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Islamismus: Deutschland schickt zurück (Gelesen: 5283 mal)
Hema
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Beiträge: 6394

Islamismus: Deutschland schickt zurück
07. November 2014 um 11:37
 
Hier kann man mal mitmachen:

Deutschland schickt zurück

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Hema
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Beiträge: 6394

Islamismus: Irrwege
Antwort #1 - 30. November 2014 um 17:48
 
Irrwege

Warum Jugendliche zu Islamisten werden

Wenn man eines über den Zulauf von Jugendlichen zu Islamisten sagen kann, so dieses: Es gibt keine einfache Blaupause, die alle Fälle abdeckt, keine eindimensionale Herleitung, die in Ideologisierung und Radikalisierung führt. Es gibt jedoch Faktoren, die jeder für sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, in dieser totalitären Parallelwelt zu landen. Zunächst soll zwischen externen Faktoren und persönlichen Dispositionen unterschieden werden. Externe Faktoren, die einen Einfluss haben können sind Wohnen in städtischen Milieus, Vorliegen einer entsprechend ausgerichteten peer group, Internetnutzung bzw. Information auf islamistischen und verschwörungstheoretischen Seiten, Zugangsmöglichkeit zu Moscheegemeinden, in denen radikales Gedankengut transportiert wird, und nicht zuletzt Zugangsmöglichkeit zu Gruppen wie "Lies!" oder den verschiedenen angeblichen Hilfsorganisationen.

Eine wichtige Rolle spielt auch die gesellschaftlich beförderte Zentrierung der Eigenschaft "Muslim". Alle diese Faktoren tragen zu einer Ausrichtung und Ideologisierung bei, der bei Zusammenwirken der Faktoren und einer persönlichen Disposition kaum noch etwas entgegengesetzt werden kann. Ohne starke innere Überzeugung können diese Synergieeffekte in die Falle der totalitären Gesamtsicht führen und in ein Herauslösen aus dem gesamtgesellschaftlichen und auch familiären Kontext. Die starke innere Überzeugung und eine Identitätsbildung auf anderen Merkmalen sind Schutzschilde und Verteidigungslinien gegen Suggestionen. Wie nun kann dieser Schutzschild beschaffen sein, was schwächt ihn und was bewirkt, dass er gar nicht vorhanden ist?

Hinsichtlich der persönlichen Disposition scheinen drei Hauptlinien und eine Nebenlinie vorzuliegen. Die Nebenlinie sind Jugendliche, die auf Basis einer gestörten Impulskontrolle, dissozialen oder anderen Persönlichkeitsstörung genau die Gräueltaten des IS und die totale Macht über andere Menschen attraktiv finden. Die Einbindung in islamistische Zusammenhänge und evtl. auch die Ausreise bieten die Möglichkeit, solche sozial natürlich unerwünschten Antriebe in einen subjektiv als positiv empfundenen Kontext zu stellen. Man kann sozusagen die gewünschten brutalen Handlungen begehen, deutet sie aber als gute oder doch zumindest notwendige Taten um. Bei diesen Jugendlichen wird es ohne therapeutische Identifikation und Hilfe kaum möglich sein, gegenzuwirken.

Bei den Hauptlinien mag geeignete Weichenstellung und stetiges Gegenwirken noch aussichtsreich sein. Es imponieren zunächst die Jugendlichen, die mit der Konstruktion aufwuchsen, das Heilige sei in einem Text zu finden, ein Text SEI das Heilige ungeachtet des konkreten Aus- und Vorlebens, der Orientierung der Eltern an dem Text. Wird dieser Text irgendwann in Gänze gelesen und enthält dieser Text Passagen, in denen zum Zwecken der Eigenüberhöhung tatsächlich andere Menschen abgewertet werden, so wird diese Bewertung übernommen, denn bei dieser Herangehensweise bleibt immer die Möglichkeit, dass der Text wörtlich genommen wird. Heilig und damit nicht hinterfragbar sind dann auch die konkreten Sichten und Handlungsanweisungen, inkl. Abwertungen und Einstufungen anderer Menschen. Hier sind die Elternhäuser und frühen Erzieher anzuhalten, Texte und Religion nicht über Menschen zu stellen und dies auch ausreichend klar zu machen. Der Zentrierung der Eigenschaft "Muslim" muss entgegengetreten werden. Kinder sind Kinder, vielleicht noch Jungs und Mädchen, aber nicht zunächst kleine Christen, Muslime, Juden oder Atheisten. Einer Brutalisierung über das eigenhändige Schlachten von Tieren in den Elternhäusern ist ebenfalls verstärkt entgegenzuwirken. Dies ist zwar verboten, wird aber dennoch vielerorts ausgeübt.
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Hema
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Beiträge: 6394

Re: Islamismus: Deutschland schickt zurück
Antwort #2 - 30. November 2014 um 17:49
 
Zum zweiten diejenigen, die die totalitäre Ideologie anziehend finden, gerade weil sie sich unter Abwertung anderer persönlich erhöhen können. Der Aspekt des angeblich Heroischen mag bei dieser Gruppe auch eine Rolle spielen. Dort kann nur gegengewirkt werden, die Glaubwürdigkeit der Ideologie zu unterminieren, indem darüber aufgeklärt wird, welche Einschränkungen diese Ideologie auch für den sich selbst Erhöhenden tatsächlich bedeutet. Es muss auch darüber aufgeklärt werden, dass es wenig heroisch ist, einem gefesselten Menschen den Kopf abzuschneiden, dass dies wenig heldenhaft ist, sondern mehr dem Schlachten eine Opfertiers gleicht. Die demokratische und freiheitliche Gesellschaft hat als überragendes Angebot das Ideal von der Gleichwertigkeit der Menschen. Dieses Ideal muss zunächst - so gut dies geht - eingelöst werden und zum anderen muss klarer werden, dass auf dieser genuinen Gleichwertigkeit eigenes Bestreben und Bemühen ausgelebt werden kann und auch muss. Dem kollektivistischen Ansatz ist der individuelle entgegenzustellen. Nur so können angstauslösender Beliebigkeit und Machtlosigkeitsempfinden entgegengewirkt werden, die anfällig machen. Zudem muss. Empathieförderung zentriert werden.

Drittens fallen die die Sinn- und Gerechtigkeitssucher auf. Diese Jugendlichen werden über ihren sozialen Antrieb, genau über ihre Empathie eingebunden und ihr Empfinden nachfolgend instrumentalisiert und pervertiert. Oft wird dies über die Kanalisierung einer zunächst vorhandenen diffus antiwestlichen Haltung über Verschwörungstheorien geleistet. Die Jugendlichen erschreckende Handlungen von islamistischer Seite werden als reine und notwendige Verteidigungshandlungen umgedeutet, Gräuel als legitime Rache der "Ummah", also der Gemeinschaft der Gläubigen.
Bei dieser Gruppe erscheinen die Eingriffs- und Einflussmöglichkeit noch am größten. Auf der Grundlage entwickelter Empathie muss Schwarz-weiß-Denken und antiwestlichen Haltungen entgegengetreten werden. Gängige Verschwörungsmuster müssen enttarnt werden, solange die Jugendlichen noch erreichbar sind und sich nicht schon als Teil einer Gemeinschaft fühlen, die im Besitz des wahren Wissens ist in der Gegenüberstellung zur Medienöffentlichkeit.

Die Integration von Jugendlichen, die anfällig sein können für islamistische Inhalte erfordert von der Gesellschaft einiges. Sie erfordert ehrliche Diskussion, eine Abkehr davon, Kritik an einer Haltung mit einer Ablehnung des Menschen zu verwechseln (auf beiden Seiten!) und nicht zuletzt ein klares Bekenntnis zu universalen Werten wie den Menschenrechten. Menschenrechte dürfen nicht unter den falschen Vorbehalt kulturrelativistischer Sichten gestellt werden. Nicht aus Bequemlichkeit, nicht aus Feigheit und schon gar nicht zur Ignoranz-Tarnung. Das ist kein Paternalismus, sondern schlicht das Einlösen des Versprechens, dass hier alle gleiche Rechte haben.

Es gibt den Antoine de Saint-Exupery zugeschriebenen Satz "Willst du, dass jemand ein Schiff baut, gib ihm keine Baupläne, sondern wecke in ihm die Sehnsucht nach dem Meer."

Wir müssen in den Jugendlichen die Sehnsucht nicht nach Religion sondern nach der Demokratie und der freiheitlichen Gesellschaft wecken. Das werden wir nur können, wenn diese auch genügend Strahlkraft besitzt.
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