Sonnencreme von Avène im Test nur "mangelhaft"

Autor: Ann-Cathrin Witte/Bianca Puff/Christine Throl | Kategorie: Kosmetik und Mode | 15.06.2023

In unserem Test fällt die Avène-Sonnencreme mit "mangelhaft" durch.
Foto: ÖKO-TEST

Die mineralische Sonnenmilch der französischen Apothekenmarke Avène gehört mit einem Preis von 22,90 Euro zu den drei teuersten Produkten in unserem Test von Sensitiv-Sonnencremes. Doch wirklich überzeugen konnte ihre Rezeptur in der Prüfung nicht. Unser Fazit: "mangelhaft". 

Es hätte so schön sein können: In unserem Test von 21 Sonnencremes, die speziell für empfindliche Haut ausgelobt sind, haben wir an den eingesetzten UV-Filtern nichts auszusetzen. Trotzdem fallen zwei Sonnencremes durch den Test, darunter die Avène Mineralische Sonnenmilch 50+ des französischen Herstellers Pierre Fabre. Ein Grund sind gleich mehrere unerwünschte Inhaltsstoffe. Zudem üben wir Kritik an der Verpackung. 

Kritische Stoffe in Avène-Sonnencreme

Welche Stoffe kritisieren wir konkret? Da wären einmal die in der Avène-Sonnencreme enthaltenen PEG-Verbindungen. Diese Stoffe verbinden als Emulgatoren Wasser und Fett. Einige Vertreter dieser Stoffgruppe können die Haut allerdings durchlässiger für Fremdstoffe machen.

Gerade bei einem Produkt, dass explizit für empfindliche Haut ausgelobt ist, bewerten wir solche Stoffe besonders kritisch. Zum Vergleich: Die Sonnenmilch von Avène ist das einzige Produkte im Test, in dem wir auf PEG-Verbindungen gestoßen sind. 

Avène-Sonnencreme enthält umweltschädliche Kunststoffe

Darüber hinaus kritisieren wir an der Avène-Sonnencreme die Siloxane D5 und D6. Die beiden Substanzen sind Teil der Rezeptur (Cyclopenta- und Cyclohexasiloxane). Siloxane sind Bausteine von Silikonen. Sie sind vielseitig einsetzbar und finden sich beispielsweise in Kosmetik, in Haushaltswaren wie Backformen und in Babyartikeln wie Schnullern oder Noppen von Krabbelstrumpfhosen. Die Siloxane D5 und D6 listet die europäische Chemikalienagentur (ECHA) als "besonders besorgniserregende Stoffe": Sie reichern sich in der Umwelt an und sind dort sehr schwer abbaubar.

Ebenfalls in der Umwelt anreichern können sich die in der Rezeptur der Avène-Sonnencreme enthaltenen Kunststoffverbindungen. Dort bauen sie sich teilweise nur langsam wieder ab. Ungeklärt ist bisher auch, welche langfristigen Folgen das hat.

Zur Einordung: Kunststoffverbindungen stecken im Test in acht von 21 Sonnencremes. Die Siloxane D5 und D6 haben wir dagegen nur in der Avène-Sonnenmilch gefunden. 

Kein Rezyklat in Verpackung

Neben den Inhaltsstoffen der Avène-Sonnenmilch interessierte uns auch, ob Hersteller Pierre Fabre für seine Plastikverpackungen auf Rezyklat setzt. Die Antwort: Leider nein. Dafür gab es Minuspunkte. Zudem kritisieren wir den zusätzlichen Umkarton, der aus unserer Sicht bei einem Produkt in Plastikverpackung überflüssig ist.

Beide Punkte bemängeln wir auch bei anderen Herstellern im Test. Denn elf weitere gaben ebenfalls an, kein Rezyklat in ihren Verpackungen einzusetzen. Und: Einen unnötigen Umkarton enthalten drei weitere Sonnencremes im Test. 

So setzt sich das Gesamturteil zusammen

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Weil die Avène Mineralische Sonnencreme 50+ PEG-Verbindungen enthält, ziehen wir zwei Noten ab. Deswegen lautet das Teilergebnis Inhaltsstoffe "befriedigend".

Zudem kritisieren wir an der Rezeptur der Avéne-Sonnencreme Kunststoffverbindungen und die Siloxane D5 und D6. Weitere Minuspunkte gibt es darüber hinaus für den aus unserer Sicht unnötigen Umkarton und dafür, dass die Sonnencreme-Tube kein Rezyklat enthält. Somit lautet das Teilergebnis Weitere Mängel "ungenügend".

Ein Teilergebnis Weitere Mängel, das "ungenügend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Folglich lautet das Gesamturteil "mangelhaft". Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie hier auf der Seite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

Weiterlesen auf oekotest.de: