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Erbfolgebeschleunigung mit Arsen D6 (Gelesen: 14692 mal)
HarryII
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Beiträge: 103

Erbfolgebeschleunigung mit Arsen D6
23. Januar 2008 um 08:09
 
Dieser Artikel http://www.hom-gmunden.com/pdf/artikel.pdf brachte mit auf die Idee zu einem Gedankenexeperiment.

Angenommen, eine Frau beginnt ihren Mann mit kleinen Dosen Arsen zu vergiften.
Dieser Mann geht mit den Symptomen einer Arsenvergiftung zum Homöopathen.
Der erkennt die Symptome und sucht ein Mittel, das die gleichen Symptome erzeugt.
Er findet Arsen D6 und gibt das dem Mann regelmäßig.
Folge: der Mann wird durch Frau UND Heilpraktiker vergiftet.

Dieser Fall mag weit hergeholt sein. Aber rein formal ist es vollkommen korrekt, dass der Homöopath bei einer Arsenvergiftung zusätzliches Arsen verschreibt, oder?



HarryII
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Sildenafil
Ex-Mitglied





Re: Erbfolgebeschleunigung mit Arsen D6
Antwort #1 - 23. Januar 2008 um 08:34
 
Theoretisch, wenn das Rerertorisieren sinnvoll ablaufen würde.
Zitat:
Von Hahnemann geprüft (Chronische Krankheiten, Band 5).
Er zählt Ars. zu den psorischen Arzneien.
Leitsymptome nach Hahnemann: Große Angst und Ruhelosigkeit.
"Kann auf der Stelle keine Ruhe finden, verändert ständig die Lage,
will aus einem Bette in das andere, und bald hier, bald dort liegen." (CK, #27)
Angstanfälle, nachts. Todesfurcht. Erbrechen nach jedem Essen.
Brennende Schmerzen. Brennen in der Haut.
Geschwüre mit brennenden Schmerzen.
Eintägige - und Wechselfieber.
Weitere Leitsymptome:
Plötzliche große Schwäche.
Sehr unruhig. Unerträgliche Schmerzen. Periodizität der Beschwerden.
Kleinste Mengen Stuhl oder Erbrechen führen zu großer Schwäche.
Absonderungen brennend, wundmachend, mit fauligen, aashaftigen Gerüchen.
Wassersucht; blasse, herabhängende Schwellungen.
Üble Folgen von Eisessen, Mangelernährung.
Modalitäten:
Besser durch:
Wärme (außer Kopfkongestionen, diese besser durch Kälte). Heiße Anwendungen,
warmes Essen. Liegen, mit hochgelagertem Kopf. Bewegung, Umhergehen. Gesellschaft.
Schlechter durch:
Um und nach Mitternacht.
Kälte: Eis, Getränke, kaltes Essen
(Ausnahme: Brennende Ekzeme)
Körperliche Anstrengung.
Geist/Gemüt:
Tadelt alles und jeden.
Suizidneigung. Angst, sterben zu müssen, wenn alleine gelassen. Gewalttätig, auch sich selbst gegenüber. Kinder wollen getragen werden (Cham.), wechseln aber andauernd die Bezugsperson. Reizbar. Alles ist zu stark und zu angreifend: Sprechen, Geräusche, Licht. Überempfindlichkeit der Sinne.
Schlaf:
Schläfrigkeit. Gestört, unruhig, ängstlich.
Erwacht um Mitternacht oder um 3 Uhr und wirft sich ständig hin und her.
Träume voller Schrecken, vom Tod.
Lokalsymptome:
Kopf: Kongestive Kopfschmerzen (s.o.). Kopf unruhig.
Kopfhaut sehr empfindlich, kann sich nicht die Haare bürsten (Bell., Chin.).
Bei chronischen Kopfschmerzen Neigung zu runzliger Haut ( KENT).
Der behaarte Kopf neigt zu Hautausschlägen. Haarausfall.
Augen: Entzündungen der Bindehaut und inneren Lider mit brennendem Sekret;
Neigung zu Geschwürsbildung, zu Hypertrophien. Photophobie. Verminderte Sehkraft bis zum Verlust ders.
Ohren: Überempfindlichkeit des Gehörs. Ohrgeräusche bei Schmerzanfällen.
Schwerhörigkeit für die menschliche Stimme: Er versteht nicht, was die Menschen sagen.
Absonderungen ( wie oben...).
http://www.globuli.de/homoeo_arsenicum_album.htm

Bringen Sie das mal in Deckung mit dem Symptomen einer Arsenvergiftung:
Zitat:
Vergiftungserscheinungen

Arsenvergiftungen lassen sich in akute und chronische unterteilen. Schon eine Dosis von 60 bis 170 mg Arsenik ist – je nach Alter und Konstitution des Menschen – tödlich. Bei einer akuten Vergiftung treten zerebrale Krämpfe und gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Koliken und Blutungen auf. Die Vergiftung kann bis zu einem Nieren- oder Kreislaufversagen führen. Während die Symptome der akuten Vergiftung bereits wenige Stunden nach einer Überdosis auftreten, kann die Latenzzeit bis zur Manifestation chronischer Symptome je nach Höhe der täglichen Aufnahme bis zu 30 Jahre betragen.

Bei chronischen Vergiftungen treten bestimmte Hautveränderungen wie Efflorenzen, Pigmentstörungen und Hyperkeratosen, also eine verstärkte Verhornung der Haut, auf. In Regionen mit geogener Arsenbelastung des Trinkwassers führen solche Hyperkeratosen und Hyperpigmentierungen der Haut bereits bei Jugendlichen zu schweren Entstellungen. Eine chronische Zufuhr von stark mit Arsen belastetem Trinkwasser kann auch die Kapillaren schädigen, was in schweren Fällen zum Absterben der betroffenen Extremitäten (“Black Foot Disease“) führt. Dann bleibt oft nur die Amputation der erkrankten Körperteile. Weiterhin kann eine chronische Arsenbelastung bösartige Tumoren der Haut, Lunge, Leber und Harnblase induzieren.
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/fileadmin/pza/2004-43/medizin1.htm


Der Fall, den Sie beschreiben ist möglich, aber extrem unwahrscheinlich.
Das Repertorisiern ist horoskopartig, nicht zielführend.
Der Behandler wird auf irgenein anderes Mittelchen kommen.

Sildenafil
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rita74
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Beiträge: 362

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Re: Erbfolgebeschleunigung mit Arsen D6
Antwort #2 - 23. Januar 2008 um 13:10
 
Ist denn in Arsen D6 überhaupt genug Arsen tatsächlich enthalten, um den Vergiftungsverlauf zu beeinflussen?  Smiley
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Pianoman
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Beiträge: 384
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Re: Erbfolgebeschleunigung mit Arsen D6
Antwort #3 - 23. Januar 2008 um 15:26
 
@rita74

Ist denn in Arsen D6 überhaupt genug Arsen tatsächlich enthalten, um den Vergiftungsverlauf zu beeinflussen?

Nun, falls der Homöopath sich am Mord so richtig beteiligen will, ist es wohl etwas wenig.  
Aber der eigentliche Schwachsinn besteht wohl doch darin, mit Arsen in D6 die Symptome einer Arsenvergiftung kurieren zu wollen.

Man kann ähnliche Ungereimtheiten auch mit anderen homöopathischen Mittelchen wiederholen:
Ein nettes Beispiel fortgeschrittenen Homöopathen-Idiotie - das ich immer wieder gerne zitiere - hat die Wittmunder Heilpraktikerin
Jutta Thiel in ihrer Arzneimittelprüfung des Deutschen Wattwurms geschrieben:

Ich selbst habe aus der Prüfung (des Wattwurms, Anmerkung P.) ein mir unbekanntes Aggressionspotential mitgenommen.
Einen Zorn, den ich kaum beherrschen konnte. Ich litt darunter. Später, nach drei Monaten erst, wurde mir klar, dass diese, mir fremden Emotionen, "Wattwurmsymptome" darstellen könnten.
Ich nahm Arenicola marina C200. Unmittelbar danach lösten sich diese Gefühle auf, verpufften wie tausend Funken im Nichts. Kein Zorn, keine Wut trat bisher wieder auf.

( Jutta Thiel, Autorin)

Schlußfolgerung ist danach:
1. Die Einnahme von Wattwurm-Präparaten führt zu Agressionen
2. Diese Agressionen können durch die Einnahme von Wattwurm-Präparaten beseitigt werden.

Das gesamte homöopathische Arzneimittelprüfungsverfahren ist von solch eigentümlichen Ergebnissen duchzogen. Die Ursache ist das von ausschließlich subjektivem Empfinden gesteuerte Erkenntnisverfahren, dass für die sehr erstaunlichen Phänomene der homöopathischen Heilmittelsystematik verantwortlich ist.

Ich würde deshalb gerne mal erleben, wie Homöopathen eine Bleivergiftung oder einen Eisenmangel anhand der entstandenen Symptome therapieren.  

Pianoman  
   
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« Zuletzt geändert: 23. Januar 2008 um 16:28 von Pianoman »  

Aristotle was not Belgian, the principle of Buddhism is not "every man for himself", and the London Underground is not a political movement. Those are all mistakes, Otto. I looked them up. (A Fish Called Wanda)
 

 
rita74
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Re: Erbfolgebeschleunigung mit Arsen D6
Antwort #4 - 24. Januar 2008 um 14:34
 
Pianoman schrieb am 23. Januar 2008 um 15:26:
(...) Nun, falls der Homöopath sich am Mord so richtig beteiligen will, ist es wohl etwas wenig.  
Aber der eigentliche Schwachsinn besteht wohl doch darin, mit Arsen in D6 die Symptome einer Arsenvergiftung kurieren zu wollen. (...) 


@HarryII:
Um auf Ihr ursprüngliches Gedankenexperiment zurück zu kommen:

1. Mord (§ 211 StGB) läge seitens des Homöopathen nicht vor, da es (sofern der Patient verstürbe) an den Mordmerkmalen (hinsichtlich der Begehungsweise, z.B. heimtückisch, oder hinsichtlich des Motivs, z.B. Mordlust) mangelte. In Frage kämen § 212 StGB (Totschlag), § 222 StGB (fahrlässige Tötung) oder § 227 StGB (Körperverletzung mit Todesfolge).
2. Eine "so richtige Beteiligung", wie oben formuliert, gibt es strafrechtlich natürlich nicht, sondern nur "Beteiligung" an sich. Vorbehaltlich des Punktes 3. (siehe unten) wäre der Homöopath tatsächlich Beteiligter an der Tötung, hier konkret als Täter, speziell als sogenannter Nebentäter.
3. "Etwas wenig": Hier käme es darauf an, ob in Arsen D6 tatsächlich Arsen substanziell enthalten ist. Ist das der Fall (ist also Arsen D6 nicht gänzlich arsenfrei), so wäre die Handlung des Homöopathen kausal für den konkreten "Erfolg" der Tötung, womit ein wichtiges Tatbestandsmerkmal erfüllt wäre ("conditio sine qua non"). "Etwas wenig" würde dafür bereits ausreichen.
4. Bei Schwachsinn griffe § 20 StGB (Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störungen) durch, was wegen des Fehlens der Schuldkomponente der Straftat eine Strafe ausschlösse ("nulla poena sine culpa").
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Schau-ma-amoi
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Re: Erbfolgebeschleunigung mit Arsen D6
Antwort #5 - 24. Januar 2008 um 14:50
 
rita74 schrieb am 24. Januar 2008 um 14:34:
Pianoman schrieb am 23. Januar 2008 um 15:26:
(...) Nun, falls der Homöopath sich am Mord so richtig beteiligen will, ist es wohl etwas wenig.  
Aber der eigentliche Schwachsinn besteht wohl doch darin, mit Arsen in D6 die Symptome einer Arsenvergiftung kurieren zu wollen. (...) 


@HarryII:
Um auf Ihr ursprüngliches Gedankenexperiment zurück zu kommen:

1. Mord (§ 211 StGB) läge seitens des Homöopathen nicht vor, da es (sofern der Patient verstürbe) an den Mordmerkmalen (hinsichtlich der Begehungsweise, z.B. heimtückisch, oder hinsichtlich des Motivs, z.B. Mordlust) mangelte. In Frage kämen § 212 StGB (Totschlag), § 222 StGB (fahrlässige Tötung) oder § 227 StGB (Körperverletzung mit Todesfolge).
2. Eine "so richtige Beteiligung", wie oben formuliert, gibt es strafrechtlich natürlich nicht, sondern nur "Beteiligung" an sich. Vorbehaltlich des Punktes 3. (siehe unten) wäre der Homöopath tatsächlich Beteiligter an der Tötung, hier konkret als Täter, speziell als sogenannter Nebentäter.
3. "Etwas wenig": Hier käme es darauf an, ob in Arsen D6 tatsächlich Arsen substanziell enthalten ist. Ist das der Fall (ist also Arsen D6 nicht gänzlich arsenfrei), so wäre die Handlung des Homöopathen kausal für den konkreten "Erfolg" der Tötung, womit ein wichtiges Tatbestandsmerkmal erfüllt wäre ("conditio sine qua non"). "Etwas wenig" würde dafür bereits ausreichen.
4. Bei Schwachsinn griffe § 20 StGB (Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störungen) durch, was wegen des Fehlens der Schuldkomponente der Straftat eine Strafe ausschlösse ("nulla poena sine culpa").
Zwinkernd


Schön gemacht, Rita. Man sollte vertiefend hinzufügen, dass sich obiger Fall allerdings in Österreich ereignet hat. Und in Österreich gilt österreichisches Recht, in der Endbeurteilung wird wohl - abgesehen von anderen Paragraphen - nicht allzuviel Unterschied sein.  Zwinkernd

Nicht vergessen, Rita: am Sonntag SPD wählen!
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rita74
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Beiträge: 362

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Re: Erbfolgebeschleunigung mit Arsen D6
Antwort #6 - 24. Januar 2008 um 15:00
 
Bin doch gar nicht aus Hessen oder Niedersachsen.

(Unter uns: In "meinem" Bundesland wähle ich sogar zuweilen SPD, aber Frau Y. in Hessen favorisiert die "flächendeckende" / allumfassende  Mindestlohn-Einführung und kritisiert die Agenda-Politik G. Schröders, daher findet sie nicht meine Zustimmung. [Dafür bekomme ich sicher wieder Kloppe, so wie in der Gewerkschafts-Frage. Das muss daher wirklich unter uns bleiben. Zwinkernd])
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Schau-ma-amoi
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Re: Erbfolgebeschleunigung mit Arsen D6
Antwort #7 - 24. Januar 2008 um 15:56
 
rita74 schrieb am 24. Januar 2008 um 15:00:
Bin doch gar nicht aus Hessen oder Niedersachsen.

Wieso nicht?
Wie auch immer, ich bin auch nicht von dort.

Zitat:
Unter uns:

Klar, ich schweige wie ein Grab.

Zitat:
In "meinem" Bundesland wähle ich sogar zuweilen SPD

Korrekt hat es zu heißen: In "meinem" Bundesland wähle ich sogar zuweilen SPD.  -  Immer diese kleinen Schnitzerchen. Smiley

Zitat:
Frau Y. in Hessen favorisiert die "flächendeckende" / allumfassende  Mindestlohn-Einführung

Gute Idee.

Zitat:
Agenda-Politik G. Schröders, daher findet sie nicht meine Zustimmung. [Dafür bekomme ich sicher wieder Kloppe, so wie in der Gewerkschafts-Frage.

Macht nix; Sie wollen hier ja keinen Job, sondern Gedanken austauschen. Ich konnte Ihnen auch nicht beispringen, weil Ihre Argumente Löcher hatten wie ein Emmentaler.
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