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Geld-Gespräche bei FAZ und bei Voß (Gelesen: 56265 mal)
JogDial
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Großraum: Europa
Re: Geld-Gespräche bei den griechischen Chauvinisten
Antwort #230 - 03. August 2012 um 08:15
 
elf schrieb am 02. August 2012 um 13:27:
[quote author=0B2E260528202D410 link=1337768600/222#222 date=1343905799]Das mit dem Target 2 habe ich nicht verstanden.
Bitte erklären Sie, JogDial -so als Arbeiter in einem Finanzinstitut-  das mal einem Elf und einem Bluenotes.
Und informieren Sie, wo Sinn, Sarrazin und Weidmann nicht recht haben.

1. http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/05/03/warum-target2-forderungen-ke...
2. http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/riskante-bilanz-euro-forder...
3. https://de.wikipedia.org/wiki/TARGET2
4. wenn du schon zugibst elementare Dinge nicht zu verstehen, elf, dann unterlasse dass dämlich-milde nachplappern eines un-(Sinn)
5. der 3. Link zeigt, wie die Handelsüberschüsse auseinander laufen - im Falle Deutschlands am extremsten, DAS und die völlig überhöhten Zinsforderungen der Banken sind das Hauptproblem. alles andere ist ärgerlich und unschön, aber im Grunde nicht entscheidend - insbesondere weil es in unterschiedlicher Ausprägung überall (auch in D-Land) vorkommt.
6. Deutschland fährt seit Jahren eine massive Lohndumpingpolitik mit dem Ziel Exportsteigerung. Dies verkennt aber die Tatsache, dass ein ausgeglichener Handel in einem gemeinsamen Währungsraum essentiell ist.
7. Diese politik führte zu den oben genannten unausgeglichenen Handelsbilanzüberschüssen. Vereinfacht gesprochen: unsere Waren wurden durch den Euro und die unangepasste Politik Deutschlands billiger, die der anderen Euroländer teurer. Die Bilanzen liefen auseinader und nun behaupten wir, alle anderen seien Schuld
8. Das ist nicht wahr und grundfalsch. Deutschland trägt durch sein größeres Gewicht eine viel größere Schuld und müsste eigentlich selbst gegensteuern - insbesondere auch um den Schaden für Deutschland gering zu halten.
9. Fakt ist: die aktuelle Politik nutzt nachweislich nichts (siehe GR, ES, IT - überall wird es schlimmer!) - sie schadet. Das zur Kenntniss zu nehmen, scheinen weder Politik, noch Medien, noch elf und bluenotes.
10. Verständlich ist das, weil seit Jahrzehnten ein Stillstand in den Wirtschaftswissenschaften herrscht und die Kritiker mit pöpelhaften (siehe elfs Kommentare) Scheinargumenten und Allgemeinplätzen diskreditiert werden.
11. dieses Jahr gab es sogar einen Aufrufvieler Wirtschaftswissenschaftler, wissenschaftliches Arbeiten und wissenschaftliche Methodik (Evidenz!!!) wieder zuzulassen und verstärkt Denkblokaden aufzubrechen.
Zitat: "Die Finanzkrise hat die Schranken und Gefahren sowie die Verantwortlichkeit der herrschenden Lehre in den Wirtschaftswissenschaften aufgezeigt. Die Autoren dieses Aufrufs stellen mit Besorgnis fest, dass drei Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise diese Lehre nach wie vor ein Quasimonopol in der akademischen Welt beansprucht."
12. Fazit: meine Kritik ( es ist im wesentlichen, die von Flassbeck, Bofinger u.a.) geht weitaus tiefer und an die Wurzeln des Problems. Die Kritik an GR kratzt zwar an einem juckendem Ekzem, ignoriert aber die weitaus schwerwiegenderen Systemprobleme und verhindert damit nachhaltig eine echte Lösungsstrategie.
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elf
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Re: Geld-Gespräche bei elf
Antwort #231 - 03. August 2012 um 09:38
 
Nun habe ich -mit Unterwerfungsgeste und Respekt- dem Herr JogDial die Möglichkeit gegeben, darzulegen, was an Target2 dran ist.
Dazu SZ - Zitat:
Sinn recherchierte und kam zu dem Schluss: Das System sei eine Zeitbombe.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/target-salden-der-bundesbank-brisante-mill...
Das war mir bekannt.
Das sind Fakten.

Leider ist dieser Arbeiter an einem Finanzinstitut nicht fähig, eine Äußerung, die nicht voll seiner (seiner!) Meinung entspricht, ohne Pöbeleien zu kommentieren.
Wieder wird aus Sinn Unsinn. Auch ohne flache Namenswitzeleien.

An solcher Engstirnigkeit wird Europa eher leiden (zugrunde gehen?) als an empathielosem Realitätssinn (Sarrazin) und klarer, umfassender Logik (Sinn).

Ohne vernünftige Grundlage und Fairness, ohne Einhaltung geschlossener Verträge, ohne korruptionsfreie, trotzdem bürgernahe Verwaltung ist eine einheitliche Eurozone nicht zu halten.

Wer jemals, nicht nur als Urlauber, sondern als Berufstätiger und/oder als Unternehmer, in einem der Südländer gearbeitet hat, dem wird nach spätestens einem oder zweier Jahren die Blauäugigkeit vergehen.
Man sieht dann ein, dass der zunächst chauvinistisch erscheinende Spruch:

"Die rechtsfreie Zone beginnt südlich der Pyrenäen."

wahr ist (cum grano salis). Ich habe den Überbringer dieses Spruches zunächst für einen doofen, teutonischen Spinner gehalten. Er ist Realist.

Hier/Dort, im Süden herrschen Korruption, Machotum, verquaste Religiosität, Dummhaltung und Einschüchterung der "unteren Schichten", Bereicherung der Eliten, Schuldzuweisung (wenn mal wieder etwas nicht geklappt hat) an die da "oben" in Brüssel und in Berlin.
Nicht zufällig wird Mutti mit Hitlerschnäuzer, Hakenkreuz und Stirnlocke karikiert, wird sie als Arsxhloch tituliert:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-08/merkel-hitler-giornale

Diese Meinung wurde auch von der spanischen Journalistin in der letzten Presserunde am Sonntag bestätigt:
Unfähigkeit , Ahnungslosigkeit der Politiker, verbunden mit unfassbarer Skrupellosigkeit und eifersüchtiger Verteidigung unsolidarischer Privilegien.
Das ist es, was das Klima in den "Südländern" ausmacht.

Dagegen kommen Glasperlenspiele und/oder Prozentrechnereien eines niedlich-korrekten (an Fairness und Ehrlichkeit glaubenden) Bofinger nicht an.

Wie Sinn und wie Sarrazin finde ich eine funktionierende Eurozone wunderbar.
Wie Sarrazin sehe ich Schwierigkeiten in der Akzeptanz einer anonymen Macht in Brüssel, die weit entfernt ist von Bürgernähe und wo m.E. ein Staat im Staat entstanden ist, der sich um die eigene Achse dreht.

Vereinigte Staaten von Europa: Schöne Idee, aber besonders Frankreich wird sich die dann abzugebende Souveränität nicht abnehmen lassen. So wird man sich weiter durchwurschteln.
Da erscheint mir (wiederum Sarrazin) ein dezentral, aber fair regiertes Europa sinnvoller.
Wer Verträge nicht einhält, einhalten will, kann ja gehen. Wer rein will, sollte das mit einer Probezeit tun können, wenn seine Fairness und seine Seriösität bewiesen wurden.
Falsch:
JogDial schrieb am 03. August 2012 um 08:15:
Die Kritik an GR kratzt zwar an einem juckendem Ekzem, ignoriert aber die weitaus schwerwiegenderen Systemprobleme und verhindert damit nachhaltig eine echte Lösungsstrategie.
Richtig:
Elf - Zitat:
Die Kritik an renommierten Ökonomen  kratzt zwar an einem juckendem Ekzem, ignoriert aber die weitaus schwerwiegenderen Systemprobleme der Südländer und verhindert damit nachhaltig eine echte Lösungsstrategie.


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« Zuletzt geändert: 03. August 2012 um 19:04 von elf »  

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elf
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Re: Geld-Gespräche bei den Griechen & Italienern
Antwort #232 - 03. August 2012 um 10:14
 
Wie zur Bestätigung meines Beitrages:
SZ - Zitat:
Zank, Gezeter, Klientelpolitik:
Die griechische Regierung hat nun zwar ein Sparpaket verabscheidet. Dennoch gibt sie ein katastrophales Bild ab. Beinahe hat sie sich in den Verhandlungen um das 11,5-Milliarden-Euro-Paket wieder zerlegt.
Griechenland ist kurz davor, auch seine zweite Chance zu verspielen.
Europa und auch Deutschland wären sicher weiterhin zu großzügiger Hilfe bereit, wenn sie im Gegenzug eine ehrliche Bereitschaft und mehr Ernsthaftigkeit verspürten...
...Die Regierung in Athen aber kann sich nicht verabschieden von ihrer Klientelpolitik, und so bleibt der ehrliche Zorn auf die Reeder, die Kirche, die Steuerflüchtlinge, die privilegierten Pensionäre der staatlichen Betriebe - nach wie vor alles Krisenprofiteure.
http://www.sueddeutsche.de/politik/sparpaket-in-griechenland-gezerre-um-selbstve...
FAZ - Zitat:
Fortgeschrittener Klientelismus
... Offene Ausschreibungen gab es oft nur zum Schein, Verwandtschaften oder Freundschaften zählten mehr.
Ohne viele Formalitäten kann ein italienischer Regionalpräsident Berater um sich scharen, die einen bestimmten Auftrag in kürzerer oder längerer Frist erfüllen sollen...
...Für die Zentralregierung in Rom ist es schwer, dem Klientelismus in diesem fortgeschrittenen Stadium Einhalt zu gebieten.
Frühere Regierungen haben die Autonomie der Regionen gestärkt und Eingriffsmöglichkeiten Roms zurückgedrängt.
Vor allem das Gesundheitswesen, eine zentrale Aufgabe der Regionen, ist heute ein Nährboden für Korruption.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/italien-fortgeschrittener-klientelism...

Das Fass hat keinen Boden.

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Re: Geld-Gespräche bei Rogoff
Antwort #233 - 03. August 2012 um 13:08
 
Rogoff - Zitat:
„Das wahrscheinlichste Szenario ist der Fortbestand einer reformierten und womöglich reduzierten Währungsunion.“
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/euro-debatte-warum-die-skeptiker-in-amerik...
Das aber wird noch dauern, denn die Amis machen Druck wegen der Wahl:
ZEIT - Zitat:
zweitbeste Variante, das Szenario "so lange wie möglich hinauszögern". Mindestens aber bis nach November.
http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-08/usa-euro-krise-obama/seite-1
Trifft sich gut mit meiner Meinung.
Und mit der anderer, renommierter Ökonomen (auch Sarrazin).
Ja, ich sehe den Schaum vorm Mund. Macht Laune.

Wenn aber ständig weiter aufgeweicht/nachgegeben/blind vertraut/nicht geahndet wird, dann kommt der schmerzhafte Kollaps, denn dann gilt:

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Re: Geld-Gespräche bei Murswiek
Antwort #234 - 03. August 2012 um 17:03
 
Murswiek - Zitat:
„Den Fiskalpakt könnte man sofort in den Papierkorb schmeißen“, warnt Murswiek. Dafür hafte der deutsche Steuerzahler mindestens mit seinem Anteil an der EZB von 27Prozent - bei einer Insolvenz anderer Staaten sogar bis zu 100Prozent.
„Es könnte nicht nur um Milliarden, sondern um Billionen gehen.“ ...
...Das höchste Gericht soll nun das Staatsoberhaupt zumindest zwingen, bei der Ratifikation Vorbehalte geltend zu machen. Insbesondere müsse sich Deutschland ein Kündigungsrecht für die „Rettungspolitik“ sichern.
Der „Haftungsautomatismus“ des Target-Systems müsse beendet werden. Die Nachschusspflicht zum ESM müsse begrenzt und das „Dringlichkeitsbeschlussverfahren“ der ESM-Organe, das die im deutschen Begleitgesetz vorgesehene Zustimmung des Bundestags vereitele, verhindert werden.
Ohne Teilnahme des deutschen Vertreters gefasste Beschlüsse seien für unwirksam zu erklären.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/esm-gauweiler-erweitert-klage-gegen-den-re...

Hat der Professor auch schon wieder Unrecht, weil er anderer Meinung ist als Bofinger?
Ich meine: Er hat recht, obwohl er Gauweiler vertritt.
Die Verträge lassen alle Löcher auf zum Schummeln im schummrigen Hinterzimmern, eine parlamentarische Kontrolle, eine Kontrolle in offener, demokratischer Diskussion (z.B. mit Arbeitern in Finanzinstituten) ist nicht gewährleistet, mit anderen Worten:

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elf
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Re: Geld-Gespräche bei Wassilis Aswestopoulos
Antwort #235 - 03. August 2012 um 18:07
 
telepolis - Zitat:
(griechischer Unternehmer) spart nicht mit Kritik an seinen Landsleuten.
Denn trotz hoher regionaler Arbeitslosigkeit und übertariflicher Bezahlung, die er auch nach der gesetzlichen Mindestlohnsenkung beibehalten möchte, hat er es schwer Angestellte zu finden.
"Die heutige Jugend ist verwöhnt, unsere Arbeit ist ihnen zu schmutzig.
Ich habe jetzt nur zwanzig Angestellte, könnte aber locker noch fünf weitere beschäftigen.
Durch jahrelange Agrarförderung haben sich die Menschen zu Faulpelzen entwickelt.
All die Industrien, die wir jetzt in Bulgarien beliefern, waren einst hier stationiert", kommentiert er melancholisch.

Er hofft auf eine neue Politikergeneration, die statt des eigenen Vorteils das Landeswohl im Auge haben sollte.
"Die sollten das Land lieben und nicht ihre Posten.
Vor allem aber müssen wir endlich Politiker mit wirtschaftlicher Kompetenz finden.
Es ist doch ein Unding, dass die, statt beim überblähten Staat zu sparen, mitten in der Krise die Verbraucherpreise hochjagen und Löhne kürzen.
So etwas gräbt den Kunden aber auch den Banken die Liquidität ab, die wir für ein Inlandsgeschäft benötigen würden."
http://www.heise.de/tp/blogs/8/152521
So etwas Schlimmes würde ich nie schreiben, aber, man sieht:

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Re: Geld-Gespräche bei Bofinger & Co
Antwort #236 - 04. August 2012 um 21:02
 
@JogDial
Bofingers Intellekt anzuzweifeln oder seine Ideen, so als Nicht-Fachmann, das wäre etwa so dämlich wie gegen S21 zu sein und stolz auf sein Laien-Dasein zu verweisen.

Also: Ich anerkenne seine Mühwaltung und die Maikäferei seiner Zahlen.
Auch seine Schlussfolgerungen (die ich so schon früher ähnlich bei Sarrazin las):
Bofinger & Co - Zitat:
Es gibt nur zwei in sich stimmige Strategien zur Überwindung der aktuellen Krise:
entweder die Rückkehr zu nationalen Währungen in der EU insgesamt, die jedes einzelne Land den unberechenbaren Schwankungen hochspekulativer Devisenmärkte aussetzen würde,
oder aber die institutionelle Absicherung einer gemeinsamen Fiskal-, Wirtschafts- und Sozialpolitik im Euroraum mit dem weitergehenden Ziel, die verlorene Handlungsfähigkeit der Politik gegenüber den Imperativen des Marktes auf transnationaler Ebene wiederzugewinnen.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kurswechsel-fuer-europa-einspruch-gegen-di...
Frankreich wird eher die Baguettes abschaffen als seine Souveränität einzuschränken.
Dritte stimmige Strategie:
Ein modifizierter Euro-Raum wäre m.E. möglich.
Der Euro-Raum wurde bisher ja schon häufig modifiziert.

Ein Fehler Bofingers et al. liegt da, wo es um die Ehrlichkeit und die Mentalität geht.
Bofinger legt seinen Ideen die Zahlen zugrunde, die ihm gegeben wurden.
Man muss leider davon ausgehen, dass die Südländer falsche Zahlen abliefern und falsche Versprechungen (s. Postfranquist Rajoy) machen, bzw. dem Plebs nachgeben, weil sie bei denen zwar abkassieren, aber wiedergewählt (s. Samaras) werden wollen.

Ich komme gerade von einem Südländer-Stammtisch (Handwerker, Arbeiter, Akademiker).
Gibt es ja nicht nur in Deutschland. Ist sehr interessant.
Ich kann den Gesprächen durchaus folgen.
Man erkennt im Süden durchaus, dass man von der eigenen Regierung beschissen wird, dass die Verwaltung chaotisch und willkürlich ist, dass Korruption das Prinzip ist.

Folgerung:
Nicht das Bescheissen durch die Elite beenden, sondern zurück bescheissen. Ist einfacher und befriedigender.
Nach dem Stammtisch dann in die hochvolumigen neuen SUVs (Kredite dazu gabs fast gratis und für jeden) und per iPhone4 bei Muttchen anfragen, ob´s Essen auf´m Tisch steht.
So sieht´s aus im Süden:

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« Zuletzt geändert: 05. August 2012 um 17:50 von elf »  

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Re: Geld-Gespräche bei Rajoy
Antwort #237 - 05. August 2012 um 13:20
 
Rajoy, lieber JogDial, verspricht.....
Nun ja, er VERSPRICHT.
Andererseits:
WZ - Zitat:
Wird ein König bedroht und kann er noch auf ein anderes Feld ziehen, so nennt man das Schach - oder die Politik, die der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy verfolgt.
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/international/477693_Rajoy-sc...
Kein Schachspieler wird seinem Gegner mitteilen, wie er wirklich handeln will.
Er will ja gewinnen.

Rajoy will auch gewinnen: Die nächste Wahl.
Und das geht so:
Er verspicht dem Rest-Europa etwas, was das pöhse Ausland beruhigt.
Spanier wissen, was sie von solchen Versprechen halten können:
taz - Zitat:
Ergebnis: Die Regierung Rajoy hat nur ihre alten Vorschläge neu berechnet.
In Spanien wird daher schon offen bezweifelt, ob die Haushaltsdefizite tatsächlich sinken.
http://taz.de/Schuldenkrise-in-Spanien/!98914/
Es wird sich herausstellen, dass das Versprechen  -wie alle bisherigen-  nicht einzuhalten war wegen pöhser Einflüsse von außen.
Es wird die eh vorhandene Xenophobie bedient.
Europa bricht auseinander.

Im gleichen  -oder im nächsten-  Atemzug verspricht er den Spaniern:
AFP - Zitat:
...Er wolle die von der Europäischen Zentralbank (EZB) angekündigten Schritte im Kampf gegen die Schuldenkrise „prüfen“ und danach „die beste Entscheidung im Interesse der Spanier“...


Na, Klasse.
Er will also nicht alles für Europa tun (damit würde er nicht wieder gewählt), er will auch nicht alles für den Euro tun, sondern alles für die SPANIER.
Nicht einmal "für Spanien" (ist in sich zerstritten), sondern "die Spanier". Da fühlt sich doch gleich JEDER lieb und fürsorglich angesprochen.
OK, liegt voll auf der Linie Franco ---> Fraga Iribarne---> Aznar ---> Rajoy.

Wie will Bofinger das in seine Berechnungen einbringen?

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« Zuletzt geändert: 05. August 2012 um 17:59 von elf »  

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Re: Geld-Gespräche beim Nobelpreisträger
Antwort #238 - 05. August 2012 um 14:57
 
Ökonomie-Nobelpreisträger Mundell - Zitat:
Wenn die Wirtschaftssysteme, die Mentalitäten und Rechtssysteme zu verschieden sind, dann funktioniert eine Währungsunion nicht, dann braucht man weiter Einzelwährungen, die man gegeneinander auf- und abwerten kann...
...Wir alle, Deutsche, Griechen, die in Brüssel, wir haben es vermasselt...
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/euro-krise-wir-haben-es-vermasselt-1.14317...
Und wieso kommt Schaum auf, wenn ER, der "Dilo", das genau so schreibt/sagt?

Blauäugigkeit führt zu blauen Augen,
nicht zum einigen Europa


http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Mundell

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« Zuletzt geändert: 05. August 2012 um 17:49 von elf »  

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Re: Geld-Gespräche bei Habermas & Klöckner
Antwort #239 - 06. August 2012 um 23:08
 
Das klingt doch, als hätte ich es schon mal irgendwo gelesen:
telepolis - Zitat:
Die Speerspitze der deutschen Akademiker-Elite (Habermas, Bofinger Nida-Rümelin) bringt es fertig, in drei Sätzen, oder anders:
in 49 Wörtern ein Erklärungsmodell für die schwerste Krise, die Europa seit dem Ende des 2. Weltkrieg erlebt, zu liefern, das wohl noch nicht einmal an einem Stammtisch eine Überlebenschance hätte...
...Dass bei der derzeitigen Euro-Krise Personen und Interessengruppen auf der Bühne agieren, die eine knallharte Interessenpolitik verfolgen und somit selbst gut gemeinte Krisenbewältigungsstrategien sabotieren können, findet nicht mal im Ansatz eine Erwähnung.
Alleine die Mitgliedschaft von Mario Draghi (Präsident der Europäischen Zentralbank) in einer einflussreichen Bankenlobby-Organisation verweist auf ein Kernproblem, welches gerade in akademischen Kreisen gerne ignoriert wird:
Politik wird von Menschen, von lebenden, handelnden Subjekten gemacht...
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37400/1.html

So schlimm würde ich das nicht formulieren, schon aus Respekt gegenüber Arbeitern in Finanzinstituten.

Elfenbeinturm: OK, hatte ich erwähnt.
Marcus Klöckner - Interview zu Griechenland:http://www.focus.de/politik/ausland/tid-26190/griechischer-professor-im-focus-on...

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