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Der Heilpraktiker-Test im Original-Wortlaut (Gelesen: 23476 mal)
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Der Heilpraktiker-Test im Original-Wortlaut
27. März 2006 um 13:48
 
Artikel erschien in: ÖKO-TEST Februar 2005
Rubrik: Die Tests

Heilpraktiker
Ich geh kaputt ...

Enttäuscht von Fünf-Minuten-Behandlungen und Apparatemedizin setzen viele Patienten ihre Hoffnung auf den Heilpraktiker. Wo Schulmediziner nicht helfen konnten, soll er heilen. Doch ein Vergleich von 20 Therapeuten war ernüchternd: Oberflächliche Untersuchungen bei der Behandlung sind an der Tagesordnung, in einigen Fällen sogar grober Unfug.

Unsere Empfehlungen

Schon bei der Terminabsprache nach den Therapieschwerpunkten des Heilpraktikers und den voraussichtlichen Kosten fragen.
Diagnosen und Therapievorschläge überdenken und gegebenenfalls nochmals mit einem Arzt besprechen.
Sanften Therapien wie Chiropraxis, Osteopathie oder der craniosacralen Therapie mangelt es zwar an wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweisen. Im Rahmen eines langfristigen Therapiekonzepts, das Sport und Bewegung einschließt, können sie aber bei Rückenschmerzen durchaus nützlich sein, wenn ein erfahrener Therapeut sie anwendet. Vorher müssen Tumore, Osteoporose oder Knochenbrüche als Schmerzursache ausgeschlossen worden sein.
Wer rastet, der rostet. Deshalb gilt Bewegung, Bewegung und nochmals Bewegung als beste Therapie bei Rückenschmerzen. Buchtipp: Professor Dietrich Grönemeyer, Mein Rückenbuch, Verlag Zabert Sandmann, München 2004, 248 Seiten, 19,95 Euro.

Schätzungsweise 20000 Heilpraktiker widmen sich derzeit der Gesundheit des Menschen. Die privaten Krankenversicherer gaben im Jahre 2003 über 120 Millionen Euro für die Erstattung von Heilpraktikerbehandlungen aus, ein Plus von fast fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wie man Heilpraktiker wird, regelt das Heilpraktikergesetz von 1939: Mindestalter 25 Jahre, abgeschlossene Schulbildung, sittliche Zuverlässigkeit, keine körperlichen oder geistigen Gebrechen, keine übertragbaren und keine Suchtkrankheiten. Größte Hürde auf dem Weg zum Heilpraktiker ist eine Prüfung beim zuständigen Gesundheitsamt. Diese soll verhindern, dass der Kandidat bei Ausübung seines Berufes "zu einer Gefahr für die Volksgesundheit" wird.
Nach bestandener Prüfung ist es Heilpraktikern erlaubt, Diagnosen zu stellen und Therapien ihrer Wahl zu verordnen. Röntgen dürfen sie nicht, ebensowenig rezeptpflichtige Medikamente verschreiben, arbeitsunfähig schreiben und auf Krankenschein abrechnen.
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« Zuletzt geändert: 22. November 2007 um 12:24 von Forum Admin »  
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Der Test im Original-Wortlaut - 2
Antwort #1 - 27. März 2006 um 13:48
 
Letzter Versuch

Oft sind Heilpraktiker die letzte Anlaufstelle für Patienten, die nicht mehr weiterwissen, denen die Schulmedizin anscheinend nicht mehr weiterhelfen kann. "Der Heilpraktiker wird mit schweren Fällen konfrontiert", erklärt Siegfried Schierstedt vom Freien Verband deutscher Heilpraktiker (FVDH).
Doch wie gründlich arbeiten sie? ÖKO-TEST wollte es genau wissen und hat seinen beratenden Arzt zu 20 zufällig ausgewählten Heilpraktikern geschickt: Seit über zehn Jahren leidet unser Patient unter wiederkehrenden Schmerzen im unteren Rückenbereich, die zum Teil aus seiner beruflichen Tätigkeit - Belastung durch Dienste, Heben von Patienten - resultieren. Im Akutfall behilft er sich mit einem Schmerzmittel, zur Vorbeugung und als Ausgleich joggt er nach Möglichkeit regelmäßig. Ausgegeben hat er sich nicht als Arzt, sondern als Krankenpfleger. Eine fachorthopädische Untersuchung an einer Universitätsklinik lieferte die Vergleichsdiagnose.
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Der Test im Original-Wortlaut - 3
Antwort #2 - 27. März 2006 um 13:48
 
Das Testergebnis

Lediglich die Arbeit von vier Heilpraktikern stufte unser Berater als gut ein, vor fünf Therapeuten würde er aber regelrecht warnen. Dazwischen tummeln sich jene, die zwar sorgfältig den Befund erheben und die Diagnose stellen, allerdings eher zweifelhafte Therapien vorschlagen, und die, die zwar nichts kaputtgemacht, aber auch keinerlei Nutzen gebracht haben - schade ums Geld.
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Der Test im Original-Wortlaut - 4
Antwort #3 - 27. März 2006 um 13:49
 
Voll daneben

Sechs Heilpraktiker attestierten unserem Probanden unterschiedlich lange Beine und lagen damit daneben. Interessant: Während fünf Heilpraktikern das linke Bein länger erschien, war es für einen das rechte. Vier Heilpraktiker diagnostizierten einen laut fachorthopädischer Untersuchung nicht vorhandenen Beckenschiefstand.

Unmöglich war die Rolfingbehandlung von Andreas N. Statt sanft massierend schob Andreas N. das Bindegewebe so schmerzhaft vom Knochen ab und dehnte die Sehnenansätze so extrem, dass unserem Probanden manche Stellen noch Tage später Probleme bereiteten. Am Schlüsselbein erwischte er ein Nervenbündel. "Es fing in meinem Arm an zu kribbeln. Er war erfreut. Das sei ein gutes Zeichen, da jetzt Nervenenergie fließen würde", berichtete unsere Testperson und warnte: "Der Mann ist gefährlich - das ist grober Unfug."

Den absoluten Vogel schoss Anette L. ab: Sie diagnostizierte eine Kuhmilchallergie, ein Zwölffingerdarmgeschwür und verschiedene Pilze im Darm einzig auf Grund der zweifelhaften Mora-Diagnostik, welche angeblich den Körper belastende Schwingungen erfasst. Unser Proband trinkt jedoch seit über 30 Jahren ohne irgendwelche Beschwerden Milch und zeigt auch keinerlei Anzeichen eines Zwölffingerdarmgeschwürs: Solche Aus­sagen können labilen Patienten Angst einjagen und sie leicht aus der Bahn bringen.
Anna W. wollte den Blutdruck unserer Testperson partout durch den Pullover hindurch messen, da sonst Hautschuppen von Patienten mit Psoriasis übertragen werden könnten - dabei ist Schuppenflechte in keiner Weise ansteckend. Abschließend verschrieb sie eine Salbe, deren Verkehrsfähigkeit bereits am 30. Juni 2003 endete.
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Der Test im Original-Wortlaut - 5
Antwort #4 - 27. März 2006 um 13:49
 
Teils grober Unfug

Ergebnis Anamnese: Sieben gründlichen und gewissenhaften stehen acht "schlechte", weil oberflächliche Befunderhebungen gegenüber.

Positiv fiel in allen Fällen die Freundlichkeit und Zuwendung der Heilpraktiker auf.

Im Mittel nahmen sich die Heilpraktiker eine Stunde Zeit für unseren Patienten. Am schnellsten und flüchtigsten untersuchte Christa S.: Sie fragte weder nach bestehender Medikation, Röntgenbildern und Vorerkrankungen noch nach der familiären Situation oder der beruflichen Belastung. Auch die Frage, ob aktuell Schmerzen bestehen, blieb aus, geschweige denn, dass sie im Lendenwirbelbereich die schmerzhaften Areale abgetastet hätte.

Fünf Heilpraktiker fragten nicht nach einer Durchleuchtung - und das, obwohl gerade auf dem Röntgenbild eine mögliche Ursache für die Schmerzen erkennbar gewesen wäre (siehe Kasten: Die Diagnose).

Die Gründlichkeit der körperlichen Untersuchung ließ in vielen Fällen zu wünschen übrig. Trauriges Resultat unserer Stichprobe: Nur die Hälfte aller Heilpraktiker tastete die schmerzhaften Stellen am Rücken ab, bei fast ebenso vielen musste sich unser Patient nicht bis auf die Unterhose entkleiden.

Ergebnis Diagnose: Jede vierte Diagnose war "schlecht", in einem Fall grenzte sie gar an groben Unfug.

Erkannten immerhin noch neun Heilpraktiker eine verspannte Rückenmuskulatur, so fiel nur zweien die schwache Bauchmuskulatur unserer Testperson auf. Dabei verursacht eine verkümmerte Muskulatur 80 Prozent aller chronischen Rückenschmerzen.

Tief in die Augen blickten Jürgen G. und Anna W. unserem Probanden. Ihre Irisdiagnostik kam allerdings zu völlig unterschiedlichen Resultaten: Während der eine einen schwachen Verdauungstrakt erkannte, sah die andere in einer ganz anderen Irisregion eine "Abflachung im Kopf".

Der Liquorpuls, den Gud­run M. durch die Kleidung und eine Decke ertasten wollte, ist so aussagekräftig wie Handauflegen. Der Liquor ist die Flüssigkeit, die das gesamte zentrale Nervensystem umgibt. Da er aber nicht wie das Blut durch den Körper gepumpt wird, sondern einfach zirkuliert, kann durch das Gewebe kein Liquorpuls getastet werden.

Ergebnis Therapie: Nur zwei Therapievorschläge kann man guten Gewissens mit "sehr gut" bezeichnen, sechs sind gerade noch "akzeptabel", weitere sieben allerdings einfach "schlecht".

Das A und O in der Therapie bei unserem Patienten besteht zum einen in der Lockerung der verspannten Muskulatur und zum anderen in deren Stärkung. Jedoch schlugen nur vier Therapeuten Entspannung oder Wärmebehandlungen vor, nur jeder zweite riet zum Training. Gerade sechs Heilpraktiker zeigten unserer Testperson entsprechende Muskelaufbauübungen für zu Hause.
Obwohl ihnen bekannt war, dass ihr Patient seit mindestens zehn Jahren an wiederkehrenden Rückenschmerzen litt, waren einige Heilpraktiker der Ansicht, ein- oder zweimaliges Einrenken löse alle Probleme - was man fast schon als grob fahrlässig bezeichnen muss. Denn bei Einrenken ist im Falle der Rückenschmerzen unserer Versuchsperson immer damit zu rechnen, dass das Gelenk in seine Fehlposition zurückrutscht.

Völlig inakzeptabel ist es, unvermittelt und ohne Vorwarnung dem Patienten eine Therapie angedeihen zu lassen, wie es Angelika K. praktizierte. "Sie tastete die Wirbelsäule ab. An der Brustwirbelsäule sollte ich die Arme verschränken, sie fasste mich von hinten an den Armen und bevor ich noch etwas sagen konnte, zog sie mich ohne Vorankündigung nach hinten und es knackte heftig", schrieb unser Proband in seinem Protokoll.

Auch suggestives Vorgehen ist zu kritisieren. Dorothy W. begann gleich mit einer craniosacralen Therapie, bei der der Therapeut durch sanften Druck entlang der gesamten Wirbelsäule vom Schädel bis zum Kreuzbein Spannungen lösen und versteifte Gelenke lockern will. "Sie kommentierte ständig ihre Handgriffe und teilte mir permanent mit, was ich fühlen müsste. Bestätigte ich das, was ich fühlen sollte, wurde ich sehr positiv verstärkt", schildert unser Berater seine Erlebnisse.

Ordentliche Rechnungen sind die Ausnahme. Nur drei Heilpraktiker schrieben Rechnungen, in denen die verschiedenen Gebührenpositionen aufgeführt sind. Die anderen quittierten lediglich den Erhalt des Geldes. Die privaten Krankenversicherer übernehmen die Kosten für eine Behandlung durch einen Heilpraktiker aber nur bei Vorlage einer ordentlichen Rechnung.
Die meisten Heilpraktiker haben für ihre Dienste zwischen 40 und 60 Euro verlangt und sich dafür rund eine Stunde Zeit genommen. Als Ausnahme entpuppte sich Jürgen G., der für das Erstgespräch kein Honorar verlangte. Sehr günstig war auch Ralf M.: 20,00 Euro für eine eingehende Untersuchung plus 4,26 Euro für eine - durchaus sinnvolle, weil wärmende - Mikrowellenbehandlung.
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Der Test im Original-Wortlaut - 6
Antwort #5 - 27. März 2006 um 13:50
 
Die Diagnose

Woher resultieren die wiederkehrenden Rückenschmerzen unserer Testperson? Laut fachorthopädischer Untersuchung in einer Universitätsklinik liegt weder eine Beinlängendifferenz noch ein Beckenschiefstand vor. Ein Hohlkreuz wurde ebenso ausgeschlossen wie ein Gleitwirbel. Das Iliosakralgelenk, das das Kreuzbein mit den Beckenschaufeln verbindet, war bei der Untersuchung nicht versteift. Nicht auszuschließen ist jedoch, dass es tageweise vorübergehend so ist.

Die Röntgenaufnahme brachte ans Tageslicht: Statt der üblichen fünf Lendenwirbel hat unsere Testperson sechs Lendenwirbel und dafür ein etwas kleineres Kreuzbein. Denkbar ist, dass die Querfortsätze des zusätzlichen Wirbels bei bestimmten Bewegungen mit dem Becken in Berührung kommen. Dieser Kontakt von Knochen auf Knochen verursacht dann Schmerzen.
Die berufliche Belastung und eine schwache Bauchmuskulatur erhöhen die Anfälligkeit unseres Probanden für Rückenschmerzen. Da sein Halteapparat insgesamt in Ordnung ist, lässt sich gegen die wiederkehrenden Schmerzen außer Bewegung und Stärkung der Muskulatur allerdings kaum etwas machen.
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Der Test im Original-Wortlaut - Nachwirkungen
Antwort #6 - 27. März 2006 um 13:51
 
Artikel erschien in: ÖKO-TEST Oktober 2005
Rubrik: Nachwirkungen - veränderte Produkte neu getestet

Heilpraktiker
ÖKO-TEST-Magazin 2/05

Das Fazit des Testers nach der angeblichen Rolfing-Behandlung durch den Heilpraktiker Andreas N. war eine klare Warnung vor diesem Therapeuten. Anamneseerhebung und Diagnosefindung wurden mit "schlecht" bewertet, die Therapie war "grober Unfug". Herr N. disqualifizierte sich auch durch mangelhafte anatomische Kenntnisse. Seine Manipulationen am Nervengeflecht des Armes der Testperson waren an der Grenze zur Körperverletzung.

Eine Nachrecherche zeigte jedoch, dass Heilpraktiker Andreas N. in Wirklichkeit kein Rolfing-Therapeut ist, sondern sich nur als ein solcher ausgegeben hat. Er gehört nicht zu den rund 150 ausgebildeten Rolfing-Therapeuten in Deutschland.

Der europäische ROLFING-Verband lud daraufhin unsere Testperson ein, sich mit seinen chronischen Rückenschmerzen bei einer offiziellen Rolfing-Therapeutin behandeln zu lassen. Im Unterschied zum Heilpraktiker-Test war die Heilpraktikerin auf den Test-Besuch vorbereitet.

Der Nachtest führt zu einem "empfehlenswerten" Gesamturteil des Rolfens, wenn die Behandlung so abläuft, wie es unsere Testperson erlebt hat. Die Rolfing-Therapeutin erhob eine vorbildliche und umfassende Anamnese, der Rücken wurde gründlich untersucht, Körperhaltung und verschiedene Bewegungsabläufe analysiert. Es gab Tipps und Übungen zur Verbesserung und Kräftigung des Bewegungsapparates. Die manuelle Therapie war nicht schmerzhaft, eher wohltuend und lockernd. Der therapeutische Ansatz wirkte ganzheitlich.

Rolfing sollte in Zusammenarbeit oder nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen, und in ein langfristiges und umfassendes Therapiekonzept eingebunden sein.
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Der Test im Original-Wortlaut - Bewertung
Antwort #7 - 27. März 2006 um 13:52
 
Legende

Die Tabelle gibt die Heilpraktikertermine in chronologischer Reihenfolge wieder.

Mängel bei der Anamnese sind: a) fehlende Frage nach bestehender Medikation, Röntgenbildern und/oder Vorerkrankungen; b) unzureichende Fragen nach beruflicher und/oder persönlicher Situation; c) eine Untersuchung des Patienten, die nicht im Stehen und Liegen vorgenommen wurde und zu der sich der Patient nicht bis auf die Unterhose entkleiden musste; d) das Nichtabtasten der schmerzhaften Areale; e) die Anwendung untauglicher Methoden wie Mora- oder Irisdiagnostik und Erfühlen des Liquorpulses.

Mängel bei der Diagnose sind: a) die fehlerhaften Diagnosen Beinlängendifferenz und/oder Beckenschiefstand; b) die fehlerhafte Diagnose Hohlkreuz; c) eine nicht diagnostizierte verspannte Muskulatur; d) eine nicht diagnostizierte psychische Belastung durch die Arbeitssituation; e) eine nicht diagnostizierte schwache Bauchmuskulatur; f) weitere fehlerhafte Diagnosen wie Rundrücken, Kuhmilchallergie, Zwölffingerdarmgeschwür.

Mängel bei der Therapie sind: a) fehlender Vorschlag, die verspannte Muskulatur mittels Entspannung und/oder Wärmebehandlung zu lockern; b) fehlender Vorschlag, die Muskulatur mittels Sport und/oder gezielten Übungen zu stärken; c) fehlende Aufklärung über die Risiken einer Behandlung; d) die Behauptung, das ein- oder zweimalige Wiedereinrenken blockierter Gelenke würde ausreichen; e) die Anwendung unwissenschaftlicher Methoden wie Osteopathie, craniosacraler Therapie, Dorn-Therapie, Breuß-Massage. Mängel bei den Kosten sind: eine Quittung oder eine Rechnung ohne Aufschlüsselung der einzelnen Gebührenpositionen.

Die Einstufung von Anamnese, Diagnose und Therapie in die Kategorien "sehr gut", "gut", "akzeptabel" und "schlecht" erfolgt aufgrund der Abwertungen und dem Urteil unseres Testers über die Vorgehensweise des jeweiligen Heilpraktikers. Des Testers persönliches Fazit "empfehlenswert" beruht auf einer überwiegend "sehr guten" und "guten" Anamnese, Therapie und Diagnostik, das Fazit "gute Arbeit, fragwürdiger Ansatz" auf ordentlicher Arbeit der Heilpraktiker mit ihren speziellen Verfahren, deren therapeutischer Effekt aber umstritten ist, das Fazit "schade ums Geld" auf eher oberflächlich erstellter Anamnese und Diagnose sowie einer Therapie, die nichts kaputt und nichts schlimmer macht, das Fazit "Warnung", wenn Anamnese, Diagnose und Therapie als "schlecht" eingestuft oder chiropraktische Griffe ohne Vorankündigung angewendet wurden.
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