Zitat:Den Original-Text muss ich nicht übersetzen, jedem intelligenten Menschen ist bekannt, dass Henna-Haarfärbung trotzdem weniger schädlich ist als die aggressiven Synthetikfärbemittel.
Ach wissen Sie - Intelligenz nützt wenig, wenn die Fakten fehlen oder das Wissen, wie Sie einzuschätzen sind. Intelligenz schützt auch nicht vor Betriebsblindheit oder Naturromantizismus; beidesmal nutzt man die Intelligenz nicht und verkennt oder verklärt Fakten.
Aber danke, dass Sie gleich wieder und ohne sich an meinem Beitrag näher zu orientieren, mir Intelligenz und Wissen absprechen und dafür was reinposten, was gar nichts mit dem Thema Henna zu tun hat.
Zitat:In Schwarz-Haarfärbemittel sind oft krebserregende Teer-Bestandteile enthalten und Blondierungen greifen extrem die Haarstruktur an. Die Naturkosmetik-Gegner sollen bitte auf dem Boden der Realität bleiben.
Was hat "DIE" Realität bitte damit zu tun, dass es andere Substanzen zur Haarfärbung gibt?
Mein Beitrag bezieht sich konkret auf HENNA.
Macht der Umstand, dass es andere Färbemittel gibt, Henna weniger bedenklich per se? Nein. Jede Färbung ist "unnatürlich", natürlich ist, dass wir grau werden mit der Zeit oder halt nicht die Haarfarbe haben, die wir uns wünschen. Wenn Sie denn Färbung an sich als "natürlich" zu betrachten belieben, dann ist eine chemische Umwandlung so natürlich wie die andere. Die Frage ist doch nicht natürlich oder nicht, sondern wie schädlich das Ganze ist. Und da hilft die Kategorisierung "natürlich" nicht weiter.
Zitat:[Ich vermute, dass der chemisch-synthetische Nachbau von Lawson wieder mit irgendwelchen Substanzen verunreinigt ist - typisch für die Synthetik-Chemie-Industrie.
Falsche Vermutung. Gerade die "Synthetik-Chemie-Industrie" kann Stoffe
rein darstellen. Das natürliche Produkt ist das Stoff
gemisch. Die zitierte Passage ist Ausdruck davon, dass der Autor eine romantisierende Naturvorstellung hat, die einen Gegensatz zwischen Natur und Chemie auch dort haben will, wo es keinen nachweisbaren gibt. Lawson ist Lawson ist Lawson. Wodurch sich Unterschiede ergeben können in der Wirkung, hatte ich bereits ausgeführt. Das muss man aber genau betrachten, eine naive "Natur = gut, Chemie = schlecht"-Haltung führt bei Stoffidentität nicht weiter. Es ist weiterhin üblich, dass man Stoffe, um ihr Schadpotential abzuschätzen, einzeln betrachtet und dann erst die Unterschiede, die sich durch Mischung oder andere Darreichungsform ergeben können.
Wie würden Sie das denn angehen? Ein genereller Freibrief für "alles natürliche"? Freispruch für den Knollenblätterpilz, der ist in Wirklichkeit gar nicht giftig, WEIL der natürlich vorkommt?

Die jüngste Stellungnahme von
Ökotest zum Thema Haarfarben ist da auch nüchtern(er):
Zitat:Henna
Nicht nur chemische Haarfarben stehen derzeit auf dem Prüfstand. Auch natürliche Haarfärbestoffe wie Henna oder Indigo, das schwarz färbt, müssen vom EU-Gremium beurteilt werden. Die Aussagen zu dem in Henna enthaltenen Farbstoff Lawson sind dabei widersprüchlich. Während der EU-Ausschuss Lawson als erbgutschädigend beurteilt, spricht das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) den Stoff von diesem Verdacht frei. Nun soll das gesamte Haarfärbemittel Henna beurteilt werden. Bereits eingereichte Studien genügten den Experten nicht, sie haben weitere Tests angefordert, eine endgültige Beurteilung ist auch bei Henna noch nicht erfolgt.
Das wird der Sache in der Weise gerecht(er), als dass man erst genau schauen muss, was da so passiert auf dem Kopf, wenn man da chemische Reaktionen ablaufen lassen will. Wenn das so ausgeht, dass die Verwendung von Lawson als Haarfarbe jenseits des immer vorhandenen Allergierisikos und des Risikos durch Zusatzstoffe zum "natürlichen Hennapulver" (da sind ja auch noch mehr Substanzen drin, s.o.) im Allgemeinen unbedenklich ist, ist das doch auch ein Ergebnis. Nur hat man dann die möglichen Risiken genau betrachtet und kann eine nicht nur oberflächliche Auskunft geben.
Noch mal: die Natur an sich besteht aus chemischen Stoffen. Wer Natur nur nicht oberflächlich betrachtet, kommt um die Frage, was sie im Innersten ist, nicht herum.