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  › Re: Nahrungsergaenzungsmittel
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Re: Nahrungsergaenzungsmittel (Gelesen: 30687 mal)
buttermilch70
Ex-Mitglied





Re: Nahrungsergaenzungsmittel
17. November 2006 um 04:36
 
Hallo zusammen,
um einige Dinge aus den ersten Gesprächen noch einmal aufzugreifen. Hier wird  von Heilpraktikern als Kurpfuscher geredet. Was soll das? Ich finde es auch überhaupt nicht klasse, was diese Heilpraktikerin an Nahrungsergänzungsmitteln zur Heilung auftischt. Nur muss man deswegen nicht einen ganzen Berufszweig an den Pranger stellen. Es gibt in jedem Beruf schwarze Schafe, selbst unter Ärzten. Vielleicht macht dort eine HP Geschäfte mit der Gesundheit ihrer Klienten. Nur muss man nicht wieder alle Hp´s über einen Kamm scheren. Ich selbst würde niemals mit meinen Klienten so umgehen. Auch wenn es einigen Ärzten ein Dorn im Auge ist, dass es uns gibt. Seht es doch einfach mal gelassener. Wir versuchen die Krankheit von einer anderen Seite zu sehen. Wir haben in unserer Praxis oft Menschen, die sich bei Ärzten nicht gut aufgehoben fühlen, weil ein Arzt meist nur 10 min. pro Patient Zeit hat. Diese Menschen brauchen aber gerade den Zuspruch und die Zeit, die wir uns nehmen können. Mir ist ja bewußt, dass sich Ärzte gerne mehr Zeit für ihre Patienten nehmen würden, unser Gesundheitssystem dies aber nicht zulässt. Was ist also so schlimm daran, dass es einen alternativen Berufszweig gibt, der sich die Zeit nimmt für ein langes Gespräch und der mit anderen Methoden heilt. Wir Hp´s setzen uns doch nicht vor unseren Klienten hin und sagen uns: wir können zwar nicht helfen, das Geld nehmen wir aber gerne mit.
In meiner Praxis haben die Leute die Möglichkeit lange und ausführlich jedes Symptom zu besprechen. Danach nehme ich mir sehr viel Zeit einen Therapieplan auszuarbeiten. Und vor jeder weiteren Behandlung hat der Klient bei mir die Möglichkeit mir zu sagen, was sich verändert hat. Und danach wird die Therapie angeglichen. Was wiederrum sehr viel Nacharbeit erfordert. D.h. für jede Stunde, dich ich bezahlt werde, arbeite ich manchmal bis zu zwei Stunden nach. Allein der Zuspruch, die Zeit und das Gefühl angenommen zu werden, gibt jedem Klienten ein Stück Ruhe und Wohlbefinden mit. Und wenn dann das homöopathische Mittel oder die Akupunktur oder die Kombination Heilung gibt, was ist daran falsch? Wer heilt hat Recht, heißt es doch so schön. Ich hatte schon viele Fälle in meiner Praxis, bei denen mit viel Geduld und mit Absprache des Arztes ein schulmedizinisches Mittel reduziert oder sogar abgesetzt werden konnte. Ist das dann Kurpfuscherei? Und wenn es das ist, ist es nicht auch egal? Hauptsache ist doch, das Leiden der betroffenen Person hat ein Ende.
Und wenn ich dann sehe, das Ärzte noch vor 10 oder 20 Jahren gegen Homöopathie und Akupunktur waren und sie jetzt mittlerweile selbst praktizieren, dann kann die Alternativmedizin doch gar nicht so schlecht sein. Aber, wenn ich dann mitbekomme, dass Mediziner zwar in der klassischen Homöopathie ausgebildet wurden, ein Mittel aber nicht nach den strengen Regeln von Hahnemann verschreiben, weil sie gar nicht die Zeit der Repertorisation haben, dann frage ich mich schon, was wollen diese Ärzte? Wollen diese Ärzte ihrem Patienten zeigen, dass sie der alternativen Heilkunst nicht abgeneigt sind und sie auch aus dem Hut zaubern können, wenn es der Patient will und dafür zahlt oder wollen sie diese Form der Heilkunst ernsthaft anwenden? Versteht mich hier nicht falsch. Ich weiß, dass ein Mediziner sich nicht die Zeit nehmen kann, weil das Wartezimmer voll ist und der Druck sehr hoch ist. Aber, führt euch doch einfach mal den Satz "Leben und Leben lassen" vor Augen und hört auf uns zu schimpfen. Wir tun euch doch gar nichts und wir tun euren Patienten auch nichts. Wir wollen mit anderen Methoden einfach helfen. Und das gelingt uns tatsächlich sehr oft.
Wir verdienen uns keine goldene Nase mit unserer Heilkunst (jedenfalls nicht, wenn wir keine Nahrungsergänzungsmittel anbieten oder uns sonstwie untreu werden), wir sind uns unserer Grenzen bewußt aber wir können sehr oft dafür sorgen, dass sich ein Mensch wieder als Mensch angenommen fühlt und in die Heilung kommt. Ist es da so wichtig, dass es keine großartigen Studien über die klassische Homöopathie, die Ohr-, Schädel- oder Körperakupunktur gibt. Ist es wichtig, ob die Dorn-Breuss-Methode oder die Fußreflexzonenmassage wissenschaftlich erforscht wurde? Oder ist es nicht wichtiger, dass diese Person, die sich wohler und gesünder fühlt und ihre Schmerzmittel absetzen konnte.
Ich nehme meinen Beruf sehr ernst und würde niemals etwas tun, was einen Menschen schaden könnte. Dafür habe ich viel zu viel Respekt gegenüber den Leiden eines Klienten. Ich gebe jährlich ein Vermögen für Weiterbildungen aus. Geld, was ich oft nicht leicht aufbringen kann. Mir ist das aber wichtig, weil mir die Menschen in meiner Praxis wichtig sind. Also, um Gottes Willen, hört doch einfach mal auf uns zu beleidigen. Und wenn es das eine oder andere schwarze Schaf in unserem Berufszweig gibt, dann denkt doch auch mal daran, dass die Schulmediziner auch nicht alles Engel sind.
Gruß
Buttermilch
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Pjotr
Ex-Mitglied





Re: Nahrungsergaenzungsmittel
Antwort #1 - 17. November 2006 um 21:29
 
Hallo "Buttermilch70"

Zitat:
Hallo zusammen,
um einige Dinge aus den ersten Gesprächen noch einmal aufzugreifen. Hier wird  von Heilpraktikern als Kurpfuscher geredet. Was soll das?


Es ist halt einfach so, dass diese Bezeichnung einfach auf viele zutrifft.  Wie soll man denn ein Gewerbe nennen, dass in seinem postulierten Kompetenzgebiet z.B. keinerlei Konsistenz bietet? Geht man zu 10 HPs, bekommen man 10 verschiedene Diagnosen, ums mal überspitzt zu formulieren. Und vor allem: Man wird in den seltensten Fällen die Diagnose "Ihnen fehlt nichts" bekommen.

Zitat:
Ich finde es auch überhaupt nicht klasse, was diese Heilpraktikerin an Nahrungsergänzungsmitteln zur Heilung auftischt. Nur muss man deswegen nicht einen ganzen Berufszweig an den Pranger stellen.


Doch. Es kann einfach nicht sein, dass einerseits Computerbastler, die damit Geld verdienen wollen, ernsthaft Probleme bekommen, weil sie keinen Elektrik-Meistertitel haben (sie öffnen Gehäuse, in denen ein Netzteil mit 230V Spannung verbaut ist), andererseits jeder an Menschen rumkurieren darf, der nur bewiesen hat, dass er die grundlegendsten medizinischen Begriffe und die auffälligsten Krankheiten womöglich erkennt, aber keinerlei Nachweis für seine Kompetenz zum Behandeln erbringen muss.

Ich spreche nicht von Ihnen, sondern der Situation. Und die ist so, dass eben schwarze Schafe bei Heilpraktikern geradezu herangezüchtet werden. Diese Situation ist weltweit ziemlich einmalig und bedarf dringendst der Korrektur seitens des Gesetzgebers.

Es ist eine unglaubliche Situation: Da darf jemand einfach so chirurgische Eingriffe vornehmen, wenn er beim Amtsarzt ein paar allgemeine Fragen beantwortet hat. Der andere, der Medizin studiert und über weit mehr Wissen verfügen *muss* wird mit Strafe bedroht, wenn er nicht seinen wesentlich umfangreicheren Abschluss hat. Der Gesetzgeber tut hier so, als gäbe es zweierlei Physik, zweierlei Chemie. Unfassbar. Klar, schaut man in die Historie, wird einiges deutlich. Aber sicher nichts zugunsten von Heilpraktikern.

Wie gesagt, ich meine das nicht persönlich und ich kann und will Ihre Fähigkeiten nicht beurteilen. Im einzelnen mag es gute Heilpraktiker geben, die sinnvoller agieren als unbegabte Mediziner. Ohne Frage.

Nur, es kann nicht sein, dass für die gleiche wichtige Qualifikation, hier das Eingreifen in den Körper anderer, zweierlei Maßstäbe angelegt werden.

Der selbe Wahnsinn wie beim Binnenkonsens.

Pjotr






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buttermilch70
Ex-Mitglied





Re: Nahrungsergaenzungsmittel
Antwort #2 - 18. November 2006 um 04:21
 
hallo pjodr,

Erst einmal möchte ich Ihnen danken, dass Sie in einem netten Umgangston Ihren Beitrag geschrieben haben. Das ist hier ja leider eher unüblich. Darum habe ich mich darüber sehr gefreut.
Eigentlich wollte ich hierzu auch gar nichts mehr schreiben, nur sehe ich an Ihrem Beitrag, dass wir in einigen Punkten gleicher Meinung sind. Und das möchte ich noch gerne hinzufügen. Denn es gibt unter uns Heilpraktikern viele, die ebenfalls so denken.
Wie ich schon mal geschrieben habe, weiß ich nicht, wie man hier ein schönes Kästchen um das Zitat bekommt. Darum werde ich die Zitate einfach mit Fettschrift hervor heben.

Es ist halt einfach so, dass diese Bezeichnung einfach auf viele zutrifft.  Wie soll man denn ein Gewerbe nennen, dass in seinem postulierten Kompetenzgebiet z.B. keinerlei Konsistenz bietet? Geht man zu 10 HPs, bekommen man 10 verschiedene Diagnosen, ums mal überspitzt zu formulieren. Und vor allem: Man wird in den seltensten Fällen die Diagnose "Ihnen fehlt nichts" bekommen.
Ja, aber genau das ist doch auch das Problem von uns Heilpraktikern, die ihren Beruf und ihre Weiterbildung ernst nehmen. Wir finden es auch nicht klasse, dass es schwarze Schafe unter uns gibt. Wir möchten ja auch, dass die Ausbildung standardisiert wird und die Prüfungen anders ablaufen. Denn, jeder Heilpraktiker der seinen Beruf ernst nimmt und sich seiner Grenzen bewußt ist, leidet doch ebenso unter den unseriösen HP´s dieser Welt. Das sehen Sie doch schon an diesem Beitrag. Eine Heilpraktikerin verkauft einer gesunden Frau 5 verschiedene Nahrungsergänzungsmittel und dieser Pfusch fällt auf alle Heilpraktiker zurück. Finde ich persönlich jetzt nicht so prickelnd.


Doch. Es kann einfach nicht sein, dass einerseits Computerbastler, die damit Geld verdienen wollen, ernsthaft Probleme bekommen, weil sie keinen Elektrik-Meistertitel haben (sie öffnen Gehäuse, in denen ein Netzteil mit 230V Spannung verbaut ist), andererseits jeder an Menschen rumkurieren darf, der nur bewiesen hat, dass er die grundlegendsten medizinischen Begriffe und die auffälligsten Krankheiten womöglich erkennt, aber keinerlei Nachweis für seine Kompetenz zum Behandeln erbringen muss.
Was die Computergeschichte betrifft, bin ich jetzt etwas verwirrt. Mein Mann ist in der IT-Branche tätig und hat keinen Meisterbrief. Der darf aber auch Computergehäuse öffnen. Werde mich da aber gerne bei ihm noch mal schlau machen.
Was die Kompetenz der HP´s betrifft. Selbst unsere Verbände kämpfen um einheitliche Ausbildungsrichtlinien. Es würde mich freuen, wenn es für diesen Beruf Ausbildungsvorgaben geben würde. Wissen Sie wie schwer es ist, sich eine Schule suchen zu müssen, wenn man nicht weiß, ob man dort auch eine erstklassige Ausbildung bekommt. Ich habe 4 Monate gebraucht, habe 7 Schulen abgeklappert, habe mir Rat bei den Verbänden und beim Arbeitsamt (gut, das war Zeitverschwendung) geholt. Habe es sogar beim Gesundheitsamt probiert. Nach einigen Probetagen auf drei Schulen habe ich mich dann endlich für eine entschieden. Ich bin bei der Auswahl u.a. danach gegangen, welche Ausbildung die Dozenten haben, wo sie gearbeitet haben, wieviele Unterrichtstunden ich insgesamt habe und wieviel praktischer Unterricht angeboten wird. Gäbe es einheitliche Ausbildungen, hätte ich mir viel Streß ersparen können. Und ich hätte überhaupt nichts dagegen, wenn die HPA´s beim Gesundheitsamt auch praktisch geprüft würden. Im Gegenteil, Sie haben da völlig Recht, dass bei der Überprüfung nachgerüstet werden muss.

Ich spreche nicht von Ihnen, sondern der Situation. Und die ist so, dass eben schwarze Schafe bei Heilpraktikern geradezu herangezüchtet werden. Diese Situation ist weltweit ziemlich einmalig und bedarf dringendst der Korrektur seitens des Gesetzgebers.

Ich habe mich jetzt auch nicht persönlich angesprochen gefühlt. Sie haben ja völlig Recht, dass es schlechte Ausbildungseinrichtungen gibt. Das bedauere ich und vieler meiner Kollegen ja ebenfalls.

Es ist eine unglaubliche Situation: Da darf jemand einfach so chirurgische Eingriffe vornehmen, wenn er beim Amtsarzt ein paar allgemeine Fragen beantwortet hat.
Glauben Sie mir, genau dies wird ein verantwortungsbewußter Heilpraktiker nie tun. Um so etwas aus der Welt zu schaffen sollte das Gesetz wirklich geändert werden. Da würde jeder verantwortungsbewußter HP sofort "ja" schreien.

Wie gesagt, ich meine das nicht persönlich und ich kann und will Ihre Fähigkeiten nicht beurteilen. Im einzelnen mag es gute Heilpraktiker geben, die sinnvoller agieren als unbegabte Mediziner. Ohne Frage.
Das meinte ich mit nettem Umgangston. Warum gelingt es nicht anderen in diesem Forum auch? Man muss sich doch nicht gegenseitig angreifen und beleidigen, um seinen Standpunkt klar zu machen.

buttermilch
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Hema
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Beiträge: 6394

Re: Nahrungsergaenzungsmittel
Antwort #3 - 19. November 2006 um 08:15
 
Im Grunde wollen weder HP- noch Ärzte-Verbände eine geregelte Ausbildung. Das hätte man längst tun können. Die HP-Verbände wollen es nicht, weil sie nicht zum (O-Ton) "2. Klasse Mediziner "degradiert" werden wollen. Die Ärzte-Verbände sind der Meinung, man solle das Berufsbild abschaffen, weil nur mit einer regelhaften medizinischen Ausbildung ein ausreichender Patientenschutz gewährleistet ist, bekümmern sich aber unverständlicherweise nicht sehr darum.

Mit einer regulierten Ausbildung müßten die HP auch Abschied von den ganzen Quacksalber-Methoden nehmen. Auch das ist nicht im Sinne vieler.

Es gibt also gewichtige Interessengruppen, die gegen eine Regelung des HP-Rechts sprechen, ein Grund, warum die Politik sich da nicht bewegt.

In diesem Spannungsfeld kommt der Patient zu kurz, der dem Praxisschild nicht ansieht, ob er an einen Quacksalber gerät oder an einen der wenigen, die keine Homöopathie, Bioresonanz, EAV o.ä. anbieten (gut, wenn da die Homöopathie drauf steht, könnte man wissen, da nicht hinzugehen).

Insofern muss man vor ALLEN warnen. Vor einigen aber ganz besonders, schauen Sie sich im Netz mal um. Griesgrämig
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buttermilch70
Ex-Mitglied





Re: Nahrungsergaenzungsmittel
Antwort #4 - 19. November 2006 um 21:04
 
Hallo Hema
Zitat: Mit einer regulierten Ausbildung müßten die HP auch Abschied von den ganzen Quacksalber-Methoden nehmen. Auch das ist nicht im Sinne vieler.
Sie schreiben von Quacksalber-Methoden, von denen sich dann die HP´s verabschieden müssen. Und meinen damit u.a. Homöopathie. Damit arbeiten doch aber auch Ärzte. Heißt das, Sie fordern die Abschaffung der Homöopathie?
Das ist natürlich eine sehr radikale Denkweise, die Sie vermitteln. Ich verstehe es so, dass Sie im Grunde nichts anderes zulassen wollen, als die Schulmedizin. Alle anderen Therapien müssten verboten werden.
Eine solche Vereinheitlichung der Therapieform (also die Reduzierung auf die reine Schulmedizin) trägt nicht dazu bei, dass der Mensch sich als Ganzes in der Behandlung aufgenommen fühlt. Es nimmt jedem Patienten den Spielraum, selbst über seinen Körper zu entscheiden. Denn er hätte keine Wahlmöglichkeit. Diese Wahlmöglickeit, die jedem Menschen heute zur Verfügung steht, sorgt aber dafür, dass sich Menschen wieder mehr auf ihre Selbstheilungskräfte besinnen und ein besseres Körperemfinden haben. Diejenigen, die zu mir in die Praxis kommen, möchten an ihrem Heilungsprozess bewußt teilnehmen. Sie lernen ihre Ernährung zu überdenken, ihren Lebensstil zu ändern, und dank der Homöopathie, ihren Körper wahrzunehmen. Ich finde, dies ist ein guter Schritt in die Selbstverantwortung, den Patienten lange nicht gegangen sind. Bei Kopfschmerzen, gibt es eine Tablette, bei Magen-Darm-Erkrankungen gibt es auch gleich vom Arzt das passende Mittel. Der Mensch muss in der Tablettentherapie nicht über die Ursache seiner Erkrankung nachdenken und auch nicht darüber, was er selbst tun kann, damit es ihm wieder besser geht.
Darum finde ich Ihre Denkweise etwas bedrohlich.
Nur ist die Abschaffung der Homöopathie hier auch gar nicht das Thema. Es geht ja um die Verbesserung und Vereinheitlichung der Heilpraktikerausbildung. Dazu gehören nicht die Therapieverfahren. Die erlernt jeder HP zusätzlich. So wie auch die Ärzte sich  zusätzlich dafür entscheiden, ob sie mit Naturheilverfahren arbeiten wollen oder nicht.
Ich hatte Sie eigentlich durch andere Berichte hier so verstanden, dass Sie der Meinung sind, die Grundausbildung des HP´s ist nicht ausreichend, um mit dem Patienten zu arbeiten. Und da habe ich auch Pjodr schon zugestimmt, dass es in Deutschland sehr schwer ist, eine gute Schule zu finden, die ihre Aufgabe ernst nimmt und HP´s gut ausbildet. Und ich sagte schon, dass die Überprüfung sicherlich verändert werden muss. Ich bin für eine praktische Überprüfung der HPA`s.
Wir sprechen hier also von zwei verschiedenen Dingen. Die naturheilkundlichen Therapien sollten sicherlich nicht abgeschafft werden. Das fänden ihre ärztlichen Kollegen, die damit gerne arbeiten, wohl auch nicht so prickelnd.
Vielleicht habe ich Sie auch falsch verstanden, dann würde ich mich freuen, wenn Sie es noch einmal genauer erklären würden.
Eine Diskussion über ein Forum führt ja oft auch zu Missverständnissen.
mfg
buttermilch

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Augsburg
Re: Nahrungsergaenzungsmittel
Antwort #5 - 19. November 2006 um 22:39
 
@buttermilch70

In den von uns gefundenen Beiträgen aus dem ÖKO-TEST Archiv ergibt sich keine "generelle Verneinung" der Homöopathie. So wie wir dies lesen können, ist Homöopathie, nach Meinung von ÖKO-TEST, zu ganz bestimmten Indikationen (und danach im Test, Produkten) beurteilt worden. Möglicherweise sollte in diesem Forum der Begriff "Homöopathie" bzw. "Homöopath" genauer an der jeweiligen Indikation beschrieben werden. Insbesondere dann, wenn Schulmedziner h. Mittel verschreiben (welche? warum?), oder Homöopathen (bei was?) an Schulmediziner verweisen.

Nur ein Denkanstoss. Admin
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Hackethal
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Beiträge: 883

Re: Nahrungsergaenzungsmittel
Antwort #6 - 19. November 2006 um 22:46
 
Zitat:
Es ist eine unglaubliche Situation: Da darf jemand einfach so chirurgische Eingriffe vornehmen, wenn er beim Amtsarzt ein paar allgemeine Fragen beantwortet hat. Glauben Sie mir, genau dies wird ein verantwortungsbewußter Heilpraktiker nie tun. Um so etwas aus der Welt zu schaffen sollte das Gesetz wirklich geändert werden. Da würde jeder verantwortungsbewußter HP sofort "ja" schreien.  


JA! ...

Zitat:
Hema: Die Ärzte-Verbände sind der Meinung, man solle das Berufsbild abschaffen,...


Ohne Worte!

Zitat:
Hema: Mit einer regulierten Ausbildung müßten die HP auch Abschied von den ganzen Quacksalber-Methoden nehmen. Auch das ist nicht im Sinne vieler.


Sicher, aber den "Parakram" wird es auch weiterhin geben, wie Drogen trotz illegalität auch.
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Wenn man über jemanden die Wahrheit  erfahren will, ist dieser jemand meiner Erfahrung nach der letzte, den ich fragen würde. (Dr. Gregory House)
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buttermilch70
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Re: Nahrungsergaenzungsmittel
Antwort #7 - 19. November 2006 um 23:22
 
Hallo Admin,

Zitat:
In den von uns gefundenen Beiträgen aus dem ÖKO-TEST Archiv ergibt sich keine "generelle Verneinung" der Homöopathie.


Da haben Sie mich missverstanden. Meine Worte bezüglich der Abschaffung der Homöopathie, waren nur an Hema gerichtet, da ich den Anschein habe, dass er dafür plädiert. Wie ich unten auch geschrieben habe, kann es sich hier um einen Leseirrtum meinerseits handeln. Vielleicht habe ich ihn einfach falsch verstanden. Darum bat ich auch um eine Antwort von Hema, sollte dies der Fall sein.

Mfg
buttermilch
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Gockel
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Beiträge: 399

Re: Nahrungsergaenzungsmittel
Antwort #8 - 19. November 2006 um 23:39
 
@HP: Gibt es Ihrer Auffassung nach eine andere Methode um "Parakram", bzw "Quacksalbermethoden" von geeigneten Therapieformen abzugrenzen, als eine wissenschaftliche Herangehensweise, die ihre Ergebnisse selbst stets überprüft?

Wie sollte Ihrer Auffassung nach z.B. ein Homöopath verantwortungsbewusst mit nat- wissenschaftlichen Erkenntnissen umgehen? Sollte er seine therapeutische Praxis am Stande der Forschung ausrichten und ggf an diese anpassen? Wenn ja, welcher Heilpraktiker tut dies?

Gruß,
der Gockel
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Forum Admin
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Beiträge: 3459
Augsburg
Re: Nahrungsergaenzungsmittel
Antwort #9 - 19. November 2006 um 23:51
 
Hallo buttermilch70,

es war nur ein Denkanstoss für diese Diskussion (Bitte den ganzen Beitrag berücksichtigen; wenn Sie möchten, auch darauf eingehen - für die anderen User).

Danke + Grüsse, Admin
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