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20 Gemüsesäfte im Test

ÖKO-TEST Februar 2018
vom 25.01.2018

Gemüsesäfte

Süßes oder Saures

Gemüsesaft - das klingt gesund. Ist es auch. Meistens jedenfalls, wie unser Test von Möhren-, Rote-Bete- und Sauerkrautsäften zeigt. In einigen Säften steckt allerdings überraschend viel Zucker.

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25.01.2018 | Morgens ein schnelles Frühstück, einen Coffee to go und mittags zum Dönerstand oder in die Pizzeria. So oder so ähnlich ernähren sich viele Berufstätige. Julian Engels, Betreiber des Getränkeblogs Uniquedrinks sagt: "Meistens ist es doch so, dass die Performance und Konzentration nach einer reichhaltigen Mittagsmahlzeit stark nachlässt." Der 25-Jährige aus München, der sich beruflich mit Getränketrends beschäftigt, greift daher gerne einmal zum Gemüsesaft oder zum Gemüsesmoothie - als Ausgleich für die persönliche Kalorienbilanz und um das schlechte Gewissen am Dönerstand zum Schweigen zu bringen. So wie ihm ergehe es vielen, gerade jungen Leuten in seinem Umfeld. "Sie möchten einfache Lösungen und sind bereit, dafür auch etwas mehr Geld zu zahlen." Obstsäfte sind für den Jungunternehmer hingegen keine Alternative. Diese enthalten sehr viel Zucker und machen trotzdem nicht satt, glaubt Engels. Und dass zu viel Zucker einigermaßen schädlich sei, habe sich hinlänglich herumgesprochen.

Gemüsesäfte treffen den Nerv der Zeit. Der Verzehr der Deutschen liegt mit unter zwei Litern pro Kopf und Jahr zwar noch auf einem niedrigen Niveau - allerdings mit stark steigender Tendenz. Unterstützung erhält der Trend zum Gemüse von kompetenter Seite. Bereits seit den 90er Jahren rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) dazu, mehr Gemüse und Obst zu essen. "Das Gemüse haben wir dabei schon immer an erster Stelle genannt, da es in größerer Menge verzehrt werden sollte", sagt Antje Gahl von der DGE. Konkret empfiehlt die Organisation mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag. Eine Portion entspricht in etwa einer Handvoll.

Gemüse und Obst versorgen uns mit reichlich Vitaminen und Mineralstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen. Gemüse zeichnet sich zudem dadurch aus, dass es oft mehr Ballaststoffe liefert als Früchte und in der Regel energieärmer ist. In der Gesamtschau kann ein erhöhter Gemüse- und Obstverzehr das Risiko für Herz-Kreislauf- und andere Erkrankungen senken. Das hat eine umfangreiche Auswertung der Datenlage erst kürzlich bestätigt.

Bleibt die Frage, was Säfte zu einer gesunden Ernährung beitragen können. Klar ist, dass durch die Verarbeitung Nährstoffe verloren gehen. Weil Gemüsesäfte in der Regel Direktsäfte sind, ist die Herstellung vergleichsweise schonend. Nach dem Zerkleinern, Pressen und Filtern geht sie aber immer mit einer Pasteurisierung, also einer Erhitzung, zum Haltbarmachen einher. Größere Verluste gibt es daher insbesondere bei hitzeempfindlichen Vitaminen, etwa Vitamin C. Je nach Saftsorte bleiben gut 50 bis 70 Prozent auf der Strecke, während etwa der gemüsetypische Mineralstoff Kalium besser wegkommt und größtenteils erhalten bleibt. Positiver sieht die Bilanz für das orangefarbene Betacarotin etwa in Möhrensaft aus. Es leidet zwar ebenfalls, ist aber aufgrund der Verarbeitung zu Saft für den Menschen leichter verfügbar. Um die Ballaststoffe steht es hingegen grundsätzlich schlecht: Sie gehen weitge

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Aus dem großen Angebot an Gemüsesäften wählten wir reine Möhren-, Rote-Bete- und Sauerkrautsäfte aus. Möhren- und Rote-Bete-Säfte gehören zu den beliebtesten Gemüsesäften. Sauerkrautsaft hat wegen seiner verdauungsfördernden Eigenschaften im Frühjahr Saison, wenn viele Menschen ans Entschlacken und Fasten denken. Etliche Hersteller, darunter Supermärkte und Drogerieketten, bieten bereits alle drei Sorten an, viele davon in Bio-Qualität.

Die Inhaltsstoffe
Bevor ein Saft in der Flasche oder im Tetrapak landet, hat er einige Verarbeitungsschritte hinter sich. Dennoch könnten Rückstände von Pestiziden vorhanden sein, auf die wir die Produkte umfangreich prüfen ließen. Weitere Labore untersuchten die Gehalte an Zucker und Säuren sowie den Nitratgehalt, der insbesondere bei Rote Bete hoch sein kann. In Säften, denen die Hersteller Salz zusetzen, haben wir messen lassen, wie viel davon drinsteckt. Möhrensäfte ließen wir auf giftiges Benzol prüfen, das im Zuge der Herstellung entstehen kann.

Die Sensorik
Fünf erfahrene Prüfer beurteilten das Aussehen, den Geruch, den Geschmack und das Mundgefühl der Säfte. Jeder Prüfer bewertete die Säfte zunächst für sich, anschließend erarbeiteten die Experten einen Konsens.

Die Weiteren Mängel
Sind die Produkte so gekennzeichnet, dass Verbraucher alle wesentlichen Informationen auf einen Blick erhalten? Ist die Verpackung ökologisch sinnvoll? Das sahen wir uns genauer an.

Die Bewertung
Für Gemüsesafttrinker sind gesundheitliche Aspekte besonders wichtig. Daher können Möhrensäfte mit Honig und Sauerkrautsäfte mit höheren Salzgehalten bestenfalls mit "gut" abschneiden. Bei den Rote-Bete-Säften und einem Sauerkrautsaft führen Nitratwerte, die wir als "erhöht" oder "stark erhöht" ansehen, zu Abzügen. Drei Produkte stecken in Glas-Einweg-Flaschen, die eine schlechtere Öko-Bilanz aufweisen als Mehrwegflaschen und Kartonverpackungen. Dafür gibt es Abzüge unter den Weiteren Mängeln.

So haben wir getestet

Schmeckt's? Sensorikexperten haben überprüft, ob die Säfte aromatisch, arttypisch und fehlerfrei riechen und schmecken.

Video zum Thema

Video

ÖKO-TEST-Magazin 2/2018:

Gemüsesäfte

Süßes oder Saures.

Gemüsesaft - das klingt gesund. Ist es auch. Meistens jedenfalls, wie unser Test von Möhren-, Rote-Bete- und Sauerkrautsäften zeigt. In einigen Säften steckt allerdings überraschend viel Zucker oder aber Salz. Ein Problem ist auch Nitrat bei Rote-Bete-Säften.