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22 vegane und vegetarische Brotaufstriche im Test

Jahrbuch für 2018
vom 19.10.2017

Vegane und vegetarische Brotaufstriche

Streicheinheiten

Sie sind vielfältig, überall erhältlich und schmecken nicht nur auf der Stulle: Brotaufstriche können auch zum Verfeinern verschiedener Gerichte und Soßen dienen. Was die Kalorien angeht, können viele aber mit Leberwurst oder Gouda gut mithalten. Und frei von Schadstoffen sind sie leider auch nicht immer.

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19.10.2017 | Pflanzliche Brotaufstriche haben es geschafft. Inzwischen sind sie sozusagen in die Bundesliga aufgestiegen. Neben Fettschadstoffen können aber auch Mineralölbestandteile die Brotaufstriche belasten. In welchen Mengen sie vorkommen, haben wir in 22 Produkten untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Insgesamt 13 Brotaufstriche schneiden "sehr gut" oder "gut" ab. Ein Blick auf die Zutatenliste reicht aber nicht. Nur durch die Laboranalyse sind die empfehlenswerten von den fünf "mangelhaften" und dem "ungenügenden" Produkt zu unterscheiden.

Auffällig viele Mineralölbestandteile stecken in den Aufstrichen. So werden 16 von 22 Produkten deshalb um mindestens eine Note abgewertet. In vier Brotaufstrichen hat das Labor neben den gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH/POSH) auch die bedenklicheren aromatischen (MOAH) gefunden. Wie die Mineralölbestandteile in die Aufstriche gelangten, darüber können wir nur spekulieren. So oder so: Der Auftrag an die Industrie lautet, dass sie das Auftreten von Mineralölbestandteilen in Lebensmitteln so weit wie nur möglich verhindern soll.

Raffinierte Pflanzenfette können mit 3-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureestern belastet sein. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich diese im Magen-Darm-Trakt vollständig in 3-MCPD und Glycidol aufspalten. Ersteres schädigte in Tierversuchen Nieren, Hoden und Brustdrüsen und führte in hohen Dosen zur Bildung von gutartigen Tumoren. Letzteres ist als krebserregend und genotoxisch eingestuft. Palmöl ist in der Regel stärker als andere Pflanzenöle belastet. Aus ökologischen Gründen ist der Anbau von Ölpalmen höchst umstritten. Erfreulich, dass nur noch zwei Produkte in unserem Test auf Palmfett setzen: Die Rewe Bio Streichcreme Tomate-Basilikum und die konventionell produzierte Granovita-Pastete.

Die Granovita Tomate-Rucola, Pastete hat auch Hefeextrakt auf der Zutatenliste stehen. Das ist zwar kein Geschmacksverstärker im eigentlichen Sinn, enthält aber auch Glutamat, das dem Aufstrich eine besonders würzige Note verleihen soll. Der gute Geschmack der Aufstriche sollte über die Rohstoffe und eine schonende Verarbeitung ins Produkt kommen. In Bio-Lebensmitteln ist der Einsatz von Hefeextrakt sehr umstritten und Hersteller verzichten meist darauf. In unserem Test hilft kein Bio-Produkt geschmacklich mit Hefeextrakt nach.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Fast alle pflanzlichen Brotaufstriche sind vegan. Da Aufstriche mit Tomaten und/oder Paprika am liebsten gekauft werden, gehen fast alle Produkte in diese Geschmacksrichtungen.

Die Inhaltsstoffe
Öl steht bei den meisten Brotaufstrichen unter den ersten drei Zutaten. Deshalb haben die beauftragten Labore die Produkte auf Fettschadstoffe wie Glycidyl-Fettsäureester untersucht, aus denen sich im Körper das als krebserregend und genotoxisch eingestufte Glycidol freisetzt. Mineralölbestandteile - beispielsweise aus Schmierölen - können während der Herstellung die Aufstriche verunreinigen. Zwar sind bis auf ein Produkt alle aus ökologischer Herstellung. Auf Pestizidrückstände haben wir natürlich trotzdem untersuchen lassen, genauso wie auf Weichmacher, die möglicherweise aus den Deckeldichtungen auf das Lebensmittel übergehen können.

Die Bewertung
Sowohl gesättigte also auch aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH bzw. MOAH) sind in Lebensmitteln unerwünscht. So können sich unter MOAH krebserregende und erbgutschädigende Substanzen befinden. Wir werten deshalb bereits den Nachweis von MOAH um zwei Noten ab. Abzug gibt es auch, wenn Hefeextrakt auf der Zutatenliste steht, da dieser als versteckter Geschmacksverstärker dient.

So haben wir getestet

Palmöl steht nicht nur deshalb in Kritik, weil für den Anbau der Ölpalmen Regenwald abgeholzt wird. In raffiniertem Palmöl werden durchschnittlich auch höhere Konzentrationen von Fettschadstoffen gefunden.

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