Es wurde ja behauptet, S. mache keine Lösungsvorschläge. Diese- falsche behauptung wird wiederholt von Joutnalisten und auch Diskussionsgegenerm im Fernsehen und auch Internet. Haben alle nicht das Buch gelesen, wie es scheint:
Zitat:Mit Blick auf die Zukunft gilt es, das Tranfersystem umzustellen: mehr Sachleistungen für die Kinder, weniger Geldleistungen für die Eltern. Krippen, Kindergärten und Ganztagsschulen sind für den Staat teuer, für die Eltern sollten sie kostenfrei sein. Auch die Mahlzeiten in Kitas und Schulen sollten kostenfrei sein.Aber dann reicht es aus, wenn die Geldtransfers für Kinder an den Kosten für den häuslichen Teil der Ernährung und für Kleidung ausgerichtet sind.
Das staatliche Angebot für die Kinder aus bildungsfernen Schichten (und damit für alle Kinder) sollte umfassend sein und früh beginnen. Die typische Begleitung eines Kindes aus bildungsfernem Hause müsste wie folgt aussehen:
• Nach der Geburt des Kindes werden die Mütter bei Hausbesuchen zu Ernährungsfagen und Kinderpflege angeleitet. Dabei kann es auch um Fragen der Vermeidung von Übergewicht, über die Bedeutung von regelmäßiger Bewegung, über die Notwendigkeit regelmäßiger Ansprachedes Kindes, über die Nichteignung des Fernsehens als Babysitter und anderes mehr gehen. Wo die Verhältnisse es angeraten erscheinen lassen, werden die Besuche regelmäßig wiederholt.
• Wenn das Kind das passende Alter erreicht hat, kann ein Krippenbesuch empfohlen werden. Die Krippen sind auch darauf ausgerichtet, Defizite in der elterlichen Zuwendung und Sorge zu kompensieren und für jene Anregungen zu sorgen, die ein Kleinkind braucht, um sich altersgemäß zu entwickeln.
• Der Kita-Besuch vom dritten, spätestens vierten Lebensjahr an wird binndend, er ist grundsätzlich auf Ganztagsbetreuung ausgerichtet. Fernsehen und andere moderne Medien soll es in Kitas nicht geben. Neben dem freien Spiel wird viel vorgelesen. Die Texte werden im Hinblick auf klares, gutes, verständliches Deutsch zuvor ausgewählt. Es wird regelmäßig gesungen, kleine Lieder können ruhig auswendig gelernt werden. Der Umgang mit Schere und Stift wird systematisch geübt. Wo Kinder Rückstände im Spracherwerb haben, unterhalten sich die Erzieherinnen mit diesen besonders intensiv.
• Die Schule wird vom ersten Schuljahr an as Ganztagsschule geführt. Hausaufgabenaufsicht und -betreuung werden von den Lehrern durchgeführt. Defizite einzelner Kinder werden dabei durch gezieltes Üben so weit wie möglich ausgeglichen.
• Ein Freizeit- und Sportangebot schließt sich an die Hausaufgabenbetreuung an. Fernsehen und Computerspiele gibt es in der Schule nicht.
• Schuluniformen sollten obligatorisch sein. Sie verwischen soziale Unterschiede, lösen für weniger Bemittelte das Textilproblem und schaffen eine klare Abgrenzung zwischen Schulbereich und privatem Bereich. Insofern erleichtern sie den Kindern die Orientierung.
• Die Schule konzentriert sich in den ersten Jahren auf den Erwerb der Kernkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen. Ein Kind, das geistig gesund ist, muss unter allen Umständen bis Ende des zweiten Schuljahrs fließend lesen können, es sollte bis Ende des vierten Schuljahrs eine einwandfreie Rechtschreibung sowie die vier Grundrechenarten beherrschen. Damit verglichen ist es völlig gleichgültig, ob es ein paar Brocken Englisch kann oder nicht. Wo bei den Kernkompetenzen Lücken bestehen, wird auch in späteren Jahen so lange nachgearbeitet, bis diese beseitigt sind.
• Mit fortschreitender Schullaufbahn werden für die leistungsschwächeren Kinder zunehmend praktische Fächer angeboten: Hauswirtschaftskunde, Kochen, Handarbeit, Werken. Wer mit der Grundschulmathematik im sechsten Schuljahr noch Schwierigkeiten hat, an dem ist höhere Mathematik sowieso verschwendet. Solch ein Schüler sollte zu Aktivitäten geführt werden, die seinen Möglichkeiten entsprechen, sein Selbstbewusstsein heben und für die spätere private oder berufliche Lebensbewältigung von Nutzen sein können.
• Zumindest für die größeren Kinder muss die Ganztagsschule so aufgebaut sein, dass sie zu Hause neben dem Wochenende nur den Feierabend verbringen. Das ist die beste Methode, jenes Übermaß an Medienkonsum zu begrenzen, das für zusätzliche Benachteiligungen der Kinder aus bildungsfernen Schichten sorgt.
• Auf den Erwerb und die Einübung von Sekundärtugenden - Pünktlichkeit, Fleiß, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit - wird besonderer Wert gelegt. Schulschwänzen wird nicht geduldet.70 Über jedes unentschuldigte Fehlen wird exakt Buch geführt. Die Eltern werden für jede unentschuldigte Fehlzeitt mit empfindlichen Geldbußen belegt. Diese werden mit den Transferzahlungen auch dann verrechnet, wenn dadurch das sozioökonomische Existenzminimum unterschritten wird.
Auch bei solch einem rigiden Programm wird es Schüler aus bildungsfernen Familien - und nicht nur aus diesen - geben, die nicht zu vertretbaren Schulleistungen und/oder einer lernbereiten Haltung geführt werden können. Es gibt Grenzen des Intellekts oder der Persönlichkeit, die eben nicht zu überwinden sind, und es gibt Deprivationen, die man durch staatliche Politik nur begenzt ausgleichen kann. Dazu gehört die bei den Bildungsfernen häufig fehlende Sozialisation in intakten Familien. Aktuelle britische Studien weisen dem letztgenannten Faktor sogar eine zentrale Bedeutung zu.71
Wie gesgt, das Buch ist umfangreicher und man muss ihm sicher nicht überall zustimmen. Aber zu sagen, er mache keine Vorschläge etc. stimmt einfach nicht.