeder Arzt dem nichts mehr einfällt verschreibt Antibiotika Schockiert/Erstaunt
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Kerstin02
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Beiträge: 297

Geschlecht: female
Re: Johanniskraut
Antwort #23 - 16. Januar 2005 um 22:01
 
Wenn man vor Depressivität vom Hochhaus springen will, ist Johanniskraut vielleicht nicht so ganz das Richtige. Hier werden mal wieder Vergleiche gezogen, die echt haarstäubend sind.
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Hema
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Beiträge: 6394

Re: Johanniskraut
Antwort #24 - 16. Januar 2005 um 23:16
 
@ Kerstin02:

Johanniskraut wird auch bei mittelschweren Depressionen eingesetzt. Eine akute Suizidalität kann auch bei mittelschweren Depressionen durchaus einmal auftreten, Depressionen verlaufen ja nicht statisch. Bei schweren Depressionen ist Johanniskraut natürlich kontraindiziert. Sie sollten aber bedenken, dass manche Personen sich weigern, "chemische Mittel" zu nehmen und wenn es ihnen noch so schlecht geht.

Aber das alles muss sachgerecht von einem Facharzt begleitet werden. DAS ist das A und O.
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Kerstin02
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Beiträge: 297

Geschlecht: female
Re: Johanniskraut
Antwort #25 - 17. Januar 2005 um 12:36
 
Ja, Sie haben den Punkt getroffen. Wenn jemand in medizinischer Behandlung ist, wird der Arzt sicher die Behandlung genau kontrollieren und auch den Behandlungszeitraum. Dann wird sicher keiner reinreden wollen.

Hier ging es jedoch um freiverkäufliche Arzneimittel, d.h. das hier ursprünglich gestartete Thema ging nicht um die "harten Fälle". Also - nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen - sondern beim Thema bleiben.

In den Dosierungempfehlungen steht überall: sollte nach 4 Wochen keine Besserung eingetreten sein bitte zum Arzt!
Warum wohl.
Wenn man eine wetterbedingte Depriphase hat, oder für einen kürzeren Zeitraum mal abends einfach schneller zur Ruhe kommen möchte, ist Johanniskraut oder Baldrian sicher eine gute Möglichkeit - bei allem anderen: Bitte zum Arzt, Heilpraktiker, Homöoparthen.
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ama
Ex-Mitglied





Re: Johanniskraut
Antwort #26 - 17. Januar 2005 um 16:35
 
>Kerstin02
>Re: Johanniskraut
>« Antworten #29 am: Heute um 12:36:12 »

>In den Dosierungempfehlungen steht überall: sollte nach 4
>Wochen keine Besserung eingetreten sein bitte zum Arzt!
>Warum wohl.

Weil das eine Ausrede ist.

Selbstmedikation, insbesondere bei Depression, ist hochgradiger Blödsinn. Entweder, man fühlt sich nicht, gut, dann fühlt man sich nicht gut. Oder man geht zum Arzt. Es könnte hinter all dem eine Krankheit stecken, und die kann man als Laie gar nicht erkennen. Die eigenmächtige Symptombastelei mit Doping durch Johaniskraut ist schädlich.


>Bitte zum Arzt, Heilpraktiker, Homöoparthen.

Nichts da! Ausschließlich zum Fachmann, und das ist einzig und allein ein Arzt. Falls überhaupt.

ama

http://www.tchibo.de
(über Radiogeräte vom Elektronikfachmann)
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Klebsiella
Forum-Mitglied

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Beiträge: 1

Re: Johanniskraut
Antwort #27 - 19. Januar 2005 um 11:23
 
Moin Moin,

für alle interessierten und aktiven Foren-Mitglieder zum Beitrag „Johanniskraut“ habe ich ein paar Informationen die Sie hoffentlich ein bisschen weiterbringen. Diese „angelernten“ Informationen stammen aus meiner „praktischen“ Tätigkeit als Psychologin an der Universität, d.h. auch in ständiger Zusammenarbeit und im Austausch mit Apothekern und Ärzten. Leider kann ich Ihnen kein Buch oder sonstige Quellen nennen. Wir am Institut behandeln das Thema wie nachfolgend beschrieben. Naturheilprodukte wie das „Johanniskraut“ wirken generell solange, wie sie eingenommen werden. Der positive Effekt tritt erst nach z.T. mehrwöchiger Einnahmen ein und geht bei Absetzen des Präparates zurück (Ausnahmen mag es vereinzelt geben, deswegen kann man nie (!) allgemein verbindliche Aussagen geben, sondern sollte sich mit jedem Präparat auseinandersetzen)

Anwendungsgebiete: Es kommt ganz drauf an wofür Sie das Präparat einsetzen wollen. Bei Gemütsveränderungen empfehlen wir eine handelsübliche Dosierung von bis zu 180mg Trockenextrakt pro Tag. Bei einer leichten bis mittelschweren Depression verwenden wir 600mg bis maximal 900mg Trockenextrakt. Diese Dosierung ist jedoch Apothekenpflichtig.
Nebenwirkungen: Bei hoher Dosierung (Apothekenpflichtig) kann es zu Magen-Darm-Beschwerden und zu Allergien kommen. Bei hellhäutigen Typen kann das Präparat aufgrund der, in den vorliegenden Foren-Beiträgen bereits erwähnten, photosensibilisierenden Wirkung, Pigmentflecken hervorrufen.
Einen Gewöhnungseffekt gibt es bei der schwachdosierten Handelsware nicht. Z.B. lösen gerade Naturheilprodukte nicht den bekannten „hang-over-effect“ aus. Diesen findet man bei Schlafmitteln (Barbituraten) und beschreibt das Gefühl am Morgen danach Schockiert/Erstaunt) unausgeschlafen zu sein.
Dauer der Dosierung: Sowohl bei der handelsüblichen, als auch der apothekenpflichtigen Dosierung kann das Präparat über einen langen Zeitraum (man spricht von bis zu einem Jahr, obwohl es im Grunde keine zeitliche Begrenzung gibt. Nach mehrmonatiger Anwendung sollte man aber, falls keine Verbesserung eintritt, die Ursachen, die zu der Einnahme führten hinterfragen und sich ärztlichen bzw. psychologischen Rat einholen) eingenommen werden, solange (!) keine Nebenwirkungen auftreten.
Wechselwirkungen: In der aktuellen Diskussion stehen Immunsuppresiva, orale Kontrazeptiva und Blutverdünner (marcumar etc.)

Wie schon richtig erwähnt kann man über die eigenmächtige Einnahme, Dosierung, Einnahmedauer und das Absetzen einer handelsüblichen Dosierung bei „Gemütsveränderungen“ in Foren diskutieren, jedoch liegt die therapeutische Indikation und Verabreichung bei leichten bis mittelschweren Depression alleine in der Hand eines erfahrenen Psychiaters bzw. psycholoischen Psychotherapeuten.

MfG
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zmrtglx
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Beiträge: 36

Re: Johanniskraut
Antwort #28 - 30. Januar 2005 um 13:59
 
Gibt es eigentlich einen Vergleich von Johanniskraut gegen andere Präparate bei mittelschweren Problemen?

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es wie so häufig ist bei der Selbstmedikation chronischer Prozesse: Bei Kleinigkeiten braucht es eigentlich gar nichts, und wenn es darauf ankommt ist es nicht stark genug.
Zumindest taugt es dann nicht ohne ärtztlichen Rat.

Dann ist allerdings auch in Test in Oekotest nur begrenzt sinnvoll. Aber denen geht es ja auch weniger um die Wirksamkeit an sich, sondern eher ob man sich durch solche Sachen zusätzlich noch Probleme durch unsaubere Verarbeitung bringen kann.
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helmsmi
Forum-Mitglied

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Beiträge: 700

Re: Johanniskraut
Antwort #29 - 01. Februar 2005 um 22:36
 
Hier was ganz aktuelles zum Thema Johanniskraut bei Depressionen:

Link: Johanniskraut: Wirkung vorhanden, aber geringer als angenommen

Kleiner Auszug:
"In einer soeben im British Journal of Psychiatry veröffentlichten Übersichtsarbeit untersuchten Klaus Linde vom Münchner Zentrum für naturheilkundliche Forschung und Kollegen den Einfluss von Johanniskraut (Hypericum perforatum) auf Depressionen. Dazu analysierten sie 37 Studien, in denen Patienten mit Depressionen über mindestens einen Monat lang entweder mit Johanniskraut, einem Standard-Antidepressivum oder mit einem Placebo behandelt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Johanniskraut bei leichten und mittelschweren Depressionen hilft, der Effekt jedoch nicht so ausgeprägt ist wie bislang angenommen. Grund dafür ist unter anderem der Einschluss von neueren, methodisch anspruchsvollen Untersuchungen aus den USA, die keine oder nur eine geringe positive Wirkung des Pflanzenextraktes nachweisen konnten."

KLAUS LINDE, MICHAEL BERNER, MATTHIAS EGGER, and CYNTHIA MULROW
St John's wort for depression: Meta-analysis of randomised controlled trials
Br. J. Psychiatry, Feb 2005; 186: 99 - 107.
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