Zitat:Das ist eine sympathische Sicht, die ich auch teile. Alleine: (ich rede immer von Bayern) Kinder, die eigentlich die Fähigkeiten zum Hochschuldozenten haben, aber dann Straßenkehrer werden, sind überhaupt nicht glücklich. Und genau sowas befördert ein Schulsystem dieser Art: Es geht von einer normierten theoretischen Vorstellung aus, wie ein 10-jähriger zu sein hat.
Gebe ich Dir recht, und das ist nicht nur in Bayern so. Da jedes Kind individuell und anders lernt, ist es bei Klassengrößen von bis zu 30 Kindern aber nahezu unmöglich jedem Kind das zu geben was es braucht. IQ ist halt nicht alles, wenn die nötige Disziplin fehlt und die Lehrer mit dem "Schussel" nicht umgehen können, hast Du ganz klassisch Pech und das geht in die Hose. Selbst mit maximaler Unterstützung des Elternhauses wird es schwierig.
Zitat: Und zwar besonders dann, wenn die Kinder aus sozial schwachen Familien kommen, wo sich eben kein Elternteil täglich nachmittags findet, um letztlich den Unterricht privat fortzuführen, zu motivieren und zu betreuen.
Und da könnte ich jedesmal die Krätze kriegen! Sohni kommt nach hause, packt die Deutschhausaufgaben aus und dann gehts los. Was ist ein Prädikat, ein Adjektiv und ein Verb

, geht man mal davon aus, dass es durchaus Eltern gibt, die nicht in der Lage sind ihrem Kind das erklären zu können haben die Kinder keine Chance. Neulich war ich so geladen, dass ich meinem Sohn einen Zettel ins Deutschheft legte auf dem stand, dass das Kind die Hausis nicht machen konnte weil es ihm augenscheinlich nicht richtig erklärt wurde. Wenn die Lehrer nicht merken dass es unzureichend erklärt wird, können sie es nicht abstellen.
Zitat:Naja, ich verstehe diese Angst schon teilweise, wenn man sich den Arbeitsmarkt anschaut. Früher konnte man noch mit Hauptschulabschluss eine Lehre machen und einen ehrbaren Handwerksberuf ausüben, mit dem man eine Familie ernähren konnte. Die Chancen dafür sind m.M. deutlich schlechter geworden.
Ich verstehe diese Angst durchaus auch, vorallem da wir hier einen großen Ausbildungsbetrieb haben bei dem Mittlere Reife Minimum ist. Aber ich muss das Kind doch seinen Weg gehen lassen, bis zum Abi sind es noch ein paar Jahre, bis dahin kann viel passieren, ich sehe so eine Schule als Chance für mein Kind nicht gleich in ein vorgefertigtes Getriebe gesteckt zu werden. Selbst wenn es keine gymnasiale Oberstufe gibt, kann man das Abi am Gymnasium 20 km weiter machen, wenn die Vorraussetzungen gegeben sind.