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Schlacken (Gelesen: 56686 mal)
helmsmi
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Beiträge: 700

Re: Schlacken
Antwort #60 - 09. Oktober 2006 um 19:12
 
pabri schrieb am 09. Oktober 2006 um 18:25:
Zitat "Hema"

Fleischgenuss ist *auch* artgerecht.


Ach ja. Dann frage ich mich warum wir Menschen von unserer Anatomie her, überhaupt nicht in der Lage sind Fleisch zu erlegen.

Kennen sie den Spruch "die Funktion bestimmt das Design"? Wohl nicht.

Wenn es unsere Natur wäre, dann müssten wir eigentlich dementsprechend über die "Werkzeuge" und über den dazu ausgelegten Verdauungsapparat verfügen.

Wir haben Hände, die idealen Greifwerkzeuge um den Boden zu bearbeiten und Obst und Gemüse zu ernten.
Die Fleischfresser haben Pranken und Krallen, sehen sie sich doch einen Löwen an.



Entschuldigung, eigentlich hat Hema schono alles entgegnet, aber dieses posting schlaegt dem Fass wirklich den Boden aus. Sie wollen evolutiv argumentieren, haben aber von der Evolution des Menschen offenkundig keinen blassen Schimmer.

Die Spezialisierung des Menschen ist sein leistungsfaehiges Gehirn, das ihm ermoeglicht Werkzeuge und Hilfsmittel zu entwickeln, fertigen und benutzen. Gepaart mit dem Verdauungssystem eines Allesfressers macht uns das vielseitig wie kein anderes Lebewesen.
Wir koennen die Steppe bewohnenn, genausogut, wie die Subpolargegenden. Wir koennen vegetarisch leben, genausogut, wie ausschiesslich von der Jagd. (Erzaehlen Sie mal den Eskimos, dass sie eigentlich gar nicht in der Lage sind Karibus, Wale und aehnliches zu erlegen.

Im Zuge der Entwicklung des Gehirns haben sich die koerperlichen Faehigkeiten des Menschen angepasst und heute koennen wir alles ein bisschen und nichts mehr richtig (ausser denken-aber da habe ich auch manchmal meine Zweifel).

Nebenbei gesagt wird Ackerbau auch seit Jahrtausenden mit Werkzeugen durchgefuerht und um einen Acker zu pfluegen sind weder Haende noch Fuesse wirklich gut geeignet.

Es gibt Theorien, die davon ausgehen, das die kognitiven Faehigkeiten des Menschen ein Nebenprodukt der Entwicklung von Jagdfaehigkeiten mit Hilfsmitteln sind.

Lesen Sie doch mal ein paar Buecher zum Thema, bevor Sie derart abenteuerlich argumentieren.

Ich persoenlich mag die Buecher von William H. Calvin sehr gerne. Generell kann Ihne Richard Dawkins wohl am besten die Augen ueber Evolution oeffnen.
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ama
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Re: Schlacken
Antwort #61 - 09. Oktober 2006 um 21:24
 
>pabri
>Re: Schlacken
>Antworten #56 - Heute um 18:25:07  

>Zitat "Hema"
>>Fleischgenuss ist *auch* artgerecht.  
>
>Ach ja. Dann frage ich mich warum wir Menschen von unserer Anatomie her,
>überhaupt nicht in der Lage sind Fleisch zu erlegen.

Stimmt! Auch ich habe noch keine einzige Muräne gesehen, die eine Gazelle erbeutet hat, und keinen einzigen Ameisenlöwen, der einen Schlammspringer erwischt hätte.

ama

(über keine Haftung und keine Garantie für keine Coladosen...)
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besucher
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Re: Schlacken
Antwort #62 - 01. Dezember 2006 um 13:29
 
Ich habe in meinem Pathologiekurs keine "Schlacken" gesehen, wenn man von degenerativen Veränderungen (Lipofuszin in der Leber, Lipidplaques bei Atherosklerose, fibröser Umbau, Verkalkungen u.s.w.) absieht, die dürften sich allerdings auch schwerlich "ausleiten"  lassen und sind hier wahrscheinlich auch nicht gemeint (?), leider kann uns hier ja keiner sagen, was genau "Schlacken" sein sollen .  unentschlossen
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Godesberg
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Beiträge: 2310

Re: Schlacken
Antwort #63 - 01. Dezember 2006 um 14:08
 
besucher schrieb am 01. Dezember 2006 um 13:29:
Ich habe in meinem Pathologiekurs keine "Schlacken" gesehen, wenn man von degenerativen Veränderungen (Lipofuszin in der Leber, Lipidplaques bei Atherosklerose, fibröser Umbau, Verkalkungen u.s.w.) absieht, die dürften sich allerdings auch schwerlich "ausleiten"  lassen und sind hier wahrscheinlich auch nicht gemeint (?),


Sie können davon absehen und die sind auch nicht gemeint. Die Leute die von "Schlacken" reden kennen diese Begriffe nicht. Die glauben auch Dass eine Verkalkung von hartem Wasser kommt.



Zitat:
leider kann uns hier ja keiner sagen, was genau "Schlacken" sein sollen .  unentschlossen


Auf diese Antwort warte ich auch seit Jahren.
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"Das ist zwar traurig was da vorliegt, aber es bringt mich nicht um."

Matthias Rath zum Krebstod des von ihm "geheilten" Dominik.
 

 
Pjotr
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Re: Schlacken
Antwort #64 - 01. Dezember 2006 um 14:15
 
besucher schrieb am 01. Dezember 2006 um 13:29:
leider kann uns hier ja keiner sagen, was genau "Schlacken" sein sollen .  unentschlossen


Doch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacken

Smiley

Pjotr
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Godesberg
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Re: Schlacken
Antwort #65 - 01. Dezember 2006 um 14:26
 
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"Das ist zwar traurig was da vorliegt, aber es bringt mich nicht um."

Matthias Rath zum Krebstod des von ihm "geheilten" Dominik.
 

 
wm
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Re: Schlacken
Antwort #66 - 07. Dezember 2006 um 09:47
 
Zitat:
besucher schrieb am 01. Dezember 2006 um 13:29:
leider kann uns hier ja keiner sagen, was genau "Schlacken" sein sollen .  unentschlossen


Doch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacken

Smiley

Pjotr


Ist ja wirklich amüsant. Jeder Chemiker oder Ofensetzer weiss was Schlacken sind. Auch diejenigen die noch mit Koks heizen.

Und geht man das hier mal durch was Schlacken a la Heilpraktiker sein sollen, ist von Schwefelsäure bis Phosphat alles Schlacke, Bis 50% des Menschen sind Schlacke- Gewichtsprozent oder Volumensprozent? Wenn Volumensprozent warum merkt man das nicht beim Hüpfen. Wenn Gewichtsprozent warum sieht man das nicht beim Röntgen?

Warum nehmen eigentlich diese Schlacken- und Ausleitungsexperten nicht mal ein gutes Biochemiebuch zur Hand (z.B. Lehninger Biochemistry) da ist der Stoffwecksel von vielen hier als Schlacken bezeichneten Stoffwechselprodukten recht detailliert beschrieben.
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besucher
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Re: Schlacken
Antwort #67 - 29. Dezember 2006 um 01:26
 
Aus einer Werbung für Basenpulver

http://www.ratgeberbox.de/ratgeber/artikel/artikel_742422/osteoporose-warum-die-knochen-keine-saeure-moegen

Zitat:
Bessere Hinweise als ein Teststreifen bietet der Körper selbst. Bei säurebedingten Funktionsstörungen signalisiert er z.B. durch Müdigkeit, Antriebsschwäche, Nervosität, Unruhezustände, Muskel- und Gelenkbeschwerden, erhöhte Stressempfindlichkeit, Konzentrationsschwäche, verminderte Widerstandskraft, Veränderungen des Hautbildes, der Haare sowie der Nägel SOS. Also auf den eigenen Körper hören!


Wer würde sich davon nicht angesprochen fühlen? Auf den eigenen Körper hören statt nachzumessen fördert auch den Verkaufserfolg!  Zwinkernd

Hier habe ich noch was gefunden, wo versucht wird das Thema (pseudo?)wissenschaftlich aufzubereiten. Habe leider noch keine Zeit gehabt mir das alles durchzulesen.

http://www.orthonews.net/news11-Saeure-Basen.htm

Nur soviel: Eine latente metabolische Azidose lässt sich problemlos mit einer Blutgasanalyse feststellen (pH, CO2, O2, Standard-Bicarbonat, baseexcess im Kapillarblut (oder arteriell, wenn man es ganz genau haben will)).

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=47498

Warum in dem vorigen Link "Urin-pH-Tagesprofile (Sander-Methode)" oder "die Bestimmung der Pufferkapazität der Erythrozyten nach der Methode von Jörgensen, bei der eine entsprechend vorbehandelte Blutprobe einer Säure-Basen-Titration unterworfen wird" empfohlen wird ist mir ein Rätsel.
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« Zuletzt geändert: 29. Dezember 2006 um 19:14 von besucher »  
 

 
besucher
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Re: Schlacken
Antwort #68 - 29. Dezember 2006 um 19:47
 
Den Link vom Ärzteblatt habe ich mir nun ganz durchgelesen. Interessante Auszüge zur latenten metabolischen Azidose:

Zitat:
Bei älteren Patienten kann durch die eingeschränkte Funktionsreserve der Nieren eine Säurebelastung, zum Beispiel durch erhöhte hepatische Säureproduktion bei diätetischer Eiweißzufuhr, schlechter kompensiert werden. So sind bei älteren Menschen unter kontrollierter Diät die Plasmakonzentration an Bicarbonat und der pH-Wert signifikant niedriger (Ausdruck einer latenten renal bedingten metabolischen Azidose).
...
Gerade bei älteren Patienten trägt die renal bedingte latente metabolische Azidose möglicherweise wesentlich zur Entwicklung einer Osteoporose bei. Es konnte gezeigt werden, dass eine orale Alkalisubstitution bei postmenopausalen Frauen zu einer signifikanten Calciumretention, einem positiven Stickstoffgleichgewicht und einer Hemmung des Knochenabbaus führt.

Während die respiratorische Azidose in der Regel kein Eingreifen in den Säure-Basen-Haushalt erfordert, wird dies bei der metabolischen Azidose heute anders gesehen: Sie stellt den größten Anteil der auch ambulant therapiebedürftigen Störungen des Säure-Basen-Haushalts dar. Gerade hier ist ein rationaler Zugang entscheidend. Die oft irrationalen Ernährungsempfehlungen zu „basischen“ Nahrungsmitteln und diätetischen Einschränkungen zur „Vorbeugung“ basischer Defizite zeigen die große Verunsicherung in der Bevölkerung.

Im Vordergrund steht auch bei der metabolischen Azidose die Behandlung des Grundleidens (zum Beispiel adäquate Insulingabe bei diabetischer Ketoazidose oder ausreichende Nierenersatztherapie). Bei chronischen Zuständen ist jedoch die Substitution von Bicarbonat sinnvoll und geboten. Diese kann in der Regel – vor allem bei bestehender chronischer Niereninsuffizienz oder renal tubulärer Azidose – durch orale Gabe von Natriumbicarbonat, beispielsweise als Natriumhydrogencarbonat, erfolgen. Vorzuziehen sind dabei magenverträgliche Präparate, die durch die Freisetzung im Dünndarm ohne CO2-Bildung im Magen die bakterizide Wirkung der Magensäure nicht beeinträchtigen. Mit Gabe von 2 000 bis 3 000 mg (24 bis 36 mmol) täglich lässt sich in der Regel ein guter Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts erreichen und einer Demineralisierung des Skelettsystems vorbeugen.
...
Die rationale Differenzialdiagnostik bei Störungen des Säure-Basen-Haushalts ist meist durch Bestimmung von pH-Wert, pCO2, pO2 und der Bicarbonatkonzentration möglich
...
Eine bloße „Laborkosmetik“ durch Ausgleich eines eventuellen Basendefizits ohne ausreichende Berücksichtigung der kausalen Störung ist zu vermeiden.
Bei chronischen Formen der metabolischen Azidose, beispielsweise bei chronischer Niereninsuffizienz und bei älteren Patienten, kann jedoch Bicarbonat substituiert werden, um den negativen Folgen der Azidose auf verschiedene Organsysteme (etwa einer Demineralisation des Skeletts) vorzubeugen. Dabei sind dünndarmlösliche Formulierungen des Natriumbicarbonats besonders verträglich und geeignet.


Quellenangabe: Dtsch Arztebl 2005; 102: A 1896–1899 [Heft 26]

D.h.: Bei Verdacht "nicht auf den Körper hören" sondern vom Arzt die Diagnose stellen und die Ursachen abklären lassen und bei Bedarf die richtigen Präparate wählen.


Das mit dem Eiweiß ist etwas zweischneidig. Gerade alte und bes. pflegebedürftige Menschen haben oft einen Eiweißmangel mit massiven Gesundheitsfolgen (Immunschwäche, schlecht heilende Wunden, Kachexie). Hier muß genau hingeschaut und abgewogen werden.
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« Zuletzt geändert: 30. Dezember 2006 um 14:14 von besucher »  
 

 
besucher
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Re: Schlacken
Antwort #69 - 29. Dezember 2006 um 20:11
 
Hier noch ein interessanter Artikel:

http://www.oeaz.at/zeitung/3aktuell/2003/23/haupt/haupt23_2003kons.html

Das Fazit:

Zitat:
Wen ob seiner langfristigen »säureüberschüssigen« Kost mit viel Fleisch, Wurst u.a. eiweißreichen Lebensmitteln das schlechte Gewissen drückt und die Angst vor möglichen, damit verbundenen Risiken im Nacken sitzt, sei generell zu einer Umstellung seiner Essgewohnheiten geraten. Aber wohl kaum aus Gründen der »Übersäuerung«. Tapetenwechsel für den Magen mit reichlich Obst, Gemüse und Salat bedeutet vordergründig eine geringere Energiezufuhr und eine hohe Zufuhr an Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Das Säure-Basen-Gleichgewicht des Körpers bleibt davon jedoch unbeeindruckt.
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