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Energie-Effizienzklasse immer noch relevant? (Gelesen: 8602 mal)
Seb
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Beiträge: 2

Energie-Effizienzklasse immer noch relevant?
19. Januar 2011 um 15:18
 
Hallöchen!

Zurzeit arbeite ich an einer Analyse zur Energieeffizienz-Skala, welche man heutzutage auf unzähligen Haushaltsgeräten findet. Ja, ich spreche von der Regenbogen-Skala  Smiley
Auch in diesem Forum möchte ich gerne erfahren, was man von dieser heute noch hält und ob sie nicht aktualisiert werden sollte.

Wer heute in einem Kaufhaus oder beim Fachhändler eine Waschmaschine kauft, wird Mühe haben, eine Maschine zu finden, welche nicht in die Energie-Effizienzstufe A eingetragen ist. Das ist schön und gut, da dies ein Zeichen eines grossen Fortschritts ist. Wenn man jedoch etwas darüber nachdenkt, macht das ökonomisch und ökologisch bei diesen Standarts heute noch wenig Sinn.

Ich stelle dazu drei Hypothesen auf:
A) Die Hersteller (AEG, Bauknecht, usw) haben keine Anreize mehr, die Energieeffizienz weiter zu steigern, da fast alle Produkte in der obersten Klasse sind.
B) Der Käufer interessiert sich nicht mehr dafür, weil er annimmt, dass sowieso alle Maschinen den Standarts entsprechen
C) Es besteht keine einheitliche Unterscheidung mehr zwischen den Maschinen

Ich hätte gerne eure Meinung dazu gehört. Ich habe für meine Arbeit die Waschmaschine gewählt, da bei Ihr die Funktion jeweils dieselbe ist und da man die Leistung einheitlich vergleichen kann (pro Kilo Wäschemessbar).

Andere Fragen, die ich mir dazu gestellt habe:
- Die Energie-Effizienzklasse A wird zu einer / ist schon eine Vorausbedingung?
- Sollte man die aktuellen Klassen neu definieren (verabstufen) oder soll man die A-Klassen ausbauen (A+, A++, A+++, usw)?
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Forum Admin
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Beiträge: 3468
Augsburg
Re: Energie-Effizienzklasse immer noch relevant?
Antwort #1 - 23. Mai 2014 um 12:46
 

EU-Energielabel: hilfreicher Buchstabensalat

Seit 1998 werden Elektrogroßgeräte wie Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler oder Wäschetrockner mit dem EU-Energieetikett gekennzeichnet.
Die ursprünglich sieben Effizienzklassen von A (= niedriger Verbrauch) bis G (= hoher Verbrauch) schaffen Klarheit über den Energieverbrauch und die Betriebskosten des Geräts. Zusätzlich stehen die tatsächlichen Verbrauchsangaben in Kilowattstunden (kWh) oder Liter auf dem Etikett. Seit 2004 gelten für Kühlgeräte die ergänzenden Kategorien A+ und A++. Diese Auszeichnung erhalten Geräte, die noch sparsamer sind. Je nach Produktgruppe werden auch Angaben zu Nutzinhalt, Reinigungs- und Trockenwirkung oder Wasserverbrauch gemacht.
Weil es durch den technischen Fortschritt kaum noch Haushaltsgeräte gibt, die schlechter als C abschneiden, überlegte die EU jahrelang, die Klassifizierung zu ändern. Seit Ende 2010 ist das Energielabel erweitert; für alle Geräte, also beispielsweise auch Wasch- oder Spülmaschinen sind nun die Einstufungen A+, A++ und A+++ möglich. Die Abstufung erfolgt in Prozentschritten. Bei Waschmaschinen etwa steht ein Pluszeichen für zwölf Prozent. Bei A+++ verbraucht das Gerät 36 Prozent weniger als ein Modell mit der einfachen A-Bewertung. Für den Verbraucher schafft unabhängig von Buchstaben und Pluszeichen die Angabe "Energieverbrauch kWh im Jahr" einen sinnvollen und konkreten Vergleichsmaßstab.

Quelle: ÖKO-TEST
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luftikuss
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Beiträge: 19

Geschlecht: male
Re: Energie-Effizienzklasse immer noch relevant?
Antwort #2 - 03. Juli 2014 um 15:23
 
Ich halte das Energielabel für sinnvoll, weil es Verbrauchern einen schnellen Einblick in die Energieeffizienz eines Gerätes gibt. Die Kriterien müssten allerdings etwas transparenter werden. Ich denke, dass es kaum jemanden gibt, der den Unterschied zwischen A+ und A+++ kennt.
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Maengi
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Beiträge: 5

Re: Energie-Effizienzklasse immer noch relevant?
Antwort #3 - 11. Juni 2015 um 11:53
 
Was ich persönlich schwierig finde, ist dass man sich als Amateur oft erstmal stundenlang einlesen müsste, was überhaupt hinter den Bezeichnungen steht. Ich glaube nicht, dass da jeder Konsument den vollen Durchblick hat.

Bei der Energieeffizienzsklasse denke ich, klappt das aber noch ganz gut, weil die Bezeichnung seit langem bekannt siind, m.E: als recht verlässlich gelten dürfen und sich inszwischen ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben dürfte, welcher Buchstabe für "gut" / "ökologisch" / "langfristig preis-wert" steht.

Aber es gibt auch andere Bereiche, wo ich das weitaus schwieriger finde. In Sachen Energieeffizienz steht ja auch immer mehr das Thema Wärmedämmung und Isolation von Fenstern und Türen im Vordergrund. UNd da z.B. ist es wirklich nicht so leicht, zu verstehen, was sich hinter dem dafür signifikanten Wert, dem "U-Wert" überhaupt verbirgt, was da ein "guter" oder "schlechter" Wert wäre und woran er sich überhaupt bemisst. Man schaue sich nur mal den Artikel hier bei Wikipedia an und erkläre mir dann überzeugend, dass das jederman verstehen soll. Mir scheint eher, dass selbst wer sich als Experte auf dem Gebiet betrachten würde, dann zumindest bei dem Versuch scheitert, den "U-Wert" so zu erklären, dass man ihn versteht. Jedenfalls bin ich hier über ein Kuriosum gestolpert: "Das moderne Fenster und der U-Wert" verspricht die URL, und dann - nach einer vielversprechenden Einleitung der Art: Jetzt erfahre ich, was der U-Wert heißt, wird er er einfach erklärt damit dass er sich aufteile in den Ug- und Uf-Wert. Hm, danke, sehr hilfreich!?  Smiley

Ansonsten muss ich aber auch sagen, dass die Meinung meines Vorposters etwas für sich hat: Wenn bei der Energieeffizienzklase natürlich sowieso alles im Angebot als "top" bezeichnet wird, hebt sich der Nutzen und der Sinn der ganzen "Auszeichnerei" geradezu von selbst auf und wird in etwa so verlässlich wie die vielen "Bio"-Label in den Discountern ...
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Talhoffer
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Beiträge: 131

Re: Energie-Effizienzklasse immer noch relevant?
Antwort #4 - 11. Juni 2015 um 14:43
 
Maengi schrieb am 11. Juni 2015 um 11:53:
Bei der Energieeffizienzsklasse denke ich, klappt das aber noch ganz gut, weil die Bezeichnung seit langem bekannt siind, m.E: als recht verlässlich gelten dürfen und sich inszwischen ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben dürfte, welcher Buchstabe für "gut" / "ökologisch" / "langfristig preis-wert" steht.


Im Prinzip haben Sie sicher recht, aber es gibt auch Bereiche, wo das Ganze anfängt unsinnig zu werden. Den Energieverbrauch eines Kühlschranks kann man relativ leicht in den +++ Bereich treiben, an den Kompressoren konnte viel an Wirkungsgraderhöhung erreicht werden, und eine dickere/bessere Isolierung ist auch kein Hexenwerk. Blöd wird es bei Waschmaschinen und Geschirrspülern. Der Hauptenergieverbrauch besteht nun mal im Erhitzen von Wasser, und da setzt die Physik einfach eine Grenze. Man muss zwangsläufig mit den Temperaturen runter um zu sparen, und irgendwann muss man sich entscheiden, was einem wichtiger ist: Energiesparen oder Sauberkeit/vertretbare Keimbelastung.

Zitat:
Mir scheint eher, dass selbst wer sich als Experte auf dem Gebiet betrachten würde, dann zumindest bei dem Versuch scheitert, den "U-Wert" so zu erklären, dass man ihn versteht.


Wenn man das mit einer Thermoskanne vergleicht, kommt man dem doch sehr nahe. Bleibt das Getränk länger heiß, ist die Wärmedämmung besser.

Viel schwieriger finde ich Dinge wie z.B. die Wärmekapazität der Isolation unter Berücksichtigung des Energieeintrages von außen (also z. B. Sonnenstrahlung). So kann ein Mauerwerk vielleicht schlechter isolieren als Styropor, in der Gesamtbilanz möglicherweise trotzdem besser abschneiden - und das natürlich unterschiedlich von Mauer zu Mauer, abhängig von der Ausrichtung, der Jahreszeit und Beschattung. Da hat man als Laie dann wirklich schlechte Karten. Und Fachleute, die das wirklich aus dem ff beherrschen, scheinen nicht allzu dicht gestreut. Mein Eindruck jedenfalls.

Was Labels im Allgemeinen angeht: Die sagen halt soviel aus, wie ein Intelligenztest. Ein hoher IQ bedeutet, dass jemand gut Intelligenztests lösen kann. Mehr *erstmal* nicht. So kann man bestimmt auch Rhabarber mit Bio/Öko und sonstwas Label kaufen, deswegen kann man sich damit u.U. trotzdem die Nieren ruinieren (Oxalsäure).
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Maengi
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Beiträge: 5

Re: Energie-Effizienzklasse immer noch relevant?
Antwort #5 - 18. Juni 2015 um 15:08
 
Sehr geehrter Herr Talhoffer, Ihre Antwort beeindruckt mich ein stückweit. Vielen Dank für die Ausführungen, die mich zum Nachdenken anregen.

Nur kurz zu:

"Blöd wird es bei Waschmaschinen und Geschirrspülern. Der Hauptenergieverbrauch besteht nun mal im Erhitzen von Wasser, und da setzt die Physik einfach eine Grenze. Man muss zwangsläufig mit den Temperaturen runter um zu sparen, und irgendwann muss man sich entscheiden, was einem wichtiger ist: Energiesparen oder Sauberkeit/vertretbare Keimbelastung."

Was interessant ist: Da dürften ja so einige Leute äußerst anfällig für Augenwischereien sein. Denn den Zusammenhang Heißes Wasser - Keimfreiheit / Hygiene scheinen einige Menschen gar nicht so zu sehen. Ich habe schon öfter erlebt (und besonders schlimm wars früher zu WG-Zeiten), dass man es für absolut ausreichend hält, Geschirr, wenn es mit der Hand gespült wird, mit lauwarmem oder gar kaltem Wasser zu spülen. Wenn ich dann ggf. auf die Wichtigkeit des Erhitzens (oder gar des vorherigen Einweichens in richtig heißem Wasser) aufmerksam gemacht habe oder dies tue, ernte ich meistens Blicke der Art: Wichtigtuerischer Besserwisser gefolgt von einem Schulterzucken. Manchmal werden schon einfachste Zusammenhänge nicht verstanden, genauso wie der mit feuchter Luft / feuchten Schwämmen und Bakterien und Pilzen ... von daher würden "++++"-Label für "Kaltwaschmaschinen" vielleicht sogar gekauft werden.  Smiley

Beste Grüße

(Und BTW: Ich hatte mal einen Kunstlehrer, der hieß Talhof und war praktisch auch recht gebildet. Mit dem haben Sie nichts zu tun, oder?  Zwinkernd )
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Talhoffer
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Beiträge: 131

Re: Energie-Effizienzklasse immer noch relevant?
Antwort #6 - 19. Juni 2015 um 13:57
 
Maengi schrieb am 18. Juni 2015 um 15:08:
Sehr geehrter Herr Talhoffer, Ihre Antwort beeindruckt mich ein stückweit. Vielen Dank für die Ausführungen, die mich zum Nachdenken anregen.


Oh, danke!

Zitat:
Manchmal werden schon einfachste Zusammenhänge nicht verstanden, genauso wie der mit feuchter Luft / feuchten Schwämmen und Bakterien und Pilzen ... von daher würden "++++"-Label für "Kaltwaschmaschinen" vielleicht sogar gekauft werden.  Smiley


Bei allem, was Unsichtbar ist, tun sich Menschen bisschen schwer, es zu verstehen. Seien es Mikroben oder Radiowellen ...
Ich wollte aber keinesfalls Panik schüren, wir leben in einer mikrobiellen Umgebung, unser Körper ist von mehr Bakterien besiedelt, als er Zellen hat und mit den meisten kommen wir gut klar, viele sind sogar lebenswichtig.

Eine nettes Experiment sieht man hier: Der Handabdruck eines 8 1/2 jährigen, nachdem er draußen gespielt hat, auf einer sterilen Nährplatte "ausgebrütet"

http://www.microbeworld.org/component/jlibrary/?view=article&id=13867

Wichtig ist halt zu wissen, dass es das gibt, wie schnell sich Bakterien vermehren können und wo es ev. gefährlich wird. Nicht umsonst ist Hygiene bei einer Kochlehre ein wichtiges Teilgebiet. Wenn eine Waschmaschine müffelt, hat das seinen mikrobiologischen Grund, und ein Durchgang mit Kochwäsche wäre keine schlechte Idee. Die "spannendsten" Biotope im Haushalt sind in der Tat dauerfeuchte Spülschwämme u.Ä. Dagegen sind Kloschüsseln schon fast Reinräume ...

Das Problem im Alltag ist, dass sich der Mensch mit exponentiellen Vorstellungen sehr schwer tut, d.h. man unterschätzt i.d.R. völlig, wie schnell sich bestimmte Bakterien bei guten Bedingungen vermehren können. Denn die Gefahr ist üblicherweise weniger die Art der Bakterien, mit der man in Kontakt kommt, sondern deren Menge, siehe z.B. Salmonellen, die sich unter guten Bedingungen in 20 min (!) verdoppeln können.


Zitat:
(Und BTW: Ich hatte mal einen Kunstlehrer, der hieß Talhof und war praktisch auch recht gebildet. Mit dem haben Sie nichts zu tun, oder?  Zwinkernd )


Nein, ist bestimmt ein netter Mensch, aber der bin ich nicht Zwinkernd
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tetris
Forum-Mitglied

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Beiträge: 5

Re: Energie-Effizienzklasse immer noch relevant?
Antwort #7 - 02. Dezember 2015 um 14:50
 
Ich sehe es auch so, dass es zwar die Vergleichbarkeit der Geräte untereinander verbessert, aber sich wohl kaum jemand genauer damit auskennt. Hat man als Kunde zwei Geräte in der engeren Wahl, kann man das Label als Kriterium heranziehen, ja.. aber wo die Unterschiede im Detail liegen kann wohl kaum jemand aus dem Stehgreif sagen. Ich würde zuhause nachmessen was ein Gerät tatsächlich verbraucht, die Messgeräte kann man sich häufig beim lokalen Stromanbieter ausleihen dann muss sich das Messgerät nicht erst wieder amortisieren Zwinkernd (Bsp: *)
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« Zuletzt geändert: 04. Februar 2016 um 17:42 von Forum Admin »  
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OlliC
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Beiträge: 9
Burg
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Re: Energie-Effizienzklasse immer noch relevant?
Antwort #8 - 09. März 2016 um 18:04
 
Jep, für mich einfach ein Kriterium von vielen. Nicht das wichtigste, aber auf alle Fälle eins worauf ich mit schaue.

Leider sind die Werte für den Ottonormalverbraucher kaum nach prüfbar, deshalb finde ich es auch sehr gut, wenn solche Tests durchgeführt werden. Was viele leider übersehen ist, dass sie auch mit ihrer eigenen Nutzung den Energieverbrauch beeinflussen. Manche denken sie kaufen sich gegenüber der Umwelt frei, wenn ihre Maschine Energieeffizienz A+++ hat.
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