Startseite
25 Naturkosmetika im Test

ÖKO-TEST April 2013
vom 28.03.2013

Naturkosmetik, Neuheiten

Alles im grünen Bereich

Die Auswahl an Naturkosmetika ist heute riesig. Ständig bringen die Hersteller neue Produkte auf den Markt. Das Beste daran: Bei unserem Test schneiden die Neuheiten glänzend ab.

1223 | 18
Neuer Artikel vorhanden: 25 Naturkosmetika im Test

28.03.2013 | Naturkosmetik ist erfolgreich. Der Markt wächst zwar nicht mehr so rasant wie noch vor einigen Jahren, doch der Umsatz mit echter Naturkosmetik steigt noch immer: Im vergangenen Jahr betrug das Wachstum laut der Naturkosmetikexptertin Elfriede Dambacher von Naturkosmetik Konzepte rund 5,5 Prozent, das Marktvolumen stieg auf 860 Millionen Euro.

Um beim Geschäft mit dabei zu sein, bringen die Anbieter immer neue Produkte auf den Markt. Oft heben sie sich angenehm von den sogenannten Innovationen der konventionellen Kosmetikindustrie ab. Die herkömmlichen Marken wollen mit neuen Wirkstoffen aus der Chemieküche und überzogenen Wirkversprechen punkten. In echter Naturkosmetik sind viele dieser Stoffe nicht erlaubt. Es geht daher bei neuen Naturprodukten weniger um Wunderwirkungen, als um den sanften Einfluss natürlicher Inhaltsstoffe und Pflanzenextrakte und um gute Verträglichkeit.

So haben in jüngster Zeit etliche Hersteller Kosmetiklinien für sensible Haut auf den Markt gebracht. Außerdem sind im vergangenen Jahr auch viele Artikel, die bislang ohne Naturkosmetiklabel im Bio-Laden-Regal standen, in einer zertifizierten Version aufgelegt worden. Die Firma Laverana hat erstmals zertifizierte Shampoos und Spülungen herausgebracht, von Annemarie Börlind gibt es neue zertifizierte Pflegeprodukte und auch Speick hat sein gelabeltes Sortiment erweitert.

Gut für die Verbraucher, die nun via Label eine Garantie für echte Naturkosmetik bekommen. Aber auch gut für die Anbieter, denn schließlich schreibt die Sortimentsrichtlinie des Bundesverbands Naturkost Naturwaren Einzelhandel (BNN) vor, dass seit Januar 2013 in den Naturkosmetikfachgeschäften und Bio-Supermärkten der Verbandsmitglieder nur noch zertifizierte Naturkosmetika verkauft werden dürfen. Aus dem großen Angebot haben wir 25 neue Produkte ausgewählt und im Labor prüfen lassen.



Der kleine Unterschied

Naturkosmetik muss sich, auch was ihre Anwendung betrifft, längst nicht mehr hinter konventioneller Kosmetik verstecken. Cremes und Lotionen fühlen sich angenehm auf der Haut an und Duschgele & Co. säubern sanft. Dennoch gibt es kleine Unterschiede. Sie sind oft dem Verzicht auf umstrittene chemische Inhaltsstoffe geschuldet. Dass Naturkosmetik in der Anwendung ein wenig anders sein kann, ist aus ÖKO-TEST-Sicht daher kein Nachteil und kein Qualitätsmangel.

So dauert es vielleicht einen Moment länger, bis die Lotion eingezogen ist - möglicherweise weil in Naturkosmetik auf künstliche flüchtige Silikone verzichtet wird, die das Verteilen erleichtern, aber nichts zur Hautpflege beitragen. Das Waschgel schäumt wahrscheinlich auch nicht ganz so stark. Schließlich fehlen in zertifizierter Naturkosmetik stark schaumbildende PEG/PEG-Derivate, die als Tenside in normaler Kosmetik stecken, aber in einem umstrittenen chemischen Prozess hergestellt werden und die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können.

Auch wer von konventionellen Haarpflegeprodukten auf Naturpflege umstellt, muss sich umgew

ÖKO-TEST April 2013

Gedruckt lesen?

ÖKO-TEST April 2013 ab 3.80 € kaufen

Zum Shop

ÖKO-TEST April 2013

Online lesen?

ÖKO-TEST April 2013 für 2.99 € kaufen

Zum ePaper

Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Neue Produkte, neue Rezepturen, neue Zielgruppen: Auch der Naturkosmetikmarkt wandelt sich ständig. Wir haben aus dem Angebot 25 Produkte ausgesucht, wobei es uns wichtig war, nur zertifizierte Ware einzukaufen, also Kosmetika mit einem anerkannten Naturkosmetiklabel wie BDIH, Demeter, Natrue oder Ecocert. Im Test sind Marktneuheiten wie das Kneipp Duschbalsam, das Tautropfen Feuchtigkeitsgel oder die Terra Naturi Getönte Tagescreme, aber zum Beispiel auch Kosmetik für Männer - eine neue Zielgruppe, die sich auch die Naturkosmetikanbieter sichern wollen. Dass Naturkosmetik inzwischen selbst für spezielle Bedürfnisse Lösungen anbietet, zeigen Produkte wie die Décolleté Lotion von Martina Gebhardt oder die Be Beautiful Glückscreme von Farfalla.

Die Inhaltsstoffe
Zertifizierte Naturkosmetik wird nach strengen Regeln hergestellt. Viele Inhaltsstoffe, die ÖKO-TEST regelmäßig in konventioneller Kosmetik kritisiert, dürfen in zertifizierter Naturkosmetik nach den Vorgaben der Label nicht enthalten sein. Allergisierende, halogenorganische Konservierungsmittel beispielsweise. Oder künstliche Duftstoffe, die wie Hormone wirken. Doch stecken diese Stoffe wirklich nicht in Naturkosmetika? Das haben wir im Labor in umfangreichen Analysen nachprüfen lassen. Wir wollten genau wissen, ob sich bei der Parfümierung unter die natürlichen ätherischen Öle vielleicht doch künstliche Moschus-Verbindungen geschlichen haben oder ob in den Naturkosmetika am Ende ein verbotenes Konservierungsmittel steckt - etwa weil Rezepturbestandteile damit vorkonserviert wurden.

Bewertung
So gut wie eine sehr gute konventionelle Kosmetik sollte Naturkosmetik allemal sein - ÖKO-TEST bewertet hier nach den gleichen Maßstäben. Hätten die beauftragten Labore zum Beispiel problematische Konservierungsmittel gefunden, hätte das zur Abwertung geführt. Darüber hinaus dürfen in Naturkosmetik natürlich keine Inhaltsstoffe verwendet werden, die die jeweils geltenden Label ausschließen. Auch natürliche Düfte können allergieauslösende Komponenten enthalten. Starke Allergene wie den Duftstoff Eichenmoos würde ÖKO-TEST abwerten. Gängige natürliche Duftstoffe wie Citral, Citronellol, Coumarin, Geraniol, Eugenol oder Farnesol lösen viel seltener Allergien aus, sie werden deshalb nicht abgewertet.

So haben wir getestet

Auch natürliche Inhaltsstoffe können Probleme machen. Wir haben die Kosmetik im Labor auf starke Allergene untersuchen lassen.