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Ratgeber Kleinkinder 2017
vom

Babybodys

Nicht so helle

Für strahlend weiße Textilien sorgen optische Aufheller. Zwar sind Babybodys heute häufig bunt, doch weiße Streifen und Etiketten strahlen durch die chemischen Hilfsmittel. Mehr als die Hälfte der getesteten Bodys ist betroffen.

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14.09.2017 | Ob in Kleidungsstücken oder Heimtextilien, in Matratzen, Stoffspielzeug oder Waschmitteln - in all diesen Produkten wies das von ÖKO-TEST beauftragte Labor in vergangenen Tests optische Aufheller nach. Doch was ist überhaupt das Problem, wenn die Füllwatte des Plüschtieres strahlt oder wir die Nase mit strahlend weißen Papiertaschentüchern putzen? Wir stellen die wichtigsten Fragen. Und geben die Antwort darauf direkt mit dazu:

Wie und wo wirken optische Aufheller?

Optische Aufheller können das für das menschliche Auge unsichtbare ultraviolette Licht in sichtbares blaues Licht umwandeln. So lässt sich der Eindruck eines besonders strahlenden Weiß erzeugen. Dazu werden die Chemikalien in Textilien, Papier, Kunststoffen, Lacken, Farben und nahezu allen Vollwaschmitteln eingesetzt. Beim Waschen legen sie sich auf die Fasern und verbleiben dann auf der Wäsche.

Welche Stoffe werden eingesetzt?

In der internationalen Farbstoffdatenbank Colour Index sind rund 400 optische Aufheller gelistet, von denen aber nur eine Handvoll kommerziell bedeutsam ist. Für Vollwaschmittel aus einem ÖKO-TEST von 2010 nannten Hersteller am häufigsten die Verbindung C.I. Fluorescent Brightener 260, auch als FWA-1 und C.I. Fluorescent Brightener 71 bezeichnet. Weitere häufig eingesetzte Weißmacher sind FWA-5 und C.I. Fluorescent Brightener 220.

Was ist über FWA-1 bekannt?

Im Jahr 2001 (neuere Zahlen sind nicht bekannt) wurden in Europa 2.100 Tonnen FWA-1 verarbeitet. Mehr als 90 Prozent landeten in Reinigungsmitteln, der Rest in der Textil- und Papierherstellung. FWA-1 hat eine hohe Affinität für Baumwolle. Beim Waschen werden rund 60 Prozent des eingesetzten Aufhellers von den Fasern absorbiert, der Rest gelangt ins Abwasser. Es wurden keine Sensibilisierungen der Haut beobachtet. FWA-1 war weder mutagen noch kanzerogen, das fortpflanzungsschädigende Potenzial wird als sehr gering angenommen.

Was ist über FWA-5 bekannt?

Rund 600 Tonnen FWA-5 wurden 1998 (auch hier wurden keine neueren Zahlen veröffentlicht) in Europa eingesetzt, wie FWA-1 zu 90 Prozent in Reinigungsmitteln. Nach Schätzungen sollen beim Waschen 40 Prozent der Einsatzmenge auf den Textilien hängen bleiben. Der Aufheller ist nicht leicht biologisch abbaubar. FWA-5 wird weder als hautreizend noch hautsensibilisierend eingestuft, auch nicht als mutagen oder krebserregend.

Und C.I. Fluorescent Brightener 220?

Die toxikologischen Untersuchungen sind älteren Datums. Danach schädigte die Substanz weder das Erbgut noch zeigten Versuche an Mäusen und Ratten Hinweise auf eine krebserregende Wirkung. Die Substanz wird als hautirritierend eingestuft. Angaben zur Abbaubarkeit fehlen.

Was bedeuten optische Aufheller für die Umwelt?

Viele optische Aufheller sind biologisch schwer abbaubar. Eine aktuelle Studie zu allen als optische Aufheller eingesetzten Substanzen liegt dem Umweltbundesamt nicht vor. Den größten Anteil an den Einträgen ins Abwasser haben optische Aufheller aus Wasch- und Reinigungsmitteln. Die Herstellung der Substanzen verbraucht zudem sehr viel Energie.

Was passiert bei Hautkontakt mit optischen Aufhellern?

Die Weißmacher können durch Schweiß aus den Fasern herausgelöst werden und auf die Haut gelangen. Bei gleichzeitiger Sonneneinstrahlung kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Insbesondere lichtempfindliche Menschen müssen mit negativen Wechselwirkungen rechnen.

Können optische Aufheller durch die Haut in den Körper gelangen?

Belastbare Daten um diese Frage zu beantworten sind rar. In Reagenzglasversuchen mit FWA-5 an Schweinehaut wurde kein Durchtritt gemessen. Da jedoch nicht ausgeschlossen ist, dass geringe Mengen in die obersten Hautschichten diffundieren, gehen konservative Schätzungen von einem Prozent Aufnahme über die Haut aus.

Wirken optische Aufheller krebserregend, erbgutschädigend oder fortpflanzungsgefährdend?

Die vorliegenden Daten geben keine Hinweise auf derartige Effekte. Dies hat das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) 2001 für FWA-1, FWA-5 und C.I. Fluorescent Brightener 220 festgehalten. Untersuchungen aus den 1970er-Jahren fanden keine Anhaltspunkte für kanzerogene, mutagene oder fruchtschädigende Wirkungen. Auch verstärkten optische Aufheller nicht die Krebsentstehung auf der Haut durch UV-Licht.

Fazit

Die Substanzen sind zwar eher ein Umwelt- als ein gesundheitliches Problem. Doch Produkte, die von ÖKO-TEST ein "sehr gut" bekommen wollen, müssen für die Gesundheit wie für die Umwelt unbedenklich sein.

Wie sieht die Situation nun aktuell im Test Babybodys aus? Wir haben 22 Babybodys in die Labore geschickt und auf optische Aufheller und andere problematische Inhaltsstoffe untersucht.

Das Testergebnis

Weiße Weste? Das Labor hat in mehr als der Hälfte der Babybodys optische Aufheller nachgewiesen. Doch es geht auch anders: Siebenmal vergeben wir die Note "sehr gut". Ein Body ist wegen eines krebsverdächtigen Farbstoffbestandteils auf ein Gesamturteil "ungenügend" gerutscht.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 22 kurz- und langärmelige Babybodys aus Baumwolle eingekauft, bei acht stammt sie aus zertifiziertem Bio-Anbau. Erworben haben wir die Bodys in Kaufhäusern, Babyfachmärkten, Naturwarenläden, Textildiscountern sowie in Onlineshops. Die Preisunterschiede sind groß: Das günstigste Produkt kostete 2,49 Euro in einem Discounter, am meisten zahlten wir mit 22,45 Euro für Bio-Markenware.

Die Inhaltsstoffe
Wir haben alle Bodys auf verbotene und problematische Farbbestandteile, optische Aufheller sowie umstrittene halogenorganische Verbindungen untersuchen lassen, die im Färbe- oder Ausrüstungsprozess zum Einsatz kommen. Gummierte oder Kunststoffaufdrucke wurden auf Weichmacher wie Phthalate, Schwermetalle und andere Schadstoffe geprüft. Die Druckknöpfe, mit denen die Bodys meist im Schritt, teilweise in Halsnähe oder an der Seite geschlossen werden, ließen wir darauf untersuchen, ob sich das Kontaktallergen Nickel löst.

Die Bewertung
Die Bodys werden als Unterwäsche getragen und kommen direkt mit Babys Haut in Kontakt. Das Gesamturteil "sehr gut" vergeben wir nur, wenn die Textilien keinerlei bedenkliche und/oder umstrittene Substanzen enthalten.

So haben wir getestet

Sie sehen zwar niedlich aus, doch in Brustaufdrucken aus Gummi oder Kunststoff - wie hier in der bebrillten Maus des Frugi Organic Cotton Lerryn Body - stecken häufig Ersatzweichmacher oder andere umstrittene Substanzen.