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Wissenschaftliche Studien (Gelesen: 4170 mal)
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Wissenschaftliche Studien
04. Januar 2010 um 20:38
 
Artikel erschien in: => ÖKO-TEST Dezember 2009
Rubrik: Magazin

Skurrile Studien
Völlig durchgeknallt?

Kaum ein Thema, zu dem es nicht mindestens eine wissenschaftliche Untersuchung gibt. Da liegt es auf der Hand, dass es auch jede Menge Studien gibt, deren Sinn sich nicht wirklich erschließt. Wir haben einige merkwürdige, überflüssige oder sogar ärgerliche Forschungsergebnisse zusammengetragen.
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Re: Wissenschaftliche Studien
Antwort #1 - 04. Januar 2010 um 20:39
 
Artikel erschien in: => ÖKO-TEST Dezember 2009
Rubrik: Magazin

Skurrile Studien
Völlig durchgeknallt?

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"Wer niemals geraucht hat, nicht massiv übergewichtig ist, pro Woche mehr als dreieinhalb Stunden körperlich aktiv ist und sich gesund ernährt, hat im Vergleich zu einer Person, die sich gegenteilig verhält, ein um 78 Prozent vermindertes Risiko, chronisch zu erkranken", meldet das Deutsche Institut für Ernährungsforschung. Na, irgendwie muss sich die ganze Anstrengung ja auch lohnen, oder? Allerdings erfüllen nicht besonders viele Menschen alle vier Anforderungen - in der Potsdamer Langzeitstudie mit über 23.000 Teilnehmern waren es gerade mal neun Prozent.

Ein ganz anderes Rezept für ein möglichst gesundes Leben bietet dagegen die amerikanische Ärztin Mary Elizabeth Hughes im Journal of Health and Social Behavior: Sie fand heraus, dass lange verheiratete Männer und Frauen deutlich seltener an Herzerkrankungen, Diabetes oder Krebs litten als geschiedene oder verwitwete Leute - selbst wenn diese einen neuen Partner ehelichten. Das ist doch mal ein ganz neues Argument für eheliche Treue! Junggesellen schneiden zwar bei den chronischen Erkrankungen ähnlich gut ab, litten aber häufiger an Depressionen. Eindeutige Schlussfolgerung: Trauen Sie sich - und bleiben Sie dabei!

Gute Nachricht für alle Freunde des Hopfens: Bier trinken macht zwar dick, muss aber nicht unbedingt zu dem berüchtigten Bierbauch führen - die zusätzlichen Kilos können sich durchaus auch an anderen Körperstellen anlagern. Und einen stattlichen Schmerbauch kann auch jemand haben, der gar kein Bier trinkt. Diese wichtige Erkenntnis ist deutschen und schwedischen Forschern zu verdanken, die darüber im European Journal of Clinical Nutrition berichteten.

Dicke Kinder sind meist nicht mit einem ausgeprägten Selbstbewusstsein ausgestattet, dafür sorgen schon die Hänseleien der Altersgenossen und die frustrierenden Ergebnisse im Sportunterricht. Insofern kann es eigentlich niemanden verwundern, wenn ein ganzes Wissenschaftlerteam der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd und der Gmünder Ersatzkasse feststellte, dass übergewichtige Kinder dreimal so häufig an Depressionen leiden wie Normalgewichtige. Auch Angstzustände und Schlafstörungen gab es bei den dicken Kids deutlich häufiger. Ein Grund mehr, auf das Gewicht der Sprösslinge zu achten.

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Re: Wissenschaftliche Studien
Antwort #2 - 04. Januar 2010 um 20:39
 
Artikel erschien in: => ÖKO-TEST Dezember 2009
Rubrik: Magazin

Skurrile Studien
Völlig durchgeknallt?

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Und noch eine Studie aus der Reihe "Das haben wir uns eigentlich schon gedacht": Bahaman Guyuron vom Institut für Schönheitschirurgie an der Universität Cleveland hat herausgefunden, dass ein stressiges und sorgenvolles Leben zu mehr Falten führt. Er und sein Team untersuchten dafür 186 Zwillingspaare und stellten fest, dass bereits geschiedene Zwillinge rund zwei Jahre älter aussahen als ihre verheirateten oder allein lebenden Geschwister. Das traf merkwürdigerweise auch zu, wenn der andere Zwillingsteil bereits verwitwet war. Anscheinend lässt eine Scheidung schneller altern als der Tod eines Ehepartners.

Dass die derzeitige Wirtschaftskrise das Image der Banken nicht gerade anhebt, ist auch so eine Sache, die eigentlich nicht untersucht werden müsste. Die Beratungsfirma Eurogroup Consulting hat es trotzdem gemacht und kam zu dem nicht gerade verblüffenden Ergebnis, dass sich zwei Drittel der 3.000 befragten Bankkunden von ihrer Hausbank schlecht über die Krise informiert fühlten. Überraschender ist da schon, dass immerhin jeder Zweite die Branche noch grundsätzlich positiv sieht.

Und dann noch eine Studie zu den schönen Dingen des Lebens: Hätten Sie gedacht, dass Tango tanzen einen nachweisbaren Einfluss auf die Ausschüttung von Sexualhormonen hat? Eigentlich schon, oder? Die kolumbianische Psychologin und Hobbytänzerin Cynthia Quiroga Murcia hat es nun im Rahmen ihrer Doktorarbeit bewiesen. Das Testosteron werde durch den Kontakt und die Bewegung mit dem Partner ausgeschüttet. Bekanntermaßen kommt man sich beim Tangotanzen ja ganz schön nahe.

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Re: Wissenschaftliche Studien
Antwort #3 - 04. Januar 2010 um 20:40
 
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Rubrik: Magazin

Skurrile Studien
Völlig durchgeknallt?

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Wer sich vor krabbelnden Insekten und Spinnen ekelt, oder wem beim Anblick von Blut und Schleim schnell schwummrig wird, der ist nach Ansicht des amerikanischen Psychologen David Pizarro von der Cornell University meist ein eher politisch konservativer Mensch. In zwei Studien stellte der Wissenschaftler diesen Zusammenhang fest. Und nicht nur das: Wer sich schnell ekelte, war in der Regel auch gegen homosexuelle Beziehungen. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? "Viele unserer moralischen Werte werden von Emotionen gesteuert", versucht der Psychologe zu erklären. Ekelgefühle gehörten auch dazu. Alles klar?

Leben Sie in einer Gegend mit vielen Döner- und Pommesbuden? Dann ist Ihr Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen, deutlich erhöht. Sie sagen, dass Sie nur ganz selten das Fast-Food-Angebot nutzen? Das muss nicht unbedingt etwas heißen, denn der Epidemiologe Lewis Morgenstern von der University of Michigan ist sich nicht sicher, ob das erhöhte Schlaganfallrisiko wirklich etwas mit dem Genuss von Burgern, Pommes und Co. zu tun hat. Oder ob sich nicht vielleicht die vielen Take-aways in solchen Stadtteilen ansiedeln, wo die Menschen wenig Geld und Gesundheitsbewusstsein haben. Bis zu der Forderung, Burger zu verbieten, will sich Morgenstern jedenfalls nicht vorwagen.

Augen auf beim Papageienkauf: Um herauszufinden, wie klug ein Papagei ist, sollte man ihm auf die Füße schauen. Wissenschaftler der australischen Macquarie University haben nämlich herausgefunden, dass Papageien, die bevorzugt den rechten oder den linken Fuß benutzen, intelligenter sind als ihre beidfüßigen Artgenossen.

Und noch eine tierische Studie: Diesmal beweist uns die Primatologin Marina Davila Ross von der britischen Universität Portsmouth, dass Affen ein ähnliches Lachen haben wie Menschen. Sie kitzelte drei Kinder und 22 jugendliche Affen und verglich anschließend das aufgezeichnete Gelächter. Zwar gibt es einige Unterschiede: So lachten die Kinder beispielsweise nur beim Ausatmen, Affen aber auch beim Einatmen. Insgesamt aber zeigten sich erstaunliche Parallelen. Dem menschlichen Lachen am ähnlichsten sind die Geräusche der Bonobos, gefolgt vom Gelächter der Orang-Utans. Okay, Affen sind also auch kitzelig. Aber haben sie auch Humor? Diese Frage blieb leider unbeantwortet.

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Re: Wissenschaftliche Studien
Antwort #4 - 04. Januar 2010 um 20:40
 
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Skurrile Studien
Völlig durchgeknallt?

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Länger oder kürzer? Die Klimaforscher sind sich nicht einig. Olivier de Viron, Astronom an der Königlichen Sternwarte Belgiens, meint herausgefunden zu haben, dass die Erderwärmung auch dazu führen werde, dass sich die Tage auf unserem Planeten verlängern. Durch die steigende Konzentration des Treibhausgases CO2 veränderten sich die Windgeschwindigkeiten in der Atmosphäre. Dadurch werde die Rotation des Erdkörpers verlangsamt. Ganz anderer Ansicht sind da die Forscher vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. Die Erwärmung der Ozeane sorge für eine Verlagerung von Wassermassen dichter an die Erdachse und führe so zu einer schnelleren Rotation des Planeten - die Tage würden also kürzer. Wie auch immer, Otto Normalmensch dürfte zumindest von dieser Folge der Erderwärmung kaum etwas merken: Nach de Virons Berechnung verlängern sich die Tage in einem Jahrhundert nur um elf tausendstel Sekunden, die Hamburger dagegen gehen von einer schrumpfenden Tageslänge von zwölf tausendstel Sekunden in zweihundert Jahren aus.

"Mach das Fernsehen aus, sonst bekommst du noch eckige Augen." Oder: "Wenn du nicht lieb bist, bringt das Christkind/der Weihnachtsmann keine Geschenke." Den meisten Eltern und Kindern kommen diese Sätze ziemlich bekannt vor. Kürzlich aber geißelte der kanadische Professor Kang Lee, Direktor des Institute of Child Study an der Universität Toronto, diese Vorgehensweise. Durch Befragungen sowohl von Eltern, bei welchen Gelegenheiten sie zur Lüge greifen, als auch von jungen Erwachsenen, an welche Lügen ihrer Eltern sie sich erinnern können, kam der Wissenschaftler zu dem Schluss, dass sogar die Mütter und Väter häufig lügen, die ihrerseits hohen Wert auf die Ehrlichkeit ihrer Kinder legten. Wer die angeblichen Lügen allerdings ein wenig genauer betrachtet, kann sie nicht immer schlimm finden: Die Kritzeleien kleiner Kinder als "schön" zu bezeichnen, wurde von dem kanadischen Wissenschaftler nämlich ebenso als Lüge eingeordnet wie das Märchen von der Schnullerfee, die nachts die Nuckel abholt und sie kleineren Kindern bringt. Ach je, was wäre denn die Kindheit ohne solche Schmeicheleien und Geschichten? Man muss ja nicht so weit gehen wie die Mutter, die ihrem Nachwuchs sagt, er bekomme Pickel, wenn er nicht aufisst.

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Re: Wissenschaftliche Studien
Antwort #5 - 04. Januar 2010 um 20:40
 
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Skurrile Studien
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Seit Jahrzehnten predigen die Krebsforscher, dass die Hautkrebsfälle stark ansteigen, weil viele Menschen ins Solarium gehen. Und nun das: Das niederländische Sunlight Research Forum meldet, dass Frauen, die häufiger Solarien nutzen, ein um 40 Prozent vermindertes Risiko haben, an Gebärmutterschleimhautkrebs zu erkranken. Die Zunahme von Hauttumoren durch Solarien ist dem Verein in diesem Zusammenhang leider keine Erwähnung wert. Hautkrebs ist aber deutlich häufiger als Gebärmutterschleimhautkrebs - an Letzterem erkranken nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums jährlich etwa 11.700 Frauen in Deutschland. Allein im vergangenen Jahr ist aber bei 135.000 Bundesbürgern Hautkrebs festgestellt worden. Die deutsche Krebshilfe warnt: Wer vor dem 30. Lebensjahr regelmäßig Solarien nutzt, steigert sein Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, um bis zu 75 Prozent.

Schwangere, trinkt Rotwein! So ließe sich das Ergebnis einer italienischen Studie des Istituto di Neurobiologia e Medicina Molecoloare überspitzt zusammenfassen. Denn das Trinken des roten Rebensaftes habe keine schädlichen Auswirkungen auf den Fötus - meinen jedenfalls die italienischen Forscher, die aus ihren Experimenten an trächtigen Mäusen den gewagten Rückschluss auf den Menschen ziehen. Während bei der, mit anderen Alkoholika versorgten Mäusegruppe deutliche Schäden in verschiedenen Gehirnregionen festzustellen waren, seien die "Rotweintrinker" ohne erkennbare Schäden davongekommen. Schon häufiger sind dem Rotwein ja geradezu magische Fähigkeiten angedichtet worden, die sich aber in der Regel nicht halten ließen. Und für die Schwangerschaft gilt weiterhin: Grenzen für die schädigende Wirkung von Alkohol auf den Fötus gibt es nicht. Wer sein Kind nicht gefährden will, lässt einfach neun Monate lang die Finger davon. Das gilt auch für Rotwein.

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Re: Wissenschaftliche Studien
Antwort #6 - 04. Januar 2010 um 20:41
 
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Skurrile Studien
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Die Preisträger des Ig-Nobelpreises 2009

Tiermedizin: Catherine Douglas und Peter Rowlinson von der britischen Newcastle University für den Beweis, dass Kühe, die Namen haben, mehr Milch geben als ihre namenlosen Artgenossen.

Frieden: Stephan Bolliger, Steffen Ross, Lars Oesterhelweg, Michael Thali und Beat Kneubuehl von der Universität Bern für die experimentelle Untersuchung, ob es besser ist, eine volle oder eine leere Bierflasche auf dem Kopf zertrümmert zu bekommen. (Wen es interessiert: Die volle Flasche zerbricht schneller, aber ernsthafte Schädelverletzungen können beide zufügen.)

Wirtschaft: Dem Management von vier isländischen Banken (Kaupthing, Landsbanki, Glitnir und der Isländischen Zentralbank) für ihre Demonstration, dass kleine Geldinstitute sehr schnell in große Geldinstitute umgewandelt werden können (und umgekehrt) und dass Ähnliches auch für komplette Volkswirtschaften gilt.

Chemie: Javier Morales, Miguel Apatiga und Victor M. Castano von der Universität Nacional Autónoma de Mexico für den Versuch, aus Tequila Diamanten herzustellen.

Medizin: Donald L. Unger aus Kalifornien (USA), der mehr als 60 Jahre lang täglich gewissenhaft die Fingergelenke seiner linken Hand knackte (aber nie die seiner rechten Hand), um herauszufinden, ob dies eine mögliche Ursache für Arthritis ist.

Physik: Katherine K. Whitcome (Universität Cincinnati), Daniel E. Lieberman (Harvard University) und Liza J. Shapiro (Universität Texas) für die rechnerische Begründung, warum schwangere Frauen nicht nach vorne umkippen.

Literatur: Der irischen Polizei für das Ausstellen von mehr als 50 Strafzetteln für den größten Verkehrssünder des Landes, Herrn Prawo Jazdy, dessen vollständiger Name die polnische Bezeichnung für "Führerschein" ist.

Öffentliche Gesundheit: Elena N. Bodnar, Raphael C. Lee und Sandra Marijan aus Chicago für die Entwicklung eines BHs, der im Notfall in zwei Atemschutzmasken umgewandelt werden kann.

Mathematik: Gideon Gono, Direktor der Zentralbank von Simbabwe, weil er den Leuten einen simplen, alltäglichen Weg zeigt, mit einer großen Bandbreite von Zahlen umgehen zu lernen: Seine Bank druckt Geldscheine mit Werten von einem Cent (0,01 $) bis hin zu einhundert Billionen Dollar (100.000.000.000.000 $).

Biologie: Fumiaki Taguchi, Song Guofu und Zhang Guanglei von der japanischen Kitasato University für die Demonstration, dass Küchenabfälle in ihrer Masse um 90 Prozent reduziert werden können, wenn Bakterien aus dem Kot von Großen Pandas beigemischt werden.
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