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Bioresonanztherapie bei Parkinsonsyndrom?! (Gelesen: 3713 mal)
MaiSonne
Forum-Mitglied

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Beiträge: 4

Bioresonanztherapie bei Parkinsonsyndrom?!
11. Dezember 2015 um 09:28
 
Eine Freundin, 76 Jahre alt, wurde seit fast 2 Jahren nach dem Auftreten von Parkinsonsymptomen mit vielen Parkinson-Medikamenten, die bei ihr schwere Nebenwirkungen hatten, behandelt und ist der Meinung, dass diese keine erwünschte Wirkung gehabt hätten. Die "wahrscheinliche" Diagnose einer auf Parkinsonsyndrome spezialisierten Klinik in Kassel ist das atypische Parkinson-Syndrom MSA-P, "noch nicht vollständig ausgeschlossen" wurde von dieser das atypische Parkinson-Syndrom PSP. Meine Freundin hat seit 3 Monaten ohne Wissen der behandelnden Ärzte alle Parkinson-Medikamente ausgeschlichen (nimmt jetzt seit einigen Tagen gar keine mehr), weil ihr das ein Facharzt für Innere Medizin geraten hat, der mit ihr stattdessen (selbst zu zahlende) "Bioresonanztherapie" durchführt. Dieser Internist wollte den Bericht aus der Parkinson-Klinik nicht lesen und sagt meiner Freundin, dass sie gar kein Parkinsonsyndrom habe. Es handle sich vielmehr um Störungen von Energie und zusätzlich Vergiftung durch die Parkinsonmedikamente. Meiner Meinung nach sind ihre Bewegungs- und Gangstörungen seit Beginn des Ausschleichens wieder schlimmer geworden und sie fällt häufig (nach vorn), teils auch mit Rollator.

Ich habe 3 Fragen:

1) Hat jemand Erfahrung mit "Bioresonanztherapie" bei (atypischen) Parkinsonsyndromen?

2) Ist es seriös, "Bioresonanztherapie" bei Parkinsonsyndromen durchzuführen (es ist immerhin ein in Deutschland zum Internisten ausgebildeter Arzt, der das tut)?

2) Ist es seriös, wenn ein Internist (!, kein Neurologe oder sonstiger Spezialist für Parkinsonsyndrome) dazu rät, alle schulmedizinischen Parkonson-Medikamente abzusetzen?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!
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elf
Forum-Mitglied

Online



Beiträge: 8423
Südland
Geschlecht: male
Bioresonanztherapie bei Parkinsonsyndrom ist ein Verbrechen
Antwort #1 - 11. Dezember 2015 um 10:40
 
MaiSonne schrieb am 11. Dezember 2015 um 09:28:
Ich habe 3 Fragen:

1) Hat jemand Erfahrung mit "Bioresonanztherapie" bei (atypischen) Parkinsonsyndromen?

2) Ist es seriös, "Bioresonanztherapie" bei Parkinsonsyndromen durchzuführen (es ist immerhin ein in Deutschland zum Internisten ausgebildeter Arzt, der das tut)?

2) Ist es seriös, wenn ein Internist (!, kein Neurologe oder sonstiger Spezialist für Parkinsonsyndrome) dazu rät, alle schulmedizinischen Parkonson-Medikamente abzusetzen?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!


Ihre 3 Fragen werden HIER beantwortet.
https://www.psiram.com/ge/index.php/Bioresonanz

Würde ich meiner Stimmung nachgehen, dann würde ich diesen Scharlatan lebenslänglich hinter Gitter schicken.

Hier, in einem Forum, in dem sich Esoteriker und Trolle aufhalten, wird Psiram als Quelle oft nicht anerkannt.

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Offline



Beiträge: 3464
Augsburg
Re: Bioresonanztherapie bei Parkinsonsyndrom?!
Antwort #2 - 15. Dezember 2015 um 14:52
 
Bioresonanztherapie
Von guten und bösen Schwingungen

Ein Gerät und viele Versprechungen: Bioresonanz soll gegen alle organischen Krankheiten helfen - jedenfalls der Theorie nach.

Idee und Herkunft: Bioresonanz hat nichts zu tun mit Biofeedback. Letzteres ist anerkannt, während die Bioresonanztherapie als dubios gilt. Sie wird manchmal auch Moratherapie genannt, was auf den Namen der beiden Erfinder hinweist. Das ist einerseits der deutsche Arzt und Scientology-Anhänger Dr. Franz Morell und der Ingenieur Erich Rasche. Morell glaubte, dass der Körper ständig elektromagnetische Schwingungen aussendet. Seine Theorie: Ist der Körper gesund, so erzeugt er harmonische Schwingungen. Ist er dagegen krank, verändert sich das Schwingungsmuster und wird unharmonisch. Morell und Rasche brachten nun 1977 ihr Mora-Gerät auf den Markt, das die krankmachenden Schwingungen empfangen und in gesundmachende verwandeln soll. Diese umgewandelten Schwingungen gibt das Gerät angeblich dem Körper zurück, was zur Heilung führen soll.
Heute ist die Therapie eher als Biophysikalische Informationstherapie (BIT) bekannt. Sie bedient sich auch neuerer Geräte wie des Multicom-, Bicom-Geräts, Audiocolor- oder des Vergaselect-Geräts. Auch die Theorie klingt aufwendiger und ist gespickt mit quantenphysikalischem Vokabular. Die Grundidee aber ist nach wie vor, dass Schwingungen Informationen enhalten, die das Körpergewebe beeinflussen. So können die Geräte angeblich Heilimpulse setzen, Organe stärken und das Immunsystem stützen.

Methoden und Mittel: Ein typisches Bioresonanzgerät passt bequem auf einen Beistelltisch, ist an der Vorderseite mit einem Display, diversen Knöpfchen und Anschlussbuchsen versehen. Die Patientin wird mit dem Gerät über mindestens zwei Kabel verbunden. Die Elektroden hält sie in den Händen, weitere Elektroden können Kontakt zu den Füßen oder auch zum Kopf haben. So werden angeblich die Schwingungen vom kranken Gewebe abgegriffen, im Gerät moduliert und als Heilimpuls zurückgeleitet. Neuere Geräte sollen sogar gesunde Schwingungen von Edelsteinen, Farben, Metallen oder Spurenelementen aufnehmen und in den Körper leiten. Die Patienten bleiben für etwa eine Viertelstunde an das Gerät angeschlossen.

Anwendungsgebiet: Der Theorie nach hilft die Bioresonanztherapie bei allen organischen Krankheiten. Da das Gerät so schlau ist, die unguten Schwingungen und die Krankheiten selbst zu erkennen, ist eine Diagnose angeblich oft nicht nötig. Besonders effektiv soll die Bioresonanz bei Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein. Dazu ist allerdings ein Anfangsverdacht nötig. Denn das Gerät entdeckt die Nahrungsmittelallergie, wenn der Patient verschiedene Allergene berührt und gleichzeitig mit dem Bioresonanzgerät in Kontakt ist. Leidet er zum Beispiel unter einer Nussallergie, dann gilt die Therapie als einfach. Das Gerät nimmt die negativen Informationen über die Nüsse auf und übermittelt dem geplagten Allergiker nun positive Informationen. Auch die Ursachen von unklaren Hautkrankheiten, Schmerzen, Magen-Darm-Krankheiten oder Schlafstörungen soll das Gerät diagnostizieren und heilen können.
Von einigen Geräten wird behauptet, sie könnten Umweltgifte aus dem Körper treiben, Abwehrkräfte stärken, sogar innere Erkrankungen wie Asthma, Magen-Darm-Geschwüre, rheumatische Erkrankungen behandeln und Beziehungsprobleme lösen.

Wirksamkeitsnachweise: Keine unabhängige klinische Untersuchung hat bisher die Wirkung der Bioresonanztherapie bestätigt. Im Gegenteil. 1993 widerlegten Schweizer Forscher die Wirksamkeit. Sie behandelten 32 Kinder, die an Neurodermitis litten, sowohl konventionell als auch zusätzlich mit Bioresonanz. 16 Kinder wurden an ein funktionierendes Gerät angeschlossen, 16 an eine Attrappe. Das Ergebnis: Bei beiden Gruppen besserten sich Juckreiz und Hautverletzungen in gleichem Maße. Wissenschaftler halten das biophysikalische Konzept für verworren: Selbst wenn die verschiedenen Geräte in der Lage wären, die minimalen elektromagnetischen Signale aus biochemischen Prozessen im Körper wahrzunehmen, so ist es naturwissenschaftlich nicht nachvollziehbar, wie Geräte zwischen guten und schlechten Schwingungen unterscheiden können. Noch weniger leuchtet es ein, dass sie unharmonische Schwingungen herausfiltern und heilsame dem Körper wieder zurückführen. Die Effekte, von denen zahlreiche Patientinnen und Patienten berichten, sind durch andere Mechanismen gut erklärbar - etwa durch den guten Kontakt zwischen Behandelnden und Patienten.
Risiken und Nebenwirkungen: Die Therapie ist harmlos. Gefährlich wird sie aber, wenn Patienten eine notwendige Behandlung versäumen, weil sie an die heilsame Wirkung der Bioresonanzgeräte glauben. Ein weiteres Risiko ist, dass ernsthafte Erkrankungen wie Krebs zu spät diagnostiziert werden. Ebenso gefährlich ist es, wenn eine schon bestehende medikamentöse Therapie in der Dosis reduziert oder sogar abgesetzt wird. Personen mit Herzschrittmacher sollten unbedingt auf eine Behandlung mit Magnetfeldern verzichten. Auch bei Schwangeren und Menschen mit psychischen Krankheiten wird dringend von der Therapie abgeraten.

Fazit: Die Bioresonanztherapie ist nicht empfehlenswert.

Quelle: ÖKO-TEST Spezial alternative Heilmethoden
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