Ja, meine Abschätzung war nur Pi mal Daumen, und ich muss sie gleich korrigieren.
Methylphenidat ist zugelassen zur ADHS-Behandlung im Alter von 6-17 Jahren.
In dieser Altersgruppe sind 9,4 Mio. Menschen.
Davon 3,9% Prävalenz von ADHS (die Zahl vom RKI) => 366.000 Betroffene.
Neuere Zahl für 2007: es wurden 46 Mio. DDD verordnet, das heißt pro Behandlungstag 126.000 DDD.
=> Also: 366.000 Betroffene, von denen werden 126.000 täglich mit Methylphenidat versorgt - etwa ein Drittel.
Mittlerweile hab ich eine Präsentation von Herrn Glaeske mit den Daten der GEK gefunden, das waren wohl die Daten, die Sie erwähnten. In der Präsentation ists etwas griffiger nachzuvollziehen:
http://www2.bptk.de/uploads/gek_praesentation_glaeske_14.10.08.pdfAber immer noch nur ein kleiner Ausschnitt, da begrenzt auf GEK.
Wo kriegt man nun harte Daten her?
Dazu bräuchte man Daten zur Verschreibung von Methylphenidat, gekoppelt mit der Diagnose und dem Alter des Patienten.
Ob es das für alle Versicherten gibt, das weiß ich nicht.
Hier
http://www.bmg.bund.de/cln_160/nn_1168248/SharedDocs/Standardartikel/DE/AZ/D/Glo... findet sich ein Hinweis, dass Versorgungsforschung auf den Weg gebracht werden soll:
Zitat:(3) Aufbau einer systematischen Analyse der Verordnungsdaten über Methylphenidat.
Hierzu sind entsprechende Werkverträge abgeschlossen worden, die u.a. auch eine Verbrauchsanalyse in Korrelation mit der Indikationsstellung sowie mit dem Behandlungsverlauf ermöglichen.
Inwieweit es da Ergebnisse gibt, weiß ich nicht - muss mich erkundigen.
EINE heftige Unsicherheit wird auch bei Vorliegen harter Daten zur Verschreibungshäufigkeit bleiben, und das ist die Unsicherheit über die Prävalenz, siehe mein Post zuvor. Eine Fehlerquote von Faktor 2 ist da locker drin - und wäre somit auch in der von Ihnen gewünschten Prozentangabe (Behandlung mit MPH bei ADHS) enthalten.