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Geld-Gespräche bei FAZ und bei Voß (Gelesen: 56165 mal)
elf
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Re: Geld-Gespräche bei Samaras
Antwort #250 - 09. August 2012 um 13:08
 
Ich fürchte, das wird nix mit Griechenland:
FAZ - Zitat:
ausgeprägte Korruption in dem Land.
Umso ärgerlicher ist es da, was in der griechischen Presse am Donnerstag berichtet wird:
Untersuchungen und Verfahren in zahlreichen Korruptionsfällen seien in den vergangenen Jahren von der griechischen Bürokratie und der extrem langsam arbeitenden Justiz so lange hinausgezogen worden, bis Verjährung eintrat.
„Es reicht nicht, nur die Rentner zur Rechenschaft zu ziehen“

In einer Dringlichkeitssitzung am Mittwochabend forderte der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras die zuständigen Minister auf, gesetzlich zu regeln, dass Fälle von Korruption im Schnellverfahren von der Justiz geklärt werden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können. Vor allem mehrere Fälle, bei denen angeblich Blinde Behindertenunterstützung bekamen sowie von nicht rechtmäßig ausgezahlten Renten, sollen nach den Worten Samaras sofort geklärt werden.
„Es reicht nicht, nur die Rentner zur Rechenschaft zu ziehen.
Auch die an der Korruption verwickelten Ärzte und Staatsbedienstete müssen bestraft werden“, sagte Samaras
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/korruptionsermittlungen-in-griechenland-ha...
Das ist auch der Trick, mit dem in Spanien gearbeitet wird: Schludern (Mañana-Mentalität), Verschieben, verfallen lassen...
Da muss kein Elf dieser Welt noch Dreck drauf werfen:

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„Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind.“   (Ziya Gökalps)
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elf
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Re: Geld-Gespräche bei Issing
Antwort #251 - 09. August 2012 um 19:16
 
FAZ - Zitat:
...Schon vor dem Beginn sei er skeptisch gewesen, ob eine Währungsunion mit so heterogenen Ländern funktionieren könne.
„Für mich stand fest: Es wird zu einer Krise kommen. Ich habe allerdings nicht mit einer solchen Dimension der Probleme gerechnet.“...
...Damit dieses Experiment nicht scheitere, dürfe es keine Vergemeinschaftung der Schulden durch Eurobonds geben, sagte Issing.
Die Rechnung dafür lande beim Steuerzahler, der die steigenden Zinsen für die deutsche Staatsschuld letztlich tragen müsse.
Stattdessen müssten die kriselnden Euroländer ihre Probleme selbst lösen. Er warnte auch vor zu hohen Erwartungen an die EZB: „Das ist eine Notenbank und nicht eine Einrichtung zur Rettung von bankrotten Staaten.“
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/staatsanleihenkaeufe-die-ezb-wird-zum-gefa...
Das hat Herr Issing (Ex-EZB-Chef, also nicht irgend jemand) schön gesagt.
Auch er hat die kriminelle Energie und den Schludrian unterschätzt.
Immerhin: Er sieht das jetzt wohl auch ein.
SZ - Zitat:
Issing, der sich selbst als "ökonomischer Realist" bezeichnet
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/buchvorstellung-von-otmar-issing-hardliner...
Was meint Herr Bofinger dazu?
Elfenbeinturm?

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elf
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Re: Geld-Gespräche beim Philosophen
Antwort #252 - 10. August 2012 um 13:57
 
Ein Forist riet mir zur Lektüre von Kant, wegen der selbst verschuldeten Unmündigkeit.

Dank dafür.
Nun bin ich mündig.
Otfried Höffe - Zitat:
Falls nämlich die wirtschafts- und finanzpolitisch verantwortlichen Länder Souveränität aufgeben, fördern sie das Gegenteil des sachlich Erforderlichen und prämieren die wirtschafts- und finanzpolitische Unvernunft, nachweisbar durch die Notsituation der anderen und deren Ruf nach Hilfe.
Hingegen muss genau derjenige und in dem Maße Souveränität aufgeben, der der Hilfe bedarf.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/europas-zukunft/otfried-hoeffe-zu...Der gesamt Artikel ist lesenswert.
So isses.
Wenn nicht danach gehandelt wird, tritt ein, was vermieden werden sollte:

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« Zuletzt geändert: 11. August 2012 um 16:02 von elf »  

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elf
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Re: Geld-Gespräche bei einer einflussreichen Träumerin
Antwort #253 - 11. August 2012 um 16:00
 
Die spinnen, die Grünen (leider).
Brantner - Zitat:
Weil wir nicht ehrlich sind
http://www.zeit.de/2012/32/Euro-Krise-Schulden-Brantner?commentstart=9#comments
Ein lesenswerter, aufschlussreicher Artikel, bei dem die Kommentare das Interessante sind.
Lustige Idee daraus:
Zitat:
Alternativ können auch diejenigen, die bewiesen haben, dass sie zu dem Euro gemäß Maastricht befähigt sind, die EWU verlassen und eine neue Währungsunion mit einem harten Euro 2.0 gründen.
Der Rest würde den Alt-Euro als Weichwährung weiterführen.

Wie blöd muss man sein, eigene "Unehrlichkeit" zu postulieren und nicht mit einem Worte auf die Unehrlichkeit in den Südländern einzugehen?
Damit gibt man Sarrazins These zum ewig schlechten Gewissen der Deutschen recht, welches als Dampfhammer eingesetzt werden kann.

Wie blöd muss man sein, die schwäbische Hausfrau anzuführen, und das in einem Zusammenhang, den es gar nicht gibt?
Auch die SPD kann mit Gabriel und nun auch Steinbrück lauthals den Gutmenschen spielen:

Solange Frankreich, Deutschland, Spanien ihre Souveränität nicht abgeben, bleiben solche markigen Sprüche "papel mojo" (=wohlfeiler Quatsch), denn:

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Re: Geld-Gespräche bei Miegel
Antwort #254 - 11. August 2012 um 23:45
 
Miegel - Zitat:
Bei der Schaffung des Euro ging man davon aus, es wäre grundsätzlich möglich, einer Vielzahl unterschiedlicher Länder eine gemeinsame Währung überstülpen zu können.
Dem lag die Vorstellung zugrunde, Währungen und Geld wären primär wirtschaftlich determiniert und mithin eine Angelegenheit von Ökonomen, Finanzexperten und vielleicht noch Juristen.
Das aber ist falsch. Viel maßgeblicher sind mental-kulturelle Faktoren.
Menschen, die über eine gemeinsame Währung verfügen, sollten sich in kulturellem Gleichklang befinden und sehr ähnliche Wertvorstellungen haben.
Vor allem aber müssen sie so vertraut miteinander sein, dass sie einander trauen.
Denn Geld ist ja nichts anderes als eben ein solches Vertrauen.
Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird es mit einer gemeinsamen Währung schwierig.  
Dann können auch wirtschaftliche und fiskalische Ausgleichsmaßnahmen im Ergebnis wenig bewirken.
Sie können mentale und kulturelle Unterschiede bestenfalls ein wenig kaschieren; beseitigen können sie sie nicht.
Und hier nun stehen die Europäer vor einer essentiellen und möglicherweise sogar existentiellen Frage:
Sollen sie einer gemeinsamen Währung wegen ihre kulturellen Unterschiede einebnen?
Das aber müssten sie, um mit einer gemeinsamen Währung erfolgreich zu sein.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kapitalismus/gespraech-zur-krise-...
Nö, also ich möchte nicht den Unterschied eiebnen zwischen einer relativ geordneten Nation und einer Nation, die mehrfach ohne Not einen Berlusconi wählt oder einen Postfranquisten Rajoy oder Samaras.

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Re: Geld-Gespräche bei Hank
Antwort #255 - 12. August 2012 um 10:24
 
Dieser Artikel bringt die Situation so schön auf den Punkt, auch wenn Hank nicht meine politische Linie vertritt:
Rainer Hank - Zitat:
Die Eliten sagen, jetzt müsse eine politische Union her.
Doch das ist nicht mehr als eine Phantasie von Dichtern.
Es ist an der Zeit, Europa vor den Rettungseuropäern zu retten und Alternativen stark zu machen.
...Denkbar sind drei Möglichkeiten.
(1) Ein „Putsch“...
(2) Ein evolutionärer Prozess...
(3) Eine Stärkung der nationalen Souveränität...

Europa ist mehr als der Euro.
Und ein gemeinsames Europa mit einem gemeinsamen offenen Binnenmarkt war früher da...
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schuldenkrise-der-ausnahmezustand-europas-...

Auch wenn Gabriel und Steinbrück nun "das Große, das Eine" (was nie erreicht werden kann) beschwören, es hilft nichts:

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elf
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Re: Geld-Gespräche bei Minkmar
Antwort #256 - 13. August 2012 um 10:31
 
Minkmar - Zitat:
In Wahrheit kennen wir einander kaum
...da verhalten wir uns wie Konsumenten mit Doppelklickmentalität.
Alles sofort und in XXL!
Seit zehn Jahren freuen wir uns an der mühelosen Realität von Eurozone und EU.
Sie konnten nicht groß genug sein und das Tempo der Erweiterung nicht hoch genug.
Nun steht das Ding auf offener Strecke, und man begreift überhaupt erst, mit wem man sich auf die Reise gemacht hat. Entsetzt fragen alle, wer die Griechen hat einsteigen lassen und was die Sizilianer hier wollen.
Die anderen starren zurück: Seit wann kommandieren hier die Deutschen wieder herum?...
...Europa ist weder arm noch überschuldet, noch politisch unmündig, sondern träge und einfallslos...
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/europas-zukunft/ein-plaedoyer-fru...
..und die Politiker wollen wieder gewählt werden.
Das gelingt am besten mit Wahllügenversprechen a la Berlusconi/Hollande/Tsipras/Rajoy/Gabriel/Steinbrück.
__________
PS. dazu:
FAZ - Zitat:
Sie dürfen eine Volksabstimmung über Europa wünschen,
als ob es bald keine nationale Wahl mehr gäbe;
sie dürfen die Abgabe von noch mehr Souveränität an die EU-Kommission verlangen,
als ob sich je ein Kommissar dem Souverän zur Wahl gestellt hätte;
sie dürfen die Vergemeinschaftung der Staatsschulden in Euro-Europa herbeisehnen,
als ob der EU-Vertrag das nicht ausdrücklich verböte.
Oppositionspolitiker dürfen alles fordern aber zum Glück nichts entscheiden...
...Wollen sie sich weiter an der Nase herumführen lassen?
Gibt es Hilfe ohne Verpflichtung?
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schuldenkrise-ideen-aus-der-zweiten-reihe-...
-_________
2. PS, weil´s so schön passt:
FAZ - Zitat:
Doch wo liegt der institutionelle Dreh- und Angelpunkt, auf dem diese gewaltige Rettungsdynamik beruht und der das Ausmaß der Krise erst ermöglicht?
Er liegt in der in der Tabelle in Zeile 3 wiedergegebenen
fatalen Kombination aus Einheitswährung, nationaler Souveränität, Verschuldungsautonomie, Gemeinschaftshaftung und dadurch ausgelöstem moralischen Risiko.
Mit jedem neuen Kredit wird dem moralischen Risiko Vorschub geleistet und der Hunger nach weiteren Krediten verstärkt.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/schuldenkrise-die-eu...

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« Zuletzt geändert: 13. August 2012 um 12:08 von elf »  

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JogDial
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Großraum: Europa
Re: Geld-Gespräche bei Minkmar
Antwort #257 - 14. August 2012 um 15:12
 
elf schrieb am 13. August 2012 um 10:31:
Es wird weiter beschissen

wohl wahr und nie bestritten.

http://www.sprengsatz.de/?p=3890 Zitat:
Jeder kleine Schwarzarbeiter, der erwischt wird,  wird in Deutschland bestraft, während nach dem geplanten Abkommen schwerkriminelle reiche Steuerhinterzieher straffrei ausgehen sollen. Das ist eine Erschütterung des Rechtsbewußtseins der breiten Bevölkerung. Es passt aber ins Bild der immer ungerechteren Einkommens- und Vermögensverteilung.


...achso, ich sollte vielleicht noch anmerken: es geht um Deutschland!

Einige Foristen halten uns ja für Heilig
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***unabhängiger Konsument***verkaufe nichts***werbe keine Vertriebspartner***
 

 
elf
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Re: Geld-Gespräche bei JogDial
Antwort #258 - 14. August 2012 um 16:44
 
JogDial schrieb am 14. August 2012 um 15:12:
1. ..achso, ich sollte vielleicht noch anmerken: es geht um Deutschland!
2. Einige Foristen halten uns ja für Heilig

Als Verursacher dieses Threads muss ich dazu Stellung nehmen:
1. Es geht um Europa. Es geht nicht um Deutschland.
2. Wenn das stimmt, dann sollte man den Foristen ausfindig machen und aus dem Forum ausschließen.

Bisher hatte ich eher den Eindruck, ein Forist unterstütze "nolens volens" die undemokratischen Regimes im Süden.


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Bluenotes
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Re: Geld-Gespräche bei FAZ und bei Voß
Antwort #259 - 15. August 2012 um 08:58
 
Dem deutschen Volke

Zitat:
Insgesamt beläuft sich das deutsche Haftungsrisiko inzwischen auf eine Billion Euro. Zwei Drittel davon gehen auf das Konto der EZB, die aber ihre Entscheidung auf völlig intransparente und undemokratische Weise trifft. Im EZB-Rat hat Deutschland nur eine einzige Stimme, genauso wie zum Beispiel Malta, und kann jederzeit überstimmt werden. Defizite über die EZB zu finanzieren, ist der schlechteste Weg, mit der Eurokrise umzugehen. Aber Merkel bevorzugt diesen Weg, weil er ihr immer neue Abstimmungen im Bundestag über immer höhere Haftungssummen erspart.



Also fassen wir einmal zusammen:


1) Wir werden permanent über die eigentliche Haftungssumme unzureichend informiert.

2) Entscheidungen der EZB sind intransparent und undemokratisch.

3) Merkel (Die BUNDESKANZLERIN) versucht den Bundestag zu umgehen.



Entweder ist Deutschland, durch seine ewige Kriegsschuld dazu verdammt zu kuschen, oder wir haben
keine Demokratie mehr. Eine Volksabstimmung ist mehr als zwingend, will man den demokratischen Geist
nicht ganz dem "Mammon" opfern.
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Verkehrte Welt

Ein Mensch auf Sauberkeit besteht,
Obwohl´s ihm ziemlich dreckig geht.

Ein Unmensch zieht - oh Widersinn! -
Aus Schmutzgeschäften Reingewinn. (Eugen Roth)
 

 
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