|
Richard Friedel
Forum-Mitglied
Offline
Beiträge: 17
|
Der volle Titel lautet Bauchatmung - ein Atemtrainer im Selbstbau für körperlich aktive Menschen
Nach nicht so langer Abstinenz ist es wieder einmal soweit, ich versuche einen weiteren Bericht in diesem Forum zu schreiben
Recht viele Anweisungen für die Bauchatmung beschränken sich auf eine Abtastung des Bauches bei der Einatmung, so dass nur die Bauchdeckenbewegung und nicht unbedingt die Atemluftleistung erfasst wird. Auf den ersten Blick könnten wir hier ein falsches Prinzip haben und man denkt an Didgeridoospielen oder Singen als effektivere Übungen, weil hier die Leistung zwar nicht instrumentell messbar aber doch objektiv spürbar ist.
Zum Messen der Volumenleistung beim Einüben bietet sich die Methode nach dem momentan vergriffenen aber in vielen öffentlichen Büchereien vorhandenem Buch von Takashi Nakamura, nämlich „Das große Buch vom richtigen Atmen“, das in vielen Büchereien vorhanden ist. Siehe http://www.lrz.de/~s3e0101/webserver/webdata/Naku70-71.pdf Zuerst kommt eine Übung mit Kerzenausblasen mit Atemluft ausschließlich mit Bauchatmung in Gegensatz zu herkömmlichen Routinen, wo die Ausatmung aus dem Bauch nicht mit irgendwelcher Leistung gekoppelt ist.
Für das Zusammenbasteln des Apparats nimmt man zwei etwa zweilitergroße Mineralwasserflaschen, bohrt jeweils zwei Löcher in den Kunststoffverschlüssen und steckt PVC-Schlauch in die Löcher. An die Beschreibung vom Autor Dr. med. Takashi Nakamura ist nichts hinzufügen. Wenn man Schlauch mit einem Durchmesser von 8 mm einsetzt, ist der Widerstand deutlich höher als beim medizinischen Spirometer. Es geht jedoch nur um Vergleichswerte beim Trainieren der Bauchmuskeln
Bei mir hat die so aktivierte Bauchatmung hervorragend gegen jede Art von Bronchialkrampf funktionieret, nachdem ich genügend auf einem Ergometer geübt hatte. Dass die Atmung dann eine Wirkung auf die Bronchien haben muss, liegt nahe. Zum Glück ist diese Wirkung positiv.
Für die Wirkung der Bauchatmung auf die Verdauungsorgane, siehe http://sodbrennen-welt.de/helmer/helmer_09.htm von Dr. Gerd Helmer, Deutsche Sporthochschule Köln.
„Die Ausatmungsphase, in der die geraden und schrägen Bauchmuskeln sich zusammenziehen und es zu einer Verschmälerung des Bauchraums und des Beckenbodens kommt, ist für die Füllung und Entleerung des Mageninhalts sehr wichtig. Ausnahmslos erfolgen Einlagern und Austreiben der Speisen während der Ausatmung. Auch die Darmbewegungen erfahren eine heute viel zu wenig gewürdigte Förderung durch die nie aussetzende Atmung. Die rhythmischen Bewegungen des Zwerchfells übertragen sich auf Dünn- und Dickdarm, fördern so den Verdauungsprozeß und wirken einer Stuhlverstopfung entgegen. ……. Bevor Sie die Übung wiederholen, atmen Sie ein paar Züge in Ihrem normalen Rhythmus und beginnen dann wieder mit dem Ausatem "sich zu verneigen" und einen kräftigen Druck auf die Bauchmuskeln und tiefer gelegenen Organe auszuüben. Verweilen Sie während der Übung mit Ihrer Aufmerksamkeit im Magen-Darmbereich, und stimulieren Sie damit die Energie in Ihrer Körpermitte. Bei Verdauungsstörungen und Darmträgheit sollte diese Übung mindestens zwei Wochen lang morgens und abends vor der Nahrungsaufnahme fünf- bis sechsmal wiederholt werden.“
Was Dr. Helmer selbst zu Nakamura sagen würde, steht natürlich in den Sternen. Womöglich wäre er vehement dagegen mit der Begründung, dass Europäer heutzutage nicht so körperlich aktiv sind.
Zum Buch von Dr. Nakamura ist anzumerken, dass es zwar generell als Esoterik angesehen wird. Dieses könnt wohl an der anderen fernöstlichen Auffassung der Atmung liegen, wo der Druck im Bauchraum betont wird und das Herz weniger im Mittelpunkt steht. Dies entspricht in etwa modernen Vorstellungen im Training, wo „core strength“ ein bekannter Ansatz ist. Richard Friedel
|