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Test Solarmodule - wirklich unabhängig ? (Gelesen: 5729 mal)
sollux
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Beiträge: 1

Test Solarmodule - wirklich unabhängig ?
31. März 2010 um 08:26
 
Hallo zusammen,

etwas generelles: Ich finde unabhängige Testzeitungen gut !

Nur, ist das immer so ?

Beim aktuellen Test von Solarmodulen wurden dies widerlegt.

  • Die Module des Testsiegers wurden lt. Fussnote 4 direkt vom Hersteller Aleo bezogen... Da ist ist irgendwie klar, dass ein gaaaaanz tolles Modul beim Testlabor ankommt. Das zeigt sich auch am Ergebnis, die Toleranzgrenze wurde nach oben überschritten.... Aleo Module gehören sicher zu den guten im Markt, aber das ist scho a bisserl komisch...

  • Wieso wurden Module aus 2008 getestet ? Da hat noch keiner über positive Toleranzen gesprochen

  • Wieso hat ein Upsolar Modul ein "sehr gut" obwohl es weitere Mängel hat ?

  • Wieso wurde nur ein kleiner Teil der Hersteller getestet ? Solarworld als deutscher Marktführer fehlt komplett ...


Was haltet ihr davon ? unentschlossen
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MW75
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Beiträge: 1

Re: Test Solarmodule - wirklich unabhängig ?
Antwort #1 - 26. Mai 2011 um 14:49
 
Die Bewertungsmethode die hier von der Autorin angewandt wurden sind doch mehr als laienhaft zu bezeichnen: Mal ein Beispiel anhand der mangelhaft bewerteten Sun Earth Module:
Leistung: Diese liegt mit -0,1% (159,9 Wp bei einer Nennleistung von 160 Wp)vom Nennwert im oberen Drittel der Module. Das Modul war zu dem Messpunkt schon mindestens 2 Jahre alt! eine Leistungsdegradation von 0,5% pro Jahr (diese wird in Renditeberechnungen immer berücksichtigt).
Schwachlichtverhalten: nicht gerade unwichtig für Deutschland liegt dieses Modul mit -5,3% noch vor den “sehr gut” getesteten Modulen.
Punktabzüge durch Ökotest:
Garantie: “nur 2 Jahre”. Die Sun Earth Module der aktuellen Reihe hatte auch schon 2010 eine Garantie von 7 Jahren! 2008 war eine Garantie von 2 Jahren noch Branchen-Standard.
Leistungstoleranz: +/-5%. Auch dies war 2008 Standard. Aktuell (auch 2010) +/- 3% bzw. 0/+3%
Wirkungsgrad: 12,5%. Dieser war im Datenblatt gekennzeichnet und bei den Modulen aus 2010 auch deutlich höher 14,1%
Innaktive Zellbereiche: diese werden schon bei der Leistungsmessung im Werk berücksichtigt! Wären diese Bereiche aktiv, hätte das Modul mindestens 175 WP und wäre auch so klassifiziert worden!Dies hat übrigens keinen Einfluss auf die Langzeitduribilität.

Nun noch eine weiter kleine Anmerkung die zum Nachdenken anregen soll: Scheinbar wurden bei einigen Herstellern die Module direkt vom Werk und nicht im freien Handel bezogen. So war zum Beispiel das Testmodul von ALEO zum dem Zeitpunkt der Produktbeschaffung der Öffentlichkeit noch überhaupt nicht zugänglich. Seltsam oder nicht?

Alles in allem ist hier einfach zu vermerken, das es natürlich Unterschiede bei den diversen Modulen gibt, aber sicherlich nicht so wie sie hier dargestellt werden.
Dieser Bericht ist schlicht und ergreifend dilettantisch recherchiert und ausgearbeitet worden!
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Beiträge: 3301
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Re: Test Solarmodule - wirklich unabhängig ?
Antwort #2 - 26. Mai 2011 um 15:45
 
Zitat:
Photovoltaikanlagen
Solarworld SW 225 poly Solon Blue 230/07, 225 W

(aa) Die polykristallinen Solarmodule von Solarworld und Solon waren leider nicht kurzfristig lieferbar, sodass die Ergebnisse nicht mehr in unserem Test Photovoltaikmodule im ÖKO-TEST-Magazin 04/2010 berücksichtigt werden konnten. Es wurden jeweils zwei Testexemplare beider Firmen auf den Prüfstand gestellt. Bei beiden Marken wurde die angegebene Nennleistung durch die gemessenen Durchschnittswerte bestätigt. Auch die anderen Kennwerte liegen im üblichen Rahmen. Eines der beiden Module von Solarworld zeigte bei den Untersuchungen mittels Thermografie und Elektrolumineszenz kleine Auffälligkeiten, die aber möglicherweise durch den Transport entstanden sein können. Deshalb werten wir diese nicht ab. Somit erreichen beide Produkte ein "sehr gutes" Testergebnis in der Leistungsprüfung. Unter Weitere Mängel geben wir jeweils einen Minuspunkt, weil die Hersteller mit einer Leistungstoleranz von +/-3 Prozent auch negative Toleranzen zulassen, die Module also möglicherweise unter der Nennleistung liegen können. Dieser einzelne Mangel wirkt sich aber nicht auf das Gesamturteil aus. Hersteller Solarworld betont zudem uns gegenüber, dass seine Module mit einer Plussortierung verkauft würden. Die Angabe +/- 3 Prozent sei hier als reine Messtoleranz zu verstehen. Aus den Prospektunterlagen geht das jedoch nicht hervor. Für beide Module gilt:

Gesamturteil "sehr gut"

Quelle: ÖKO-TEST-Magazin Mai 2010

Zitat:
Bei unserem Test Photovoltaikmodule machten uns die Hersteller Suntech und Ningbo/Sig Solar darauf aufmerksam, dass Module aus der Produktion von 2008 getestet worden seien. Das von uns beauftragte Photon-Testinstitut hatte sie aber noch am Markt angeboten bekommen. Seither bemühten wir uns, vergleichbare, aktuelle Modelle einzukaufen und nachzutesten, was wegen der Lieferengpässe der Hersteller schwierig war. Nun war es so weit: Es wurden wieder je zwei Testexemplare der Module Suntech STP205-18/Ud und Sun Earth TDB125x125-72-P-180 auf den Prüfstand gestellt, mit deutlich positiveren Ergebnissen als beim Vergleichstest. Beim polykristallinen Suntech-Modell wird die angegebene Nennleistung deutlich überschritten und der Modulwirkungsgrad ist sehr hoch. Lediglich bei schwachem Licht und bei Wärme sind Wirkungsgrad beziehungsweise Leistung grenzwertig: Dabei wird im ersten Fall unsere Abwertungsgrenze knapp unterschritten, was wir mit einem Minuspunkt bewerten. Der Hersteller hat auch die negative Leistungssortierung aufgegeben und garantiert mindestens 205 Watt unter Standardtestbedingungen.
Die beiden monokristallinen Testexemplare Sun Earth TDB125x125-72-P-180 erreichten dagegen die angegebene Nennleistung von 180 Watt nicht ganz. Da der Händler sie uns jedoch mit einer positiven Leistungstoleranz angeboten hatte, geben wir dafür einen Minuspunkt. Laut eines Prüfberichts, den uns Sig Solar vorlegte, wird die Nennleistung knapp erreicht. Außerdem teilte uns der Anbieter mit, dass das Modul üblicherweise mit einer Leistungstoleranz von +/-3 Prozent angeboten werde, optional aber auch positiv sortiert mit 0 - 3 Prozent. Bei den Sun-Earth-Modellen kritisieren wir außerdem, dass die Leistung auf dem heißen Dach zu stark abnimmt.

Suntech STP205-18/Ud: Gesamturteil von "mangelhaft" auf "gut"

Sun Earth TDB125x125-72-P-180: Gesamturteil von "mangelhaft" auf "befriedigend"

Quelle: ÖKO-TEST-Magazin Juli 2010
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Augsburg
Re: Test Solarmodule - wirklich unabhängig ?
Antwort #3 - 26. Mai 2011 um 15:47
 
Zitat:
So haben wir getestet

Der Einkauf
Mit dem Test beauftragten wir die PHOTON Laboratory in Aachen, ein Mitglied der PHOTON-Gruppe, unter deren Dach auch die Solarfachzeitschrift PHOTON erscheint. Das Testinstitut hat insgesamt 15 verschiedene Photovoltaikmodule mit monokristallinen und polykristallinen Zellen eingekauft, da diese die größte Marktbedeutung haben, darunter wichtige deutsche, aber auch ausländische Marken, vor allem aus China. Leider waren zur Zeit des Einkaufs die Module einiger Hersteller nicht erhältlich, sodass einige Marken wie Solarworld und Conergy im Test nicht vertreten sind.

Die Leistungsprüfung
Ob die Photovoltaikmodule in Ordnung sind und die versprochene Leistung bringen, kann bereits ein Schnelltest auf dem Versuchsstand zeigen, den wir an jeweils zwei Exemplaren durchführen ließen. Dabei wird zunächst die maximale Leistung der Module unter Standardtestbedingungen mit dem Sonnensimulator gemessen, denn auch die Angaben der Hersteller werden auf diese Weise ermittelt. Daraus können weitere Kennwerte abgeleitet werden. Da die Sonne aber nicht immer intensiv mit 1.000 Watt pro Quadratmeter scheint, wurde die Einstrahlung im Test in Stufen bis auf 100 Watt pro Quadratmeter gedrosselt, um zu prüfen, wie viel Strom die Zellen unter diesen ungünstigen Bedingungen noch liefern. Auch bei Wärme erzeugen die Module weniger Strom als bei den moderaten Temperaturen im Prüfstand. Für den Laien ist es kaum zu glauben, dass die Erträge geringer werden, wenn die Sonne so richtig aufs Dach knallt. Mithilfe des Temperaturkoeffizienten, der ebenfalls ermittelt wurde, berechneten wir, um wie viel die Leistung bei 70 Grad Celsius abnimmt - und diese Temperatur ist bei Sonneneinstrahlung auf dem Dach durchaus realistisch. Außerdem verfügt das PHOTON-Testlabor über die Möglichkeit, die Module auf Schäden hin gewissermaßen zu "durchleuchten": Bei Anlegen einer elektrischen Spannung leuchten die Zellen durch die Abstrahlung von Photonen im nicht sichtbaren infraroten Spektralbereich, was durch eine Elektrolumineszenzkamera aufgenommen werden kann. Dadurch werden Auffälligkeiten oder gar Defekte sichtbar, wie feine Risse, Brüche und Verunreinigungen der Zellen. Diese können bei nicht mehr intakten Stellen bereits jetzt die Leistung der Module mindern, bei kleineren Beschädigungen aber künftig. Auch die Bilder einer Thermografiekamera leisten bei der Begutachtung der Qualität gute Dienste.

Markt und Preise
Wir haben auf die Angabe von Preisen verzichtet, weil diese ständig in Bewegung sind und von der Größe des Angebots am Markt und auch von der Abnahmemenge abhängen. Außerdem fallen sie regional unterschiedlich aus, in den Solarhochburgen wie in Süddeutschland sind die Module teurer. Wer eine Solaranlage einbauen will, bekommt vom Installateur/Solateur ein Angebot über die ganze Anlage, wobei die Preise für die einzelnen Module oft nicht ausgewiesen werden. Jeder Installateur kalkuliert die Endpreise anders. Modulpreise werden pro Watt oder Kilowatt angegeben. Das von uns beauftragte PHOTON-Testinstitut hat die Module bei einer Abnahmemenge von zwei Stück Anfang 2010 zu Preisen zwischen 1,39 und 2,15 Euro pro Watt bei Großhändlern eingekauft, zuzüglich Mehrwertsteuer. Dabei lagen die chinesischen Module eher im unteren, die europäischen im oberen Bereich des Preissegments.

Die Bewertung
Weil es bei Photovoltaikmodulen in erster Linie darum geht, wie viel Strom sie produzieren, sind die Ergebnisse der Leistungsmessung Grundlage unserer Bewertung. Abgewertet wurden etwa unterdurchschnittliche Leistungen und Mängel wie ausgefallene Zellen. Dabei legten wir den Mittelwert der beiden getesteten Exemplare zugrunde. Wenn der Hersteller auch eine negative Leistungstoleranz angibt, sodass die Module also von vornherein weniger als die Nennleistung bringen können, werten wir das unter Weiteren Mängeln ab. Denn er könnte die Zellen auch positiv sortieren, wie es andere Produzenten machen.

Quelle: ÖKO-TEST-Magazin April 2010

siehe auch: => http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=10602;gartnr=91;bernr=01 (So haben wir getestet)
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Re: Test Solarmodule - wirklich unabhängig ?
Antwort #4 - 26. Mai 2011 um 15:48
 
Zitat:
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Leistungsprüfung führen zur Abwertung um zwei Noten: ein Modulwirkungsgrad von unter 13,9 % bei monokristallinen Zellen gekoppelt mit erkennbaren Mängeln (ausgefallene Stellen). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein knappes Einhalten der Leistung (ab einer Leistung von - 0,5 % im Vergleich zur Nennleistung, ohne Berücksichtigung der Messtoleranzen) und/oder eine Leistung außerhalb der Leistungstoleranz des Herstellers; b) eine große Abweichung der gemessenen Leistung zwischen den beiden Testexemplaren von mehr als 5 %; c) ein Modulwirkungsgrad von unter 12,9 % bei polykristallinen Zellen; d) ein Füllfaktor von unter 73 %; d) eine Abnahme des Modulwirkungsgrads bei schwachem Licht (100 W/m2) von mehr als 10 % bezogen auf 1.000 W/m2; e) eine Abnahme der Leistung bei Wärme (70 °C) von mehr als 20,25 %, was einem Temperaturkoeffizienten von mehr als - 0,45 %/K entspricht. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um je eine Note: a) eine negative Leistungstoleranz; b) Garantiebedingungen nicht in deutscher Sprache. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Leistungsprüfung. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Testmethoden: Leistungsmessung bei Standardtestbedingungen: Einstrahlung 1.000 W/m² auf Modulebene, Zell-/Modultemperatur 25 °C, Luftmasse 1,5; Sonnensimulator Pasan Sun Simulator IIIb MFG 502. Schwachlichtverhalten: wie Leistungsmessung, Bestrahlungsstärke jedoch 100, 200, 400 und 700 W/m2. Temperaturkoeffizient: Aufnahme der Strom-/Spannungskennlinie bei 1.000 W/m2 und einer Luftmasse von 1,5 mit dem Sonnensimulator, dabei wird die Temperatur des Solarmoduls in definierten Stufen bis über 70 °C erhöht; aus dem Temperaturkoeffizienten errechnet sich die Leistung bei Wärme (70 °C) durch Multiplikation mit der Temperaturdifferenz von 45 Grad. Erkennbare Auffälligkeiten und Mängel: a) durch Elektrolumineszenz: Anlegen einer Spannung an die Modulanschlüsse, Aufnahme der Photonenstrahlung der Zellen mit einer Elektrolumineszenzkamera; b) durch Thermografie unter Last: Bestromung des Moduls, Messung der Aufheizungen mit einer Thermografiekamera, Auflösung 1,23 Megapixel (1.280 x 960 Pixel). Die Testergebnisse sind auf eine Stelle nach dem Komma kaufmännisch gerundet. Abmessungen und Gewicht sind Zirkaangaben, die Abmessungen auf ganze Zentimeter und das Gewicht auf Kilogramm gerundet.
Einkauf der Testprodukte: Januar - Februar 2010.

Quelle: ÖKO-TEST-Magazin April 2010
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