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Artikel erschien in: ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2006 Rubrik: Die Tests
Teppichböden, Wolle Schafe Munition
Teppichböden aus Schafwolle gelten als besonders hochwertig. Doch die zugesetzten Mottengifte können auch dem Menschen schaden. Am Ende kam kein Wollteppich in unserem Test ungeschoren davon.
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Eigentlich sind Wollteppichböden besonders hochwertig und gesund. Sie ermöglichen einen angenehmen, rutschfesten Auftritt, der die Wirbelsäule schont. Sie verbessern das Raumklima, weil sie Luftfeuchtigkeit gut aufnehmen und wieder abgeben können. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen können sie sogar Raumluftschadstoffe wie Formaldehyd abbauen: Schafwolle bindet diese Stoffe und wandelt sie chemisch um, so dass sie nicht wieder freigesetzt werden können.
Dennoch spielen Wollteppichböden auf dem Markt mittlerweile eine untergeordnete Rolle. Anders als vor zwanzig Jahren decken Teppichböden heute nur noch zu knapp 50 Prozent den Markt an Bodenbelägen ab, glatte Beläge haben deutlich zugelegt. Die meisten Teppichböden sind zudem aus Kunstfaser, allein 70 Prozent aus Polyamid. Nur sechs bis acht Prozent der Teppichböden haben einen Flor aus Wolle. Das bedeutet aber immerhin noch einen jährlichen Absatz von etwa zwölf bis 16 Millionen Quadratmeter Wollteppichböden in Deutschland.
Seit Jahr und Tag wogt der Streit um die Schutzausrüstung der Wolle gegen Mottenfraß. Gütesiegel wie das GUT-Teppichsiegel erlauben ausdrücklich die Ausrüstung mit Permethrin. Dabei ist dieses Mottengift auch für Menschen nicht unproblematisch. Zwar hatte das ehemalige Bundesgesundheitsamt festgestellt, dass "nach derzeitigem Kenntnisstand, eine fachgerechte Imprägnierung vorausgesetzt, das Benutzen solcher Teppiche oder Auslegware aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich ist", weil sich das Permethrin nicht aus der Faser löse. Doch dem stehen Erkenntnisse zum Beispiel des Bremer Umweltinstituts und des Bundesforschungsministeriums gegenüber, das in Wohnungen mit Wollteppichböden deutlich erhöhte Permethrinbelastungen gefunden hat. Dieses Nervengift reichert sich zudem im Hausstaub an.
Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass eine Mottenschutzausrüstung überall dort, wo der Teppichboden regelmäßig gepflegt wird, nicht notwendig ist. Auch sind neben Permethrin andere Mittel bekannt, die gut gegen Motten wirken und toxikologisch weniger bedenklich sind - etwa Duftstoffe. Wir haben zwölf Wollteppichböden ins Labor geschickt, von denen drei nach Aussage der Hersteller nicht mit Permethrin behandelt waren. Wir wollten wissen, ob noch andere Schadstoffe in den Produkten stecken und ob es bedenkliche Ausgasungen gibt. Denn unangenehme Gerüche sind nach Aussage der Verbraucherzentralen die häufigsten Reklamationsgründe bei Teppichböden.
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