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Resistene Bakterien in Hühnerfleisch (Gelesen: 7523 mal)
Marion.
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Resistene Bakterien in Hühnerfleisch
11. Januar 2012 um 13:32
 
Guten Tag,

Ich bin neu hier und möchte gleich eine Diskussion starten. Bisher habe ich zu dem Thema nichts gefunden, was mich sehr verwundert hat, weil es doch so ein aktuelles brisantes Thema ist. Entschuldigt bitte, falls ich einen Thread dazu übersehen haben sollte.

Und zwar geht es um die Antibiotika- und Bakterienrückstände in Hühnerfleisch. Überrascht hat es mich, da ich Tiermedizin studiere und dort diese Umstände mehr oder weniger schon lange bekannt sind.

Was haltet ihr davon? Wie verfahrt ihr weiter?

Ich bleibe bei meiner "alten" Methode, nur Biofleisch zu essen, direkt vom Bauern oder beim Haus-Metzger, der die Herkunft bestätigt mit guter Haltung.

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Re: Resistene Bakterien in Hühnerfleisch
Antwort #1 - 11. Januar 2012 um 14:00
 

ÖKO-TEST Putenfleisch
Resistente Keime

Fast jede der von ÖKO-TEST im aktuellen Heft getesteten Puten wurde zumeist mehrfach mit Antibiotika behandelt, auch die meisten Bio-Puten.

Dadurch entsteht die Gefahr, dass ein Teil der vorhandenen Krankheitskeime überlebt und sich resistente Keime entwickeln, gegen die im Ernstfall auch beim Menschen keine Mittel mehr helfen. Tatsächlich waren die meisten gefundenen Keime resistent gegen Penicillin, Tetracylin und andere Antibiotika.

In einer Probe fand sich ein MRSA-Keim, der gegen fast alle Antibiotika resistent ist, in einer anderen Probe Salmonellen, die noch auf alle Medikamente ansprachen.

Quelle: News: ÖKO-TEST Putenfleisch
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Re: Resistene Bakterien in Hühnerfleisch
Antwort #2 - 11. Januar 2012 um 14:03
 

TEST: Putenfleisch

...

Neun bis elf der zwölf Bestände wurden mit Antibiotika behandelt. "Kein Einsatz von Antibiotika im Mastdurchgang", antwortete Heidemark für das Lidl-Produkt in dem Fragebogen, den wir allen Anbietern zugeschickt haben. Das schließt allerdings eine Behandlung in der Aufzuchtphase, das sind die ersten fünf Lebenswochen, nicht aus. Auch von Mutzschen Truthahn (beliefert die Lidl-Schwester Kaufland), erhielten wir eine zweideutige Auskunft: "Aus der Beurteilung der amtlichen Schlachttieruntersuchung im Herkunftsbetrieb ist ersichtlich, dass die Vorschriften über die Verwendung von Tierarzneimitteln eingehalten wurden. Die vorliegenden Informationen zur Lebensmittelkette für die betroffene Herde belegen, dass im relevanten Zeitraum vor der Schlachtung keine Behandlung durchgeführt wurde", schreibt der Mäster. Mehr erfuhren wir trotz Nachfrage nicht. Doch übersetzt bedeutet die Antwort: Die Puten wurden lediglich kurz vor der Schlachtung nicht behandelt, was nicht nur verboten, sondern auch dumm wäre, weil die Antibiotika dann im Fleisch nachweisbar wären.

Nur wenige Anbieter ließen sich in die Karten schauen. Zum Einsatz kamen in einigen Fällen Medikamente, die für Puten eigentlich nicht zugelassen sind. Es ist jedoch erlaubt, solche Mittel "umzuwidmen", was beispielsweise gemacht wird, wenn die zugelassenen Antibiotika nicht mehr helfen. In anderen Fällen war die Behandlung mit nur drei Tagen eigentlich zu kurz, um Krankheiten effektiv zu bekämpfen. Um uns ein genaueres Bild machen zu können, hatten wir die Mäster gebeten, uns eine Kopie aus dem sogenannten Bestandsbuch zur Verfügung zu stellen. Darin müssen Art und Identität der Tiere, die Mittel, die Art der Verabreichung und die verabreichte Menge der Mittel festgehalten werden. Doch so genau wollten sich nur Penny und Rewe sowie die Bio-Anbieter in die Karten bzw. Bücher schauen lassen. Die Weigerung der anderen quittieren wir mit einer Abwertung um eine weitere Note.

Antibiotikarückstände trotzdem nicht nachweisbar. Auch wenn fast alle Puten mit Antibiotika behandelt wurden, waren Reste davon im Fleisch nicht mehr nachweisbar. Die Zeiträume zwischen der Verabreichung der Mittel und der Schlachtung waren offensichtlich lang genug, damit sich die Antibiotika abbauen konnten. Insgesamt wurden zwölf unterschiedliche Wirkstoffe eingesetzt, darunter ein Parasitenmittel.

...

Quelle: ÖKO-TEST: Putenfleisch
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Hema
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Re: Resistene Bakterien in Hühnerfleisch
Antwort #3 - 11. Januar 2012 um 14:05
 
Doch, es gibt hier was, das wurde immer mal wieder andiskutiert, z.B. hier:

Hähnchen und AB 1

Hähnchen und AB 2

Die Suchfunktion hier ist nicht immer so der Kracher, es hilft der Umweg über google.  Zwinkernd
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Hema
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Beiträge: 6071

Re: Resistene Bakterien in Hühnerfleisch
Antwort #4 - 11. Januar 2012 um 14:14
 
Forum Admin schrieb am 11. Januar 2012 um 14:00:
Dadurch entsteht die Gefahr, dass ein Teil der vorhandenen Krankheitskeime überlebt und sich resistente Keime entwickeln, gegen die im Ernstfall auch beim Menschen keine Mittel mehr helfen. Tatsächlich waren die meisten gefundenen Keime resistent gegen Penicillin, Tetracylin und andere Antibiotika.

In einer Probe fand sich ein MRSA-Keim, der gegen fast alle Antibiotika resistent ist, in einer anderen Probe Salmonellen, die noch auf alle Medikamente ansprachen.


Potentiell ungute Keime kommen ja nicht nur bei Geflügel vor. Allerdings sollte bei sauberer Schlachtung/Nachbehandlung etc. davon nicht so viel im Produkt landen.

Bei Fleisch im Allgemeinen bieten einfache Hygiene-Regeln bei der Verarbeitung den besten Schutz, noch vor dem Vertrauen in "bio" oder nicht "bio", den "kenn ich" oder anonym.

Also:

- Bretter, Geschirr und Messer, die mit dem rohen Fleisch in Berührung waren, gleich nach Gebrauch heiß spülen
- Verpackungsmaterial unmittelbar ab in die Tonne
- Fleisch nach Möglichkeit durchgaren, bei größeren Stücken zumindest die äußerste Schicht gut erhitzen
- bei den verschiedenen Produkten auf die Haltbarkeit und die Kühlkette achten
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Re: Resistene Bakterien in Hühnerfleisch
Antwort #5 - 11. Januar 2012 um 14:18
 

Artikel erschien in:      ÖKO-TEST April 1995
Rubrik:      Meldungen

Massentierhaltung fördert Problemkeime

Futterzusätze sind dafür verantwortlich, daß bestimmte Antibiotika ihre Wirksamkeit verlieren. Die als Wachstumsstimulatoren eingesetzten Glykopeptide lassen Krankheitserreger gegen eine Behandlung unempfindlich werden. Aus den USA und Kanada wurde bereits von örtlich begrenzten Epidemien berichtet - auch mit Todesfällen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat jetzt vor dem weiteren Einsatz der Glykopeptide in der Tiermast gewarnt.
Die Resistenzen sind deshalb so gefährlich, weil Glykopeptid-Antibiotika inzwischen vergleichsweise häufig eingesetzt werden, um damit bei besonders geschwächten Klinik-Patienten auftretende Infektionen zu bekämpfen. Denn gegen das traditionell verabreichte Antibiotikum Ampicillin ist die Bevölkerung bereits "zu einem hohen Prozentsatz resistent", wie Dr. Wolfgang Witte vom RKI sagt.

Die Glykopeptid-unempfindlichen Erreger breiten sich hierzulande vermutlich vor allem über belastete Nahrungsmittel aus. Diesen Schluß legen Studien des RKI in zwei Landkreisen von Sachsen-Anhalt nahe. In fünf von 13 untersuchten Hackfleischproben sowie im Auftauwasser von Hähnchen und Puten wurden die widerspenstigen Keime gefunden, die sich im menschlichen Darm ansiedeln können. Für die Übertragung durch Lebensmittel spricht, daß bei zehn Prozent der Probanden, die nicht in einem Krankenhaus mit entsprechenden Antibiotika in Berührung kamen, solche Erreger entdeckt wurden. Auch in Kläranlagen tummeln sie sich bereits.

Noch sind die Problemkeime nach Aussagen des RKI bei Infektionen in deutschen Kliniken "selten". Dennoch fordert Dr. Witte "ein erneutes Nachdenken darüber, ob in der Tiermast überhaupt Antibiotika eingesetzt werden sollten". Schließlich laufe man damit Gefahr, "sich nicht mehr behandelbare Erreger heranzuzüchten".
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Hema
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Re: Resistene Bakterien in Hühnerfleisch
Antwort #6 - 11. Januar 2012 um 14:25
 
Forum Admin schrieb am 11. Januar 2012 um 14:18:
Artikel erschien in:      ÖKO-TEST April 1995


1995, das muss man sich mal vorstellen...

Und nicht nur bei uns ist das ein Problem:

Resistente Keime in US-Proben

Wobei ich die nicht korrekte Einnahme verordneter AB etc. noch für das größere Problem halte (zusätzlich zur Verbreitung durch Personal in Einrichtungen; aber da scheint sich was zu tun). Dafür habe ich aber keine Zahlen, ist nur ein Eindruck. Nicht wenige nehmen die AB ja nicht ordnungsgemäß ein.
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Geenen
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Re: Resistene Bakterien in Hühnerfleisch
Antwort #7 - 11. Januar 2012 um 15:05
 
1995 waren als Verbraucherschutzminister folgende Spezialisten in Aktion:

Frau Künast und Herr Seehofer.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesministerium_f%C3%BCr_Ern%C3%A4hrung,_Landwirt...
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Re: Resistene Bakterien in Hühnerfleisch
Antwort #8 - 11. Januar 2012 um 15:11
 
Geenen schrieb am 11. Januar 2012 um 15:05:
1995 waren als Verbraucherschutzminister folgende Spezialisten in Aktion:

Frau Künast und Herr Seehofer.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesministerium_f%C3%BCr_Ern%C3%A4hrung,_Landwirt...


Johann Joachim Borchert (* 25. April 1940 in Nahrstedt)[1] ist ein deutscher Politiker (CDU) und Vorsitzender des Deutschen Jagdschutz-Verbandes, des Dachverbandes der Organisationen der Jäger der deutschen Bundesländer außer Bayerns. Er war von 1993 bis 1998 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesministerium_f%C3%BCr_Ern%C3%A4hrung,_Landwirt...
http://de.wikipedia.org/wiki/Jochen_Borchert
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Pro-Nem
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Monaco
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Re: Resistene Bakterien in Hühnerfleisch
Antwort #9 - 11. Januar 2012 um 18:50
 

Mangostan als Futter gegen MRSA ?

Xanthone sind hochwirksame sekundäre Pflanzenwirkstoffe

Das inzwischen wohl am besten erforschte Xanthon ist wohl das Mangostan oder auch Mangostin, welches in der Mangostanefrucht vorkommt.

http://www.nutritionhealthinfo.com/mangosteen/mangosteen_0179_001.pdf
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ELF-Freunde müsst ihr sein (Sepp Herberger)
 

 
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