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Wie glaubwürdig ist die Wissenschaft ? (Gelesen: 31687 mal)
Schau-ma-amoi
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Beiträge: 1735

Geschlecht: male
Re: Wie glaubwürdig ist die Wissenschaft ?
Antwort #10 - 06. November 2007 um 11:46
 
Besserwisser schrieb am 06. November 2007 um 10:26:
Meine Damen und Herren,

Ja, ja; is schon gut.

Zitat:
"Mehr als jeder siebte gab dagegen an, auf Druck eines Geldgebers schon einmal Methode oder Resultate seiner Forschungsarbeit verändert zu haben."

Immer vorausgesetzt, diese Studie ist OK, sind das 15%

Zitat:
Hier wird also massiv

Bleiben S' am Boden. 15% sind nicht massiv

Zitat:
unter dem Deckmantel der Wissenschaft belogen und betrogen,

Billige Polemik.
Klar versuchen Unternehmen Gewinn zu machen und üben auf diese Weise gelegentlich (versteckt) Druck aus. Ob das alles Betrug ist, sei allerdings dahingestellt.
Doch Wissenschaft kontrolliert sich, wie Sie sehen, selbst. Wenn die Forscher dies nicht sagen würden, hätte unser umtriebiger, völlig uneigennützig agierender „Besserwisser“ (wie kommen Sie zu diesem unangebrachten Nick?) dies niemals erfahren.

Darüberhinaus bleibt zu fragen, welche Auswirkungen das Fehlverhalten denn tatsächlich zeigt?

Zitat:
nur um den Geldgeber die Taschen zu füllen. Hinzu kommt, dass die Überprüfung wissenschaftlicher Ergebnisse enorm kostenaufwendig und zeitintensiv ist.

Unfug. Wie Sie schon oft gezeigt haben, beherrschen Sie nicht einmal die Anfangsgründe der Wissenschaft. Wissenschaftliche Arbeit besteht darin, die (eigenen) und die Ergebnisse anderer Forscher ständig zu überprüfen und deren Ergebnisse in Frage zu stellen bzw. weiterzuentwickeln.

Zitat:
Man sollte sich davor hüten, etwas zu verherrlichen, was dermassen profitgesteuert ist und erst einmal vor der eigenen Türe kehren.

Seit Monaten wird hier das System „Wissenschaften“ in einfachen, selbst für Sie nachvollziehbaren Grundschuldeutsch dargelegt. Seit Monaten geschieht das. Trotzdem verstehen Sie es nicht. Entweder sind Sie strohdumm oder unredlich.

Ich hab hier noch keinen einzigen Beitrag gelesen, dem eine Verherrlichung von Wissenschaften zu entnehmen wäre.

Zitat:
Technische Errungenschaften bereichern das Leben. Der Rest muss sich daran messen lassen, was er produziert und bewirkt.

Richtig, die Medizin schneidet herovrragend ab. Mal abgesehen von Homöopathie und Esotertikertum, aber das ist ja keine Medizin.

Und jetzt ganz privat: der medizinischen Forschung hat mein Sohn das Leben zu verdanken, ohne medizinischer Forschung wäre mein Kind gestorben.

Als man 1922 das Insulin aus der Bauchspeicheldrüse eines Tieres isoliert und festgestellt hatte, dass das Insulin tatsächlich den Blutzuckerspiegel senken konnte, unternahmen die Forscher Selbstversuche mit dem gleichen Erfolg. Danach behandelten sie einen Patienten,  der wegen Überzuckerung im Koma lag. Durch das Insulin erholte er sich vollständig.

Von Bantings Entdeckung profitieren heute weltweit über hundert Millionen Diabetiker – allein in Deutschland spritzen sich täglich eine Million Menschen das Hormon. Eine überzeugende Alternative zur Spritze gibt es bis jetzt nicht. Er war darum bemüht, das Insulin möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Der eigene Profit interessierte ihn wenig; so meldete er seine Erfindung nicht einmal zum Patent an.

Mit Tanz- und Gesangstherapie kann man Diabetikern nicht das Leben retten.  Ärgerlich

Zitat:
Das Thema ist zu brisant, als dass es polemisiert werden sollte.

Und gerade SIE meinen, genug Sachverstand zu haben, über den Komplex Forschung zu diskutieren? Genausogut könnten Sie, allein aufgrund der Tatsache, dass Sie einen Toyota fahren, Goethes Faust ins Japanische übertragen hä?
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Sildenafil
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Re: Wie glaubwürdig ist die Wissenschaft ?
Antwort #11 - 06. November 2007 um 12:00
 
Schau-ma-amoi schrieb am 06. November 2007 um 11:46:
Genausogut könnten Sie, allein aufgrund der Tatsache, dass Sie einen Toyota fahren, Goethes Faust ins Japanische übertragen hä?

Laut lachend
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ama
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Re: Wie glaubwürdig ist die Wissenschaft ?
Antwort #12 - 06. November 2007 um 13:05
 
>Besserwisser
>Re: Wie glaubwürdig ist die Wissenschaft ?
>Antworten #6 - Heute um 10:26:32  

>Hier wird also massiv unter dem Deckmantel der Wissenschaft belogen
>und betrogen, nur um den Geldgeber die Taschen zu füllen. Hinzu
>kommt, dass die Überprüfung wissenschaftlicher Ergebnisse enorm
>kostenaufwendig und zeitintensiv ist.  
>Inwieweit vorsätzlich die Gesundheit von Menschen dabei aufs Spiel
>gesetzt wird, steht auf einem anderen Tablett.
>Man sollte sich davor hüten, etwas zu verherrlichen, was dermassen
>profitgesteuert ist und erst einmal vor der eigenen Türe kehren.

JA! GENAU! Wakefield, die Galionsfigur der Impfgegner, ist auch so ein Täter.

Das tödliche Komplott des Andrew Wakefield
Wakefield wurde bezahlt als Speerspitze einer Milliardenklage.
Beweise für die Zahlungen liegen vor.
http://www.ariplex.com/ama/ama_im38.htm


Wakefield, ein bezahlter Lügner, Demagoge und Fälscher
"Wakefield was hired by Barr, at lucrative rates,
to help sue vaccine makers."
http://briandeer.com/wakefield/lawsuit-discontinues.htm

Brian Deer: "Wakefield drops libel claim over
Channel 4 investigation, and agrees to pay costs"
http://briandeer.com/wakefield/lawsuit-discontinues.htm

Brian Deer: "Did she know about the dough?"
"Wußte sie von dem Geld?"
http://briandeer.com/wakefield/jabs-jackie.htm

Brian Deer: "MMR: THE MONEY"
"MMR DOCTOR GIVEN LEGAL AID THOUSANDS"
http://briandeer.com/mmr/st-dec-2006.htm

Brian Deer: "MMR: THE MONEY"
"Revealed: undisclosed payments to Andrew
Wakefield  at the heart of vaccine alarm"
http://briandeer.com/wakefield/legal-aid.htm

Brian Deer Material über den Wakefield Prozess
http://briandeer.com/wakefield/image/legal-aid-4.jpg

Brian Deer Material über den Wakefield Prozess
http://briandeer.com/wakefield/image/legal-aid-1.jpg

Brian Deer Material über den Wakefield Prozess
http://briandeer.com/wakefield/image/legal-aid-2.jpg

Brian Deer Material über den Wakefield Prozess
http://briandeer.com/wakefield/image/legal-aid-3.jpg

http://briandeer.com/wakefield/legal-experts.htm
Brian Deer: "MMR: THE MONEY"
"Ask the experts: extraordinary Who's Who
recruited by lawyers for vaccine attack
"

Brian Deer:
"In December 2006, the UK's Legal Services Commission
(formerly the Legal Aid Board), which funds some
litigation, released to Brian Deer details of money
paid to witnesses retained by a solicitor, Richard
Barr, to support a now-abandoned legal attack on MMR,
led by Andrew Wakefield. Lots of doctors and scientists
act as paid witnesses, and they have an overriding duty
to assist the court. But during the anti-MMR campaign,
many of those below were portrayed in media as
independent experts who endorsed Wakefield"
                                                     
Code:
Andrew  Wakefield:    Pfund 435,643 Plus expenses: Pfund   3,910
Marcel  Kinsbourne:   Pfund 434,003 Plus expenses: Pfund   3,073
Kenneth Aitken:       Pfund 212,697 Plus expenses: Pfund  19,325
John    O'Leary:      Pfund 165,403 Plus expenses: Pfund 773,317
Carol   Stott:        Pfund  94,916 Plus expenses: Pfund   5,198
Scott   Montgomery:   Pfund  83,358 Plus expenses: Pfund   4,899
John    Menkes:       Pfund  58,527
Andrew  Anthony:      Pfund  57,499
Peter   Fletcher:     Pfund  39,960
Fiona   Scott:        Pfund  27,815
John    Walker-Smith: Pfund  23,131
Samy    Suissa:       Pfund  21,987
Jeffrey Bradstreet:   Pfund  21,600
Walter  Spitzer:      Pfund  17,647
Arthur  Krigsman:     Pfund  16,986
Peter   Harvey:       Pfund  10,272
Paul    Ashwood:      Pfund   8,373
Paul    Shattock:     Pfund   8,218
Mark    Geier:        Pfund   7,052
Richard Halvorsen:    Pfund   6,078
http://briandeer.com/wakefield/legal-experts.htm

ama

(Noch Fragen, Kienzle?)
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Besserwisser
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Re: Wie glaubwürdig ist die Wissenschaft ?
Antwort #13 - 06. November 2007 um 14:12
 
Schau-ma-amoi schrieb am 06. November 2007 um 11:46:
1.) Immer vorausgesetzt, diese Studie ist OK, sind das 15%

2.) Bleiben S' am Boden. 15% sind nicht massiv

3.) Klar versuchen Unternehmen Gewinn zu machen und üben auf diese Weise gelegentlich (versteckt) Druck aus. Ob das alles Betrug ist, sei allerdings dahingestellt.

4.) Doch Wissenschaft kontrolliert sich, wie Sie sehen, selbst. Darüberhinaus bleibt zu fragen, welche Auswirkungen das Fehlverhalten denn tatsächlich zeigt?


1.) Seit wann werden Studien angezweifelt ?

2.) Wenn diese Studie repräsentativ sein sollte, sind das weltweit gerechnet eine ganze Menge. Ich sehe das nicht so entspannt.

3.) Ach so, Manipulation ist also ein Kavaliersdelikt ?

4.) Kann ich aus dieser Studie nicht ableiten. Denn sonst würde diese nicht durchgeführt werden. Wer jetzt wo, was manipuliert hat und welche Auswirkungen daraus abzuleiten wären müsste bei den Geldgebern erfragt werden, die Wissenschaftler zur Manipulation oder Betrug anzustiften. Unabhängig davon weiß man gar nicht, was dabei möglicherweise alles verheimlicht wird.


Liebe Grüsse vom Besserwisser


[reason]Zitate als solche gekennzeichnet[/reason]
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Sildenafil
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Re: Wie glaubwürdig ist die Wissenschaft ?
Antwort #14 - 06. November 2007 um 15:18
 
Besserwisser schrieb am 06. November 2007 um 14:12:
1.) Seit wann werden Studien angezweifelt ?

Das macht man immer. So etwas nennt man Diskussion.
Besserwisser schrieb am 06. November 2007 um 14:12:
2.) Wenn diese Studie repräsentativ sein sollte, sind das weltweit gerechnet eine ganze Menge. Ich sehe das nicht so entspannt.

Was für eine Ableitung ist "nicht entspannt sehen"?
Besserwisser schrieb am 06. November 2007 um 14:12:
3.) Ach so, Manipulation ist also ein Kavaliersdelikt ?

Kommt drauf an. Haben Sie in der Schule beim Protokollschreiben für einen Physikversuch schon mal ein zwei Meßwerte angepaßt? Das ist auch schon Manipulation.
Besserwisser schrieb am 06. November 2007 um 14:12:
4.) Kann ich aus dieser Studie nicht ableiten. Denn sonst würde diese nicht durchgeführt werden. Wer jetzt wo, was manipuliert hat und welche Auswirkungen daraus abzuleiten wären müsste bei den Geldgebern erfragt werden, die Wissenschaftler zur Manipulation oder Betrug anzustiften. Unabhängig davon weiß man gar nicht, was dabei möglicherweise alles verheimlicht wird.

Sie können aus Studien gar nichts ableiten. Dazu reichts ganz einfach nicht.
Das erste, was man können muß, ist ,sich von lieb gewordenen Voruteilen trennen zu können.
Sie haben nur Ihre Vorurteile und wüsten Verschwörungstheorien von "Geldgebern" und betrügerischen Wissenschaftlern, sonst nichts. Das reicht nicht für eine Diskussion. Fakten werden von Ihnen konsequent ignoriert. Sie drehen sich einfach nur im Kreis.

Sildenafil
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Besserwisser
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Beiträge: 213

Re: Wie glaubwürdig ist die Wissenschaft ?
Antwort #15 - 06. November 2007 um 17:53
 
Zitat:
Besserwisser schrieb am 06. November 2007 um 14:12:
1.) Seit wann werden Studien angezweifelt ?

Das macht man immer. So etwas nennt man Diskussion.
Besserwisser schrieb am 06. November 2007 um 14:12:
2.) Wenn diese Studie repräsentativ sein sollte, sind das weltweit gerechnet eine ganze Menge. Ich sehe das nicht so entspannt.

Was für eine Ableitung ist "nicht entspannt sehen"?
Besserwisser schrieb am 06. November 2007 um 14:12:
3.) Ach so, Manipulation ist also ein Kavaliersdelikt ?

Kommt drauf an. Haben Sie in der Schule beim Protokollschreiben für einen Physikversuch schon mal ein zwei Meßwerte angepaßt? Das ist auch schon Manipulation.
Besserwisser schrieb am 06. November 2007 um 14:12:
4.) Kann ich aus dieser Studie nicht ableiten. Denn sonst würde diese nicht durchgeführt werden. Wer jetzt wo, was manipuliert hat und welche Auswirkungen daraus abzuleiten wären müsste bei den Geldgebern erfragt werden, die Wissenschaftler zur Manipulation oder Betrug anzustiften. Unabhängig davon weiß man gar nicht, was dabei möglicherweise alles verheimlicht wird.

Sie können aus Studien gar nichts ableiten. Dazu reichts ganz einfach nicht.
Das erste, was man können muß, ist ,sich von lieb gewordenen Voruteilen trennen zu können.
Sie haben nur Ihre Vorurteile und wüsten Verschwörungstheorien von "Geldgebern" und betrügerischen Wissenschaftlern, sonst nichts. Das reicht nicht für eine Diskussion. Fakten werden von Ihnen konsequent ignoriert. Sie drehen sich einfach nur im Kreis.

Sildenafil



Ich habe weder wüste Vorurteile, noch unterliege ich irgendwelchen Verschwörungstheorien.
Ich habe Fakten vorgelegt, die von Ihnen ignoriert werden. Sollte die aufgeführte Studie und die auf der Website aufgeführten Links nicht der Wahrheit entsprechen, beweisen Sie das Gegenteil. Nichts anderes praktizieren Sie doch auch. Wo ist jetzt das Problem ? Im Übrigen, geht es hier nicht um irgendwelche Anpassungen von 2 Messwerten. Das war sicherlich nicht Sinn und Zweck dieser Studie.
Warum verteidigen Sie das Ergebnis ?



Viele Grüsse vom Besserwisser
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Pianoman
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Re: Wie glaubwürdig ist die Wissenschaft ?
Antwort #16 - 06. November 2007 um 21:30
 
@ Besserwisser

Ihre Skepsis ist zweifellos angebracht und sinnvoll. Den dort, wo Menschen arbeiten, bestimmen auch die Infrastrukturen des Systems, in dem sie arbeiten, in erheblichem Maße die ethische Grundlagen. Dass auch im Bereich wissenschaftlicher Forschung, genau so wie in jedem anderen Arbeitsfeld, Fehlleistungen erbracht werden, ist deshalb so unstrittig wie unvermeidbar.    

Wichtig ist aber der Prozess der Qualitätskontrolle. Dadurch ist nämlich (weitgehend) sichergestellt, dass zwangsläufige Fehler korrigiert werden. Was beispielsweise im Lebensmittelbereich die HACCP-Verordnung darstellt, nämlich ein fast automatisiertes System von Eigenkontrollen, dass ist im übertragenen Sinne die internationale Forschergemeinde, die - erstaunlich effektiv - wissenschaftliche  Forschungsergebnisse, vor allem dann, wenn diese einen umfassenden Paradigmenwechsel provozieren, kontrolliert.

Ein wirklich interessantes Beispiel für die Wirksamkeit dieser Kontrollenmechanismen beschreiben die Wissenschaftsjournalisten Simon Singh und Klaus Fritz in ihrem Buch über die Bestätigung der Fermatschen Vermutung durch Andrew Wiles im Jahre 1995. (Vermats letzter Satz, dtv)
Nach sieben Jahren harter Arbeit und Isolation Wiles, sollte die restliche Mathematikerwelt vom erfolgreichen Beweis erfahren. Wiles meldete sich mit einem Vortrag über "L-Funktionen und Arithmetik" aus der Abschottung zurück. Keiner der Teilnehmenden wusste, dass dieser Vortrag mit diesem obskuren Titel Geschichte schreiben würde. Wiles Sicherheit über die Unangreifbarkeit seines Beweises wurde aber bald gedämpft.
Wiles hatte, wie üblich, seinen Beweis zur Prüfung an mehrere andere Mathematiker gegeben (auch wenn er das nicht gemacht hätte, wäre sein Beweis trotzdem von einer Vielzahl von Mathematiker geprüft worden). Beim Prüfen des 130 Seiten langen Beweises fiel Nick Ratz ein unscheinbar kleiner, aber folgenschwerer Fehler auf. Wiles Beweis stand auf der Kippe zwischen Weltruhm und Absturz. Und erst nach sechs Monaten weiterer Arbeit war auch diese Lücke geschlossen, stand der Beweis felsenfest und wurde im Mai 1995 abschließend in den "Annals of Mathematics" publiziert.

Während Wiles sich ordnungsgemäß im Sinne der von Karl Popper oder später durch Richard Feynman angemahnten Methoden gegen Selbstbetrug in der Wissenschaft verhalten hat, und sich den notwendigen Kontrollen seiner Arbeit selbst unterzog, gibt es natürlich auch genügend Beispiele, dass diese Kontrollmechanismen auch dann funktionieren, wenn sie ganz gewiss nicht gewollt sind.
Erinnert sei da nur an Jacques Benveniste und seine angeblichen Beweise für das Wassergedächtnis, oder an die Ereignisse um den einst gefeierten Klonforscher Hwang Woo Suk.  

Ein bezeichnendes Beispiel dafür stammt leider aus Deutschland von der Universität Leipzig.
Im Jahre 2003 erregte eine Gruppe von Leipziger Forschern (die Apothekerin Franziska Schmidt sowie die Pharmakologen Prof. Dr.Karen Nieber und Prof. Dr. Wolfgang Süß) mit dem vermeintlichen Nachweis der Wirksamkeit homöopathischer Belladonna-Verdünnungen enormes Aufsehen. Es war ihnen angeblich gelungen, die uskelentspannende Wirkung homöopathischer Belladonna-Dosen (D32, D60 und D100) an Muskelpräparaten aus Magen und Dünndarm von Ratten in Laborexperimenten nachzuweisen. Noch vor der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse in der Zeitschrift “Biologische Medizin” erhielten sie 2003 für Ihre Arbeit den mit 10.000 Euro dotierten, von der Internationalen Gesellschaft für Homotoxikologie e.V. und der Internationalen Gesellschaft für Biologische Medizin e.V. verliehenen Hans-Heinrich-Reckeweg-Preis; mit diesem Preis werden herausragende Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Homöopathie ausgezeichnet. Daraufhin wurden die Leipziger Experimente von Homöopathen weltweit als wichtiger Beweis für die Richtigkeit der Homöopathie gefeiert.

- Fortsetzung -


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« Zuletzt geändert: 07. November 2007 um 11:52 von Pianoman »  

Aristotle was not Belgian, the principle of Buddhism is not "every man for himself", and the London Underground is not a political movement. Those are all mistakes, Otto. I looked them up. (A Fish Called Wanda)
 

 
Pianoman
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Re: Wie glaubwürdig ist die Wissenschaft ?
Antwort #17 - 06. November 2007 um 21:35
 
- @Besserwisser Fortsetzung -

Nach Veröffentlichung der Studie wurde jedoch Kritik laut. Der Konstanzer Chemiker Dr. Klaus Keck erstellte eine ausführliche Analyse der Leipziger Experimente und veröffentliche diese zusammen mit dem Mathematiker Prof. Dr. Gerhard Bruhn (Darmstadt) und dem Geophysiker Prof. Dr. Erhard Wielandt (Stuttgart) auf seiner Webseite (www.xy44.de/belladonna). Die Autoren warfen den Leipziger Forschern vor, dass ihre Ergebnisse nicht auf objektiven Messungen, sondern auf “vorurteils- und methodisch bedingten Messfehlern” beruhten. Dabei war vor allem von Interesse, ob mit den von den Leipziger Forschern angewandten Methoden ein Wirkungsnachweis mit naturwissenschaftlich fundierter Begründung möglich ist.
Wie die Deutsche Apothekerzeitung in ihrer Ausgabe vom 3.11.05 berichtet, haben die Leipziger Pharmakologen die Studie zurückgezogen und den Reckeweg-Preis zurückgeben. In der Tat verschwand der Hinweis auf die Auszeichnung zwischen dem 8. und 9. November 2005 kommentarlos von der Homepage von Prof. Nieber.
Erstaunlich ist aber, dass trotz der nachgewisenen Fehler der angebliche Nachweis immer noch auf einer großen Zahl von homöopathischen Internetportalen zu finden ist.
Nicht erstaunlich ist allerdings, wie gering in einschlägigen Kreisen bislang das Echo auf die Rücknahme der aufgestellten Behauptungen ist.

Interessant ist im Zusammenhang mit dem Leipziger Uni-Skandal eine Analyse der (möglichen) Motive der drei Wissenschaftler durch Siegfried Bär im Labourjournal. Hintergrund ist die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in "Biologische Medizin":

Zitat:
Die Zeitschrift Biologische Medizin druckt naturheilkundliche und homöopathische Elaborate. Sie erscheint im Aurelia Verlag, der 1954 von Hans Heinrich Reckeweg gegründet wurde. Die verkaufte Auflage beträgt 16.000, die verbreitete seltsamerweise nur 15.800. Chefredakteurin der Zeitschrift ist Eva Schwartz, eine promovierte Biologin. Worüber sie promoviert hat, wollte sie mir nicht sagen, ebenso wenig, wer die 16.000 Hefte kaufe und wie sich die Differenz zur verbreiteten Auflage erkläre. Der Beirat der Zeitschrift besteht aus etwa 20 Medizinern, deren Namen mir ebenso unbekannt waren wie ihre wissenschaftlichen Verdienste.

Hans Heinrich Reckeweg (1905-1985) hatte eine Sonderform der Homöopathie, die Homotoxikologie, entwickelt. 1936 gründete er die Firma Heel, die seine Homöopathika vertrieb. Schon vor dem Krieg hatte Reckeweg damit ein Vermögen erworben. Heel wurde 1978 von der Delton AG, Bad Homburg, übernommen. Alleinaktionär ist Stefan Quandt. Heute ist Heel einer der größten Hersteller von Homöopathika in Deutschland und machte 2004 einen Umsatz von 126 Millionen Euro.Für die überwiegende Mehrzahl der nach Hunderten zählenden Mittel liegt meines Wissens nach kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis vor. Leider wird er vom Gesetzgeber auch nicht gefordert. Ein Skandal für sich.

Dennoch, oder gerade deswegen, scheint Heel ein Interesse daran zu haben, sich mit wissenschaftlicher Seriosität zu schmücken. Es war schon das Streben Reckewegs, Homöopathie und Wissenschaft zu "vereinen". Als Mittel dazu dürfte der erwähnte Reckeweg-Preis dienen, der seit 1994 von der Heel-nahen Gesellschaft für Homotoxikologie vergeben wird. Frühere Preisträger erhielten den Preis jedenfalls meist für einen angeblichen Nachweis der Wirksamkeit von Heel Produkten, wobei es diese "Nachweise" allerdings nur in einem Fall in ein respektables Journal (Cancer) schafften. Wie das zuging kann ich nicht sagen, eine unabhängige Bestätigung dieser Arbeit gibt es jedenfalls nicht.
Soviel zum wirtschaftlichen Hintergrund der Veröffentlichung von Schmidt et al. in Biologische Medizin.
 

Welche Schlüsse sind aus diese Beispielen zu ziehen ?

Forschung wird nicht nur durch wissenschaftliches, sondern auch durch ökonomische Interesse bestimmt.
Dort, wo ökonomische Interessen überhand gewinnen, besteht latent die Gefahr, dass Forschungsergebnisse manipuliert werden. Nicht zuletzt deswegen ist zu intensiven Verbindungen zwischen Wirtschaft und Forschung immer mit einem gewissen Misstrauen zu begegnen.
Wissenschaftliche Forschung muss unabhängig sein und bleiben. Das allerdings ist vornehmlich eine Aufgabe der Politik, und deshalb abhängig von einem gesellschaftlichen Konsens über die Notwendigkeit unabhängiger Wissenschaftler.

Was aber gewiss keine Verbesserung der Situation erzeugt, ist ein pauschales Mißtrauen gegenüber der Art und Weise, wie Wissenschaftler aller Disziplinen Welterkundung betreiben. Und ich erinnere mich in diesem Zusammenhang immer an einen zutiefst philosphischen Satz des österreichischen Kabarettisten Werner Schneyder: "Es ist alles Scheisse, aber es gibt nichts Besseres !"


Pianoman  
   





     
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Aristotle was not Belgian, the principle of Buddhism is not "every man for himself", and the London Underground is not a political movement. Those are all mistakes, Otto. I looked them up. (A Fish Called Wanda)
 

 
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Re: Wie glaubwürdig ist die Wissenschaft ?
Antwort #18 - 06. November 2007 um 23:44
 
Pianoman schrieb am 06. November 2007 um 21:35:
Wie die Deutsche Apothekerzeitung in ihrer Ausgabe vom 3.11.05 berichtet, haben die Leipziger Pharmakologen die Studie zurückgezogen und den Reckeweg-Preis zurückgeben.


WER hat den Preis zurückgegeben?

[ ] Karen Nieber
[ ] Franziska Schmidt
[ ] Wolfgang Süß

Zutreffendes bitte beweisen. Smiley

ama

(über An welcher Krankheit litt die Ratte?)

(ein Offener Brief an die Universität Leipzig)

(über über Pfuscher in der Universität Leipzig)
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Geschlecht: male
Re: Wie glaubwürdig ist die Wissenschaft ?
Antwort #19 - 07. November 2007 um 09:59
 
Besserwisser schrieb am 06. November 2007 um 17:53:
Ich habe Fakten vorgelegt, die von Ihnen ignoriert werden.

Nein, Sie haben einen Link zu einer Studie eingestellt. Wir haben Ihnen sehr wohl und mehrmals geantwortet.

Zitat:
Sollte die aufgeführte Studie und die auf der Website aufgeführten Links nicht der Wahrheit entsprechen, beweisen Sie das Gegenteil.

Das hohe Ross steht gerade Ihnen nicht zu, Sie sind kein Richter. Es muss Ihnen hier niemand etwas beweisen.  Ärgerlich

Zitat:
Warum verteidigen Sie das Ergebnis ?

Das macht hier niemand.
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