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DHEA / Melatonin / HGH / Testosteron (Gelesen: 22716 mal)
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Augsburg
DHEA / Melatonin / HGH / Testosteron
18. Juli 2007 um 21:55
 
Artikel erschien in: => ÖKO-TEST Kompakt 40 +
Rubrik: Magazin

Anti-Aging-Medizin
Kein Wunder

Älter werden und dabei jung aussehen - zu schön, um wahr zu sein. Anti-Aging-Mediziner versprechen alles Mögliche und setzen dafür Hormonpräparate ein. Kritische Wissenschaftler halten das für riskant.

Alt ist der Menschheitstraum vom ewigen Leben und immerwährender Jugend. Neu ist dagegen die Flut an Therapien und Präparaten, mit denen sogenannte Anti-Aging-Experten gegen das Älterwerden zu Felde ziehen. Selbst kerngesunde Midlifer greifen immer häufiger zu Medikamenten, weil sie die biologische Uhr anhalten oder gar zurückdrehen wollen. Glaubt man den Versprechungen der Hersteller, dann können synthetische Hormone das Wohlbefinden steigern, die Haut glätten, die Libido stimulieren, Fettpolster schmelzen und die Muskeln schwellen lassen.
Anti-Aging - zu Deutsch: das Altern aufhalten - versteht sich als ganzheitliche Therapie, zu der drei Säulen gehören: der Lebensstil, die Ernährung und die künstliche Zufuhr von Hormonen. Dass Lebensweise und Ernährung wesentlich darüber entscheiden, wie gut oder schlecht man in die Jahre kommt, ist lange bekannt: Zu viel Stress und Kummer machen Sorgenfalten. Mangelnde Bewegung, Rauchen oder Übergewicht erhöhen das Risiko für Stoffwechselerkrankungen, Bluthochdruck oder Herzinfarkt. Wissenschaftlich belegt ist auch, dass mit zunehmendem Alter die Konzentration von Wachstums- und Geschlechtshormonen im Blut deutlich sinkt. Mehr Körperfett an Bauch und Hüften, Verlust von Muskel- und Knochenmasse, eine geringere Elastizität der Haut und nachlassende Potenz gehören zu den unangenehmen Folgen.
Diese Erkenntnis haben sich Anfang der Neunzigerjahre findige amerikanische Ärzte zunutze gemacht, um Strategien gegen das Altern zu entwickeln. Ihr Konzept klingt so simpel wie einleuchtend: Man muss das Hormondefizit nur wieder auffüllen, um den körperlichen Verfall zu stoppen oder zumindest zu verzögern.


Hormoncocktails gegen den Verfall

Die Anti-Aging-Welle, die in den USA längst Teil einer florierenden Jugend- und Schönheitsmedizin geworden ist, hat vor Jahren bereits auch Europa erreicht. Das Geschäft mit den Verjüngungskuren boomt. Anti-Aging-Institute schießen wie Pilze aus dem Boden, und die Branche lockt mit immer neuen Mittelchen und Methoden. Immerhin müssen die teuren Hormoncocktails, die man in den USA im Supermarkt bekommt, hierzulande vom Arzt verschrieben werden. Das Ganze firmiert auch unter dem Label Präventionsmedizin. Bislang ist Anti-Aging allerdings kein geschützter Begriff, eine anerkannte Zusatzausbildung gibt es nicht. Vertreter aller erdenklichen Fachrichtungen - vom Gynäkologen bis zum Orthopäden, vom Dermatologen bis zum Anästhesisten - haben den Kampf gegen das Altern als lukrative Einnahmequelle für sich entdeckt.


Das Projekt der ewigen Jugend

Inzwischen gründete sich sogar eine medizinische Fachgesellschaft mit dem Ziel, Anti-Aging als eigene wissenschaftliche Disziplin zu etablieren. Auf der Homepage der German Society of Anti-Aging-Medicine erfährt man, was zu einem guten Verjüngungsprogramm dazugehört: individuelle Ernährungsberatung, Maßnahmen gegen Übergewicht, Sport- und Fitnessprogramm, Gehirntraining, Stressmanagement und Entspannungsübungen - nützliche Dinge, die fraglos die Lebensqualität verbessern helfen können, auch ohne den kostspieligen Besuch im Anti-Aging-Institut. Doch zum Rundum-Präventions-Paket der Anti-Aging-Mediziner gehört noch mehr. Nach einem ersten Beratungsgespräch erwartet den Kunden der sogenannte Age-Scan, mit dessen Hilfe sein biologisches Alter ermittelt werden soll. Per Röntgenscanner werden Knochendichte, Muskel- und Fettmasse bestimmt.


Alterscheck für 500 bis 2.000 Euro

Gedächtnis- und Koordinationsprüfungen, Belastungs-EKG, Kraft-, Seh- und Hörtests gehören ebenso zum Diagnostikprogramm wie die Messung von Lungenvolumen, Feuchtigkeits- und Fettgehalt der Haut. Blutuntersuchungen geben Auskunft über den genauen Hormonstatus des Patienten. Und wer will, kann sich auch einer Gen-Analyse unterziehen. Je nach Umfang muss man für den Age-Scan 500 bis 2.000 Euro bezahlen.
Auf dieser Basis entwirft der Arzt ein für den Kunden maßgeschneidertes Verjüngungsprogramm. Im Rahmen einer umfassenden Lebensstilberatung gibt es Tipps zur körperlichen Ertüchtigung und Vorschläge für eine gesündere Ernährung. Für "völlig überflüssig" hält Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung die hoch dosierten Vitaminpräparate, die die Anti-Aging-Doktoren ihren Kunden gerne verordnen, um angebliche Defizite in der Versorgung auszugleichen. Deutschland sei kein Vitaminmangelland. Die Vitaminversorgung könne hierzulande das ganze Jahr über sichergestellt werden. "Durch ein saisonal unabhängiges Angebot nährstoffreicher Gemüse- und Obstsorten, nährstoffreicher und relativ preiswerter Milch- und Getreideprodukte sowie ein entsprechendes großes Angebot an Seefisch und fettarmen Fleischsorten wird bei gesunden Personen in Deutschland ein Vitaminmangel nicht mehr beobachtet und auch eine Vitaminunterversorgung kann bei entsprechender Lebensmittelauswahl vermieden werden", sagt DGE-Expertin Keller. Zudem belegen immer mehr Studien, dass isolierte Vitamingaben längst nicht so wirkungsvoll sind wie frisches Grünzeug. Im Gegenteil kann etwa künstliches Betacarotin bei Rauchern sogar das Krebsrisiko erhöhen.

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« Zuletzt geändert: 15. Juli 2008 um 19:37 von Forum Admin »  
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Augsburg
Re: DHEA / Melatonin / HGH / Testosteron
Antwort #1 - 15. Juli 2008 um 19:40
 
Artikel erschien in: => ÖKO-TEST Kompakt 40 +
Rubrik: Magazin

Anti-Aging-Medizin
Kein Wunder

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DHEA

Dehydroepiandrosteron (DHEA) wird von der menschlichen Nebennierenrinde gebildet und ist ein Vorläufer der Sexualhormone Testosteron und Östrogen. Die DHEA-Produktion sinkt in der zweiten Lebenshälfte kontinuierlich ab. Die auch als "Power-Hormon" titulierte Substanz soll generell das Wohlbefinden positiv beeinflussen, Stress abbauen, das Gedächtnis fördern, das Immunsystem stärken oder bei älteren Frauen den Knochenstoffwechsel und Wassergehalt der Haut erhöhen und die Sexualität steigern. Sogar über mögliche positive Effekte auf Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Alzheimer wird spekuliert.

Tatsächlich sind die Wirkungen und Nebenwirkungen von DHEA weitgehend unerforscht. Langzeitstudien fehlen, sodass auch über mögliche Gefahren bisher nur Vermutungen angestellt werden können. Die zusätzliche Hormonzufuhr könnte schlummernde Krebszellen in der Prostata, den Eierstöcken oder der Brust wecken, befürchten Wissenschaftler. Weil DHEA neben dem Östrogenspiegel auch die männlichen Hormone im Blut erhöht, müssen Frauen bei Überdosierung mit Vermännlichungserscheinungen wie Akne, Glatzenbildung, stärkerer Gesichts- und Körperbehaarung und einer tiefen Stimme rechnen. Bei Männern sind dagegen Verweiblichungstendenzen wie eine Vergrößerung der Brüste möglich. Nur bei einem krankhaft bedingten DHEA-Mangel wirkt sich der künstliche Ersatz des Hormons erwiesenermaßen positiv aus.


Melatonin

Der Botenstoff wird vom Körper während der Dunkelheit produziert. Er hat die Funktion, den äußeren Tagesrhythmus an das hormonelle System zu vermitteln. Von den Anti-Aging-Medizinern wird das Hormon der Zirbeldrüse als Mittel gegen alle möglichen Alterserscheinungen gepriesen. Nachgewiesen ist nur seine schlaffördernde Wirkung. Es senkt die Körpertemperatur und drosselt den Energiehaushalt.

Dabei ist Melatonin kein Schlafmittel im eigentlichen Sinn, sondern teilt dem Körper nur mit, dass es dunkel ist, und gibt ihm so die Chance, besser zur Ruhe zu kommen. Die Substanz hilft Menschen mit gestörtem Schlaf-Wach-Rhythmus wie Schichtarbeitern. Im Alter nimmt die körpereigene Melatoninausschüttung ab, was mit chronischen Schlafstörungen einhergehen kann, die sich teilweise durch die Gabe von Melatonin bessern lassen. Allerdings ist die Behandlung nicht harmlos. Durch das Hormon werden viele körperliche Funktionen heruntergefahren. So beeinträchtigt es die Fruchtbarkeit beim Mann, weil es die Mobilität der Spermien vermindert. Auch Übelkeit, Kopfschmerzen oder Albträume können auftreten.


Wachstumshormon HGH

Das Human Growth Hormone (HGH) wird im Vorderlappen der Hirnanhangdrüse gebildet und ist für den Aufbau und die Reparatur von Zellen wichtig. Ab dem dritten Lebensjahrzehnt nimmt die HGH-Produktion ab, was zu einer Verminderung von Muskelmasse bei gleichzeitiger Zunahme von Fettmasse führt. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Alterungsprozess direkt mit dem sinkenden HGH-Spiegel im Blut zusammenhängt und durch die Zufuhr dieser Substanz aufgehalten werden kann. In der Anti-Aging-Medizin gilt das Hormon als eine Art Allroundwaffe gegen das Altern, was aber jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Der Stoff kann zwar das Verhältnis von Muskel- zu Fettmasse verbessern und den Knochenstoffwechsel fördern, aber weder nimmt dadurch die Muskelkraft zu, wie das durch ein Körpertraining leicht zu erreichen ist, noch vermindert sich die Häufigkeit von Knochenbrüchen. Dagegen ist die künstliche Verabreichung von HGH mit erheblichen Risiken verbunden. Relativ oft werden Nebenwirkungen wie Ödeme, oder Gelenkschmerzen beobachtet. Zu den befürchteten Spätfolgen gehören unter anderem das Auftreten von Diabetes Typ 2, außerdem eine Vergrößerung bzw. Vergröberung von Füßen, Händen und Gesicht, das Anschwellen der Brust beim Mann sowie das Karpaltunnelsyndrom, eine schmerzhafte Nerveneinengung im Bereich der Handwurzel.


Testosteron

Die in den Hoden gebildete Substanz sorgt für üppigen Bartwuchs, eine tiefe Stimme, breite Schultern und kräftiges Kinn. Weil die Testosteronproduktion ab dem 40. Lebensjahr sinkt, lassen sich viele ältere Männer zur Steigerung ihrer Libido das Sexualhormon künstlich verabreichen. Fakt ist allerdings, dass Testosteron das Wachstum eines Prostatakarzinoms fördern kann. So besteht auch die Gefahr, dass sich durch die zusätzliche Gabe des Männlichkeitshormons ein bis dahin unbekannter Prostatakrebs schneller entwickelt.
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