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ÖKO-TEST August 2017
vom

Fiebermittel / Schmerzmittel, Kinder

Cool down!

Wenn Kinder unter Fieber leiden, helfen Zäpfchen und Säfte mit den Wirkstoffen Paracetamol und Ibuprofen. ÖKO-TEST hat 24 rezeptfreie Präparate begutachten lassen. Die meisten von ihnen schneiden "sehr gut" ab.

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27.07.2017 | Gesunde Kinder haben eine Körpertemperatur zwischen 36,5 und 37,5 Grad Celsius. Von Fieber sprechen Ärzte ab 38,5, bei Säuglingen ab 38 Grad. Fieber ist eine natürliche Reaktion des Körpers. Durch den Temperaturanstieg können sich Viren und Bakterien schlechter vermehren als bei normaler Körpertemperatur. Die Hitze wirkt als Abwehrschild gegen eindringende Krankheitserreger.

Sorgen und Medikamente sind daher erst einmal unnötig. "Wenn sich der Gesundheitszustand eines Kindes nicht merklich ändert, es trinkt, spielt und ansonsten nicht krank wirkt, können Eltern zunächst auf Medikamente zur Fiebersenkung verzichten", sagt Professor Fred Zepp, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz. Erst wenn das Fieber länger als einen Tag anhält, ist ein Besuch beim Kinderarzt angesagt.

Der wird möglicherweise empfehlen, es zunächst mit den altbewährten Wadenwickeln zu versuchen. Oder er wird zu einem Fiebermittel raten, das Ibuprofen oder Paracetamol enthält. Selten empfehlen Kinderärzte noch, beide Wirkstoffe zu kombinieren. Doch davon rät Professor Zepp ab: "Insbesondere bei Laien besteht die Gefahr einer Überdosierung der Medikamente bei Kombinationstherapien. Mittlerweile ist die gängige Empfehlung, sich auf einen Wirkstoff festzulegen. Welcher das ist, kommt darauf an, was das Kind am besten verträgt", sagt Dr. Alexa Kunze, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin aus Wiesbaden.

ÖKO-TEST hat jetzt 24 rezeptfreie Präparate eingekauft. Unser wissenschaftlicher Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz von der Uni Frankfurt, hat sie für uns begutachtet. Wir wollten wissen: Wie verlässlich wirken Fiebersenker für Kinder? Stecken problematische Hilfsstoffe drin?

Das Testergebnis

Heilsam. Für alle 24 Fiebermittel ist die Wirksamkeit belegt. 20 schneiden "sehr gut" ab. Die restlichen vier haben Mängel in den Hilfsstoffen und verfehlen deshalb den Spitzenplatz.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Insgesamt haben wir 24 rezeptfreie Schmerz- und Fiebermittel für Kinder in Apotheken eingekauft. Die Preise für eine Zehnerpackung Zäpfchen liegen bei 1,26 Euro bis 7,83 Euro. Die Säfte kosten je 100 Milliliter zwischen 3,08 Euro und 5,47 Euro.

Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel
Wie gut helfen die Wirkstoffe gegen Fieber und Schmerzen? Wie steht es um die Risiken und Nebenwirkungen - gerade bei kleinen Kindern? Wie immer bei ÖKO-TESTs zu Arzneimitteln stand uns Professor Manfred Schubert-Zsilavecz von der Uni Frankfurt beratend zur Seite.

Inhaltsstoffe und Deklaration
Die Hersteller sagen, das Auge trinkt mit und neben Aromen tragen daher auch Farbstoffe in Fiebersäften zur Akzeptanz bei. Wir haben anhand der Deklaration geprüft, ob sich darunter problematische Farbstoffe befinden. Außerdem wollten wir wissen, ob die Säfte bedenkliche Konservierungsstoffe enthalten.

Die Weiteren Mängel
Die Blister, mit denen die Zäpfchen umhüllt sind, haben wir ebenso auf umweltschädliche PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen untersuchen lassen, wie die Dosierhilfen, die den Säften beiliegen.

Die Bewertung
Paracetamol und Ibuprofen sind aus pharmakologischer Sicht bewährte Wirkstoffe und nicht zu bemängeln. Die Beigabe problematischer Farbstoffe werten wir ab. Kritisch sehen wir außerdem Säfte, die das Konservierungsmittel Natriumbenzoat enthalten und für Kinder unter zwei Jahren ausgelobt sind. Produkte mit dem Hilfsstoff Propylparaben, der in Lebensmitteln verboten ist, haben keine Bestnote verdient. Notenabzug gibt es als weiteren Mangel, wenn in Verpackungen PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen nachgewiesen wurden.

So haben wir getestet

Bedenklich Zusatzstoffe sind auf dem Beipackzettel deklariert.