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Artikel erschien in: Ratgeber Kleinkinder 8: 2006 Rubrik: Magazin
Ins gemachte Nest
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Tragen oder Schieben?
Kleine Kinder zu tragen hat Tradition. Denn der Kinderwagen wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden. Als er sich aber erst einmal durchgesetzt hatte, war Tragen out - angeblich verzärtelte die Schlepperei die Kleinen. Trotzdem tragen auch heute noch zwei Drittel der Weltbevölkerung ihren Nachwuchs. Recht haben diese Eltern, meinen Pädagogen: Tragen bietet dem Gehirn mehr Reize als Liegen und der enge Körperkontakt vermittelt den Kindern Geborgenheit. Kein Wunder, dass häufig getragene Babys weniger weinen. Und die Spreiz-Hock-Stellung, die die Kleinen in einem Tragetuch oder einer guten Trage annehmen, wird in der medizinischen Fachliteratur sogar zur Behandlung von Hüftgelenksanomalien empfohlen. Auch für die Eltern hat das Tragen Vorteile: Mit dem Baby am Bauch überwindet man mühelos Treppen und unwegsames Gelände, findet leichter einen Platz im überfüllten Bus und hat die Hände frei.
Wenn das Kleine größer wird, sind Kinderwagen angenehmer, vor allem bei längeren Strecken. Die Modellvielfalt reicht vom teuren Kombikinderwagen (Kinderwagen, Tragetasche und Sportwagen in einem) über den dreirädrigen Jogger bis zum Buggy - wobei Letzterer sich für Neugeborene noch nicht eignet, denn in einem solchen Wagen muss das Kind schon selbstständig sitzen können.
Welches Tragesystem ist das beste?
Probieren Sie aus, mit welchem System Sie am besten klarkommen. Tücher sind vielseitiger als Tragen; das Binden scheint zwar zunächst kompliziert, aber man bekommt schnell Übung. Ein gutes Tragetuch ist fest gewoben, in der Diagonale aber nachgiebig. Darauf achten, dass das Tuch lang genug ist, denn gerade für die für Neugeborene geeigneten Bindetechniken benötigt man mehrere Meter Tuch. Wählen Sie ein Tuch mit einer Länge, die es auch dem größeren Elternteil ermöglicht, alle Bindetechniken zu nutzen. Ein Tragebeutel oder -gurt sollte sich auf unterschiedliche Träger einstellen lassen. Vorsicht: Ist der Steg zwischen den Beinen zu schmal und sind die Gurte zu lang, hängt das Kind ungünstig. In einem guten Tragesystem hockt das Kind nahe und hoch am Körper des Trägers. Nicht zu empfehlen sind Systeme, in denen das Kind vor dem Bauch hängt und nach vorn schaut. Dadurch wird es ins Hohlkreuz gedrückt und das Gewicht trägt nicht der Po, sondern bei Jungs liegt es auf den Hoden, bei Mädchen auf dem Schambein. Das Kind daher auch nicht umgekehrt in Tragesitze oder -tücher hineinsetzen. Der Kopf sollte immer gut abgestützt sein. Rückentragen sind für Kinder, die sicher sitzen können. Der Sitz sollte höhenverstellbar und im Rücken gepolstert sein. Das Kind stets anschnallen.
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