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Neurodermitis Gelsenkirchen Prof. Stemmann (Gelesen: 23376 mal)
besucher
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Neurodermitis Gelsenkirchen Prof. Stemmann
07. Dezember 2006 um 02:26
 
Die Erben des umstrittenen Dr. Hamer (Erfinder der "neuen germanischen Medizin", die Krankheiten auf "biologische Konfliktschocks" zurückführt, Krankheitserreger zu Helfern bei der Heilung erklärt und Krebspatienten davon überzeugen will, auf medizinische Behandlung und schmerzlinderndes Morphium zu verzichten, bis die Krebsgeschwüre von selbst aufplatzen) haben vor wenigen Tagen die "Deutsche Gesellschaft für psychobiologische Medizin DGPM" gegründet und Prof. Dr. Ernst-August Stemmann, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik Gelsenkirchen und Leiter der Abteilung für Allergologie, Pneumologie, Umweltmedizin zum Ehrenpräsidenten gewählt.

http://www.faktor-l.de/viewtopic.php?p=12312&sid=11893ccf103ebc824841561d51fd2300

http://www.faktuell.de/weltnachrichten/wib--schlagzeilen-538.html

Und das, obwohl sich Prof. Dr. Stemmann doch von Dr. Hamer und seiner "neuen Medizin" ausdrücklich distanziert?:

"Seit ca. 1 1/2 Jahren gibt es unlautere Versuche, eine Verbindung zwischen der Neuen Medizin nach Dr. Hamer und dem Gelsenkirchener Behandlungsverfahren nach Prof. Dr. Stemmann herzustellen."

http://www.kinderklinik-ge.de/Fachbereiche/Abteilung_fuer_allergische_Erkrankungen/Kontakt.htm?Menue=10_kk_kinderklinik&Knoten=5_11_12

Aber egal, das soll uns nicht weiter stören. Mich interessiert folgendes: "Nach Auskunft der Gelsenkirchener Kinderklinik werden 80 Prozent aller Kinder mit Neurodermitis dank dieses Programms innerhalb von zwei Jahren geheilt."

http://www.abendblatt.de/daten/2005/03/30/415056.html


Meine Frage:

Warum veröffentlicht Prof. Dr. Ernst-August Stemmann, der nun schon seit vielen Jahren Kinder mit seiner unorthodoxen Methode behandelt, seine sensationellen Ergebnisse nicht in einer anerkannten Fachzeitschrift, so wie es sich gehört, wenn man neue Behandlungsansätze etabliert und diese an Versuchspersonen testet?

Die älteste Arbeit die ich unter dem Suchbegriff Stemmann EA bei PubMed finde ist von 1981.

Es wäre doch ausgesprochen unethisch, wenn man ein tolles Heilmittel fände und würde sich nicht um dessen wissenschaftliche Anerkennung - die Vorrausetzung für die breite Anwendung - bemühen.
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wm
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Beiträge: 358

Re: Neurodermitis Gelsenkirchen Prof. Stemmann
Antwort #1 - 07. Dezember 2006 um 08:57
 
Es ist schon merkwürdig. Für Ärzte gibts da ein extra Kammerrecht, da wird z.B. definiert was unseriös ist- da würde Dr ST wohl drunter fallen.
Dann gibt es die ärztliche Sorgfaltspflicht und und und.

Und im normalen Strafrecht gibts auch noch ein paar Dinge die relevant sein könnten.

Und warum geschieht da nichts?

Im übrigen hat Deutschland doch auch die Kinderrechtskonvention ratifiziert- da könnte man ja auch mal nachschauen.

oder mal bei der USA nachschauen die haben doch häufig gute Daten im medizinischen Bereich

http://www.preventchildabuse.org/publications/parents/downloads/recognizing_abuse.pdf

child neglect: lacks needed medical care.
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besucher
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Beiträge: 504

Re: Neurodermitis Gelsenkirchen Prof. Stemmann
Antwort #2 - 07. Dezember 2006 um 09:36
 
Der wurde auch verklagt und letztes Jahr in dubio pro reo freigesprochen.

http://www.laborjournal.de/editorials/207.html

Das wäre doch sicher auch ein gangbares Modell für die Pharmaindustrie: Medikament auf den Markt werfen und das Testen und Prüfen der Wissenschaftsgemeinde überlassen, da ließe sich viel Geld sparen.  Schockiert/Erstaunt


Dr. Stemmann scheint die Theorien Hamers nicht  für so falsch zu halten, hat sich jedoch scheinbar ein eigenes Süppchen daraus gekocht, das er seinen kleinen Patienten vorsetzt:


Siehe die Seiten eines treuen Hamer-Anhängers:

http://www.pilhar.com/Hamer/NeuMed/Zertif/920524.htm

http://www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/2004/20041213_Gabling_an_Stemmann.htm


Ich möchte an dieser Stelle feststellen, dass ich keine Aussage über die Wirksamkeit dieser Methode mache. Das ist mir auch leider nicht möglich, solange Dr. Stemmann die Karten nicht offenlegt d.h. die Ergebnisse seiner Menschenversuche publiziert.
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besucher
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Beiträge: 504

Re: Neurodermitis Gelsenkirchen Prof. Stemmann
Antwort #3 - 08. Dezember 2006 um 14:34
 
Aus meiner Dermatologie-Vorlesung:

Prävalenz Atopisches Ekzem: Gesamtbevölkerung: 5%, Kleinkinder: zu 20%

Aus dem Buch Dermatologie von Ingrid Moll, Duale Reihe,  6. Auflage 2005, Thieme Verlag:

Epidemiologie Atopische Dermatitis: 10-20% der Kinder in Industrieländern (häufiger in Großstädten und in kleinen Familien). Bei Erwachsenen 1-3%. 2000 wurde die Erkr. 2-3 mal häufiger diagnostiziert als vor 30 Jahren. 1/3 der Kinder bekommt ein allergisches Asthma (um das 5. Lebensjahr) oder allergische Rhinitis (um das 10 Lebensjahr).


Wie ist in Anbetracht dieser hohen Spontanremissionsrate im (Klein-)Kindesalter (Spontanremission gleich Besserung der Symptome ungleich Heilung) dieses vollmundige Versprechen zu sehen?:

"Nach Auskunft der Gelsenkirchener Kinderklinik werden 80 Prozent aller Kinder mit Neurodermitis dank dieses Programms innerhalb von zwei Jahren geheilt."
http://www.abendblatt.de/daten/2005/03/30/415056.html

Hat man vielleicht gute Gründe den Nachweis zu scheuen? (Fragen darf man doch?)
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Eine
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Prof. Stemmann - Präsident der GPBM
Antwort #4 - 10. Dezember 2006 um 12:41
 
Hallo, Besucher,

Zitat:
Dr. Stemmann scheint die Theorien Hamers nicht  für so falsch zu halten, hat sich jedoch scheinbar ein eigenes Süppchen daraus gekocht, das er seinen kleinen Patienten vorsetzt:


Was ist eigentlich das Ziel Ihres merkwürdigen Beitrages?
Wollen Sie sachlich etwas dazu beitragen, dass betroffene Menschen, die sich hier informieren wollen, Impulse bekommen, oder wollen Sie hier Personen verunglimpfen?
Von Menschenversuchen kann beim Gelsenkirchener Behandlungsmodell überhaupt keine Rede sein, weil die Kinderklinik mit Eltern und Kindern zusammen auf Ursachenforschung geht. Übrigens nach den Anregungen des Pädagogen Rudolf Dreikurs. Bei biologischen Konflikten geht es im Fall der Neurodermitis um Trennungskonflikte, die von einem Kind existentiell erlebt werden.

Ein Beispiel: Wenn eine Schwangere den sog. Tripel-Test machen lässt, kann es passieren, dass sie in eine Risikogruppe fällt. Ein Nachfolgetest kann aber erst einige Wochen später erfolgen. In dieser Zeit kann ein Ungeborenes sehr wohl die Unruhe der Mutter spüren, die Angst: "Was wird, wenn sich herausstellt, dass mein Kind behindert ist?" Es ist nämlich wissenschaftlich einwandfrei geklärt, dass der kindliche Organismus ganz eng verbunden ist mit den mütterlichen Erlebnissen, Gefühlswelten und ihren Zweifeln und Ängsten. Wie ist das zu erklären? Auch das ist  wissenschaftlich erforscht: Es sind Tausende von Eiweißverbindungen (Peptide) die jegliche Körperfunktionen des Menschen steuern und auch Grundlage seiner Gefühle sind. Sie werden durch den Blutkreislauf von Mutter und Ungeborenem gleichermaßen hindurchgespült. So erklärt sich ein zeitweiliger Kontaktverlust zwischen Mutter und Kind, weil die Mutter in einem Konflikt steht und nicht weiß, ob sie ihr Kind behalten kann/ will/wird.
Jede Schwangere kann sich über diese Beobachtungen, die in Gelsenkirchen gemacht wurden, Gedanken machen und Konsequenzen ziehen.
Betroffenen Eltern oder Erwachsenen kann ich nur raten, sich das Gelsenkirchener Behandlungsverfahren anzuschauen. Der Verein vertreibt Literatur: www.AuK.de (Allergie- und umweltkrankes Kind e.V.). Außerdem sind bundesweit viele Selbsthilfegruppen gegründet worden

In der wichtigsten Publikation des AuK e.V.  geht der Dank an den ärztlichen Mitarbeiterstab: Genannt werden 38 Ärzte. Das Modell wurde vom Land NRW wegen seines Vorbildcharakters gewürdigt.
Wer eins und eins zusammenrechnen kann weiß zweierlei:
1. Man kann bezogen auf die Neurodermitis sehr wohl psycho-biologische Zusammenhänge erkennen. Und die hat als erster Herr Hamer erkannt und bereits 1981 beschrieben.
2. Stemmann hat wie jeder eine eigene medizinische Prägung, und versucht, die psycho-biologische Sichtweise umzusetzen. Aber auch Umweltfaktoren oder lebensbedingter Stress spielen nach seiner Forschung eine Rolle bei der Entstehung der Neurodermitis. Da Hamer, wie wir wissen zur Unperson erklärt wurde, gibt es ja noch die Möglichkeit, sich mit seinen Entdeckungen konstruktiv auseinanderzusetzen.

Das ist das Ziel der Gesellschaft für psycho- biologische Medizin, dessen Präsident jetzt Herr Stemmann geworden ist. Ich begrüße diese Entwicklung.
Eine





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Hema
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Beiträge: 6071

Re: Prof. Stemmann - Präsident der GPBM
Antwort #5 - 10. Dezember 2006 um 13:29
 
Zitat:
Hallo, Besucher,

Zitat:
Dr. Stemmann scheint die Theorien Hamers nicht  für so falsch zu halten, hat sich jedoch scheinbar ein eigenes Süppchen daraus gekocht, das er seinen kleinen Patienten vorsetzt:


Was ist eigentlich das Ziel Ihres merkwürdigen Beitrages?
Wollen Sie sachlich etwas dazu beitragen, dass betroffene Menschen, die sich hier informieren wollen, Impulse bekommen, oder wollen Sie hier Personen verunglimpfen?
Von Menschenversuchen kann beim Gelsenkirchener Behandlungsmodell überhaupt keine Rede sein, weil die Kinderklinik mit Eltern und Kindern zusammen auf Ursachenforschung geht. Übrigens nach den Anregungen des Pädagogen Rudolf Dreikurs. Bei biologischen Konflikten geht es im Fall der Neurodermitis um Trennungskonflikte, die von einem Kind existentiell erlebt werden.


Und diese "Konflikte" sollen URSACHE der Neurodermitis sein? Seine "Therapie" soll diese "Konflikte" beheben können? Das ist nicht fachüblich veröffentlicht, es gibt nur Buntes im Vereinsblättchen, nichts in anerkannten Journalen. DA könnte Stemmann den Kollegen mal zeigen, statistisch sauber aufbereitet, was er macht. Da ist jedoch FEHLANZEIGE. Schockiert/Erstaunt

Zitat:
Ein Beispiel: Wenn eine Schwangere den sog. Tripel-Test machen lässt, kann es passieren, dass sie in eine Risikogruppe fällt. Ein Nachfolgetest kann aber erst einige Wochen später erfolgen. In dieser Zeit kann ein Ungeborenes sehr wohl die Unruhe der Mutter spüren, die Angst: "Was wird, wenn sich herausstellt, dass mein Kind behindert ist?" Es ist nämlich wissenschaftlich einwandfrei geklärt, dass der kindliche Organismus ganz eng verbunden ist mit den mütterlichen Erlebnissen, Gefühlswelten und ihren Zweifeln und Ängsten. Wie ist das zu erklären? Auch das ist  wissenschaftlich erforscht: Es sind Tausende von Eiweißverbindungen (Peptide) die jegliche Körperfunktionen des Menschen steuern und auch Grundlage seiner Gefühle sind. Sie werden durch den Blutkreislauf von Mutter und Ungeborenem gleichermaßen hindurchgespült. So erklärt sich ein zeitweiliger Kontaktverlust zwischen Mutter und Kind, weil die Mutter in einem Konflikt steht und nicht weiß, ob sie ihr Kind behalten kann/ will/wird.
Jede Schwangere kann sich über diese Beobachtungen, die in Gelsenkirchen gemacht wurden, Gedanken machen und Konsequenzen ziehen.


Weia. Bevor jemand Patienten behandelt, muß er zunächst den Fachkollegen zeigen, dass seine Methode funktioniert. Stemmann macht nichts dergleichen. Mütter, die sich in einer psychisch labilen Phase befinden, kann man ALLES erzählen und jede Besserung als kausal auf die "Behandlung" zurückgehend verkaufen. Bei Neurodermitis, die nebenbei häufig falsch diagnostiziert wird, manchmal aber auch auf eine Reizung der kindlichen Haut zurückgeht, weil Mütter einen Putzfimmel am Kleinkind austoben, haben Sie ohne jegliche Massnahme eine hohe Selbstheilungstendenz schon innerhalb eines Jahres. Stemmann kann seine auf Hamer basierende Methode nur "verkaufen", weil Mütter meist nicht die geringste Ahnung haben.

Zitat:
Betroffenen Eltern oder Erwachsenen kann ich nur raten, sich das Gelsenkirchener Behandlungsverfahren anzuschauen. Der Verein vertreibt Literatur: www.AuK.de (Allergie- und umweltkrankes Kind e.V.). Außerdem sind bundesweit viele Selbsthilfegruppen gegründet worden


Die Vereinsblättchen sind reine Werbebroschüren. Unwissenschaftlich und von dem Eigeninteresse der Verkäufer dieser Methode sowie einiger glaubender Anhänger getragen. Augenrollen

Zitat:
In der wichtigsten Publikation des AuK e.V.  geht der Dank an den ärztlichen Mitarbeiterstab: Genannt werden 38 Ärzte. Das Modell wurde vom Land NRW wegen seines Vorbildcharakters gewürdigt.


Stemmanns Behandlungsweise wurde vor Jahren nur nach seiner extrem übertriebenen und ungeprüften Eigendarstellung ("Gallileo von Gelsenkirchen" titelte schon der Spiegel, das sieht er tatsächlich selber so...) aufgenommen. Nach einem Jahr wurde er wieder rausgenommen, weil er keinen Bericht und auch keine Daten trotz Nachfrage vorlegte. Es ist schlimm genug, dass er mit dieser nicht mehr bestehenden Empfehlung ungestraft immer noch hausieren geht. Sie sollten diesen Mumpitz also nicht noch verbreiten.

Zitat:
Wer eins und eins zusammenrechnen kann weiß zweierlei:
1. Man kann bezogen auf die Neurodermitis sehr wohl psycho-biologische Zusammenhänge erkennen. Und die hat als erster Herr Hamer erkannt und bereits 1981 beschrieben.


"Herr Hamer" ist ein mehrfach zu Recht bestrafter Scharlatan, ein psychisch kranker Mensch, der seine Wahnideen absolut setzt. Wollen Sie sich ernsthaft für diesen schlimmen Unsinn einsetzen?

Zitat:
2. Stemmann hat wie jeder eine eigene medizinische Prägung, und versucht, die psycho-biologische Sichtweise umzusetzen. Aber auch Umweltfaktoren oder lebensbedingter Stress spielen nach seiner Forschung eine Rolle bei der Entstehung der Neurodermitis. Da Hamer, wie wir wissen zur Unperson erklärt wurde, gibt es ja noch die Möglichkeit, sich mit seinen Entdeckungen konstruktiv auseinanderzusetzen.

Das ist das Ziel der Gesellschaft für psycho- biologische Medizin, dessen Präsident jetzt Herr Stemmann geworden ist. Ich begrüße diese Entwicklung.


Stemmann forscht nicht. Er behauptet.

Sie begrüßen das Entstehen einer neuen Sekte. Glückwunsch! Smiley
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besucher
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Beiträge: 504

Re: Prof. Stemmann - Präsident der GPBM
Antwort #6 - 10. Dezember 2006 um 13:55
 
Zitat:
Hallo, Besucher,

Zitat:
Dr. Stemmann scheint die Theorien Hamers nicht  für so falsch zu halten, hat sich jedoch scheinbar ein eigenes Süppchen daraus gekocht, das er seinen kleinen Patienten vorsetzt:


Was ist eigentlich das Ziel Ihres merkwürdigen Beitrages?


Ich frage nur, warum Prof. Stemmann seine Erfolge nicht mit der restliche Fachwelt teilt und seine Ergebnisse publiziert? Haben Sie eine Begründung? Vielleicht könnten auch andere Ärzte und ihre Patienten davon profitieren. Oder muss jetzt jeder selbst seine eigenen Versuche durchführen? Es ist nämlich durchaus fragwürdig, ob man durch den Juckeiz ohnehin stark gebeutelte Kinder noch mit drastischer Ernährungsumstellung, Trennungstraining und Entzug juckreizstillender Medikamente traktieren muß, wenn am Ende vielleicht (wir wissen es ja nicht) die ärztliche Kunst doch wieder nur darin besteht, den Patienten abzulenken, während die Natur sich selbst hilft (Voltaire).

Ich stelle hier im übrigen keine Behauptungen auf und verunglimpfe niemanden, ich stelle Fragen. Oder sind Zweifel verboten, das wäre mir neu.


Aus http://www.wdr.de/tv/service/gesundheit/inhalt/20041213/b_2.phtml

Zitat:
Stemmann und sein Team gehen davon aus, dass die Erkrankung „erlernt“ ist, deshalb kann sie nach Ansicht der Mediziner und Psychologen auch wieder „verlernt“ werden. ...  Notwendige Voraussetzung dafür sei es, die Selbstheilungskräfte des Erkrankten zu aktivieren, nachzumachen, was bei den so genannten Spontanheilungen ohnehin automatisch passiere. Auf dieses Ziel konzentriert sich die Behandlung in der Kinderklinik Gelsenkirchen.


Dann wäre ein Nachweis zu fordern, dass diese Behandlung dem Patienten einen Benefit gegenüber der "einfachen Spontanheilung" bringt, sei es hinsichtlich Befundbesserung, Spontanregression, Lebensqualität. Das können Sie alles problemlos messen und dokumentieren.

Zitat:
Das Gelsenkirchener Modell fokussiert Trennungssituationen


Zitat:
Für den begrenzten Zeitraum von einem Jahr wird die Ernährung komplett umgestellt


Zitat:
Aus diesem Grund ignorieren Ärzte und Psychologen in Gelsenkirchen während der Behandlung weitgehend die Haut (ausgenommen schwerste Entzündungen, die kurzfristig akut behandelt werden müssen) und konzentrieren sich auf die Lebensumstände und Stressbewältigungsfähigkeiten des Erkrankten sowie auf das gesamte familiäre Umfeld.


Hatten Sie schon mal richtig ekelhaften Juckreiz?

Zitat:
Neurodermitis ist nach den Gelsenkirchener Forschungsergebnissen und Behandlungserfahrungen keine Hauterkrankung, sondern eine psychosomatische Erkrankung, die lediglich an der Haut sichtbar werde.


Eine Überwiegen der psychosomatischen Komponente in der Ätiopathogenese des atopischen Ekzems wäre ebenso zu belegen. Oder soll sich die Beobachtung des Erbgangs der Disposition (polygen mit Schwellenwert) nun in Luft auflösen? Beide Eltern erkrankt: Kind erkrankt zu 70%. Ein Elternteil erkrankt: Kind erkrankt zu ca. 30%. Oder meinen Sie hier wird das psychosomatische Problem vererbt?


Zur Spontanheilung: Von den Kindern erkranken 70% in den ersten 2 Lebensjahren, 75% sind jedoch bis zur Pubertät "geheilt" (erscheinungsfrei). Sie sehen, dass persönliche gute Erfahrungen mit dieser Methode völlig wertlos sind, da sie nicht wissen, was davon auf das Konto der Natur und was auf das Konto des Arztes geht.


Wie gesagt, ich bestreite nicht den Erfolg der Behandlung, ich frage, wo der Nachweis bleibt. Es gab in der Medizin schon viele Blindgänger, gerade deswegen ist die wissenschaftliche Aufarbeitung ein unverzichtbares Element der Qualitätssicherung.

MfG
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ama
Ex-Mitglied





Hier stirbt ein Mensch
Antwort #7 - 10. Dezember 2006 um 15:47
 
.


Hier stirbt ein Mensch.

Und wieder schaut die Justiz tatenlos zu.

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Pjotr
Ex-Mitglied





Re: Prof. Stemmann - Präsident der GPBM
Antwort #8 - 10. Dezember 2006 um 20:09
 
Zitat:
Was ist eigentlich das Ziel Ihres merkwürdigen Beitrages?


Ich vermute, mal nachzufragen, wie es sein kann, das z.T. schwer leidende Kinder seit vielen Jahren mit z.t. dramatischen und unmenschlichen Holzammermethoden "behandelt" werden, ohne dass es irgend einen Hinweis darauf gibt, dass diese Methoden wirksam wären.

Meinen Sie nicht, dass man da mal nachfragen kann? Oder gar muss?

Zitat:
Wollen Sie sachlich etwas dazu beitragen, dass betroffene Menschen, die sich hier informieren wollen, Impulse bekommen, oder wollen Sie hier Personen verunglimpfen?


So wie es aussieht, will er nur sachlich fragen.

Zitat:
Von Menschenversuchen kann beim Gelsenkirchener Behandlungsmodell überhaupt keine Rede sein, weil die Kinderklinik mit Eltern und Kindern zusammen auf Ursachenforschung geht.


Was ist denn das für eine Begründung? Leidende Kinder werden von ihrer Bezugsperson getrennt. Und auf eine generalisierte Diät gesetzt. Das ist brutal und unmenschlich. Es dürfte für die betroffenen Kinder diesbezüglich egal sein, ob da Eltern auf angebliche "Ursachenforschung" mit eingehen. Ganz im Gegenteil, sie lernen dort, dass sie sich nicht mal mehr auf ihre Bezugsperson verlassen können. Und das alles, weil ein Ernst August Stemmann von einem Trennungskonflikt als Ursache fabuliert. Für diese "Hypothese" es er in all den Jahren noch nie geschafft hat, auch nur einen Nachweis zu bringen.

Ob er dazu zu faul, unfähig oder zu schlau war, kann ich nicht beurteilen. Aber es ist die verdammte Pflicht eines jeden Arztes, seine Behandlungsmethoden vernünftig und nachvollziebar begründen zu können. Das kann Stemmann nicht. Zu offensichtlich ist sein Hang zu Hamer und dessen Irrsinn.

Zitat:
Übrigens nach den Anregungen des Pädagogen Rudolf Dreikurs. Bei biologischen Konflikten geht es im Fall der Neurodermitis um Trennungskonflikte, die von einem Kind existentiell erlebt werden.


Was soll dieser Hamer-Unfug?

Zitat:
Ein Beispiel: Wenn eine Schwangere den sog. Tripel-Test machen lässt, kann es passieren, dass sie in eine Risikogruppe fällt. Ein Nachfolgetest kann aber erst einige Wochen später erfolgen. In dieser Zeit kann ein Ungeborenes sehr wohl die Unruhe der Mutter spüren, die Angst: "Was wird, wenn sich herausstellt, dass mein Kind behindert ist?" Es ist nämlich wissenschaftlich einwandfrei geklärt, dass der kindliche Organismus ganz eng verbunden ist mit den mütterlichen Erlebnissen, Gefühlswelten und ihren Zweifeln und Ängsten.


Das ist überhaupt nicht geklärt. Die banale Tatsache, dass ein Ungeborenes in den Kreislauf und Körper seiner Mutter eingebunden ist und natürlich alles mögliche mitbekommt ist das eine. Daraus unbezweifelbare "Tatsachen" für den Gesundheitszustand des Kindes abzuleiten ist ein gedanklicher Kurzschluss. Oder freundlicher formuliert: Schwachsinn.

Zitat:
Wie ist das zu erklären? Auch das ist  wissenschaftlich erforscht: Es sind Tausende von Eiweißverbindungen (Peptide) die jegliche Körperfunktionen des Menschen steuern und auch Grundlage seiner Gefühle sind. Sie werden durch den Blutkreislauf von Mutter und Ungeborenem gleichermaßen hindurchgespült. So erklärt sich ein zeitweiliger Kontaktverlust zwischen Mutter und Kind, weil die Mutter in einem Konflikt steht und nicht weiß, ob sie ihr Kind behalten kann/ will/wird.


Ich befürchte, sie glauben so einen pseudowisschenschaftlichen Unsinn sogar. Gefühle werden nirgends "durchgespült".

Zitat:
Jede Schwangere kann sich über diese Beobachtungen, die in Gelsenkirchen gemacht wurden, Gedanken machen und Konsequenzen ziehen.


Wäre ich weiblich und schwanger: Nach meinen Beobachtungen von Gelsenkirchen würde ich Stemmann anzeigen wegen Betrugs.

Zitat:
Betroffenen Eltern oder Erwachsenen kann ich nur raten, sich das Gelsenkirchener Behandlungsverfahren anzuschauen.


Das sollte man unbedingt. Man bekommt dann einen Einblick, wie offensichtliche Wahngebäude sogar noch von Krankenkassen finanziert werden.

Zitat:
Der Verein vertreibt Literatur: www.AuK.de (Allergie- und umweltkrankes Kind e.V.). Außerdem sind bundesweit viele Selbsthilfegruppen gegründet worden


Mit Stemmanns Methoden könnte man ihn auch VSZEKB -  Verein zur systematischen Zerstörung des Erltern-Kind Bezugs - nennen.

Zitat:
In der wichtigsten Publikation des AuK e.V.  geht der Dank an den ärztlichen Mitarbeiterstab: Genannt werden 38 Ärzte. Das Modell wurde vom Land NRW wegen seines Vorbildcharakters gewürdigt.


Sie wissen doch genau, dass Gelsenkirchen da wieder rausgefallen ist. Quasi wegen Vorspiegelung falscher Tatsachen.

Zitat:
Wer eins und eins zusammenrechnen kann weiß zweierlei:
1. Man kann bezogen auf die Neurodermitis sehr wohl psycho-biologische Zusammenhänge erkennen. Und die hat als erster Herr Hamer erkannt und bereits 1981 beschrieben.


Hamer hat sich ein Wahngebilde zusammengesponnen, das aufgrund seiner Einfachheit gerne von Laien als Offenbarung genommen wird. Das einzige, was man sicher weiss ist, dass deswegen inzwischen dutzende Personen einen elenden, unnötig frühen Tod gestorben sind.

Aber interessant, dass hier Stemmann, AuK und Hamer so in einer schönen Linie genannt werden. Das passt.

Pjotr
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Pjotr
Ex-Mitglied





Re: Prof. Stemmann - Präsident der GPBM
Antwort #9 - 11. Dezember 2006 um 11:57
 
folgenden Kommentar bat mich Prof. Klosterhalfen für Ihn reinzustellen, da er gerade technische Probleme hat, hier was zu schreiben:

-----------------------------------------------------------------------------

An “Eine”, die ihren wirklichen Namen lieber nicht nennt:

Das Ziel des Beitrags von “besucher” duerfte es sein, Eltern,
Krankenkassen usw. vor der – zu erheblichen Teilen auf
dem Schwachsinn Hamers basierenden  – Scharlatanerie
Stemmanns zu warnen.

“Impulse” ist ein vager Begriff. Impulse von Hamer koennen
toedliche Folgen haben.

Verunglimpfen ist nicht ok, aber berechtigte Kritik ist wertvoll
und keine Verunglimpfung. Stemmann behauptet, ich wuerde
ihn verunglimpfen. Reine Polemik, denn Argumente gegen
meine sehr konkreten Vorwuerfe ist er bisher schuldig
geblieben.

“Zusammen auf Ursachenforschung gehen”?
Das ist bestenfalls naiv, da die meisten Eltern den suggestiven
Befragungen Stemmanns nichts entgegenzusetzen haben.

Lustig finde ich Ihren Hinweis auf Dreikurs. Dessen Buch (Kinder
fordern uns  heraus), das uebrigens die als Koautorin
fungierende Vicki Soltz verfasst  hat, habe ich 1992 in
Gelsenkirchen eingefuehrt, damit die Muetter nicht nur
den Hamerstuss hoeren, den Stemmann als dessen Epigone wiederkaeut. (Ein
weiteres gutes Buch fuer Eltern in Noeten stammt von Holger Wyrwa: Die
Schlaraffenlandkinder.)

Die Psychophysiologie von Stresserlebnissen ist kompliziert. Dass das
ungeborene Kind einen Trennungskonflikt biochemisch mitgeteilt
bekommt und deshalb ND bekommt, duerfte etwa so wahrscheinlich
sein, wie die jungfraeuliche Empfaengnis. Reine Spekulation, und da es
auf Weihnachten zugeht: Spekulatius praecox.

Wer sind denn die 38 Aerzte? Wo steht das denn in welcher wichtigsten
Publikation von AuK?

Wo in Hamers Buch von 1981 steht etwas ueber Neurodermitis. Ich bitte um
Seitenangaben. Ich selbst konnte da naemlich nichts ueber ND finden.

Meines Wissens ermittelt die Staatsanwaltschaft Essen erneut
gegen Stemmann und andere wegen Betrugs. Stemmann ist nie
freigesprochen worden. Aber die Ermittlungen waren zwischenzeitlich
eingestellt worden, wogegen ich beim Generalstaatsanwalt in Hamm
erfolgreich Beschwerde eingelegt habe.

Prof. Dr. Wolfgang Klosterhalfen
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