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Morgen Pierre Vogel in Offenbach (Gelesen: 4949 mal)
Hema
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Beiträge: 6394

Morgen Pierre Vogel in Offenbach
27. Juni 2014 um 19:06
 
Es wird eine Gegendemo geben:

Ab 14 Uhr auf dem Aliceplatz, Stadtmitte OF.
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basta
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Beiträge: 7

Re: Morgen Pierre Vogel in Offenbach
Antwort #1 - 30. Juni 2014 um 20:02
 
War jemand da?
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Hema
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Beiträge: 6394

Re: Morgen Pierre Vogel in Offenbach
Antwort #2 - 30. Juni 2014 um 23:10
 
Ich. Natürlich. Ich war auch das letzte mal schon da, mit einer Handvoll Genossen. Diesmal hatte das einen anderen Guck.  Durchgedreht

Ein paar Eindrücke:

Offenbach hat ein Zeichen gesetzt

Pierre Vogel war gestern zu einer Kundgebung in Offenbach. Es war kein Erfolg für ihn. Er zog wesentliche weniger Sympathisanten an als vorher auch von ihm selbst vermutet. Zugleich fand eine Gegendemo statt. Ich danke allen, die mitgemacht haben. Nach meiner Schätzung waren wir mindestens ebenso viele wie Kundgebungsteilnehmer.

Ausdrücklich loben möchte ich die Wahl des Ortes durch den Ordnungsdezernenten Felix Schwenke und die Begleitung durch die anwesende Polizei, die alles trotz des langen Tages und der fraglichen Zuhörerschaft voll im Griff hatte. Da hätten auch doppelt so viele kommen können oder es Probleme geben können, man war jederzeit nicht nur hochaufmerksam, sondern auch korrekt und freundlich. Dank dafür.

Da verschiedentlich die Berichterstattung kritisiert wurde, man solle ihm keine Aufmerksamkeit geben, möchte ich dazu doch noch ein paar Endrücke wiedergeben und sie in den Kontext stellen.

Es ist wichtig, dass darüber berichtet wird und der Ansatz, man solle dem einfach keine Aufmerksamkeit schenken ein völlig falscher. Keine Aufmerksamkeit bewirkt leider nicht, dass sich das Problem verwächst oder von selber gibt. Vogel geht wieder, die Jugendlichen, die seine Sichtweisen teilen, haben wir hier weiter in Offenbach und Umgebung. Sie sind unter uns und WIR müssen damit umgehen. Das ist mehrheitlich keine einfache Trotz- oder Pubertätsphase, die sich verwächst, sondern das sind handfeste faschistoide Vorstellungen, die da mitten in unserer Gesellschaft aufblühen und gedeihen. Es wird dem in der Schule anscheinend zu wenig oder zu wenig Überzeugendes entgegengesetzt. In einigen Elternhäusern scheint man auch Menschen- und Weltbilder zu vermitteln, die solche Haltungen befördern. Es ist dies zum Beispiel die Haltung, dass Gläubige besser seien als Nichtgläubige und dass Religion per se etwas Gutes und nicht Hinterfragbares sei. Dass es genüge, ein Mann zu sein und schon dadurch allen Frauen überlegen sei, direkt in der Hierarchie unter dem Herrgott eingeordnet und darunter komme erst einmal lange gar nichts, bevor dann gläubige Frauen und zuletzt die Ungläubigen eingeordnet sind in ihrer Wertigkeit.

Ein Streiflicht gegen Ende der Veranstaltung:

Es kam dann - eigentlich waren wir (die verbliebenen Gegendemonstranten, nach dem Abmarsch von Pierre Vogel) schon gebeten worden, auch zu gehen - noch zu einer direkten Konfrontation, in deren Mitte einige junge Mädchen standen, die gegen die Scharia protestierten. Dagegen gingen mehrere vollverschleierte Gleichaltrige und eine größere Jungengruppe vor, man stand Auge in Auge. Die Jungen wurden laut und versuchten damit, Eindruck auf die Mädchen zu machen. Ich bin dann näher gerückt und meinerseits deutlich und auch lauter mit den Buben geworden. Da waren 14 jährige, die erklärten, dass ihnen Frauen GEHÖREN werden und die sich deshalb verschleiern müssen. Schon das gleiche widerwärtige und verzerrte Menschenbild wie viele Ältere, granithart festgezurrt, kaum noch hinterfragbar. Ein völlig hypersexualisiertes und zugleich extrem verklemmtes Menschenbild, von tiefstem Misstrauen gegenüber dem menschlichen Wesen geprägt. Da ist nur die Vorstellung, dass Frauen keine Sexualität haben sollen, auszuleben haben, während Männer nur aus ihr zu bestehen scheinen. Wie menschenfeindlich auch in diesem Aspekt und klar erkennbar in dieser Diskussion mit nur ein paar Jugendlichen. Es ist so stereotyp.

Auch wieder die übliche Zurückweisung der Evolutionslehre mit Selbstüberhöhung: sie selbst als Menschen uns, den Affen, gegenübergestellt. Dass ich mir von einigen 16 jährigen Buben mehrfach "nicht so nette Frau" anhören musste (3 m neben der Polizei, die nicht mit der Wimper zuckte, ok, ich habe nicht auf der Feststellung der Personalien bestanden, hätte ich tun können), sei nur am Rande erwähnt. In der Schule sagen sie so etwas wahrscheinlich nicht zu ihren Lehrerinnen, weil es da geahndet wird, denken aber so. Und von "Schlampen" kann man natürlich nichts lernen. Diese Einstellung erklärt in einem gewissen Maß das Zurückweisen von Inhalten schon im weiblich dominierten Grundschulbereich. Das ist zwar schon allgemein bekannt, man konnte es aber gestern wieder live und in Farbe erleben. Man muss allerdings der Vollständigkeit halber erwähnen, dass einige Frauen etwas entfernt von mir die Jungen-Gruppe auch mit herabsetzenden Äußerungen aus dem sexuellen Bereich angingen, nachdem diese im Verbund mit den Vollverschleierten mit den Anti-Scharia-Mädchen die Debatte anfingen. So sollte man das auch nicht angehen, muss aber diesen Buben gegenüber auch als Frau sehr, sehr deutlich auftreten, auch wenn sie die üblichen billigen Mätzchen machen ("du bist häßlich"), um einen aus der Fassung zu bringen. Ich habe gelächelt und dem 16, 17 Jährigen (Endgröße wahrscheinlich bei 1,70 m erreicht) gesagt: "Und du bist klein. Und?". Da kam nichts mehr.

Diese Jungen gehen am Montag wieder mit diesem Menschenbild im Kopf in die Offenbacher Schulen. Zu Lehrerinnen und Lehrern, die sie abwerten und für Affen halten.

Pierre Vogel ist wieder weg.
Das Problem ist noch da.
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