Alöso.... Ich betrachte Materie grundsätzlich NICHT als Bedeutungslos! Ohne das Zusammenspiel komplexer Materiestrukturen - würd`ich wohl kaum im Büro sitzen und andere komplexe Materiestrukturen mit meinen materiellen Strukturen bearbeiten (sprich: mit meinen Wurstfingern im ein-Finger-Suchsystem auf der Tastatur `rumkloppen...

). Ich gehe aber davon aus, das es mehr gibt als Materie - die Psychologen nennen es Geist, die Theologen Seele. Ich sehe keinen tatsächlichen Beweis dafür, das eine Persönlichkeitsausprägung "nur" aus dem Zusammenspiel von microelektrischen Impulsen in Neuronen und Nervenbahnen beruht. Ebensowenig kann ich natürlich die Existenz einer Seele mit "Geräten" oder wissenschaftlichen Analysen beweisen.
Wenn wir die uns bekannte Evolution zurück verfolgen, kommen wir irgendwann zwangläufig auf die Frage, wie "alles" anfing - den Urknall. Und wenn wir hier weiter fragen - stellen wir fest, das wir den Impuls, der den Urknall hervorgerufen hat, nicht erklären können. Menschen mit religiösem Hintergrund sagen "Ganz einfach, das war Gott"; Menschen mit einem eher materialistischem Hintergrund fragen da nach dem Beweis der Existenz eines Gottes - beide, Religiöse wie Atheisten stehen vor dem Problem, das sie die Existenz oder Nicht-Existenz eines Gottes nicht beweisen können. Letztlich ist es eine Sache des persönlichen Empfindens.
Ich gehöre einer Religion an, die u.a. die Einheit von Religion und Wissenschaft lehrt. Dabei ist es meiner Auffasuung nach KEINE Einheit, wenn - wie im Mittelalter - die Religion die Wissenschaft dominiert; es ist natürlich auch keine Einheit, wenn die Wissenschaft die Religion aufgrund deren vergangener Fehler negiert.
Icg gebe hier mal ein kleines Beispiel: Die Wissenschaft hat ziemlich genau herausgefunden, wiviele Jahre seit dem Urknall vergangen sind. Aus wissenschaftlicher Sicht ist also die Schöpfungsgeschichte der Genesis (Altes Testament) ein nettes Märchen. Nun lassen Sie uns doch mal annehmen, es gäbe eine schöpferische Kraft im Universum. Ob wir die Kraft als "Gott/Allah/Jhwe/Brama/Manitou" oder wie auch immer bezeichnen, ist dabei völlig egal. Nun nehmen wir mal weiterhin an, dass diese schöpferische Kraft über den Begriffsverständnissen des Menschen steht; Zeit und Raum, die Begrenzungen unserer Existenz, spielen für die schöpferische Kraft keine Rolle. Dann könnten wir die Genesis anders lesen: 7 Tage der Schöpfungsgeschichte entsprächen dann nicht dem Zeitmass des Menschen, sondern wären mit 7 Stadien der kosmischen und evolutionären Entwicklung gleichzusetzen - und schon haben wir keinen Widerspruch mehr zwischen den physikalischen Erkenntnissen und dem Märchen des Alten Tetamentes. Diese 7 Stadien oder 7 Zeitabschnitte können nach menschlichem Mass und wissenschaftlicher Erkenntnis einem Zeitraum von 15 Milliarden irdischer Jahre entsprechen - oder mehr; ich könnte mir gut vorstellen, dass das Universum älter ist als wir es bisher berechnet haben.
Die Religionen der Welt berichten von "Ewigkeit" - ein "Zeitmass", das für uns nicht vorstellbar ist. Nun lassen Sie uns mal annehmen, wir würden versuchen "Ewigkeit" graphisch darzustellen: "Ewigkeit hat keinen Anfang und kein Ende - welcher geometrische Körper in einer Darstellung hat kein Anfang und kein Ende?: Eine Kugel.
Die Wissenschaft sagt uns, es gab einen Urknall und kann diese Aussage auch beweisen. Die Religion spricht von einer "Ewigkeit" ohne Anfang und Ende - auf den ersten Blick ein Widerspruch. Wenn wir jetzt aber bildlich gesehen unsere Vorstellung ändern und die Ausdehnung des Universums nicht linear betrachten, sondern annehmen, dass das Universum eine "Kugel" ist, auf deren "Oberfläche" die Milliarden bekannter und unbekannter Galaxien auseinanderstreben, dann könnten wir auch annehmen, dass diese "Universendrift" in der Aktion vergleichbar ist mit dem Kontinentaldrift unserer Erdoberfläche. Das wiederum würde logischerweise bedeuten, dass die jetzt auseinanderdriftenden Galaxien auch irgendwann mal "auf der anderen Seite" der Kugeloberfläche "Universum" wieder zusammenstossen - mit dem nächsten "Big-Bang". Und schon haben wir eine räumliche Vorstellung von "Ewigkeit"....
Die Betrachtungsstandpunkte, die wir einnehmen, sind Grund für Dissonanz und Uneinigkeit. Wenn wir mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln diese Dissonanz nicht in Harmonie verwandeln können - müssen wir unseren Betrachtungsstandpunkt ändern. NICHT nach dem Motto: "...und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag`ich Dir den Schädel ein..." - da wäre missionieren, bekehren; eine Vergewaltigung des Geistes. Sondern eher nach dem Motto: "Lass`uns doch mal nachsehen, ob wir bei aller Verschiedenheit nicht einen gemeinsamen Nenner finden".