fsmeyer
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Tach zusammen, auch wenn dieser Thread schon etwas älter ist: ärgerlich finde ich hier die vielen unqualifizierten Pauschalaussagen. Ohne jetzt mal einzelne der Postenden anzusprechen: 1. Baubiologen sind nicht grundsätzlich Scharlatane. Zwar ist die Berufbezeichnung leider (noch) nicht geschützt, weswegen jeder Esoterikfuzzi sich so nennen darf, aber es gibt durchaus sehr qualifizierte Menschen, die sich mit der Thematik beschäftigen. Darunter sind sowohl erfahrene Handwerksmeister als auch Diplom- und promovierte Ingenieure (auch E-Technik, teilweise mit Schwerpunkt Hochfrequenztechnik) und promovierte Biologen und Chemiker, die an einer staatlich anerkannten Institution wie z.B. dem IBN (Institut für Baubiologie und -ökologie Neubeuern) eine Ausbildung zum Baubiologen gemacht haben. Man sollte also z.B. darauf achten, dass der beauftragte Baubiologe ein "Baubiologe IBN" ist und idealerweise auch "Baubiologischer Messtechniker IBN" (bzw. SBM = "Standard der Baubiologischen Messtechnik) ist, der nach dem international anerkannten Standard der Baubiologischen Messtechnik arbeitet. Die Prüfung dazu ist hart - und das schaffen keine selbsternannten Heilsbringer. 2. Wie man aus den Postings herauslesen kann, werden vielfach (hohe, aber unkritische) Kurzzeitbelastungen (z.B. MRT) auf der einen und natürliche Langzeiteinwirkungen (z.B. das Erdmagnetfeld) auf der anderen Seite mit langfristig einwirkenden technischen Feldern verglichen, was ein Vergleich von Äpfeln und Birnen ist: einige hunderttausend nT können - kurzfristig - medizinisch sinnvoll sein und schaden nicht. Und die 40 mT vom Erdmagnetfeld sind ein GLEICHfeld, an welches 1. die Organismen der auf der Erde vorhandenen Lebewesen seit Jahrmillionen gewöhnt sind, und das 2. völlig anders wirkt als künstliche (z.B. 50-Hz-) Wechelfelder. Laut WHO (die man sicher nicht als Esoterik-Ökospinner-Organisation bezeichnen kann) sind - und das ist nach seriösen wissenschaftlichen Untersuchungen belegt - 300-400 nT magnetisches Wechselfeld potentiell kanzerogen, also langfristig krebserzeugend (was NICHT heißt, dass jeder darauf empfindlich reagiert). Die im Ursprungsposting genannten 500 nT liegen eindeutig darüber, weshalb die Besorgnis des Betroffenen durchaus angebracht ist. Wohlgemerkt: es geht um die LANGZEITBELASTUNG am Schlaf- oder sonstigen Daueraufenthaltsplatz! 3. Placeboeffekte spielen natürlich überall eine Rolle - positiv wie negativ. Es gibt daher "eingebildete" und "echte" Elektrosensible. Doch das sollte nicht davon ablenken, dass magnetische Wechselfelder >= 400 nT sich ungünstig auf den Organismus auswirken. Die einen merken es eben (Schlafstörungen, restless legs, Kopfschmerzen, ezc.), die anderen nicht. Es gibt robustere Nauturen und empfindlichere... 4. Zum Thema Messgeräte: das Mlog 3D von Merkel Messtechnik ist ein hochpräzises, professionelles Messgerät. Es misst von 16,7 Hz (Bahnstrom) über 50 (unser Wechselstrom) bis 2.000 Hz in 3 Koordinatenrichtungen von 10 bis 30.000 nT. (und @wireless: JA, < 500 nT kann amn messen) Leider wird es mittlerweile nicht mehr produziert, aber es gibt Alternativen (Fauser, Gigahertz Solutions, ROM Elektronik). 5. wo ich zustimme: Vorsicht vor "Baubiologen", die "Abschirmdecken" (u.Ä.) gegen Wasseradern, Erdstrahlen und Magnetfelder verkaufen: das funktioniert nicht. Lediglich ELEKTRISCHE Wechselfelder und HF-Felder lassen sich abschirmen, der Rest aber nicht. Solche Leute jagt zum Teufel... 6. Nochmal zum Thema Langzeitbelastung: BITTE verwechselt nicht einen kurzzeitigen Peak, also z.B. ein 10-minütiges Sitzen auf dem Heizkissen (magnetisches - aber auch elektirisches - Wechselfeld) oder ein 1-minütiges Handy- oder DECT-Telefonat (HF-Feld, gepulst) , mit einer langfristigen Einwirkung wie z.B. einer Stromleitung mit aktivem Verbraucher, die hinter dem Kopfende eines Bettes vorbei führt oder WLAN-/DECT-/Mobilfunksender (eigenes Thema, o.k. ...) in der Nähe. 7. Schließlich: glaubt Ihr, dass ein Dipl- (oder gar Dr.-) Ing. ca, 50.000 EUR für Messgeräte ausgäbe, wenn er sich seiner Sache unsicher wäre, wenn er Leute betrügen wollte, ihnen irgendeinen Mist erzählen wollte? Wenn er mit Weihwasser gefüllte Bierflaschen, "Ernergiepyramiden", "Frequenzkompensatoren", "Erdstrahlenassimilatoren" und ähnlichen Scheißdreck verkaufen wollte? Nein: DAzu braucht man keine Ausbildung, nur ein freches Mundwerk. Also: glaubt keinen selbsternannten "Baubiologen", sondern achtet darauf, dass sie eine solide Ausbildung haben. Fragt sie danach. Solange diese Berufsbezeichung nicht geschützt ist, kann keiner etwas dagegen machen, dass sich dort Scharlatane tummeln...
Viele Grüße Frank Meyer Dipl.-Ing., Baubiologe IBN
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