0815einerlei schrieb am 23. Mai 2009 um 20:51:Nicht zur Wahl zu gehen bedeutet auch nicht zwangsläufig gegen Demokratie zu sein.
Schon mal Kant gelesen?
Zitat:Zur Wahl zu gehen und den Zettel ungültig zu machen ist auch nicht undemokratisch. Im Gegenteil zeigt dies, dass man keinem dieser Polemiker Politik im Sinne der Wähler zutraut.
„im Sinne der Wähler“?
Deren Sprecher Sie sind? Der weitaus größte Teil der deutschen Wähler geht doch zu den Urnen (bei der letzten Bundestagswahl waren es mehr als ¾) und wählt noch dazu gültig eine der Parteien:
http://www.bpb.de/wissen/NNMT1N,0,Ung%FCltige_Stimmen_bei_den_Bundestagswahlen_1...l
Sind diese Wähler keine Demokraten? Oder ist Demokratie das, was SIE gerade darunter verstehen?
Zitat:Welche Demokratie meinen Sie eigentlich? Die Bundesdeutsche? Wo durch Koalitionen künstlich Mehrheiten geschaffen werden? Wo ist das im Wählerinteresse demokratisch?
Ich gebe als Wähler dem Abgeordneten ein Mandat, eine Art Vorschussvertrauen. Obwohl ich natürlich weiß, dass die Partei, der er angehört und die ich wähle die absolute Mehrheit nicht erreichen wird, weil dies die anderen Wähler nicht wollen. Er muss somit mit einer Partei, die ich nicht gewählt habe, zusammenarbeiten (koalieren) und damit Kompromisse eingehen.
So läuft das Leben selbst in der kleinsten Gemeinschaft, etwa der Ehe.
Zitat:Wo die Parteien gar nicht ihre politischen Ziele umsetzen können, weil sie sich selbst verraten?
Was hat das mit Verrat (welche bezeichnender Ausdruck) zu tun?
Zitat:Würden mehr Menschen darüber nachdenken
... und natürlich zu dem Ergebnis kommen, das Ihrem „Nachdenken“ entspricht. Klar. Tun sie das nicht, sind sie dämlich oder haben nicht lange genug nachgedacht. Ein feiner Demokrat sind Sie.
Die eigenen Wertvorstellungen und Wünsche als das Non-plus-Ultra hinstellen und alles, was davon abweicht, als undemokratisch bezeichnen. Ist das Ihre Demokratie?
Zitat:Tatsächlich geht es uns besser als anderen. Aber wie lange noch. Bei dieser Gleichgültigkeit der Massen sehe ich eine weiter dynamisch beschleunigte Talfahrt.
Wieder so ein Nostradamus.
Wilhelm II.:
Zitat:"Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung."
Kelvin:
Zitat:"Das Radio hat keine Zukunft."
Ein Herr Daimler meinte einmal:
Zitat:"Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten - allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren."
Zitat:Chef der 20th Century-Fox:
"Das Fernsehen wird nach den ersten sechs Monaten am Markt scheitern. Die Menschen werden es bald satt haben, jeden Abend in eine Sperrholzkiste zu starren."
Zitat:Kein vernünftiger Mensch wünscht sich Anarchie oder Diktatur. Aber was man hier zu Lande als Demokratie versteht ist bestimmt nicht die Lösung.
Was verstehen Sie denn unter Demokratie?
Zitat:PS: Aktuell. Heute wurde Köhler als Bundespräsi wieder gewählt. In wessen Interesse ist das denn. Wer brauch den denn? Nicht Köhler als Person. Diesen Posten überhaupt.
Vorab: ich bin Österreicher, bei uns wird der BP vom Volk gewählt. Formell hat er eine Menge Kompetenzen (mehr als der deutsche Bundespräsident), in der Praxis (Juristen nennen das „gelebte Verfassung“) sind seine Machtbefugnisse eher gering. Er ist so etwas wie eine moralische Instanz, wenn man denn will.
Aus diesem Grund fordern sehr, sehr rechts stehende Parteien (Stichwort: der von uns gegangene bzw. im Suff geraste Jörg Haider) die Abschaffung dieses Amtes – mit den gleichen Argumenten, die Sie anführen.
Man darf aber nicht vergessen, dass eine Verfassung (bei euch: Grundgesetz) ein Ganzes ist.
Zitat:Ein Steuerfresser ist das.
Welchen Anteil an den Staatsausgaben beansprucht denn dieses Amt?
Zitat:Man mache doch mal eine Umfrage wer das so haben will.
Ja, ja; die direkte Demokratie. Vox populi. Der Bürger mit dem großen Durchblick macht ja schon in die Hose, wenn er „Gentechnik“ hört, ohne zu wissen, was ein Gen eigentlich ist.
Und bei passender Gelegenheit stimmt er dafür, dass Homöopathie und all anderer esoterischer Schmarrn von den Kassen, also von der öffentlichen Hand, also letzten Endes von ihm selbst bezahlt wird. Und sich dann darüber zu mokieren, dass bei wirklich notwendigen Mitteln, etwa Heilbehelfen, gespart werden muss.
Zitat:Und wenn man meint man brauche einen Präsidenten neben dem Kanzlerposten. Bitteschön. Aber wer möchte dann bitte den Hr. Köhler?
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,553585,00.html