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Auszug: Klinische Studien (Gelesen: 40313 mal)
Forum Admin
Administrator

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Beiträge: 3302
Augsburg
Auszug: Klinische Studien
26. August 2004 um 03:42
 
Auszug aus dem ÖKO-TEST Kompakt "Sanft heilen":
http://www.oekotest.de/cgi/at/hinfo.cgi?heftnr=K0405

Klinische Studien selten

Alle Arzneimittel brauchen eine Zulassung des BfArM. Die Zulassungsnummer findet sich auf der Verpackung, die auch über Zusammensetzung, Dosierung und Art der Anwendung Auskunft geben muss.

Trotz der gesetzlichen Zulassung werden pflanzliche Medikamente in vielen Fällen von Medizinern als Heilmittel zweiter Klasse gesehen, deren Wirkung fraglich ist. Denn die moderne medizinische Wissenschaft beurteilt die Wirksamkeit von Medikamenten und Therapien vor allem aufgrund von aufwändigen Studien. Diese so genannte evidenzbasierte Medizin sieht Phytopharmaka erst dann als wirksam an, wenn standardisierte Studien beweisen konnten, dass der jeweilige Wirkstoff bei bestimmten Krankheiten besser wirkt als ein Placebo, also ein Scheinmedikament.

Die Monografien des Bundesgesundheitsamtes "sind bestenfalls hilfreich, keinesfalls aber ein Beweis für die Wirksamkeit", begründet ÖKO-TEST-Berater Professor Manfred Schubert-Zsilavecz die Notwendigkeit solcher Studien. Nur für ein Viertel der rund 200 positiv monografierten Heilpflanzen liegen solche Studien vor, etwa für Johanniskraut zur Stimmungsaufhellung oder für Rosskastanie bei Venenleiden. Entsprechende Arzneimittel werden oft als "rationale Phytopharmaka" bezeichnet. Ein etwas unglücklicher Ausdruck, weil damit gleichzeitig alle anderen pflanzlichen Arzneimittel als nicht rational abgetan werden.

Dabei sei das Fehlen entsprechender Studien kein Beweis dafür, dass diese Heilpflanzen keinerlei Wirkung zeigen, argumentiert Marcella Ullmann. Sie ist Pressesprecherin des Komitees Forschung Naturmedizin (KFN), in dem sich Pflanzenarznei-Hersteller zu Forschungszwecken zusammengeschlossen haben. Oft fehlt es einfach an Geld. "Für die Zulassung muss bewiesen werden, dass ein genau definierter Extrakt aus einer Heilpflanze bei einer bestimmten Indikation wirkt. Da kostet die Forschung für ein neues Arzneimittel rund 50 Millionen Euro", erklärt Ullmann. Auch wenn das Geld vorhanden wäre, ist das unternehmerische Risiko groß. Denn nur die genaue Extraktionsmethode ist patentierbar, nicht jedoch der Extrakt selbst. Jeder andere Hersteller kann sich auf das erforschte Wissen berufen, die Extraktion leicht abwandeln und ein vergleichbares Präparat auf den Markt bringen.

Mfg
Admin
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Hema
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Beiträge: 6076

Re: Auszug: Klinische Studien
Antwort #1 - 26. August 2004 um 09:42
 
Wobei noch darauf hinzuweisen ist, dass auch die wissenschaftliche Literatur Hinweise darauf geben kann, ob es für eine behauptete Wirkung überhaupt Indizien gibt. Die nicht erfolgte Zulassung ist zwar kein Beleg dafür, dass nicht eine Wirkung da sein könnte, aber auch kein Freibrief für jedwede Behauptung.

Und wenn die Hinweise für ein Mittel bei einer großen Volkskrankheit wirklich *durchschlagend* sind, hat sich bisher noch immer ein Hersteller gefunden, der bereit war, das unternehmerische Risiko auf sich zu nehmen.
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pressball
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Re: Auszug: Klinische Studien
Antwort #2 - 26. August 2004 um 11:21
 
Danke Admin für die klaren Worte.
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Siebensteig
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Beiträge: 64

Re: Auszug: Klinische Studien
Antwort #3 - 15. November 2004 um 20:33
 
Zitat:
Und wenn die Hinweise für ein Mittel bei einer großen Volkskrankheit wirklich *durchschlagend* sind, hat sich bisher noch immer ein Hersteller gefunden, der bereit war, das unternehmerische Risiko auf sich zu nehmen.


@Hema

Genau dies ist leider nicht der Fall. Ein Präperat das zum Beeispiel aus Vitaminen und Mineralien und anderen Stoffen besteht die auch in der Natur vorkommen, lassen sich nämlich nicht patentieren! Geanu aus diesem Grund hat die Pharmaindustrie auch keinerlei Interesse daran, die Wirkung dieser Produkte zu erforschen. Die enormen Profite die zum Beispiel mit Zytostatika erzielt werden, könnte die Pharamindustrie mit Vitaminpräparaten auf Grund der nichtpatentierbarkeit nicht erzielen!

Zitat:
Rund 90 Prozent der Forschungsgelder sind durch die laufenden  Chemotherapiestudien gebunden. Sie fehlen für die Erforschung  alternativer Behandlungsmethoden. Studienvorschläge in dieser Richtung finden bei neuen Forschungsvorhaben kaum Gehör. Dazu kommt, daß es vielen Medizinern an Wissen darüber fehlt. Das größte Übel aber ist, so Prof. Landsberger, wenn der Arzt "den Krebsleidenden zu beschimpfen beginnt, falls dieser in seiner Not ihn nach biologischen Mitteln auch nur zu fragen wagt."

Eine einzige Infusion mit "Methotrexat" kostet zum Beispiel in der Schweiz mehr als 5000 Franken, und die ganze Behandlung mit diesem Zytostatikum kommt auf rund 200000 Franken zu stehen. In der Bundesrepublik Deutschland ist "Methotrexat" allerdings etwas billiger, und in Österreich zahlt man nur die Hälfte.
Zitat Ende - [Aus: Spiegel, Nr. 26/1987, Ein gnadenloses Zuviel an Therapie]
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Siebensteig
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Beiträge: 64

Re: Auszug: Klinische Studien
Antwort #4 - 15. November 2004 um 20:37
 
Zitat:
Und wenn die Hinweise für ein Mittel bei einer großen Volkskrankheit wirklich *durchschlagend* sind, hat sich bisher noch immer ein Hersteller gefunden, der bereit war, das unternehmerische Risiko auf sich zu nehmen.


Ich hoffe, daß dem aufmerksamen Leser der Widerspruch nicht entgeht, den die Aussage von Hema hier enthält. Wie soll denn ein Mittel einen durschlagenden Erfolg aufweisen, wenn es bisher noch niemanden gab, der bereit und in der Lage war, die 50 Millionen Euro für ein Zulassungsverfahren aufzubringen? Denn vorher darf man so ein Mittel doch gar nicht anwenden per Gesetz.
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Hema
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Beiträge: 6076

Re: Auszug: Klinische Studien
Antwort #5 - 15. November 2004 um 22:52
 
@ Siebensteig:

Zitat:
Rund 90 Prozent der Forschungsgelder sind durch die laufenden  Chemotherapiestudien gebunden.


Ach ja? Wer hat Ihnen denn DAS erzählt? Da bitte ich doch um Quelle und Beleg.

Ich hoffe, dass dem aufmerksamen Leser nicht entgeht, dass Siebensteig keine Ahnung hat, wovon sie schreibt. Nö, kein Widerspruch. Aber dass Sie DAS nicht erkennen, liegt halt daran, weil Sie zu der Materie keinerlei Bezug haben und mit Versatzstücken und unbelegten Behauptungen bekannten Ursprungs operieren.

Vielleicht haben Sie schon mal gehört, dass man nach in vitro Untersuchungen ein TIERMODELL benutzen kann?

Zitat:
Ein Präperat das zum Beeispiel aus Vitaminen und Mineralien und anderen Stoffen besteht die auch in der Natur vorkommen, lassen sich nämlich nicht patentieren!


Gerne und oft behauptet und trotzdem falsch.

Was soll man bei Mineralstoffen auch patentieren lassen? Eine bestimmte Menge? Hallo? Und Vitamine sind auch längst entdeckt. Warum sollte man einen Patentschutz (jetzt mal als Nutzer) darauf WOLLEN? Damit 100 g Vitamin C 35 Euro kosten? Der Schutz für diese Substanzen ist längst abgelaufen.

Bei den anderen Stoffen sind Sie einfach nicht ausreichend informiert (bzw. Ihre "Informationsquellen" machen Sie das glauben): natürlich kann man aus Pflanzen, Tieren  oder Pilzen zum Beispiel Arzneimittel herstellen, die dann auch eine Zeitlang geschützt sind. Und wenn man will, kann man auch noch DERIVATE herstellen, die dann auch wieder geschützt werden können. Beispiele gefällig: Digitalis (Quelle: Fingerhut), Penicillin (Quelle: Penicillium-Arten, v.a. Penicillium notatum), Aspirin (Quelle: Weidenrinde), Heparin (Quelle: Schweinedärme, Rinderlungen), usw.  Nach einer bestimmten Zeit läuft dieser Patentschutz aber ab (nach meiner Erinnerung 20 Jahre), die Generika-Hersteller machen dann damit ihren Schnitt.

Für Sie noch mal frisch aus dem BMJ:

http://www.bmj.bund.de/media/archive/784.pdf

Für Sie noch mal zum Mitdenken: Ich finde also einen herrenlosen Schweinedarm. Diesen Schweinedarm kann ich nicht patentieren lassen. Isoliere ich aus dem Schweinedarm aber Heparin, kann ich das patentieren lassen und genieße für meine Erfindung, aus herrenlosen Schweinedärmen nützliches Heparin darzustellen, einen 20 jährigen absoluten Schutz.

Übrigens: gäbe es für die genannten Mineralstoffe und Vitamine (immer) noch einen Patentschutz, würde Herr Rath auch kein Geschäft machen: dann müßte er nämlich entweder Lizenzgebühren bezahlen oder würde von den Patentinhabern verklagt, dass ihm Hören und Sehen vergehen würde...

Ach ja... Augenrollen Augenrollen Augenrollen
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Siebensteig
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Re: Auszug: Klinische Studien
Antwort #6 - 16. November 2004 um 01:13
 
Zitat:
Ach ja? Wer hat Ihnen denn DAS erzählt? Da bitte ich doch um Quelle und Beleg.


Steht doch da ganz klar, woher ich das habe. Die entsprechende Spiegelausgabe als Quelle ist doch genannt!
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Siebensteig
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Beiträge: 64

Re: Auszug: Klinische Studien
Antwort #7 - 16. November 2004 um 01:20
 
Zitat:
Ich hoffe, dass dem aufmerksamen Leser nicht entgeht, dass Siebensteig keine Ahnung hat, wovon sie schreibt. Nö, kein Widerspruch. Aber dass Sie DAS nicht erkennen, liegt halt daran, weil Sie zu der Materie keinerlei Bezug haben und mit Versatzstücken und unbelegten Behauptungen bekannten Ursprungs operieren.

Vielleicht haben Sie schon mal gehört, dass man nach in vitro Untersuchungen ein TIERMODELL benutzen kann?


Wovon reden Sie eigentlich? Hat das irgedwas mit dem Auszug aus dem Spiegelartikel zu tun? Fragen Sie doch beim Spiegel nach, woher die das haben!

Oder schreiben Sie doch den besagten Prof. Landsberger an!

Oder sind das alles Lügner und unseriöse Quellen? Der Spiegel, Prof. Landsberger, alle haben keine Ahnung und behaupten die Unwahrheit, nicht wahr?

Nur Sie Hema, Sie sind die oberste Instanz aller Wahrheiten! Nur Sie können beurteilen, ob Quellen seriös sind oder nicht. Ich verbeuge mich zutiefst vor Ihrem unfehlbaren Wissen. Ich glaube Sie sind Gott!
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Siebensteig
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Re: Auszug: Klinische Studien
Antwort #8 - 16. November 2004 um 01:28
 
Zitat:
Bei den anderen Stoffen sind Sie einfach nicht ausreichend informiert (bzw. Ihre "Informationsquellen" machen Sie das glauben): natürlich kann man aus Pflanzen, Tieren  oder Pilzen zum Beispiel Arzneimittel herstellen, die dann auch eine Zeitlang geschützt sind. Und wenn man will, kann man auch noch DERIVATE herstellen, die dann auch wieder geschützt werden können. Beispiele gefällig: Digitalis (Quelle: Fingerhut), Penicillin (Quelle: Penicillium-Arten, v.a. Penicillium notatum), Aspirin (Quelle: Weidenrinde), Heparin (Quelle: Schweinedärme, Rinderlungen), usw.  Nach einer bestimmten Zeit läuft dieser Patentschutz aber ab (nach meiner Erinnerung 20 Jahre), die Generika-Hersteller machen dann damit ihren Schnitt.


Schon wieder geben Sie verfälscht wieder was ich gesagt habe. Ich sprach von "Stoffen wie sie in der Natur vorkommen". Nich von iredendwelchen chemischen veränderungen (Derivaten) dieser Stoffe.

Aber schön, daß sie mir wenigsten in diesem Punkt recht geben, das man solche Stoffe und deren Mischungen ebend nich patentieren kann.

Und ebend aus genau disem Grund steckt ein Pharmakonzern keinerlei Geld in Studien solcher Produkte. Weil sie da ebend nicht die Millionen scheffeln können, magels fehlender Patente.
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Siebensteig
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Re: Auszug: Klinische Studien
Antwort #9 - 16. November 2004 um 01:36
 
Also liebe Hema, ich weiß bei Ihnen nie, ob Sie einfach nicht richtig lesen was andere schreiben (und das geht hier ja nicht nur mir alleine so), oder ob Sie da ganz bewußt die Dinge anders wiedergeben als sie geposted wurden.

Sie erwecken mit Ihrem Posting den Eindruck, als ginge es mir darum, das man Nahrungsergänzungmittel die aus einer Mischung von Vitaminen und Mineralien bestehen, patentieren kann.

Dem ist aber doch gar nicht so. So was habe ich in keinster Weise geäußert. Der eigentlich Kern meiner Aussage ist: Pharmakonzerne stecken kein Geld in die Erforschung solcher Produkte, weil man sie nicht patentieren kann.

Warum argumentieren Sie also in eine völlig andere Richtung? Hoffen Sie darauf, das so was keiner merkt, oder ist es tatsächlich die Folge von oberflächlichem Lesen was andere Leute posten?
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