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Agnostisches Kinderbuch soll indiziert werden (Gelesen: 14923 mal)
Hema
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Agnostisches Kinderbuch soll indiziert werden
01. Februar 2008 um 21:38
 
Das Buch "Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke soll auf Antrag des Familienministeriums (dem auch die Prüfstelle jugendgefährdende Schriften beigordnet ist) als jugendgefährdende Schrift indiziert werden. Informieren kann man sich über diesen etwas bizarren Vorgang hier:

Rettet das Ferkelbuch

Unter "Unterstützung" kann man namentlich gegen dieses Ansinnen protestieren.
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Pjotr
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Re: Agnostisches Kinderbuch soll indiziert werden
Antwort #1 - 01. Februar 2008 um 23:56
 
Hema schrieb am 01. Februar 2008 um 21:38:
Das Buch "Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke soll auf Antrag des Familienministeriums (dem auch die Prüfstelle jugendgefährdende Schriften beigordnet ist) als jugendgefährdende Schrift indiziert werden. Informieren kann man sich über diesen etwas bizarren Vorgang hier:

Rettet das Ferkelbuch

Unter "Unterstützung" kann man namentlich gegen dieses Ansinnen protestieren.


Es ist erstaunlich, welch Bösartigkeit da seitens sogenannter "aufgeklärten Christen" diesem Büchlein entgegen schwappt.

Ein Alex Rühle von der Süddeutschen Zeitung ist sich nicht zu schade, in dem Zusammenhang zu schreiben:

[zit]
So ähnelt er dem religionskritischen Neoprimitivismus eines Richard Dawkins, der alle Religionen als ideologiegeschichtliche Hasskonstrukte karikiert.
[/zit]

Menschen, die also annehmen, dass man auch ohne Gottesvorstellung verantwortungsvoll und ethisch leben kann, die ihre Kinder zu einem hinterfragendem Denken erziehen, die nicht mit Angst, sondern Erkenntnis und Vernunft agieren, sind also "Neoprimitive".

Pjotr
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Pianoman
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Re: Agnostisches Kinderbuch soll indiziert werden
Antwort #2 - 02. Februar 2008 um 00:49
 
Die Aktion ist ein Skandal und der Schwachsinn der Argumentation von der Leyens ist wirklich beeindruckend.
Wenn man den Induzierungsantrag liest, fragt man sich, ob das ihr zuarbeitende Personal sich - zum Nachweis der Fähigkeiten für´s BMFSFJ arbeiten zu können -  wohl ins eigene Knie schießen musste.  

So führt Indizierungsantrag folgendes Beispiel an:

Ferkel und Igel entdecken ein Plakat, auf dem steht: " Wer Gott nicht kennt,dem fehlt etwas!
Deshalb machen sie sich auf den Weg zum Tempelberg, wo eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee stehen, und lassen sich von einem Rabbiner, einem Bischof und einem Mufti erzählen, was es mit Gott auf sich hat. Als die Rede auf die Sinflut kommt, stellte das kleine Ferkel unter anderem fest, dass alle Ferkel, die nicht auf der Arche sein konnten, wohl ertrinken mussten und stellt entsprechend kritische Fragen.


Die Argumentation des BMFSFJ geht dahin, dass durch die Anführung des Beispiels der "Sintflut", "durch welche Menschenbabys, Omas und Tiere" vernichtet worden seien, die jüdische Religion als besonders Angst einflößend und grausam dargestellt.
Dies ergebe sich aus folgenden Textpassagen:

"Eines Tages", sagte der Rabbi, ärgerte sich Gott, der Herr, so sehr über die Menschen, dass er sich entschloss, alles Leben auf der Erde zu vernichten. "Alles Leben?", fragte das Ferkel erschrocken. "Alle Menschenbabys, alle Omas und alle Tiere. Auch die Ferkel, die Igel, die Schmetterlinge und die kleinen Meerschweinchen?" "Ja. alles Leben !", antwortete der Rabbi.

Nun ist aber die Geschichte der Sintflut genauso Teil der heutigen christlichen Bibel und somit auch ein Teil der christlichen Religion.  

Wörtlich steht in der Lutherbibel in der Fassung von 1984 bei 1. Moses 7:

Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen so sehr auf Erden, dass alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden. Fünfzehn Ellen hoch gingen die Wasser über die Berge, sodass sie ganz bedeckt wurden. Da ging alles Fleisch unter, das sich auf Erden regte, an Vögeln, an Vieh, an wildem Getier und an allem, was da wimmelte auf Erden, und alle Menschen. Alles, was Odem des Lebens hatte auf dem Trockenen, das starb. So wurde vertilgt alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an bis hin zum Vieh und zum Gewürm und zu den Vögeln unter dem Himmel; das wurde alles von der Erde vertilgt. Allein Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war. Und die Wasser wuchsen gewaltig auf Erden hundertundfünfzig Tage.

Die kindlich formulierte Frage, ob auch alle Omas, Menschenbabys und Tiere sterben mußten, ist also durchaus berechtigt und es ist erst diese Naivität, die dem Leser bewußt macht welche Grausamkeiten in der Bibel beschrieben werden. Ein anderer großer Kinderbuchautor - Janosch - hat gerade diese naive kindliche Sichtweise auf die absurde Grausamkeit der christlichen Religion in seinem, allerdings für erwachsene Leser bestimmten Roman, "Polski Blues", beschrieben. Auch dort wird deutlich, dass besonders die kindliche Art der Fragestellung - frei von exegetischen Windungen -  die Moral des Christengotts als Unmoral entlarvt.    

Nun kann man davon ausgehen, dass auch von der Leyen der Inhalt der Luther-Bibel bekannt ist, und sie das Argument des Antisemitismus in Wirklichkeit als Schutz vor Kritik an ihrem eigenen Glauben benutzt.
Und das hat einen konkreten Hintergrund: Im Rahmen der staatlich legitimierten religösen Indoktrination - genannt Religionsunterricht - soll Schüler(innen) deutscher Schulen dem Gott der Bibel begegnen als einem, der “befreit, begleitet, versöhnt, stärkt, tröstet, begeistert”, und von dem Glauben erfahren, “dass Gott die Welt geschaffen hat und vorbehaltlos liebt”.
So steht es in der Präambel eines aktuellen Bildungsplans für die Primarstufe in Baden-Würtemberg.

Deshalb werden in aktuellen Schul- und Kinderbibeln konsequent die "harten Stellen" oder anders ausgedrückt, die negativen Charaktereigenschaften des alttestamentarischen Gottes - Rach- und Eifersucht, Neigung zum Genozid, oder der unübersehbare Hang zur Gewalt - ohne große Bedenken umgeschrieben oder einfach weggelassen.

Bedenklich ist dabei, dass hier eine geschichtsvergessene Neuinterpretation biblischer Texte stattfindet, deren Ziel es ist, von der Diskussion über die Inhumanität der Religionen - auch und besonders der christlichen - abzulenken. Denn schließlich verfügt man ja über eine selbstverliehene Legitimation, ethisch-moralische Urteile über andere Religionen und deren inhumanes Menschenbild zu fällen.
 
Letztendlich geht es also um aktuelle Politik und den Anspruch als "Leitkultur".  
Und ich habe den Eindruck, dass bestimmte christdemokratischen Kreise der Auffassung sind, dass nicht Aufklärung und ein kultur- und weltanschauungsübergreifender Humanismus das Fundament unserer Gesellschaft sein sollte, sondern ein nur weichgespültes - möglichst römisch-katholisches, auf jeden Fall aber biblisches begründetes - Glaubensbekenntnis.

Zu diesen Bestrebungen passt aber ein religionskritisches Kinderbuch nun ganz und gar nicht.  

Wer allerdings die Diskussion über Religionen und deren Einfluss auf die Gesellschaft für notwendig hält, sollte sich in aller Deutlichkeit gegen diesen Indizierungsantrag aussprechen.
Die Zeiten, in denen Diskussionen per Dekret beendet wurden, sind vorbei. Jugend wird nicht durch Religionskritik, sondern höchstens durch Religion selbst gefährdet.

Pianoman
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« Zuletzt geändert: 02. Februar 2008 um 10:47 von Pianoman »  

Aristotle was not Belgian, the principle of Buddhism is not "every man for himself", and the London Underground is not a political movement. Those are all mistakes, Otto. I looked them up. (A Fish Called Wanda)
 

 
Keenacat
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Re: Agnostisches Kinderbuch soll indiziert werden
Antwort #3 - 02. Februar 2008 um 14:26
 
und in fünf jahren wird an den schulen kreationismus gelehrt. halleluja. Smiley
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Hema
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Beiträge: 6071

Re: Agnostisches Kinderbuch soll indiziert werden
Antwort #4 - 02. Februar 2008 um 17:04
 
Zitat:
Hema schrieb am 01. Februar 2008 um 21:38:
Das Buch "Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel" von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke soll auf Antrag des Familienministeriums (dem auch die Prüfstelle jugendgefährdende Schriften beigordnet ist) als jugendgefährdende Schrift indiziert werden. Informieren kann man sich über diesen etwas bizarren Vorgang hier:

Rettet das Ferkelbuch

Unter "Unterstützung" kann man namentlich gegen dieses Ansinnen protestieren.


Es ist erstaunlich, welch Bösartigkeit da seitens sogenannter "aufgeklärten Christen" diesem Büchlein entgegen schwappt.

Ein Alex Rühle von der Süddeutschen Zeitung ist sich nicht zu schade, in dem Zusammenhang zu schreiben:

[zit]
So ähnelt er dem religionskritischen Neoprimitivismus eines Richard Dawkins, der alle Religionen als ideologiegeschichtliche Hasskonstrukte karikiert.
[/zit]

Menschen, die also annehmen, dass man auch ohne Gottesvorstellung verantwortungsvoll und ethisch leben kann, die ihre Kinder zu einem hinterfragendem Denken erziehen, die nicht mit Angst, sondern Erkenntnis und Vernunft agieren, sind also "Neoprimitive".


Mir ist dieses Zitat auch am bittersten aufgestoßen.

Religionen sind genau zum Zwecke der Abgrenzung vom Nachbarstamm, zum Zwecke der Selbstüberhöhung in einer unverständlichen Welt und zur Festigung der Binnenmachtstrukturen geschaffen und ersonnen worden. Wenn auch nicht überall Hass, so tritt einem doch die Verachtung gegenüber dem Menschen anderen Glaubens in Religionen verbreitet entgegen. Die Abgrenzung zum Un- oder Andersgläubigen war oft genug dadurch gekennzeichnet, dass der andere eben nicht die gleichen Rechte, sondern geringere hatte oder gleich nur die Wahl hatte zwischen Konversion / Widerruf und Tod. Erst die Aufklärung brachte mit sich, dass die Idee von einem Menschenrecht entwickelt wurde, das unabhängig vom Glauben war.

Auch heute noch wird Religiosität oft ein besonderer Wert an sich zugeordnet. Ich selber kann diesen Wert an sich nicht erkennen und ich halte Gläubige auch nicht für die besseren Menschen an und für sich.  Der Wert eines Menschen zeigt sich in seinen Handlungen für (oder gegen) die Gemeinschaft, nicht darin, wie viele Rosenkränze etc. er abbetet. Ich halte insbesondere auch die hier und heute ausgeübte rituelle Kindesmißhandlung für anachronistisch, die an Barbarei kaum zu überbieten ist, da sie weder einer Geistesschwäche an sich noch Affekt entspringt.

Ich kenne Menschen vieler Glaubensrichtungen; einen Unterschied, ob jemand ein angenehmer Mitmensch ist oder nicht, konnte ich dem Kriterium "Religionszugehörigkeit" nicht zuordnen, eher schon der "Religiosität". Je ausgeprägter die Religiosität, desto schwerer ist nach meiner Meinung das Finden eines gemeinsamen Nenners, wenn es um unterschiedlich bewertete Inhalte geht, da das Finden von Kompromissen oder vernünftigen Lösungen, die möglichst vielen gerecht werden, von der Religion jeweils nicht vorgegeben wird. Religion ist in den allermeisten Fällen rückwärtsgewandt, da sie sich auf "Ereignisse" in der Vergangenheit bezieht.

Die Zuordnung, Religionen nüchtern als das zu betrachten, was sie sind, psychische Krücken und oft genug Mittel zur Machtausübung oder -befestigung (und sei es nur über die eigenen Kinder), sei in Wirklichkeit "primitiv", ist mehr als entlarvend. Zum einen dürfen auch die Anhänge nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Bezeichnung ohne Sachauseinandersetzung schlicht beleidigend ist; zum anderen fragt sich, wer der "Primitive" ist: der, der Götzen braucht, um sich selbst zu überhöhen, oder derjenige, dem Empathie zum Mitmenschen bestenfalls nicht verordnet werden muss, weil er sich als Gleicher unter Gleichen sieht.
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Vanille
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Re: Agnostisches Kinderbuch soll indiziert werden
Antwort #5 - 02. Februar 2008 um 22:16
 
Pianoman schrieb am 02. Februar 2008 um 00:49:
Wörtlich steht in der Lutherbibel in der Fassung von 1984 bei 1. Moses 7:

Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen so sehr auf Erden, dass alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden. Fünfzehn Ellen hoch gingen die Wasser über die Berge, sodass sie ganz bedeckt wurden. Da ging alles Fleisch unter, das sich auf Erden regte, an Vögeln, an Vieh, an wildem Getier und an allem, was da wimmelte auf Erden, und alle Menschen. Alles, was Odem des Lebens hatte auf dem Trockenen, das starb. So wurde vertilgt alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an bis hin zum Vieh und zum Gewürm und zu den Vögeln unter dem Himmel; das wurde alles von der Erde vertilgt. Allein Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war. Und die Wasser wuchsen gewaltig auf Erden hundertundfünfzig Tage.

Die kindlich formulierte Frage, ob auch alle Omas, Menschenbabys und Tiere sterben mußten, ist also durchaus berechtigt und es ist erst diese Naivität, die dem Leser bewußt macht welche Grausamkeiten in der Bibel beschrieben werden. Ein anderer großer Kinderbuchautor - Janosch - hat gerade diese naive kindliche Sichtweise auf die absurde Grausamkeit der christlichen Religion in seinem, allerdings für erwachsene Leser bestimmten Roman, "Polski Blues", beschrieben. Auch dort wird deutlich, dass besonders die kindliche Art der Fragestellung - frei von exegetischen Windungen -  die Moral des Christengotts als Unmoral entlarvt.    

Nun kann man davon ausgehen, dass auch von der Leyen der Inhalt der Luther-Bibel bekannt ist, und sie das Argument des Antisemitismus in Wirklichkeit als Schutz vor Kritik an ihrem eigenen Glauben benutzt.
Und das hat einen konkreten Hintergrund: Im Rahmen der staatlich legitimierten religösen Indoktrination - genannt Religionsunterricht - soll Schüler(innen) deutscher Schulen dem Gott der Bibel begegnen als einem, der “befreit, begleitet, versöhnt, stärkt, tröstet, begeistert”, und von dem Glauben erfahren, “dass Gott die Welt geschaffen hat und vorbehaltlos liebt”.
So steht es in der Präambel eines aktuellen Bildungsplans für die Primarstufe in Baden-Würtemberg.

Deshalb werden in aktuellen Schul- und Kinderbibeln konsequent die "harten Stellen" oder anders ausgedrückt, die negativen Charaktereigenschaften des alttestamentarischen Gottes - Rach- und Eifersucht, Neigung zum Genozid, oder der unübersehbare Hang zur Gewalt - ohne große Bedenken umgeschrieben oder einfach weggelassen.

Bedenklich ist dabei, dass hier eine geschichtsvergessene Neuinterpretation biblischer Texte stattfindet, deren Ziel es ist, von der Diskussion über die Inhumanität der Religionen - auch und besonders der christlichen - abzulenken. Denn schließlich verfügt man ja über eine selbstverliehene Legitimation, ethisch-moralische Urteile über andere Religionen und deren inhumanes Menschenbild zu fällen.
 
Letztendlich geht es also um aktuelle Politik und den Anspruch als "Leitkultur".  
Und ich habe den Eindruck, dass bestimmte christdemokratischen Kreise der Auffassung sind, dass nicht Aufklärung und ein kultur- und weltanschauungsübergreifender Humanismus das Fundament unserer Gesellschaft sein sollte, sondern ein nur weichgespültes - möglichst römisch-katholisches, auf jeden Fall aber biblisches begründetes - Glaubensbekenntnis.

Zu diesen Bestrebungen passt aber ein religionskritisches Kinderbuch nun ganz und gar nicht.  

Pianoman


Das deckt sich mit meiner Interpretation der Motive von der Leyens und ihrer christlichen und christdemokratischen Hilfstruppen: Sie sind zu feige, zuzugeben, dass sie sich in ihren christlichen Gefühlen und ihrem christlichen Werteverständnis angegriffen sehen und vor allem das Christentum unter Naturschutz stellen möchten. Deshalb stellen sie verlogen den angeblichen Antisemitismus des Büchleins ins Zentrum des Indizierungsantrags. Allerdings kann das Bild eines alttestamentarischen Rachegottes tatsächlich zum antisemitischen Klischee werden, wenn es verabsolutiert wird. Der "Rachegott" stellt eben nur einen Teilaspekt einer langen historischen Phase dar, die durch die Texte des "alten Testaments" dokumentiert wird. Doch ist gerade in der Geschichte des Mainstream-Christentums dieser strafende, blutrünstige Gott erfolgreich reaktiviert worden. Horrorstories wie die Sintflutgeschichte sind nun einmal Teil der christlichen Bibel geworden. Damit wurde ich als Kind im katholischen Religionsunterricht traktiert. Als ausgetretener exkatholischer Atheist empfinde ich es als Frechheit, wenn mittels Indizierungsantrag die Zurückweisung solcher Zumutungen als "jugendgefährdend" sanktioniert werden soll. Nach dieser Logik war auch mein Kirchenaustritt ein antisemitischer Akt!
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besucher
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Re: Agnostisches Kinderbuch soll indiziert werden
Antwort #6 - 03. Februar 2008 um 09:47
 
Vielleicht sollte man einen Indizierungsantrag für die Bibel und ihre Derivate (Kinderbibel) stellen. Das Familienministerium hat ja nun erkannt, dass da viele grausame Dinge drin stehen.
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Sorbin
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Re: Agnostisches Kinderbuch soll indiziert werden
Antwort #7 - 03. Februar 2008 um 19:12
 
Ich empfehle folgende Lektüre
Franz Buggle: Denn sie wissen nicht was sie glauben.
ein freiburger Psychologe beschäftigt sich mit der Bibel, aber auch mit den Thesen der modern populistischen Theologie von  Küng und Zahrnt

http://www.amazon.de/exec/obidos/search-handle-url?%5Fencoding=UTF8&search-type=...

Lesenswert sind auch die Rezensionen zu dem Buch
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Schau-ma-amoi
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Re: Agnostisches Kinderbuch soll indiziert werden
Antwort #8 - 04. Februar 2008 um 08:46
 
Die Glaubensszene radikalisiert sich eben schon seit geraumer Zeit und zwar weltweit. Nur in diesem Rahmen sind solche Sachen möglich.
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rita74
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Re: Agnostisches Kinderbuch soll indiziert werden
Antwort #9 - 08. Februar 2008 um 13:28
 
Es liegt eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg vor.
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