abs schrieb am 10. Dezember 2008 um 09:39: Zitat:Nur das wir uns richtig verstehen, sie zweifeln an der Existenz von ADHS?

Wie kommen Sie denn zu diesem Eindruck?
ADS / ADHS sind zweifelsfrei existent!
Zweifelhaft ist allerdings, ob jedes Kind (auch Jugendlicher, Erwachsener), bei dem diese Diagnose gestellt wurde und die entsprechende medikamentöse Therapie eingeleitet wurde tatsächlich ADS / ADHS hat. Die Frage nach der "Verlegenheitsdiagnose" oder der "Fehldiagnose" steht zur Debatte. Und damit die Frage nach der Verabreichung eines hochwirksamen, nebenwirkungsbehafteten Medikamentes ohne hinreichende Indikationsstellung!!!!!
Nun, da Sie Kenntnisse hierzu besitzen, die eben dieses Thema betreffen, würde ich (wirklich!) gerne an diesen partizipieren - denn Falschinformationen werden gerne und ausgiebig gestreut. Wenn dies bei Frontal21 der Fall war, so würde ich gerne über die wahren Zusammenhänge und Fakten aufgeklärt werden.
Danke im Voraus!
Die Aussage des Herrn Schaaber lautete genau:
Zitat:Schaaber gegenüber dem ZDF: “Strattera wird eingesetzt im Prinzip bei gesunden Kindern. Die sind nur zappelig, unruhig, können sich schlecht konzentrieren. Das hat aber oft keinen Krankheitswert, ist nur nervig für die Umwelt. Es ist sehr fragwürdig, Kinder mit solch stark wirksamen Medikamenten und solch schwerwiegenden Nebenwirkungen zu behandeln. Das steht in keinem Verhältnis zum äußerst zweifelhaften Nutzen dieses Medikaments.”
Diese Aussage zeugt von Unwissenheit gegenüber dem Krankheitsbild des ADHS. ADHS wird nicht gerade mal zwischen Tür und Angel diagnostiziert, sondern ist eine aufwendige Ausschlussdiagnose, an der oft mehrere beiteiligt sind.
Ausserdem legt diese Behauptung nahe, Eltern die ihren Kindern eine medikamentöse Therapie, Aufgrund eines ADHS zukommen lassen, wöllten ihre völlig normalen Kinder nur ruhig stellen. Die meisten Eltern tun sich vorallem zu Beginn der Therapie sehr schwer damit und das findet in den wenigsten Fällen unüberlegt statt. Eine Aussage wie Herr Schaaber sie getätigt hat ist unüberlegt, zweifelt das Krankheitsbild des ADHS an und hilft niemandem. Statt dessen sollte man sich (auch beim ZDF, wie mir scheint) mehr um korrekte Aufklärung bemühen, dies schafft auch Abhilfe im Bezug auf Falschdiagnosen.