Thomas-Logemann schrieb am 03. April 2008 um 16:42:Anscheinend bin ich hier der Einzige, der sich die Mühe macht, Texte zu kopieren und `reinzustellen (wenigstens auszugsweise).
Dann mach ich mir die "Mühe" auch mal. Besser so, Herr Logemann?
Die Ichthyosaurier (Ichthyosauria - „Fischsaurier“) sind eine Gruppe ausgestorbener Reptilien aus dem Mesozoikum (Erdmittelalter). Sie waren vollständig an das Leben im Wasser angepasst und lebten ausschließlich im Meer.
Ähnlich wie die übrigen drei Gruppen von Meeresreptilien der Trias hatten die Ichthyosaurier einen euryapsiden Schädel mit reduziertem unterem Schläfenfenster ausgebildet[1].
Bekannt sind etwa 30 Gattungen, die durchschnittlich zwei bis drei Meter lang waren, doch konnten die größten Vertreter während der Oberen Trias Längen von mehr als 15 Metern erreichen (u. a. Shonisaurus im heutigen Nevada Berlin-Ichthyosaur State Park). Diese Riesen waren auf Kalmare spezialisierte Räuber, ähnlich den heutigen Pott- und Schnabelwalen. Sie hatten keine Zähne und ihr Zungenbein war ähnlich wie bei den Schnabelwalen so ausgebildet, dass sie ihre Beute mit einem kraftvollen Sog ins Maul befördern konnten. Überhaupt scheinen alle Ichthyosaurier vor allem Kalmare und nur zu einem geringeren Teil auch Fische gefressen zu haben. Funde von höheren Wirbeltieren, die gefressen wurden, gibt es dagegen kaum.
Charakteristisch für Ichtyhosaurier waren ihre sehr großen Augen. Die Gattung Ophthalmosaurus („Augenechse“), der letzte Vertreter dieser Gruppe, wurde nach der Größe der Augen benannt, deren Durchmesser etwa 10 Zentimeter erreichen konnte. Diese Maße wurde jedoch von dem bis zu neun Meter langen Temnodontosaurus mit mindestens 26,4 Zentimetern noch deutlich übertroffen[2]. Dieser Ichtyhosaurier besaß die größten Augäpfel im gesamten bekannten Tierreich[2]. Die enorme Größe der Augen stellt eine Anpassung an ein Leben unter Schwachlichtbedingungen dar, die sich bis in 600 Meter Tiefe erstrecken[1].
Fischsaurier glichen aufgrund ihrer konvergent verlaufenden Evolution in der Gestalt den Delfinen. Ihre Schnauze war lang und in der Regel bezahnt, ihre Gliedmaßen waren zu Flossen umgebildet und zumindest die späteren Formen hatten eine große Rückenflosse. Anders als bei den Delfinen hatten die Ichthyosaurier wie die Fische eine senkrecht orientierte Schwanzflosse, die sie in horizontaler Richtung bewegten. Delfine und die übrigen großen Meeressäuger bewegen ihre horizontale Schwanzflosse dagegen in vertikaler Richtung. In den unteren Teil der Schwanzflosse strahlt die Wirbelsäule ein, die daher abgeknickt ist.
Bei den ersten Funden hielt man dieses für eine post mortem eingetretene - durch das Gewicht der Flosse hervorgerufene - Veränderung, erkannte aber nach Untersuchungen von Exemplaren mit Weichteilerhaltung diesen Irrtum.
Ichthyosaurier ernährten sich von tierischer Nahrung (zumeist Kopffüßer oder Fische) und waren lebendgebärend. Die ältesten Vertreter dieser Gruppe stammen aus der Unteren Trias (Utatsusaurus, Mixosaurus).
Die Gliedmaßen der Ichthyosaurier sind homolog zu denen der übrigen Wirbeltiere jedoch haben sie sich im Laufe der Zeit dem Lebensraum Wasser angepasst. Die Knochen der Vordergliedmaßen verkürzten und verbreiterten sich infolge der evolutionären Veränderungen. Gleichzeitig kam es sowohl zu einer Vermehrung der Fingerknochen (Phalangen) als auch zu einer Vermehrung der Finger (Digiti) selbst. Derartige Polydaktylie entwickelte sich unabhängig bei mehreren Wirbeltieren, die sich im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte wieder an ein vollkommen marines Leben anpassten. Allerdings ist bisher keine Wirbeltiergruppe bekannt, in der die Polydaktylie derartig ausgeprägt war wie bei einigen Ichthyosauriern. So besaß etwa der kreidezeitliche Platypterygius je 11 Finger in seinen Vorderflossen. Die Hand wurde dadurch breiter und immer mehr zu einer Flosse umgestaltet, um sich besser im Wasser fortbewegen zu können. Im Laufe ihrer Entwicklung brachten die Ichthyosaurier eine große Variationsbreite von Flossen hervor. Während einige ähnliche Vorderflossen hatten wie heutige Delfine, hatten andere wie etwa Shonisaurus ungewöhnlich große und lange Flossen. Zweifellos ist der große Formenreichtum bei den Ichthyosauriern auf teilweise recht unterschiedliche Lebensweisen und Spezialisierungen zurückzuführen.