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  › ARD: Die Story über Neurodermitis-"Medikament"
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ARD: Die Story über Neurodermitis-"Medikament" (Gelesen: 182740 mal)
JogDial
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Beiträge: 1208
Großraum: Europa
ARD: Die Story über Neurodermitis-"Medikament"
19. Oktober 2009 um 20:55
 
Es läuft gerade auf ARD die Doku über die Neurodermitis-Salbe, welche seit ca. 20Jahren angeblich nicht auf den Markt kommt, weil die Pharmaindustrie diese nicht produzieren will.

Was haltet Ihr davon? Mir kommt es etwas unglaubwürdig vor, daß diese Salbe nicht auch im Ausland (Indien, Brasilien, unzählige andere Staaten) angeboten und produziert werden könnte. Das diese potentiell Tausenden von Produzenten alle paktieren erscheint mir unglaubwürdig.
Ebenfalls unglaubwürdig: Wenn diese Creme sooo einfach herzustellen ist (VitB+Avocado), daß es jeder Apotheker zusammen rühren kann, warum sollten es die Apotheken (oder jemand anderes) dann nicht machen?
Bräuchte der Erfinder doch nur Lizenzen zu verkaufen.
Anfangs wohl nur lokal/regional, wenn es aber tatsächlich so gut wirkt, dann dürfte das ganz, ganz schnell von ganz alleine größer werden und Geld für eine größere Produktion würde auch fliessen.
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elf
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Geschlecht: male
Re: ARD: Die Story über Neurodermitis-"Medikament"
Antwort #1 - 19. Oktober 2009 um 21:40
 
Wir haben die Sendung eben gesehen.
Und kamen zum gleichen Schluss: Nicht glaubwürdig, weil so eine einfache Sache in jedem Hinterhof verquirlt werden könnte, besonders in chinesischen oder indischen.
Wie das mit der ECHTEN Wirkung ist:
Die Dres. aus Berlin und Bochum sind uns zum Teil persönlich bekannt und eigentlich vertrauenswürdig.

Irgend etwas stimmt nicht, aber was?
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Sildenafil
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Re: ARD: Die Story über Neurodermitis-"Medikament"
Antwort #2 - 19. Oktober 2009 um 21:51
 
Harnstoff ist auch preiswert und schon lange nicht mehr patentgeschützt.

Die Präparate sind auch auf dem Markt.
Das ist einfach eine typische Wundermittelstory. Wer sollte Dermatologen daran hindern, das zu rezeptieren.
Und eine echte "Heilung" der Neurodermitis wäre eine medizinische Sensation.

Das hält doch niemand 20 Jahre unter Verschluss.
Totaler Schwachsinn das Ganze.
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elf
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Beiträge: 5239

Geschlecht: male
Re: ARD: Die Story über Neurodermitis-"Medikament"
Antwort #3 - 19. Oktober 2009 um 22:00
 
Was, Sil, kann man denn am Zusammenquirlen von Öl und Pulver patentieren lassen?

Avocados hab ich genug, Cobalamin krieg ich auch.
Darf ich das quirlen?
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Kawarimono
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Beiträge: 3364

Re: ARD: Die Story über Neurodermitis-"Medikament"
Antwort #4 - 19. Oktober 2009 um 22:01
 
Mal ehrlich... die Paste kann man doch in einer Küche anrühren. Von Gräfe und Unzer gibts ganze Bücher mit Salbengrundlagen. B12 reinwerfen. Fertig.

Macht keiner? Warum nicht?

Kawarimono

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Sildenafil
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Re: ARD: Die Story über Neurodermitis-"Medikament"
Antwort #5 - 19. Oktober 2009 um 22:07
 
Bei einem Vitamin als "Wirkstoff" ist wirklich nicht viel patentierbar.

Es wäre ja noch viel einfacher, wenn man das einfach als Kosmetikum zur untertützenden Pflege bei Neurodermitis verkaufen würde.
Ist ja kein Arzneistoff drin.
Dass sich dafür kein Hersteller finden lässt, kann ich einfach nicht glauben.
Die Story ist nicht rund. Und eine Pubmed-Suche über B12 und Neurodermitis wird sicher auch nicht viel Ergebnisse zeigen.

Ich schlage vor, die zehn Indizien für Quacksalberei mal durchzugehen. Ein paar Punkte kommen zusammen.
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Kawarimono
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Beiträge: 3364

Re: ARD: Die Story über Neurodermitis-"Medikament"
Antwort #6 - 19. Oktober 2009 um 22:45
 
elf schrieb am 19. Oktober 2009 um 21:40:
Die Dres. aus Berlin und Bochum sind uns zum Teil persönlich bekannt und eigentlich vertrauenswürdig.


Tja...

Zitat:
Irgend etwas stimmt nicht, aber was?


Tja...

Das habe ich mich auch gefragt, als der einer der besten Augenärzte Deutschlands Eigenbluttropfen für einen Patienten anordnete. Gebracht haben sie nichts.

So ist das Leben.


Pubmed gibt nichts her außer die Apolongeten selbst. Versuche mit B12 fanden seit 1954 statt (oral wohl). Januchowski schreibt für ein fürchterliches alternativmedizinisches Journal. Der erste Versuch des Patentierenden fand mit dreizehn ganzen Patienten statt. Und zwar 2001... nach meiner Zeitrechnung sind das acht und nicht zwanzig Jahre. Der Herr in der Psychiatrie kam mir doch gleich so jung vor.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11586013?ordinalpos=4&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_DefaultReportPanel.Pubmed_RVDocSum

... Danke!

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Kawarimono
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Re: ARD: Die Story über Neurodermitis-"Medikament"
Antwort #7 - 19. Oktober 2009 um 22:54
 
Und wer jetzt noch nicht glaubt was offensichtlich ist, dem hilft vielleicht das:

Werden Sie doch Scharlatan
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JogDial
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Großraum: Europa
Re: ARD: Die Story über Neurodermitis-"Medikament"
Antwort #8 - 19. Oktober 2009 um 23:13
 
Was mir schon ganz zu Anfang der "Story" aufgefallen ist:
  • Es wurde eben keine Studie gemacht.
  • Es wurde verneint das eine Doppelblindstudie gemacht werden könnte, wegen der rosa Farbe der Creme (äh, Hallo, ich bin weder Mediziner, noch Chemiker oder sonst was, aber es dürfte doch ein leichtes sein eine Creme anzurühren ohne Wirkstoff mit gleicher Konsistenz und Farbe!!!)
  • Es wurde immer gesagt "ich hatte das Gefühl das es besser ist" - (verlaufen die Beschwerden nicht sowieso immer in Schüben?)]

...und dann ganz zum Schluß das Gejammer des "Erfinders" er hoffe, dass es sein Produkt doch noch mal auf den Markt schafft. Da will man doch echt schreien: Ja dann rühr's doch einfach selbst an, du D...

Ich glaube der wollte für seine "Erfindung" einfach zu viel Geld, hatte keinerlei nachhaltigen Wirkbeweis und somit war kein Unternehmen bereit zu zahlen. Es bliebe ihm aber unbelassen es selbst zu machen. Er tat es nicht und hat auch seiner Frau nix mehr zusammengerührt....warum wohl???
War's vielleicht doch nicht so nachhaltig in der Wirkung?

Ach und was ich eben noch gesehen habe und hier nicht verschweigen will:
Das Buch zur Sendung mit Rezept für rund 17EUR, Nachtigall ich hör dir trappsen...
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Kawarimono
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Re: ARD: Die Story über Neurodermitis-"Medikament"
Antwort #9 - 19. Oktober 2009 um 23:27
 
JogDial schrieb am 19. Oktober 2009 um 23:13:
  • Es wurde immer gesagt "ich hatte das Gefühl das es besser ist" - (verlaufen die Beschwerden nicht sowieso immer in Schüben?)]




  • http://www.psoriasis-netz.de/themen/produkte-aktuell/regividerm.html

    Zitat:
    Regividerm enthielt "damals" Vitamin B12 und Avocadoöl. In einem Versuch aus dem Jahr 2001 wurde eine ebensolche Creme mit einer Creme mit Calcipotriol (Vitamin D3) an 13 Patienten mit einer chronischen Plaque-Psoriasis verglichen. Zwölf Wochen lang wurde getestet. Die Forscher von der Ruhr-Uni Bochum und der Uni Dortmund schrieben ihre Beobachtungen ebenso auf wie die Patienten. Außerdem wurde eine Sonographie hinzugezogen.

    Das Ergebnis: Die Calcipotriol-Creme zeigte schnellere Effekte. Aber: Im Langzeit-Ergebnis, nach zwölf Wochen, gab es keinen Unterschied zwischen den beiden Substanzen. Die Wirkung der Calcipotriol-Creme erreichte ihren Höhepunkt in den ersten vier Wochen, während die Vitamin-B12-und-Avocado-Creme konstant wirkte.
    Die Patienten bescheinigten der Vitamin-B12-und-Avocado-Creme eine bessere Verträglichkeit. Die Studienschreiber folgerten aus ihren Beobachtungen, dass die Creme ein "deutliches Potenzial als eine gut verträgliche Langzeittherapie für die Psoriasis" hat.



    Unverblindet... ein "großartiger" Erfolg. unentschlossen

    Natürlich kann man jederzeit eine rosa Creme herstellen.
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