Startseite
28 Magenmittel im Test

ÖKO-TEST August 2017
vom 27.07.2017

Magenmittel

Dauerbrenner

Fettes Essen, Kaffee oder auch Alkohol können Sodbrennen und saures Aufstoßen verursachen. ÖKO-TEST hat 28 lindernde rezeptfreie Mittel in der Apotheke eingekauft und begutachten lassen. Alle Präparate wirken sehr gut.

3429 | 12
Zu diesem Thema ist ein neuer Artikel vorhanden.

27.07.2017 | Wussten Sie, dass in Ihrem Körper ätzende Salzsäure schwappt? In einer Konzentration von etwa 0,5 Prozent sorgt sie im Magensaft dafür, Teile der Nahrung zu zersetzen. Die Magenwand selbst schützt sich mit einem zähen Sekret gegen die Säure. Doch ab und an lässt sie uns spüren, dass sie da ist. Etwa dann, wenn wir nach einer zu fettreichen Mahlzeit sauer aufstoßen müssen.

Kommt das nur gelegentlich vor, muss man sich keine Sorgen machen. Schmerzhaft und bedenklich kann es werden, wenn der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre häufiger schlappmacht und so der saure Magensaft zurück in die Speiseröhre fließt. Die Folge ist Sodbrennen. Gelangt Magensaft über Jahre hinweg in die Speiseröhre, steigt das Risiko für Speiseröhrenkrebs.

Die Auslöser für den Rückfluss sind vielfältig: der deftige Sonntagsbraten, das Glas Wein am Abend, das ungesunde Kaffee-und-Zigaretten-Frühstück. Magenmittel sollen die Beschwerden lindern.

ÖKO-TEST hat jetzt 28 rezeptfreie Arzneimittel eingekauft. Unser wissenschaftlicher Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz von der Uni Frankfurt, hat sie für uns begutachtet.

Das Testergebnis

Sauber. An 19 der 28 Mittel haben wir nichts auszusetzen. Bei den anderen neun bemängeln wir umstrittene Farbstoffe.

Wirksam. Alle Präparate enthalten die Wirkstoffe Omeprazol, Esomeprazol oder Pantoprazol, die zur Gruppe der Protonenpumpenblocker gehören und die Entstehung von Magensäure hemmen.

"Die kurzzeitige Anwendung von Omeprazol, Esomeprazol oder Pantoprazol bei säurebedingten Magenbeschwerden kann grundsätzlich als unproblematisch angesehen werden", fasst unser wissenschaftlicher Berater Professor Manfred Schubert-Zsilavecz von der Uni Frankfurt sein Urteil über die eingesetzten Wirkstoffe zusammen. Ihre Wirksamkeit gegen Sodbrennen und saures Aufstoßen ist durch Studien gut belegt, sie gelten zudem als gut verträglich. Die Tabletten werden mit ausreichend Flüssigkeit unzerkaut und unzerteilt vor einer Mahlzeit eingenommen. Ihre Wirkung tritt im Körper dort ein, wo sie tatsächlich benötigt wird.

Nebenwirkungen. Die Präparate sollten dennoch nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, zumal sie auch Nebenwirkungen haben können. So sind Auswirkungen auf Magen und Darm, wie Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfungen oder Blähungen, als gelegentliche Nebenwirkungen des Wirkstoffs Pantoprazol beschrieben. Häufig treten diese Nebenwirkungen nach Einnahme der Wirkstoffe Omeprazol und Esomeprazol auf. Prof. Herbert Koop, Gastroenterolge und außerordentliches Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, gibt zudem zu Bedenken: "Da die Mittel die Säureproduktion senken, kann der Magensaft den Körper auch nicht wie gewohnt vor krankmachenden Keimen schützen, indem er sie eliminiert".

Zu bunt getrieben. Neun Produkte bekommen eine Note Abzug unter den Hilfsstoffen, weil sie die umstrittenen Farbstoffe Chinolingelb (E 104) und/oder Ponceau 4R (E 124) enthalten. Das ist wirklich vö

ÖKO-TEST August 2017

Gedruckt lesen?

ÖKO-TEST August 2017 ab 4.50 € kaufen

Zum Shop

ÖKO-TEST August 2017

Online lesen?

ÖKO-TEST August 2017 für 3.99 € kaufen

Zum ePaper

Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Rezeptfreie Mittel zur Linderung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen enthalten die Wirkstoffe Omeprazol, Pantoprazol und Esomeprazol, die zu den sogenannten Protonenpumpenhemmern zählen. Wir haben 28 Präparate dieser Gruppe in der Apotheke eingekauft. Die Preise für je sieben Hartkapseln lagen zwischen 2,42 Euro und 7,85 Euro. Eingekauft haben wir die zum Testzeitpunkt kleinste erhältliche Produktgröße.

Inhaltsstoffe und Deklaration
Wie gut ist die Wirksamkeit der Mittel belegt? Sind die Patienteninformationen vollständig, oder fehlen auf den Beipackzetteln wichtige Angaben, etwa zur Anwendungsdauer oder zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten? Diese und weitere Überprüfungen hat unser wissenschaftlicher Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt, übernommen. Außerdem wollten wir wissen, ob problematische Hilfsstoffe in den rezeptfreien Präparaten stecken.

Die Bewertung
Die Wirkung vder Präparate ist in Studien gut belegt, die Beipackzettel enthalten alle wichtigen Informationen. Daher gibt es unter dem Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel keine Abzüge. Einigen Mittel sind allerdings Farbstoffe zugesetzt, die bestenfalls überflüssig und umstritten sind. Dafür gibt es eine Note Abzug unter den Hilfsstoffen. Analysierte das beauftragte Labor PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in den Blistern, gab es eine Note Abzug unter dem Testergebnis Weitere Mängel.

So haben wir getestet

Schadstoffe im Blister. Regelmäßig lassen wir im Labor auch die Verpackungen genauestens unter die Lupe nehmen.

Video zum Thema

Video

ÖKO-TEST-Magazin 8/2017:

Magenmittel

Dauerbrenner.

Der deftige Sonntagsbraten, das Glas Wein am Abend, das ungesunde Kaffee-und-Zigaretten-Frühstück: Gründe für Magenbeschwerden gibt es viele. Da greift manch einer gerne zu lindernden Mitteln, die man rezeptfrei in der Apotheke bekommt. Wir haben 28 dieser Magenmittel eingekauft und unter die Lupe genommen. ÖKO-TEST-Chefredakteur Jürgen Stellpflug über das Ergebnis.