Besserwisser schrieb am 07. November 2007 um 18:59:@ Pjotr
Sie und möglicherweise auch Andere missverstehen mich in der Tat. Ich bin auch Niemanden zugeneigt, noch grundsätzlich abgeneigt.
Es gibt den etwas rüden Spruch: "Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein."
Sie versuchen sich womöglich, aus dem ganzen Wirrwarr auszuklinken, indem Sie eine "neutrale" Position einzunehmen versuchen. Nur: Das funktioniert nicht. Man kann nicht "nicht kommunizieren", weil die "Nichtkommunikation" auch bereits wieder etwas kommuniziert.
Auch Sie können sich dem nicht entziehen. Man kann sich nicht außerhalb eines Systems stellen, welches einem die Bedingungen für einem selbst vorgibt.
Man kann das aber *glauben*, ohne Frage. Man hat dann halt permanent massive Probleme mit der Realität.
Zitat:Das was ich geschrieben habe, wurde ja z.T. auch bestätigt. Es gibt auch zur Wissenschaft absolut keine Alternative, sonst entwickeln wir uns nicht weiter. Weiterhin bin ich davon überzeugt, da Sie von Ehre schreiben, dass es Ihnen ebenfalls zuwider sein dürfte, wenn Wissenschaft zu rein ökonomischen Zwecken missbraucht wird. Insofern besteht, so denke ich, Einigkeit.
Alles Handeln des Menschen hat letztlich ökonomische Zwecke. Und die Wissenschaft erst recht. Nicht der "Philosoph", der fragt, ob alles gleichzeitig richtig sein kann bewegt was, sondern nüchterne Wissenschaftler wie z.B. Norman Borlaug, welcher z.B. die Voraussetzungen dafür geschaffen hat, dass wir heute (theoretisch) alle was zu essen haben, trotz 6 Milliarden und ohne alle Wälder zu roden.
Zitat:Mit Mittel zum Zweck ist auch nicht Ihre Lehrerin gemeint. Ich denke das war nur ein Scherz.
Meinerseits nicht. Natürlich ist die Lehrerin ein Mittel zum Zweck. Der Zweck ist die Ausbildung. Dass man diesen Menschen trotzdem schätzen und mögen kann, das passt eben nicht in ihr komisches Weltkonstrukt.
Zitat:Gerade der Passus "was logisch klingt und ev. auch ist. zeigt doch deutlich auf, dass Forschungsergebnisse von morgen, die Realität von heute auf den Kopf stellen kann. Es gibt unglaublich viele Phänomene, die heute noch nicht beweisbar sind. Deshalb kann man darüber nur theoretisieren, aber nichts beweisen, so lange die Wissenschaft das beweisbare Ergebnis nicht geliefert hat. Ich halte es einfach für fatal Vieles als falsch darzustellen, nur weil es noch nicht bewiesen ist.
Das ist die klassische Esoterikerargumentation: Nur weil man nichts sicher weiß und ich noch viel weniger weiß, bin ich mir ganz sicher, dass ich es besser weiß.
Nachdem unser Leben endlich ist, kommt man nicht umhin, Standpunkte zu beziehen, will man handelnd in das Leben eingreifen. Man kann natürlich auch so tun, als gehe einem das alles nichts an. Das ist aber albern, auch Esoterik genannt: Die Welt ist, was ich denke und der Rest geht mich nichts an.
Sie sollten sich mal ganz grundsätzlich mit der Epistemologie auseinandersetzten, sonst ist das hier zwecklos.
Zitat:Ihr Beispiel mit dem "ins Forum schreiben" trifft doch den Nagel. Nach dem wissenschaftlichen Stand vor 30 - 40 Jahren wäre jeder, der das damals behauptet hätte, als Spinner tituliert worden.
Halthalt. Das eine ist, dass unsere Phantasie nur sehr begrenzt ist, das andere ist, dass Behauptungen, die unsere bisherigen Beschreibungen der Natur auf den Kopf stellen, etwas ganz anderes ist.
Wer z.B. behauptet, wir würden in 50 Jahren mit Überlichtgeschwindigkeit fliegen, den halte ich für einen ignoranten Idioten, wer behauptet, wir würden uns in 50 Jahren per Implantat im Kopf über große Distanzen unterhalten können, dem würde ich nicht wirklich glauben, aber ihm keine Idiotie unterstellen.
Der Unterschied zwischen beidem ist: Im einem Fall würde alles, was wir an Naturgesetzen beschrieben haben zu Staub, im anderen ist es einfach nur schwer denkbar, aber nicht "unmöglich".
Zitat:Konkret bedeutet das, dass möglicherweise in weiteren 30 - 40 Jahren Dinge normal sind, deren Geheimnisse bis dahin entschlüsselt werden. Vielleicht sind dabei auch Errungenschaften, worüber noch heute bedauernd der Kopf geschüttelt und als Unsinn abgestempelt wird. Egal zu welchen Ergebnissen man kommen sollte, Menschenleben geht immer vor Ökonomie.
Wie ideologisch/unreflektiert Sie denken, geht aus dem letzten Satz hervor: Wer sollte bitte von einer Ökonomie profitieren, wenn es keine Menschen mehr gibt?
Ökonomie beschreibt lediglich das Zusammenleben von Menschen: Tust Du was für mich, tu ich was für dich.
Zitat: Das ist für mich als wissenschaftlicher Laie wichtig. Und sicherlich nicht nur mir.
Niemand, der lesen und schreiben kann wie Sie ist gezwungen, wissenschaftlicher Laie zu bleiben.
Ich bin übrigens kein Wissenschaftler.
Gruß,
Pjotr