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21 Shampoos für trockenes Haar im Test

Ratgeber Kosmetik 2017
vom 11.05.2017

Shampoos für trockenes Haar

Be-haar-lich

Shampoos, die Feuchtigkeit spenden sollen, können bedingt gegen trockenes und fliegendes Haar und ungewollte statische Aufladungen helfen. Wir haben 21 Produkte auf Schadstoffe getestet: acht Produkte schneiden mit "sehr gut" ab und vier mit "gut". Fünf fallen durch.

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11.05.2017 | Wir hegen und pflegen sie und fürchten, dass sie eines Tages dünner werden oder ausfallen. Dabei sind Haare biologisch gesehen nichts weiter als totes Gewebe - Hautanhangsgebilde wie Finger- und Fußnägel, bestehend aus Faserproteinen (Keratin), Wasser, Mineralien, Fetten (Lipide) sowie dem farbgebenden Pigment Melanin. Und trotzdem: An manchen Tagen, insbesondere im Winter, scheinen die Hornfäden auf dem Kopf ein unheimliches Eigenleben zu entwickeln, wenn sie aus heiterem Himmel zu Berge stehen.

Für diesen "Struwwelpeter-Effekt" gibt es jedoch eine rein physikalische Erklärung. Mangelt es Haaren an Fett und können sie nur wenig Luftfeuchtigkeit aus der Umgebung binden, neigen sie dazu, sich statisch aufzuladen. Schon geringe Reibungen, etwa durchs Kämmen, Rubbeln mit einem Handtuch, Überstreifen eines Pullis oder Absetzen einer Mütze, können die Frisur gen Himmel treiben. Je feiner, glatter und länger die Strähnen sind und je synthetischer die Stoffe, mit denen sie in Kontakt kommen, desto wahrscheinlicher "fliegen" die Haare.

Dass das ungewollte Phänomen vor allem in den kälteren Monaten zu beobachten ist, liegt einerseits an den Talgdrüsen in der Kopfhaut. Bei sinkenden Temperaturen fahren sie die Produktion herunter. Dementsprechend weniger körpereigenes Fett gelangt an die Haare, was die Geschmeidigkeit und Leitfähigkeit beeinträchtigt. Andererseits kann der extreme Wechsel zwischen kalter Freiluft und warmer Heizungsluft die Struktur im Inneren schädigen.

Die ständigen Temperaturschwankungen strapazieren die Hornfäden ungemein. Kommen weitere Stressfaktoren wie ausgiebiges Föhnen und Bürsten hinzu, steigt das Risiko, dass die äußere Schuppenschicht (Cuticula) aufbricht und die innere Faserschicht (Cortex) freilegt. Die ist maßgeblich für die Haareigenschaften, etwa für die Dicke, Lockigkeit und die Eigenfeuchte. Vor allem wenn Proteine durch Lücken in der Schuppenschicht aus der Faserschicht entweichen, wirke das Haar trocken, sagt Ansgar Bannert, stellvertretender Art Director des Modeteams des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks (ZDFH).

Prinzipiell entspricht dieser Vorgang dem natürlichen Alterungsprozess. Denn die Stoffe, aus denen sich die Faserschicht zusammensetzt, werden bereits über die Haarwurzel eingespeist. Tritt das Haar aus der Kopfhaut hervor, ist es praktisch fertig. Mit zunehmender Länge verhornt es stärker und die Lipid- und Wasseranteile nehmen ab. Daher ist es ein Irrglaube, dass Pflegeprodukte der Struktur dauerhaft Fett und Feuchtigkeit zurückgeben können.

"Haar ist von außen nicht mehr veränderbar, sondern nur noch reparierbar", sagt Bannert. Vor diesem Hintergrund könnten Shampoos mit hohen Anteilen an natürlichen Fetten und Ölen nur unter Umständen dazu beitragen, dass Haare äußerlich geschmeidig bleiben und sich deswegen weniger statisch aufladen. Empfehlenswert seien etwa Produkte mit Panthenol, Lanolin, Honig und Aloe vera.

Wir haben 21 Produkte gegen trockenes und strapaziertes Haar einge

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 21 Shampoos für trockenes Haar eingekauft, von denen sechs als Naturkosmetik zertifiziert sind. Das teuerste Produkt kostet fast 12 Euro pro 250 Milliliter, das günstigste ist in gleicher Menge bereits für 0,73 Euro zu haben. Unsere Bezugsquellen waren Drogeriemärkte, Kauf- und Reformhäuser, Naturwarenläden und Internetshops.

Die Inhaltsstoffe
Welche Schadstoffe können durch die Haare zur Kopfhaut vordringen? In Laboren haben wir alle Shampoos auf die Standardparameter unserer Kosmetiktests überprüfen lassen: allergisierende Duftstoffe, künstlichen Moschusduft, umstrittene halogenorganische Verbindungen, Formaldehyd/-abspalter. Wenn vorhanden, haben wir auch PEG/PEG-Derivate und Ethylhexyl Methoxycinnamate erfasst.

Die Bewertung
Am strengsten waren wir bei Formaldehyd/-abspaltern. Formaldehyd gilt als krebserregend und stark allergisierend. Erhöhte Gehalte haben wir deswegen gleich mit vier Minuspunkten abgewertet. Jeweils zwei Noten Abzug gab es für umstrittene halogenorganische Verbindungen, Lilial, Ehtylhexyl Methoxycinnamate und erhöhte Gehalte an künstlichen Moschusdüften. PEG/PEG-Derivate haben wir mit einem Minuspunkt belegt.

So haben wir getestet

Schlecht und schlechter: PEG/PEG-Derivate (oben) und Formaldehyd/-abspalter (unten).

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