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Hochspannungsleitung in Grundstücksnähe (Gelesen: 144442 mal)
Sabine_Maja
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Beiträge: 4

Hochspannungsleitung in Grundstücksnähe
21. November 2005 um 12:47
 
Ich habe die folgende Frage:

Wir wollen bauen und haben ein schönes Grundstück gefunden. Ein Bekannter, dem wir das Grundstück gezeigt haben, hat uns auf die Hochspannungsleitung aufmerksam gemacht, die in etwa 50 Meter Abstand zum Grundstück verläuft. Er sagt, die Leitung könnte Magnetfelder aussenden, die schädlich für die Gesundheit sein können.

Kann mir jemand sagen, ob da was dran ist ?
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kookynie101
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Beiträge: 52
Hamburg
Geschlecht: male
Elektrosmog Ratgeber Hauskauf
Antwort #1 - 21. November 2005 um 13:52
 
Hallo,
der Wissenschaftsladen Bonn hat vor kurzem eine Broschüre herausgegeben, die da heißt:

Elektrosmog-Ratgeber Hauskauf

Was zu beachten ist, damit das Eigenheim nicht zum Gesundheitsrisiko wird.

Ist sehr übersichtlich gemacht und leicht verständlich.

Können Sie beziehen unter:

http://www.wilabonn.de/650_565.htm?h605
(recht weit unten auf der Seite)


Aus dem Inhalt:

"Auch wenn eindeutige Forschungsergebnisse noch fehlen, verdichtet sich der Verdacht, dass Menschen, die dauerhaft erhöhter elektromagnetischer Feldbelastung z.B. durch Trafostationen, Hochspannungsleitungen, Dachständerleitungen, Mobilfunkanlagen, elektrifizierte Bahntrassen oder schlechte Elektroinstallation ausgesetzt sind, häufiger als andere unter gesundheitlichen Problemen leiden."

Quelle: Wissenschaftsladen Bonn (oben genannte Broschüre)

Persönlich würde ich davon abraten. Da man schon genug Umweltbelastungen durch Chemikalien etc. hat, sollte man besonders die elektromagnetischen Belastungen so gering wie möglich halten. Es gibt Studien die das erhöhte Krebsrisiko insbesondere bei Kindern beweisen  (genau wie bei AKWs), diese werden allerdings der Öffentlichkeit vorenthalten.

Eine Faustregel besagt, dass man soviel Abstand in Metern halten soll, wie hoch die Spannung in Kilovolt der Leitung ist. Eventuell ist ein Schild am Mast, sonst Elektriker fragen. Gebräuchllich sind 110, 220, 380 KV in Abhängigkeit der Größe der Masten. Damit wären auch bei kleinster Leitung mindestens 110 m Abstand angesagt...

Denken Sie auch daran, dass an einen Strommast jederzeit noch nachträglich Mobilfunkbasisstationen angebracht werden können. Neben der daraus resultierenden zusätzllichen Belastung, würden Sie dadurch einen enormen Wertverlust des Grundstücks in Kauf nehmen müssen.
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Enzo_Z
Ex-Mitglied





Re: Hochspannungsleitung in Grundstücksnähe
Antwort #2 - 22. November 2005 um 14:43
 
Mit einigem Wissen über Politik und Physik kann man sich den notwendigen Sicherheitsabstand zu einer Hochspannungsleitung leicht selbst herleiten. Wir treffen dazu einige Annahmen bzw. Feststellungen:

1. Grenzwerte dienen dem Schutz der Wirtschaft vor Umweltschüztern und gesundheitsbesorgten Bürgern (= Hypochonder). Sie werden von der Politik so festgelegt, dass sie im Regelfall nicht zu mehr als 15 % und im Extremfall nicht zu mehr als 50 % ausgeschöpft werden.

2. Der aktuell in Deutschland gültigen Grenzwert für magnetische Felder bei Wechselstrom mit 50 Hz beträgt 100 Mikrotesla, erlassen von der ehemaligen Bundesumweltministerin "Angie" Merkel.

3. Der Minimale Abstand zum Kabel an dem sich Menschen aufhalten können beträgt bei Hochspannungsleitungen 10 Meter, bei Bahnstromleitungen 2,5 Meter.

4. Für die maximale Feldstärke, der Menschen dauerhaft ausgesetzt sind ("Orte mit empfindlicher Nutzung" = OMEN), ist in der Schweiz ein Vorsorgewert von 1 Mikrotesla bzw. 1000 Nanotesla gesetzlich vorgeschrieben.

5. In der Baubiologie gilt folgende Einteilung für die Feldstärke von magnetischen Wechselfeldern:
bis 20 Nanotesla = keine Anomalie
20 bis 100 Nanotesla = schwache Anomalie
100 bis 500 Nanotesla = starke Anomalie
über 500 Nanotesla = extreme Anomalie

6. Die magnetische Feldstärke nimmt bei einer Mehrleiter-Stromtrasse im Verhältnis 1/x2 mit der Entfernung ab, d.h. doppelte Entfernung bedeutet 1/4 der Feldstärke, Vierfache Entfernung 1/16 der Feldstärke etc.

Wir rechnen mit der Annahme, dass in 10 Metern Entfernung 5%, 15% oder 50% des deutschen Grenzwertes von 100 Mikrotesla erreicht werden, den notwendigen Abstand zur Hochspannungsleitung aus, bei dem der schweizer OMEN-Grenzwert unterschritten wird.
Dies ergibt folgende Werte:
50% : 71 Meter
15%: 39 Meter
5%: 22 Meter

Wenn wir dagegen den Höchstwert für eine schwache Anomalie in der Definition der Baubiologen unterschreiten wollen, dann ergeben sich die folgenden Werte:
50%: 223 Meter
15%: 122 Meter
5%: 71 Meter

Diese Betrachtung gilt nur für eine Mehrleiter-Stromtrasse. Bei einer Mehrleiter-Stromtrasse fliesst der Strom zu den Verbrauchern und der Rückstrom von den Verbrauchern über verschiedene Kabel derselben Kabeltrasse. Dabei verursacht der Strom zum Verbraucher und der Rückstrom vom Verbraucher jeweils ein entgegengesetztes magnetisches Feld. Da magnetische Felder vektorielle Größen sind, heben sich die Felder damit teilweise gegenseitig auf. Bei einer Mehrleiter-Stromtrasse bestimmt damit nicht nur die Stromstärke, sondern ganz entscheidend auch der Abstand der Einzelleiter zueinander die Stärke des entehenden magnetischen Feldes.

Im Gegensatz zu Hochspannungsleitungen für die häusliche Stromversorgung haben wir es bei Bahnstrom mit einem Einleiterstrom zu tun. Für Bahnstrom gilt die obige Abschätzung damit nicht, mal ganz davon abgesehen, dass für Bahnstrom ein höherer Grenzwert von 300 Mikrotesla gilt.
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Sabine_Maja
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Beiträge: 4

Re: Hochspannungsleitung in Grundstücksnähe
Antwort #3 - 23. November 2005 um 08:50
 
[quote author=Enzo_Z  link=1132573628/0#2 date=1132667010] Für Bahnstrom gilt die obige Abschätzung damit nicht, mal ganz davon abgesehen, dass für Bahnstrom ein höherer Grenzwert von 300 Mikrotesla gilt.
[/quote]
Wie geht denn die Rechnung für Bahnstrom ?
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Enzo_Z
Ex-Mitglied





Re: Hochspannungsleitung in Grundstücksnähe
Antwort #4 - 23. November 2005 um 21:50
 
[quote author=Sabine_Maja  link=1132573628/0#3 date=1132732201]
Wie geht denn die Rechnung für Bahnstrom ? [/quote]
Bei Bahnstrom gibt es das Problem, dass man nicht wirklich gut rechnen kann. Beim Bahnstrom weiss man nämlich nur genau, wie der Strom zur Lokomotive fliesst (über die Oberleitung), aber nicht wie er zurück zur Stromquelle fliesst.

Von der Lokomotive fliesst der Rückstrom zunächst über die Räder an die Schienen. Von dort kann er entweder über die Schienen zurückfliessen oder über das Erdreich, oder teils teils.

Wenn der Strom über die Schienen zurückfliesst hat man einen schönen 2-Leiter-Strom, bei dem sich die Magnetfelder größtenteils kompensieren. In diesem Falle gilt wie der Hochspannungsleitung die Regel, dass das Magnetfeld im Verhältnis 1/x2 mit der Entfernung abnimmt.

Wenn der Strom durchs Erdreich zurückfliesst hat man dagegen 2 Einleiterströme. Für einen Einleiterstrom gilt, dass das Magnetfeld im Verhältnis 1/x mit der Entfernung abnimmt. Man weiss allerdings nur für den Stom, der in der Oberleitung fliesst genau, wo er fliesst. Der Rückstrom vagabundiert irgendwo durchs Erdreich, wobei er sich den Weg des geringsten elektrischen Widerstands sucht.

In bebauten Gebieten ist der Weg des geringsten elektrischen Widerstands oftmals der Neutralleiter der Hausstromversorgung. Denn alle Hauselektroinstallationen, die nach dem TN-C oder TN-S Schema ausgeführt sind, haben eine leitende Verbindung zwischen dem Hauserder und dem Neutralleiter des Stromversorgungskabels. Es kann einem in der Nähe einer Elektrifizierten Bahnstrecke deshalb passieren, dass auf dem Kabelstück zwischen Hauserder und Gebäudeanschlusskabel temporär hohe Ströme fliessen, und ein entsprechendes Magnetfeld verursachen.

Abhilfe schafft hier nur eine Hauselektroinstallation nach dem TT Schema, weil dabei der Hauserder vom Neutralleiter der Stromversorgung isoliert ist.
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Sabine_Maja
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Beiträge: 4

Re: Hochspannungsleitung in Grundstücksnähe
Antwort #5 - 24. November 2005 um 13:32
 
Hallo, vielen Dank für die Tipps.

Ich habe die Broschüre vom Wissenschaftsladen Bonn gleich bestellt, und heute war sie schon im Briefkasten. Ist wirklich nett gemacht.

In der Broschüre wird empfohlen, eine Magnetfeldbelastung von 200 Nanotesla nicht zu überschreiten. Bei den Empfehlungen zum Mindestabstand wird dort nach der Mastgeometrie unterschieden.

Für 110 Kilovolt werden bei der ungünstigsten Mastgeometrie die folgenden Mindestabstände angegeben: 40 Meter bei Durchschnittlicher Last, 95 Meter bei Spizenlast.

Bei 220 Kilovolt: 70 Meter / 160 Meter
Bei 380 Kilovolt: 100 Meter / 200 Meter

Wir suchen uns doch lieber ein anderes Grundstück.
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8912756
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Beiträge: 1

Re: Hochspannungsleitung in Grundstücksnähe
Antwort #6 - 15. Februar 2012 um 11:50
 
Diese Broschüre "Elektrosmog-Ratgeber Hauskauf" scheint mir nicht eine seriöse Quelle zu sein.
Verschieden Quellen berichten, dass senkrecht unter der Leitung eine Feldstärke von 4mikroTesla auftreten.
Messungen ergeben sogar bereits ab 25m eine Belastung unter 1mikroTesla (der offizielle Grenzwert für dauernden Aufenthalt).

siehe world wide web lubw. baden-wuerttemberg. de/servlet/is/6514/

Ab einer Entfernung von ca. 80m werden dann auch die 200nanoTesla unterschritten die vom Wissenschaftslagen Bonn propagiert werden.
Wenn jemand jedoch bereits ab 200nanoTesla gesundheitliche Probleme befürchtet, dann würde ich dieser Person empfehlen auf sämtliche Stromleitungen im Haus zu verzichten.
Von Mikrowellen, Handys, WLAN Geräten etc. würde ich auch immer min. 5m Abstand halten, im eigenen Haus würde ich sowas nicht empfehlen.
Kochen am besten mit Gas oder Holz - auf keinen Fall elektrisch!
Yur Beluchtung möglichst nur ein Niederspannungs LED-Netz im Haus einziehen und den Verteiler im Keller platzieren und Abschirmen....
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Aplemania
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Geschlecht: male
Re: Hochspannungsleitung in Grundstücksnähe
Antwort #7 - 26. Februar 2012 um 16:45
 
Bei 50 m bis zu den Leitungen würde ich mir das vorher sehr gut überlegen.
Manche sehr empfindlichen Personen haben bei mehr als 200-300 m noch Probleme.

MfG, Peter
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baubiologie_reg
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Beiträge: 30

Re: Hochspannungsleitung in Grundstücksnähe
Antwort #8 - 27. April 2012 um 12:38
 
Hallo Peter,

der Standardspruch von Baubiologen lautet immer: nicht denken (bzw. überlegen), sonder messen.

In einer Entfernung größer 100 Meter ist aus meiner Erfahrung nichts mehr da. Bei 50 Meter könnte evtl. noch ein schwaches Feld auftreten.

Joachim
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Kathrin Stolzenberg
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Rostock
Geschlecht: female
Re: Hochspannungsleitung in Grundstücksnähe
Antwort #9 - 08. Mai 2012 um 20:43
 
Ich denke nicht das man sich bei 200 Metern noch in einem Feld befindet. Allerdings halte ich 50 Meter auch für sehr wenig. hat jemand eine Quelle in der über eine Messung berichtet wird. Sehr dicht an dem Haus einer guten Freundin ist eine Hochspannungsleitung. Sie sagte es störte sie nie und sie hatte sich keine Gedanken darüber gemacht. Nun hat sie aber vor 3 Monaten ein Baby bekommen und denkt auf einmal völlig anders. Ihr würde eine Beispielmessung sehr weiterhelfen.
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